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Diskutiere im Thema AD(H)S und Hochsensibilität/ Reizoffenheit im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 142

    AD(H)S und Hochsensibilität/ Reizoffenheit

    So, ich mache jetzt doch noch einmal ein neues Thema auf - Danke an Hyper für den Auslöser!

    Zum Thema Hochsensibilität/ Reizoffenheit (HSP-Highly Sensitive People) habe ich sehr viel gelesen, weil sowohl mein Sohn als auch ich betroffen sind. Ich kann zwischen beiden Begriffen keinen richtigen Unterschied sehen.

    Was AD(H)S alles sein kann, sieht man ja hier im Forum.

    Bei mir ist es so, dass ich unter optimalen Bedingungen sehr gut funktionieren kann. Sobald aber einige Bedingungen nicht stimmen - Lärm, Blendung, Gestank, zwischenmenschlicher Unfrieden - ist es aus mit der Konzentration. Da nützt dann auch kein Hyperfokus mehr.

    Ist schon komisch, gerade jetzt benutzt jemand im Nebenraum einen Betonbohrer, und schon bin ich blockiert. Ahh, Schmerz lass nach, jetzt ist es vorbei ;-).

    Hyper hat von der "hüpfenden Wahrnehmung" geschrieben, die ein Hauptmerkmal der AD(H)S-Betroffenen ist und die sie eben auch unabhängig von äußeren Reizen haben.

    Ich persönlich interessiere mich für vieles, bin zu oft im Internet, lese zu viel queerbeet und übernehme mich oft auch mit zwischenmenschlichen Kontakten/ Gesprächen. Das führt dazu, dass ich ein ständiges Gedankenkreiseln in mir habe, was mich schnell ermüdet.

    Alles sehe, höre und fühle ich gleichzeitig, alles ist mir irgendwie wichtig, alles würde ich dann doch gerne genauer wissen, und alles erweckt wieder zig Assoziationen, womit ich mich dann endgültig aus dem Alltag herauskatapultiert habe.

    Und dann passieren eben die ganzen Sachen, die man im Humorthread immer so lustig findet, also dass man z.B. mit seinem Einkaufs-Chip Geld abheben will oder seinen Kamm ins Zahnputzglas stellt.

    Außerdem habe ich wegen der ständigen Reizüberflutung Schlafstörungen, die auch wiederum die Konzentration beeinträchtigen.

    Aber:
    Ich hatte nie nennenswerte Probleme in der Schule oder sonst im Alltag.
    Ich habe ein gutes Zeitgefühl, kann planen und verwirklichen, habe mehrere Schul- /Studienabschlüsse und auch länger andauernde, durchaus erfolgreiche Arbeitsverhältnisse.
    Ich kann mit Geld umgehen, lebe nicht riskant und komme ganz gut mit meinen Mitmenschen klar.
    Dass ich unordentlich bin, ist meine freie Entscheidung. Ich könnte anders, aber ich will wirklich nicht.

    Läuft das nun alles auch unter AD(H)S?

  2. #2
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 809

    AW: AD(H)S und Hochsensibilität/ Reizoffenheit

    Hallo Zebramama,

    ob du AD(H)S hast, kann hier niemand diagnostizieren, da müsstest du dich zu einem/einer auf AD(H)S im Erwachsenenalter spezialisierten Psychiater/-in wenden. Aber das weißt du sicherlich.

    Zebramama schreibt:
    Bei mir ist es so, dass ich unter optimalen Bedingungen sehr gut funktionieren kann. Sobald aber einige Bedingungen nicht stimmen - Lärm, Blendung, Gestank, zwischenmenschlicher Unfrieden - ist es aus mit der Konzentration. Da nützt dann auch kein Hyperfokus mehr.

