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Diskutiere im Thema Klinikaufenthalte, Therapien, Medikamente und deren dauerhafte Wirkung im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 19

    Klinikaufenthalte, Therapien, Medikamente und deren dauerhafte Wirkung

    Hallo,

    ich hab schon im Vortellungs-Teil bissl geschrieben und jetzt kommt meine erste Frage weil die mich grad quält:

    Kann man mit all diesen psychischen Krankheiten (ADS, Depressionen, Ängste) überhaupt gesund werden?

    Gibt es die Möglichkeit Tests mit dem Gehirn machen zu lassen um zu sehen was da falsch läuft, oder sind diese Krankheiten nur Bezeichnungen für bestimmte Charaktere?

    Hab ich eine Chance durch einen 4-Wöchigen Klinikaufenthalt ganz gesund zu werden, so wie es bei anderen Kliniken läuft wo man hingeht, sich operieren lässt und dort bleibt bis alles einigermaßen verheilt ist?

    Nimmt man Antidepressiva und Methylphenidat sein Leben lang um das Bewusstsein auf die gewünschte Weise anzupassen wie bei Drogen, oder können diese Medikamente wirklich etwas reparieren so dass man sie nur nehmen muss bis das Hirn sich daran gewöhnt hat dass es selbst bestimmte Dinge machen/produzieren muss oder so?

    Ist einer von hier jemals "gesund" geworden?
    Und, wollt ihr das überhaupt?

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 521

    AW: Klinikaufenthalte, Therapien, Medikamente und deren dauerhafte Wirkung

    Also ich würde schon ganz gern "gesund" werden. Ich weiß, ADHS ist nicht heilbar, aber ich hoffe ja noch immer auf eine super Wirkung der Medis.

    Mir haben die gut 9 Wochen Tagesklinik richtig gut getan. Okay, AD(H)S stand da nicht im Vordergrund, aber es wurde sich um jeden Patienten und dessen spezielle Bedürfnisse gekümmert und selbst ich, der keinen sinnvollen Plan für die Zukunft hatte, wurde wieder auf den rechten Weg gerückt (REHA).

    Meine Hausärztin sagte mir letztens, daß sie befürchtet, dass ich wohl im Sächsischen Fachkrankenhaus Stammgast werden könnte, da sie befürchtet, daß ich wohl so schnell nicht aus meinem Teufelskreis (Depression) herauskomme.

    Im großen und ganzen denke ich, daß jeder eine Chance auf ein bisschen Heilung hat, es aber wohl von Mensch zu Mensch unterschiedlich aussehen wird. Der Eine muss nur einmal ins KH und dann nie wieder und der andere ist dort regelmäßig zu Gast ...

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 139

    AW: Klinikaufenthalte, Therapien, Medikamente und deren dauerhafte Wirkung

    Ich glaube es liegt aber auch an den jeweiligen Menschen, wieviel er/sie machen kann/will.
    Dann spielt die eigene Umgebung (Familie, Freunde, Nachbarn, Soziales an sich) eine riesengroße Rolle.

    Ich war zB auch mal in ner Klinik, 6 Wochen, hab meine Depris wegbekommen und war so gut drauf wie noch nie, sogar meine Lactoseintolleranz ist fast auf 0% gesunken. Zuhause angekommen hat das ganze so ne Woche oder zwei gedauert und ich war wieder da, wo ich vor der Klinik war.

    Aber trotzdem antworte ich mit einem Ja. Man kann "gesund" werden, wenn man Glück und den Antrieb hat. DIe richtigen Leute zähle ich zu Glück

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 70

    AW: Klinikaufenthalte, Therapien, Medikamente und deren dauerhafte Wirkung

    nunja, ich persönlich denke, es kommt auch auf den jeweiligen ausprägungsgrad des ADHS an.

