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Diskutiere im Thema Aussichten im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 11

    Aussichten

    Hallo,

    da ich wieder eine ganze Nacht damit verbracht habe, über meine Zukunftsaussichten nachzudenken, muss ich einfach irgendetwas schreiben und hoffe, ihr habt Ideen oder Erfahrungen.

    Seit einiger Zeit geht in meinem Kopf nur noch die Frage herum, ob meine Ziele überhaupt erreichbar sind oder ob zu dem Eingeständnis seiner "Andersart" eben auch gehört, sich klar zu machen, dass auch mit egal wieviel Anstrengung es nie möglich sein wird, im Lebensmarathon wenigstens im hinteren Viertel mithalten zu können sondern wahrscheinlich eher zu den einzelnen Letzten zu gehören. Gehbehinderte Menschen werden sich zum größten Teil sicher auch nicht vornehmen, wenigstens einmal auf den Mount Everest zu wollen sondern sind schon erleichtert, wenn sie größtenteils ihren Alltag ohne Hilfe und mit Barrierefreien Straßen bewältigen können. Die wenigen, die sich eine Bergtour vornehmen, tun das dann meist mit diversen Sponsoren und genießen ihre weltweite Medienpräsenz für einen Tag.

    Ich bewundere sehr viele körperlich eingeschränkte Menschen, wie sie doch scheinbar diese Akzeptanz (irgendwann) aufbringen konnten und damit dennoch leben können; und ja vielleicht gibt es auch hier einige, die eine Maske tragen... Seit vielen Monaten geht es jedoch bei meinen Therapeuten nur noch darum, eine Prognose herauszuhören. Jedoch sehe ich auf die Frage, ob die Münze denn auch eine positive Seite hat / haben wird oder ob ich immer nur Nachteile haben werde meist nur unfreiwilliges Schweigen.

    Viele schreiben hier davon, dass nach der Akzeptanz des AD(H)S, der Hochbegabung oder was auch immer die Selbstblockade und Selbstgeißelung irgendwann aufhört und sie dann auch Ihre Talente und Besonderheiten erkennen und nutzen können; etwas, das sie Besonders macht. Wie geht das? Was muss ich tun? Gibt es überhaupt etwas Positives?

    Grüße

  2. #2
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.842

    AW: Aussichten

    Natürlich gibt es Positives. Seinen Weg zu finden dauert lange. Daher rate ich dir, dass du heute damit anfängst.

    Was ist ein Ziel von dir?

    Gesendet von meinem SM-A310F mit Tapatalk

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 1.309

    AW: Aussichten

    Sehe ich auch so wie Steintor. Ich denke den richtigen Weg zu finden dauert sehr lange. Bin selbst auch immer noch auf der Suche, mache aber kleine Fortschritte.
    Du solltest langsam anfangen und die über jeden positiven Aspekt freuen. Wichtig ist vor allem nicht aufgeben.

  4. #4
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.842

    AW: Aussichten

    Wichtig sind Ziele, die realisierbar und messbar sind. Auf den Mount Everest steigen zu wollen mag messbar sein, aber wenig realistisch, wenn man, wie ich, unter Höhenangst leidet.

    Das Ziel sollte mit eigenen Ressourcen erreichbar sein.

    Gesendet von meinem SM-A310F mit Tapatalk

  5. #5
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 594

    AW: Aussichten

    da ich wieder eine ganze Nacht damit verbracht habe, über meine Zukunftsaussichten nachzudenken, muss ich einfach irgendetwas schreiben und hoffe, ihr habt Ideen oder Erfahrungen.
    Die Nacht ist keine gute Zeit für's Plänemachen.
    Nachts wird Serotonin in "Schlafhormon" umgebaut und dadurch kommt es zu einer Art "nächtlicher Depri-Phase". Daher sind die Sorgen und Nöte Nachts so riesig und unüberwindbar, am nächsten Morgen sieht das dann schon ganz anders aus.

    Das habe ich aus einem Beitrag über Schlafprobleme mitgenommen. Ich kann nicht mehr sagen woher das kommt, aber da das zu meinem eigenen Erleben passt erscheint mir das sehr schlüssig. Seither habe ich Nachts das Mantra "Die Gedanken sind wegen der Nacht-Depri so schlimm, morgen sieht das ganz anders aus". Und manchmal funktioniert das auch.

    Der sicherste Weg nicht zu schlafen ist es seine Sorgen zu durchdenken. Wobei es natürlich nicht leicht ist diese Gedanken abends abzuschalten.

    Ist es beim Marathon den wirklich wichtig im ersten drittel zu sein? Ist es nicht schon ein riesiger Erfolg das Ziel überhaupt zu erreichen?

  6. #6
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Aussichten

    Danke für die Antworten.

    Wie in einem anderen Beitrag methaphorisch beschrieben: Niemand würde ein Auto behalten, das man nur schieben muss und welches ansonsten nur in der Werkstatt steht. Ich weiß, dass diese Analogie die Meisten reflexartig ablehnen aber das hilft mir nicht. Suizid habe ich nicht vor aber ich möchte, dass diese Analogie ernst genommen nach wenigstens 5 sekündigem Darüber-Nachdenken sachlich und angemessen ausführlich beantwortet wird. Das macht bisher niemand; nichteinmal meine Therapeuten.

    Die Frage ist, was ist das Ziel. Und um ein Ziel zu definieren, muss ich meine Möglichkeiten kennen. Macht es also wirklich Sinn, Wissenschaftler werden zu wollen? Oder sollte ich mir langsam eingestehen, dass dieses "Ziel" aus meinen bisherigen Erfahrungen, mich nicht auf das Studium konzentrieren zu können und im "1. Arbeitsmarkt" annähernd arbeitsunfähig zu sein, nicht realistisch erreichen zu können.