    Ist schon komisch, gerade jetzt benutzt jemand im Nebenraum einen Betonbohrer, und schon bin ich blockiert. Ahh, Schmerz lass nach, jetzt ist es vorbei ;-).
    AD(H)Sler lassen sich sowohl von externen, z.B. Lärm, Blendung, Gestank, als auch von internen Reizen ablenken, z.B. Gedanken, Gefühlen.

    Zebramama schreibt:
    Hyper hat von der "hüpfenden Wahrnehmung" geschrieben, die ein Hauptmerkmal der AD(H)S-Betroffenen ist und die sie eben auch unabhängig von äußeren Reizen haben.
    Das ich einen hüpfenden Wahrnehmungsstil habe, merke ich erst jetzt, wo ich MPH nehme und zwar, wenn es wirkt. Mir fällt jetzt erst auf wie viele, vor allem externe, Reize ich so wahrnehme. Beeindruckend war es als ich das erste Mal mit meiner Freundin shoppen war, nachdem ich MPH genommen hatte. Im Laden blieb ich bei fast jedem Gegenstand stehen und meinte ständig zu meiner Freundin: "Guck mal hier!" und "Guck mal da!". Früher war shoppen für mich eine Qual. Ich lief da mit gesenktem Kopf durch die Läden, schaute von Weitem, ob mir was gefallen könnte und bewegte mich dann gezielt drauf los. Die Beleuchtung und die vielen Menschen in den Einkaufshäusern machten mich auch ganz kirre.

    Zebramama schreibt:
    Ich persönlich interessiere mich für vieles, bin zu oft im Internet, lese zu viel queerbeet und übernehme mich oft auch mit zwischenmenschlichen Kontakten/ Gesprächen. Das führt dazu, dass ich ein ständiges Gedankenkreiseln in mir habe, was mich schnell ermüdet.

    Alles sehe, höre und fühle ich gleichzeitig, alles ist mir irgendwie wichtig, alles würde ich dann doch gerne genauer wissen, und alles erweckt wieder zig Assoziationen, womit ich mich dann endgültig aus dem Alltag herauskatapultiert habe.
    Siehe bereits oben: Ablenkung durch äußere und innere Reize. Dass dir alles irgendwie wichtig erscheint, könnte darauf hindeuten, dass du Wichtiges von Unwichtigem nicht unterscheiden kannst oder aber nicht in der Lage bist, eine Reihenfolge festzulegen. So geht es mir btw oft mit meiner Arbeit: ich würde am Liebsten alles auf einmal machen.

    Zebramama schreibt:
    Aber:
    Ich hatte nie nennenswerte Probleme in der Schule oder sonst im Alltag.
    Ich habe ein gutes Zeitgefühl, kann planen und verwirklichen, habe mehrere Schul- /Studienabschlüsse und auch länger andauernde, durchaus erfolgreiche Arbeitsverhältnisse.
    Ich kann mit Geld umgehen, lebe nicht riskant und komme ganz gut mit meinen Mitmenschen klar.
    Dass ich unordentlich bin, ist meine freie Entscheidung. Ich könnte anders, aber ich will wirklich nicht.

    Läuft das nun alles auch unter AD(H)S?
    Was wären denn "nennenswerte Probleme" in der Schule oder im Alltag? Dass ich schon in der Grundschule AD(H)S hatte, zeigte sich bei mir nicht in meinen Noten (da Schnitt von 1,x), sondern in den schriftlichen Lehrerbeurteilungen im Zeugnis: "Ist oft unruhig und stört den Unterricht", "Ist leicht ablenkbar und schnell frustriert" etc.pp.

    Ein sehr gutes Zeitgefühl habe ich, wenn ich dafür Kapazitäten habe. Planen und verwirklchen kann ich auch, wenn ich es denn wirklich will, habe auch mehrere Studienabschlüsse und hatte auch länger andauernde, durchaus erfolgreiche Arbeitsverhältnisse, in denen ich allerdings spätestens nach 6 Monaten hibbelig wurde und meine Leistungen auffallend einbrachen. Gedacht wurde immer, ich sei geistig unterfordert.