    außerdem denke ich auch, daß es auch unheimlich auf einen selbst ankommt, wie sehr man bereit ist, an sich zu arbeiten. (ich hasse diesen ausdruck eigentlich, das klingt immer so nach "gut, daß wir mal drüber geredet haben, du", öko-sandalen & anderem "weichei-gewäsch". )

    ich selbst hatte (& habe immernoch) viele jahre lang sehr unter mir, meinem selbstbild, den anderen & den damit unweigerlich aufkommenden problemen zu kämpfen. sah keinen anderen ausweg mehr, als meinem bis dahin gelebten leben adieu zu sagen. habe dann ca. 1 jahr freiwillig auf der straße gelebt. da hab ich viel gelernt. aber glaub nicht, daß damit probleme gelöst waren!
    ich rappelte mich zwar wieder auf, machte die schule fertig, beendete (eher widerwillig) meine lehre, studierte dann (nicht zuende), befreite mich während dieser zeit (allein) aus einer sucht - alles dinge, von denen man mir später sagte, ich sei unheimlich stark gewesen - aber meine probleme blieben dennoch meine probleme.
    ich wollte nie zu einem seelenklemptner, weil ich immer der meinung war, die würden mich zu einem gesellschaftskonformen roboter machen (nun, ich war jung & spinnert! )

    wie soll ich mich zu dem damaligen zeitpunkt beschreiben?
    --> ich war immer dagegen! (mildere ausdrucksweise: ich hinterfrage alles. & das tu ich heute noch)
    --> ich war anders als die anderen (bin ich irgendwie auch immernoch, aber seltsamerweise ist die gruppe der "anderen" etwas geschrupft. )


    du willst "gesund" werden?
    nimm einen anderen blickwinkel ein. betrachte dich nicht als "krank"!
    so ein "problem" wie AD(H)S oder eine depression läßt sich nicht mit 4 wochen klinikaufenthalt kurieren!
    was sich für mich als sehr heilsam herausgestellt hat, ist meine selbsthilfegruppe, meine verhaltenstherapeutin, die medis.

    versuche folgendes zu verinnerlichen:
    es kommt immer darauf an, wie wir eine situation wahrnehmen, welchen wert wir ihr zuschreiben, aus welchem blickwinkel wir sie betrachten.
    nicht die situation ist das problem, sonden wir machen sie zu einem solchen durch unsere bewertung dieser situation.
    versuche, bestimmte für dich problematische situationen anders zu bewerten. gib ihnen einen anderen stellenwert, betrachte sie von der anderen seite.
    glaub mir, das hilft ungemein! (braucht aber viel übung, also gib nicht auf!!! ich habe sehr lange dazu gebraucht, überhaupt zu dieser erkenntnis zu gelangen!)

    also gleich mal was zum üben:
    betrachte ADS nicht als krankheit, sondern beispielsweise als eine andere verschaltung deines gehirns. nicht schlechter, sondern vllt. sogar ein bißchen besser als die "normale" verschaltung, wie sie das gros der menschheit mit auf den weg bekommen hat. versuche die vorteile von ADS zu sehen! sei stolz darauf, daß du anders bist!

    & glaube nicht, daß du deswegen einen schlechten charakter hast!!!!
    (ich brauche auch immer sehr viel positives feedback von anderen, weil ich mich selbst leider immernoch zu oft als versagerin wahrnehme. aber es wird langsam! )
    umgib dich mit leuten, die dir gut tun!
    versuche, kritik oder negatives feedback nicht persönlich zu nehmen, sondern - achtung! anderer blickwinkel/andere bewertung - sieh diesen menschen (der dich in einer bestimmten situation runterzieht) mit seinen problemen. vllt. hatte er nen schlechten tag, vllt. ist er aber auch einfach zu bemitleiden, weil er so ein a****loch ist........




    PS: ich hab die weisheit nicht mit löffeln gefressen! ich versuche nur, meine erfahrungen weiterzugeben, in der hoffnung, dir damit ein bißchen helfen zu können!