  7. #7
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 594

    AW: Aussichten

    Frau Neuhaus sagte auf einem Seminar: Es ist erstaunlich zu was ADHSler fähig sind, wenn sie einen Entschluss gefasst haben.

    Ich glaube es macht Sinn sich auf das zu fokussieren was Dich interessiert. Wenn Dich/Uns etwas packt, dann ziehen wir das auch durch. Daher ist nicht die Frage ob Du Wissenschaftler werden willst sondern vielmehr: Was willst du den erforschen/entwickeln? Wenn es etwas gibt das dich brennend interessiert, dann wirst du das auch erreichen können, besonders wenn du jetzt über deine Fallstricke bescheid weisst.

    Sicherlich kennst du das "Traumwunder-Experiment".
    Wenn über Nacht alle Wunder geschehen, wie wäre Dein nächster Tag im Detail. Das ist zwar auch etwas platt, aber es kann helfen zu erkennen wohin der Weg führen könnte.

    Wenn man sich an den Möglichkeiten orientiert besteht für mich die Gefahr das man immer wieder die gleichen Strassen befährt und nicht daran denkt das man auch mal über den Rasen oder durch eine Mauer fahren muss um ein besseres Ziel zu erreichen.

    Daher ist für mich wichtiger über Ziele nachzudenken und DANN den Weg dahin mit der Realität abzuklären. Oder zu sehen wo man sich Hilfe für einzelne Schritte holen muss.

    Das Ziel muss dann aber auch konkret sein, also nicht Wissenschaftler, sondern "Wissenschaftler über die Biologie von Pilzen".

  8. #8
    Muh!

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    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.842

    AW: Aussichten

    mad-ness schreibt:
    Die Frage ist, was ist das Ziel. Und um ein Ziel zu definieren, muss ich meine Möglichkeiten kennen. Macht es also wirklich Sinn, Wissenschaftler werden zu wollen?
    Ich war Wissenschaftler und bin es jetzt nicht mehr. Ich habe Fehle gemacht, die mich als Wissenschaftler unattraktiv machten. Es wäre mit einer höheren Kraftanstrengung trotzdem möglich gewesen.

    Hier meine letzten Versuche, ein Biologe zu sein:

    https://adhs-chaoten.net/tageba-cher...tml#post712302

    Aber damit konnte ich mein Ziel, eine 4Zimmer-Wohnung, nicht erreichen.

  9. #9
    Fühlt sich hier wohl

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    Forum-Beiträge: 594

    AW: Aussichten

    Ich habe Fehle gemacht, die mich als Wissenschaftler unattraktiv machten. Es wäre mit einer höheren Kraftanstrengung trotzdem möglich gewesen.
    Hast Du die Fehler gemacht als Du von deinem ADHS wusstest?
    Oder ist es vielleicht denkbar das man da mit individueller Unterstützung/Training heute besser damit umgehen könnte? Jetzt wo Du über "Dein" ADHS besser Bescheid weisst?

    Ich denke aber auch das Wissenschaft heute nicht unbedingt ein leichtes Feld ist um damit ein gutes Einkommen zu sichern. Aber welcher Beruf ist heute schon sicher und einträglich?
    Ich erlebe gerade das der Sohn von Bekannten nach erfolgreichem Studium (Umwelttechnik) keine Anstellung findet, und der ist nicht Betroffen.

  10. #10
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.179

    AW: Aussichten

    mad-ness schreibt:
    Danke für die Antworten.
    ...........Ich möchte, dass diese Analogie ernst genommen nach wenigstens 5 sekündigem Darüber-Nachdenken sachlich und angemessen ausführlich beantwortet wird. Das macht bisher niemand; nichteinmal meine Therapeuten.......

    Die Frage ist, was ist das Ziel. Und um ein Ziel zu definieren, muss ich meine Möglichkeiten kennen. Macht es also wirklich Sinn, Wissenschaftler werden zu wollen? Oder sollte ich mir langsam eingestehen, dass dieses "Ziel" aus meinen bisherigen Erfahrungen, mich nicht auf das Studium konzentrieren zu können und im "1. Arbeitsmarkt" annähernd arbeitsunfähig zu sein, nicht realistisch erreichen zu können.

    Hallo mad-ness,

    verlangst du nicht ein bisschen viel von uns?

    Ich habe deine bisherigen zehn Beiträge durchgelesen und kann mir kein Bild machen, wie du lebst.

    Eines meiner Kinder hat es von der 7. Klasse Hauptschule an die Uni geschafft und steht kurz davor, den Master zu erreichen. Viele Umwege, aber ein unbändiger Wille.

    Gegen die Depression hilft (den Problemen davon-) Laufen, ein Hund und hochdosiertes VitaminD3 - bei meiner Tochter.

    In einem anderen Thread wurden dir auch schon Hinweise gegeben, was die Medikation betrifft.

    Werd mal dein eigener Therapeut! Statt mind. Zwei zu beschäftigen.

    Einer meiner Brüder hat mit 26 die Lust am Leben und es selbst fast verloren und ist nach einigen Jahren der Irrfahrt am anderen Ende der Welt gelandet, wo er 20 Jahre später noch mal exakt das gleiche Fach studierte. "Richtig glücklich bin ich nur selten, aber mit zunehmenden Alter wird es besser," sagte er mir mal.

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