    Mit Geld kann ich auch umgehen, bewusst riskant lebe ich auch nicht und komme gut mit meinen Mitmenschen klar.

    Es kann auch sein, dass dir das alles nur so vorkommt und dein Umfeld zu einer anderen Einschätzung käme. AD(H)S muss auch nicht immer stark ausgeprägt sein, es kann auch leicht ausgeprägt sein. Und es muss auch nicht jedes AD(H)S-typische Problem vorliegen.

    ABER: Solange du unter deinen Symptomen nicht leidest und dein Leben gefühlt im Griff hast, denke ich, brauchst du keine Abklärung.

  3. #3
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 767

    AW: AD(H)S und Hochsensibilität/ Reizoffenheit

    Ich habe auch Schule, Ausbildung, Berufsleben, Weiterbildungen durchlaufen ohne das ich vom ADHS wusste. Habe berufliche eine ganz beachtliche Karriere hingelegt, vom Schriftsetzer zum EDV Projektmanager mit Verantwortung für ein komplexes internationales Produktionssystem.

    ABER dafür habe ich viel mehr Energie gebraucht als ein Nichtbetroffener. Ich konnte vieles über meine Intelligenz kompensieren, aber die EDV wird immer komplexer, ich wurde älter, brauchte mehr Zeit für's regenerieren und bin dadurch letztendlich im Burnout gelandet. Kann gut mit Geld umgehen bin immer pünktlich, habe auch nur selten echte Probleme mit anderen Mitmenschen und bin sehr vorsichtig. Ich kann auch planen, mag es aber nicht. Ich kann beruflich eine EDV-Struktur einrichten, erhalten und absichern, aber ich kann nicht abschalten, stehe immer unter Strom.

    Damit will ich sagen das die ADHS Symptome nicht immer so klar zu erkennen sind, da muss man schon recht genau hinschauen. Viele ADHSler können durchaus bestimmte klassische Probleme überwinden, aber meist geschieht das dann in einer Überkompensation und erfordert viel mehr Energie als bei Nichtbetroffenen. Daher ist es kein Wunder das viele Ältere die Diagnose erst nach einem Zusammenbruch bekommen.

    Für mich ist es letztendlich egal wie man es benennt, entscheidet ist das man seine Probleme erkennt und einen Umgang damit findet.
    Ob man das nun ADHS oder Hochsensibel nennt ist mir persönlich dabei egal.

  4. #4
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 591

    AW: AD(H)S und Hochsensibilität/ Reizoffenheit

    Läuft das nun alles auch unter AD(H)S?
    Kann.

    ADHS ist ja nicht ein und dasselbe. Es gibt verschiedene Ausprägungen und Schweregrade (auch subklinische, also quasi eine Nähe dazu). Eine entscheidende Rolle spielt auch, welche Kompensationstrategien und -potenziale du hast (hier die Rolle der Umgebungsbedingungen und anderer persönlicher Merkmale).

    Hochsensibilität als eigenes, von anderen Störungen oder Konditionen unabhängiges, aufgrund wissenschaftlicher Ergebnisse griffig definierbares und abgrenzbares diagnostisches Konzept ist derzeit nicht existent noch m.E. notwendig.

    Bevor ich mich in die Nesseln setze... ich meine im Folgenden defintiv nicht dich, Zebramama und halte die meisten Anwesenden für deutlich differenzierter.

    Warum mich das Thema so fuchsig macht:

    Mir scheint Hochsensibilität eins der beliebtesten Steckenpferde überengagierter Mütter und weltanschaulich verdrehter Leute, die für ihr Kind, sich selbst (oder auch anderleuts Kinder) ADHS, geschweige denn eine evtl. medikamentöse Behandlung, weit von sich weisen, es für nicht existent und die Behandlung für schädlich halten, aber für Hochsensibilität oder andere Pseudodiagnosen sofort zu haben sind.