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 25

    AW: Klinikaufenthalte, Therapien, Medikamente und deren dauerhafte Wirkung

    Hi Selen,

    ich kann strangecat nur zustimmen: die Eigenschaft "krank" ist nicht in jeder Situation passend zu ADHS!
    Ich mache eine ganz klare Unterscheidung:

    A) Wenn ich von einem Träger medizinischer oder sozialer Leistungen Geld haben will, spreche ich deren Sprache, damit die mich verstehen können. Dann sage ich z.B.: "Ich beantrage Leistungen zur Linderung meiner Krankheit." Ich füge Atteste bei, beschreibe Symptome und sorge so dafür, dass die machen können, was ihr Job ist - und mein Anliegen!

    B) Wenn ich mit Familie, Kollegen / Arbeitgeber, Nachbarn usw. spreche, dann habe ich Stärken (Flexibilität, Kreativität, Hilfsbereitschaft usw.) und Schwächen (Vergesslichkeit, Chaos-Tendenzen usw.). Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Ich eben auch. Und dass sich meine Schwächen manchmal echt peinlich auswirken - naja, ich arbeite daran.

    Ich habe sowieso den Verdacht, dass ADHS - ebenso wie Übergewicht oder Bluthochdruck - eben mehr oder weniger in der Bevölkerung verteilt ist, sozusagen im Rahmen der ganz natürlichen Mutation. Völlig klar: Ohne die eher impulsiven Teile der Bevölkerung kann kein Staat lange bestehen, es braucht immer einen Anteil von "uns" in der Mischung. Völlig klar leider auch: durch die gesellschaftlichen Entwicklungen werden im Deutschland des Jahres 2010 werden mehr gut organisierte Büromenschen geschätzt als (Überlebens-)Künstler, Kämpfer und Philosophen. Und plötzlich haben wir deshalb ein Problem.

    Ich habe KEINE AHNUNG ob diese Sichtweise richtig ist, aber als Modell hilft sie mir die Welt zu verstehen! Bzw. die Ilusion davon zu haben :-)

    Es ist aber eigentlich auch egal. Wichtig ist nur, dass ich mich persönlich als gesund empfinde. Gleichzeitig erlebe ich mich als anders als viele andere, und deshalb habe ich Anspruch auf Leistungen und mache diesen auf der Grundlage der vorhandenen Rechtsvorschriften und mit den passenden, mir hilfreichen Formulierungen geltend.

    Eigentlich ganz einfach.

    Viele Grüße
    Richard

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 19

    AW: Klinikaufenthalte, Therapien, Medikamente und deren dauerhafte Wirkung

    Hmm na dann kann man das so sehen dass entweder die die "krank" sagen die Schuld ihrer schlechten Eigenschaften auf etwas anderes schieben um sich nicht schlecht deswegen zu fühlen und vielleicht sogar garnichts daran ändern zu müssen (kann gut sein dass ich sowas mache )
    oder
    dass diejenigen die krank sind aber etwas von guten Seiten an der Krankheit erzählen dies tun (genauso wie das zusammentun mit anderen betroffenen) um sich nicht so schlecht gegenüber den gesunden, von denen man möglicherweise weniger Achtung erhält.

    Also ehrlich gesagt hab ich auch oft drüber nachgedacht was Persönlichkeit ist und wo die Krankheit anfängt aber ich persönlich finde Kontrollverlust muss zu krank zählen, vor allem wenn andere diesen an der Stelle nicht haben.
    Ich glaube da stimmt was mit unseren Hirnen, zumindest mit meinem nicht, was ein gewisses Fehlverhalten (und damit meine ich nicht das "anders als die anderen Kinder" sondern grundlose Wut- und Verzweiflungsausbrüche, möglicherweise Schlafstörungen usw.) auslöst was wiederum den Charakter, vor allem wenn es im Kindesalter schon anfängt, prägt und dadurch weitere Verhaltensänderungen hervorruft. Diese sind dann für die jeweilige Fehlfunktion typisch und man kann sie nichtmehr von den krankhaften auseinanderhalten.
    Also ich glaube die Vorteile die hier manchmal angesprochen werden, (genau wie gewisse Nachteile) sind überwiegend Dinge die selbst, wenn die krankhaften Nachteile verschwinden würden bleiben, solange man sie nicht wegtrainiert. Aber manches muss eine Krankheit bzw. ein defekt in Genen/Hirn sein finde ich, so.

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