    Ohne, dass sie irgendwelches Wissen über ADHS haben oder realistische Vorstellungen darüber, wodurch es bedingt wird (und wodurch nicht), welche Folgen es haben kann und wie man damit geeignet umgehen kann (und wie sinnvollerweise nicht). Hauptsache dagegen sein und d alles ganz anders sehen, mit dem Nimbus der Unfehlbarkeit. Da wird dann alles so hingedreht, wie man es zur Stabilisierung des eigenen Weltbilds braucht.

    "Mein Sohn ist hochsensibel" klingt halt einfach viel besser, irgendwie distinguiert. Und "Du hast in der Erziehung deiner Kinder halt vieles nicht richtig gemacht. Hättest du dies und jenes anders gemacht, hätten sie sich viel besser entwickeln können." ist für viele immer noch so viel einleuchtender als "Klar, dass du mit Kindern, die sich nicht so regulieren können wie andere, als Mutter an deine Grenzen kommst. Erst recht wenn du selbst ähnliche Probleme hast."

    Den eigenen Kindern nach einwandfreier Diagnose und Aufklärung und unter ärztlicher Begleitung eine ganz offensichtlich hochwirksame medikamentöse Behandlung zu ermöglichen, die beobachtbar auf die Kernsymptome wirkt, ohne sie zu willenlosen, ihrer Persönlichkeit beraubten und auf Funktion getunten Wesen zu machen... Keine Ahnung wie man es so sehen kann, aber ich kenn Leute, in deren Augen das mit Kindeswohlgefährdung gleichzusetzen ist.

    Hochsensibel, das dürften sie sein und mit nutzlosen Homöopathika behandelt werden oder oder mit anderen zwecklosen Maßnahmen von Neurofeedback bis Kinesiologie bis zur allein seligmachenden Privatschule

    Wehe dir, wenn sie der Lehrerin oder der Oma dann weiter auf den Keks gehen oder sich weiter durch ihr Leben bzw. an ihrem Leben vorbeiträumen. Dann kann man schon drauf warten, dass das wieder kommt: "Was ist denn bloß mit XY los?" Subtext: "Du musst ja echt viel falsch gemacht haben, so wie er/sie ist!"
    Geändert von alice_s (18.11.2017 um 12:54 Uhr) Grund: diverse Änderungen zum besseren Verständnis

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 142

    AW: AD(H)S und Hochsensibilität/ Reizoffenheit

    Vielen Dank für eure Antworten - auch für die in dem anderen Thread, der thematisch ähnlich ist!

    Dass C. Neuhaus "Hochsensible" als AD(H)Sler sieht - danke Denker - beantwortet alle meine Fragen. Das hatte ich noch nicht richtig verstanden, weil ich ihr Gesamtwerk noch nicht durch habe, aber ich bin dabei ;-).

    Hochsensibilität/ Reizoffenheit ist halt sehr leicht zu erkennen, da braucht es keine großen Tests. Wenn du immer die einzige bist, der es im Kino zu laut ist, der eine Menschenmenge zu viel ist, die bereits bei bestimmten Filmen ab sechs Jahren anfangen muss zu weinen, egal wie peinlich dir das selbst ist, dann gibt es da keine großen Erklärungsnöte.

    Bei kleinen Kindern ist das ja noch deutlicher.
    Unseren Sohn als Baby konnte ich nirgendwo mit hinnehmen. Sobald es laut wurde, zu viele Menschen da waren, die vielleicht sogar die Frechheit besaßen, ihn anzusprechen, fing er zu brüllen an, dass die Wände wackelten. Ab dem ersten Tag. Das war so schlimm, dass ich mich die ersten Monate seines Lebens mit ihm in die Isolation begeben musste.
    Er hat auch nie gut geschlafen. Schon die Hebamme war überrascht zu sehen, dass er als Baby mit aufgerissenen Augen auf dem Sofa lag und überall herumguckte anstatt friedlich und selbstvergnügt vor sich hin zu dösen. Dabei konnte er zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal etwas sehen.

    Mit AD(H)S sieht das schon anders aus, das hat einen Namen, Tests, Therapieformen und, und, und.

    Letztlich ist es mir auch egal, wie das nun heißt, was unseren Sohn und mich umtreibt. Ich bin nur unangenehm überrascht, wie genau Frau Neuhaus meine Person kennt und beschreibt ;-). Und eben auch die mir am nächsten stehenden Menschen, was ja nicht verwundert, wenn AD(H)S erblich ist.

    Hyper hat mich neugierig gemacht, mal die Welt unter Medikation zu erleben. Dass ich irgendwie anders denke und fühle als viele meiner Mitmenschen hatte ich ja schon länger vermutet, aber man kennt halt nur sich selbst. Das wäre schön, die Welt mal für eine Weile so zu sehen, wie es die anderen tun.

    @ Alice
    Deine Abneigung gegen die Art von "Hochsensibilität", wie du sie beschrieben hast, kann ich gut nachvollziehen, trifft aber bei uns tatsächlich nicht den Punkt.
    Ich empfinde unsere Reizoffenheit/ Hochsensibilität eher als ziemlich großes Hindernis im Alltag, weil man damit meist nie so dazugehören kann, wie man eigentlich möchte.

    Der einzige Grund, warum ich hier im Forum bin, ist ja weiterhin, dass ich herausfinden möchte, wie unserem Sohn am besten geholfen werden kann, seine LRS-Problematik so in den Griff zu bekommen, dass er endlich mal die Schulerfolge haben kann, die ihm aufgrund seiner Intelligenz und Anstrengungsbereitschaft eigentlich zustehen. Wenn das ohne Medikamente nicht möglich ist und sein Leidensdruck steigt, dann schließe ich Medikamente auf keinen Fall aus.
    Unser Sohn hat null Verhaltensprobleme, Probleme mit Mitmenschen etc. Wie Mama und Papa passt er sich hervorragend an seine Umwelt an, nur es kostet ihn halt mehr Nervenkraft.

    Dass die heutige Schule allerdings alles andere als optimal für Kinder ist, lässt sich nicht abstreiten. Da muss schon sehr viel Rundes eckig geklopft werden, also auch bei ganz "normalen" Kindern, nur damit es in den Karton passt.

    Euch allen ein wunderschönes Wochenende!

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 208

    AW: AD(H)S und Hochsensibilität/ Reizoffenheit

    Ein schön zu lesender und mich sehhr ansprechender Thread.....Danke euch!

    Habt ein schönes Wochenende...liebe Grüsse von Snoopy, die grad wunderbar reizarm in einem fast leeren Zug sitzt und die Fahrt geniesst.....!

  7. #7
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 591

    AW: AD(H)S und Hochsensibilität/ Reizoffenheit

    @ Alice
    Deine Abneigung gegen die Art von "Hochsensibilität", wie du sie beschrieben hast, kann ich gut nachvollziehen, trifft aber bei uns tatsächlich nicht den Punkt.
    Ich empfinde unsere Reizoffenheit/ Hochsensibilität eher als ziemlich großes Hindernis im Alltag, weil man damit meist nie so dazugehören kann, wie man eigentlich möchte.
    Hallo Zebramama,

    Das war mir in deinem Fall schon klar, ehrlich, anders kam es nie rüber. Ich nehm mir daher die Freiheit, meinen Post von den polemischen Beschreibungen zu bereinigen, die hier an dieser Stelle vermutlich fehl am Platze sind.

    Ich hab einfach schon zuviele Leute getroffen, die in so eine Richtung argumentiert haben. Erst neulich leider eine Lehrerin meines Sohnes. Was sie gesagt hat, war ansonsten okay und hat mir ganz gut gefallen.

    Als ich nach langer Überlegung das Stichwort ADHS hab fallen lassen, ging sie ab... die ganze Leier, eine medial-weltanschaulich zusammengebraute Meinung über ADHS und Ritalin, dass sie für die Wahrheit schlechthin hielt. Irgendwelche Bösen, die einem ihrer Kinder das immer hätten überstülpen wollen, hat sie auch erwähnt.

    Ich war so genervt! Habe, in diesem Fall sachlich , aber man hat mir meinen Ärger sicher angemerkt, meine paar Richtigstellungssätze gesagt, weil ich das so einfach nicht stehen lassen konnte, und das war's. Hätte ich Hochsensibilität gesagt, wäre ihre Reaktion vermutlich ganz anders ausgefallen.

    Ich ärgere mich bodenlos darüber, wenn man über ein wissenschaftlich gut beschriebenes und behandelbares Störungsbild nicht mit Leuten reden kann, aber über eine dubiose, sich fluffig aus höheren Sphären materialisierende Hochsensibilität, sicher im Zusammenhang mit einer wahnsinnig großen angenommenen Begabung, könnte man...

    In meinem Umfeld (das, das man sich nicht aussuchen kann... Verwandtschaft ) und hier in meiner Stadt gibt es einfach zu viele solche Leute, die einen alternativ-weltanschaulichen Knacks weghaben und ich bin entsprechend mürbe und grantig.

    Mütter, die erbost aus der Arztpraxis rausrennen, wenn eine Abklärung von ADHS vorgeschlagen wird, und ihren Sohn zum Heilpraktiker schleppen und ihre Tochter zu einem religiösen Heiler quer durch die Republik.

    Großmütter, die Waldorfschule und Alm für die Heilung aller Probleme hielten und vermutlich geneigt sind, das Impfen als Ursache zu betrachten... gottseidank hab ich in diesem Fall das Sagen und einen Mann an meiner Seite, der mit mir an einem Strang zieht und durch jahrelanges Training seiner Mutter die Stirn bieten kann

    Ich könnte schon unseren Arzt und die Arzthelferinnen vor lauter Dankbarkeit für ihren selbstverständlichen sachlichen Umgang jedesmal umarmen, wenn ich für die Kinder und neuen Rezepte hole. Das muss man sich eigentlich mal vorstellen, verdrehte Welt oder?
    Geändert von alice_s (18.11.2017 um 11:45 Uhr)

  8. #8
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 809

    AW: AD(H)S und Hochsensibilität/ Reizoffenheit

    Ich verstehe genau, was du meinst, alice_s. Wenn es um Kinder geht würde mich das auch wütend machen, weil ihnen so eine nötige und zielführende(re) Behandlung verwehrt bleibt.

    Ich habe in meinem Umfeld eine Erwachsene, die von "Quacksalber" zu "Quacksalber" rennt u schulmedizinische Hilfe nicht in Anspruch nehmen will. Dabei ist offensichtlich, dass sie dringend mal zum Psychiater müsste. Zum Glück kann ich mich dagegen gut abgrenzen. Innerlich amüsiert es mich sogar ein bisschen.

    Edit: Mag noch ergänzen, dass ich für alternative Therapien/Medizin durchaus offen bin. Aber wenn dann nur ergänzend.

  9. #9
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 767

    AW: AD(H)S und Hochsensibilität/ Reizoffenheit

    Dass C. Neuhaus "Hochsensible" als AD(H)Sler sieht - danke Denker - beantwortet alle meine Fragen. Das hatte ich noch nicht richtig verstanden, weil ich ihr Gesamtwerk noch nicht durch habe, aber ich bin dabei ;-).
    Das hat sie so auch noch nicht schriftlich festgehalten, sie hat das so in einem Seminar gesagt.

  10. #10
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 478

    AW: AD(H)S und Hochsensibilität/ Reizoffenheit

    Zebramama schreibt:
    Aber:
    Ich hatte nie nennenswerte Probleme in der Schule oder sonst im Alltag.
    Ich habe ein gutes Zeitgefühl, kann planen und verwirklichen, habe mehrere Schul- /Studienabschlüsse und auch länger andauernde, durchaus erfolgreiche Arbeitsverhältnisse.
    Ich kann mit Geld umgehen, lebe nicht riskant und komme ganz gut mit meinen Mitmenschen klar.
    Dass ich unordentlich bin, ist meine freie Entscheidung. Ich könnte anders, aber ich will wirklich nicht.

    Läuft das nun alles auch unter AD(H)S?
    Liebe Zebramama,

    alles meins, außer dass ich mir nicht sicher bin, ob ich ordentlich sein könnte, weil ich es noch nie geschafft habe, es anders zu haben, aber eigentlich hab ich auch immer wichtigeres zu tun :-), Will ich es also wirklich? Da hab ich auch schon öfter drüber nachgedacht.

    Meine persönliche, nicht wiss. fundierte Meinung, ist, dass es den Typ ADHSler gibt (u.a.mich), der sein Leben ziemlich gut auf die Reihe bringt, aber trotzdem stolpert und holpert und chaotisch ist ..., Erfolgreich: weil Umgebung und Erziehung und ganz besondere Faktoren (u.a. ein gutes Arbeitsgedächtnis, das vielen ADHSlern abgeht) ihm zugute kommen. Ich hatte da z.B. Glück. mit allen Rahmenfaktoren ... Jetzt mit Dreifachbelastung im Moment kippt das ganz schön und meine ADHS-Faktoren kommen viel deutlich raus und belasten auch mehr, praktisch dein Betonbohrer ...

    Ich stimme mit Alice_s überein, dass ADHS und Hochsensibilität das Gleiche ist und das zweitere gern verwendet wird, damit man "besser " aussieht, ich kenne eine Mutter, deren Tochter "nur" hochsensibel ist und ich bearbeite sie schon seit Jahren, mal eine ADHS-Testung machen zu lassen, weil sie meinem einen Sohn sooo ähnlich ist. Witzigerweise gibt sie das zu, aber er hat ADHS und ihre Tochter ist hochsensibel.

    ABER: ich glaube, es gibt auch die Verwendung dieses Wortes Hochsensibel für eine verstärkte Empathiefähigkeit (so habe ich dieses Wort bisher verwendet und das trifft auf mich halt auch sehr zu, ich bin zu! empathisch), und für mich privat/persönlich oder was immer ist das schon ein Unterschied. Es gibt hochempathische Leute, die kein ADHS haben ... Nennen wir sie halt nicht hochsensibel :-)

    Was Alice schreibt: Ich könnte meinem Kinderarzt/Arzthelferin auch zu Füßen liegen, weil sie so offen und normal mit dem Thema umgehen. Bei der Apotheke habe ich erst mal suchen müssen, bis ich eine gefunden habe, bei der ich nicht komische Blicke vermute oder fühle ...

    Das offen drüber reden fehlt mir ein bisschen, obwohl sich mein Bekanntenkreis der Leute "mit" auch erweitert. Vor einer Woche meinte mein Zehnjähriger, dass in seiner Klasse mind. 5 ADHS hätten und er zählte die Verhaltensweisen dieser Kinder auf und meinte: Denen sollte auch geholfen werden ...

    Dauert noch ein paar Jahre, bis das Stigma und Tabu richtig bröckelt.

    Ach ja, meine Hausärztin guckte ganz mitleidig, als ich ihr von meiner ADHS-Diagnose erzählte. Da hab ich sie erst mal getröstet und gemeint, dass ich immer noch die Alte wäre und mich sehr mag und mit mir ganz zufrieden bin ... Jetzt ist sie wieder normal ...

    Uah, so viel geschrieben ... Pause .... Schluss ...

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