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Diskutiere im Thema Eigenverdacht auf AD(H)S im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 2

    Eigenverdacht auf AD(H)S

    Hallo zusammen,

    wie schon der Titel erkennen lässt, habe ich bei mir den Verdacht auf ADS.

    Von meiner Mutter wird mein Verhalten in der frühen Kindheit (bis etwa 6 / 7 Jahre) so beschrieben:
    Extrem anstrengend, aber fröhlich.

    Man kann mein Verhalten während der Kindheit wohl durchaus als extrem aktiv beschreiben. Diese "Hyperaktivität" hat sich im Laufe der Jahre herausgewachsen.
    Ich denke, ich habe gelernt meine im Grundschulalter noch stark ausgeprägte Impulsivität zu beherrschen. Gleichwohl verspüre ich oft, gerade in (emotionalen) Stresssituationen eine starke innere Unruhe. Vor allem hektische Menschen stecken mich schnell an. In ruhigem Umfeld fällt es mir hingegen nicht schwer zu entspannen und gerade auf Dinge, die mich interessieren, kann ich mich sehr gut fokussieren.

    Zu meiner Person: Ich bin gerade 30 geworden und männlich. Gebürtig komme ich aus Schweden, lebe allerdings seit dem 7ten Lebensjahr in Deutschland.

    Zwar war ich damals auf der weiterführenden Schule (Gesamtschule) auch durchaus auffällig (Schusseligkeit, Vergesslichkeit, Spitzname von meinem Klassenlehrer: "zerstreuter Professor"), doch die Noten passten immer (Notenschnitt zwischen 2,0 - 2,5) und ich kam ohne größere Anstrengung im Schon-Gang in die Oberstufe...
    Die Oberstufe war dann nicht mehr ganz so einfach "nebenbei" zu handeln, aber auch hier reichte es letztlich für ein Abi mit 3,0 im Schnitt.

    das erste Mal so richtig ins Kämpfen (von den Ergebnissen her) kam ich mit dem Beginn meines ersten Studiums (Informatik).
    Verpasste Vorlesungen (vor allem die morgendlichen) und mangelnde Selbstdisziplin (sowie Organisation) machten es mir unmöglich das Studium zu Ende zu führen.
    Nach Abbruch, etwas Pause und zwischenzeitlichem "Jobben" begann ich dann einen neuen Anlauf im Studiengang Elektrotechnik, aber auch in diesem Studiengang zeichnete sich wieder das gleiche Muster ab. Abbruch nach 1 Semester.

    Nachdem ich den dritten Studiengang (Business Administration) auch (immerhin erst zu Beginn des 4ten Semesters) abgebrochen hatte, entschied ich mich für eine Ausbildung.

    Damit wäre ich am aktuellen Ausgangspunkt.

    Inzwischen arbeite ich innerhalb der IT bei einem der größten Versicherer weltweit. Die Ausbildung habe ich letztes Jahr als Jahrgangsbester absolviert.
    Das hört sich soweit toll an, doch ich habe arge Probleme im täglichen Berufsleben.

    Die Probleme beginnen damit, dass ich mit den Leuten aus meiner Abteilung (die Großteils getreu dem Motto "DnV" arbeiten) eher weniger gut zurecht komme.
    Es handelt sich um extrem prozessorientierte Menschen, die eher wenig für kreatives Arbeiten übrig haben. Das Klischee vom Versicherungsangestellten bestätigt sich mir täglich.

    Hinzu kommt mein schon immer großes Problem mit Selbstorganisation. Ich vergesse häufig Dinge und es fällt mir extrem schwer mich längere Zeit auf ein Gespräch zu konzentrieren, wenn der Inhalt komplex ist und ich darüber hinaus wenig Begeisterung für das Thema übrig habe.

    Wenn ich mit Kollegen spreche, erwische ich mich häufig dabei, wie mir Gedanken quer schießen und ich mich frage, wo jetzt der Zusammenhang zum ursprünglichen Thema besteht. Das alles führt natürlich zu Konflikten. Bisher war ich in der Lage mein "Handikap" durch Intelligenz auszugleichen.
    Jetzt bin ich an einen Punkt gekommen, an dem ich das nicht mehr so einfach hinbekomme.

    Mein Zeitvertrag läuft in einem Jahr aus und man hat mir mitgeteilt, dass man den Vertrag nicht verlängern möchte (zumindest nicht meine aktuelle Vorgesetzte).
    Ich schaue mich intern nach alternativen um und habe auch ein paar vielversprechende Ansätze, doch das Grundproblem wird dadurch nicht beseitigt.
    Leider scheint es sehr schwer sein, einen kurzfristigen Termin zur Diagnostik zu erhalten. Meine Anfrage bei der Uniklinik Köln ergab eine Wartezeit von 9 Monaten!

    Die aktuelle Situation nagt sehr an mir. Meine Stimmung ist sehr wechselhaft: Mal gut, mal depressiv.

    Hat jemand bereits ein ähnliches Schicksal durchlebt?
    Über Ratschläge bin ich sehr dankbar.

    LG

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 229

    AW: Eigenverdacht auf AD(H)S

    Lieber scholomolo,

    eine Wartezeit von 6 bis 9 Monaten auf einen Termin zur Diagnose
    ist leider durchaus normal.
    Es können auch Neurologen ADS diagnostizieren.
    Da wartest du dann aber fast genauso lange auf einen Termin.

    Wenn du dich hier vorgestellt hast, die dazu gehörenden Beiträge
    geschrieben hast, dann kannst du direkt von uns hier angeschrieben
    werden...und ich könnte dir in Bonn einen Neurologen bekannt geben.
    "Empfehlen" ist wohl nicht erlaubt, musst du selbst heraus finden,
    ob das was für dich ist...
    Aber du kannst dann auch direkt meine Beiträge ansehen,
    die alle irgendwie "aufbauend" gedacht sind.

    Es gibt auch einige kleinere Tricks,
    die das Abschweifen bei monotonen Gesprächen/Stimmen
    unterbrechen können: halte deinen Schlüsselbund unter dem Tisch
    in der Hand un piekse dir die Schlüsselspitzen in die Handinnenfläche...
    wenn du merkst, du "schläfst ein" oder du "driftest weg"...
    Das bringt dich gleich wieder zu dir und in den Raum,
    Zuhören musst du dann aber wieder mit dem "eigenen Willen".

    Medikamente bewirken nur, dass du wacher, aufmerksamer und
    durchhaltefähiger wirst, aber sie zaubern die ADS-Symptome nicht weg.
    Du kannst damit Hilfs-Techniken erlernen und erarbeiten und auch Vieles
    besser umsetzen, aber du wirst dein ADS nicht los indem du einfach
    eine Pille schluckst...das geht leider nicht...

    seid nett zu euch selbst
    Liebe Grüße
    finckla

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 265

    AW: Eigenverdacht auf AD(H)S

    Menschen mit ADHS – Psychotherapeutische Praxis für Menschen mit ADHS das kostet dort zwar Geld, aber einen Termin zur Diagnostik bekommst du dort innerhalb von 1 Monat. Die Versorgungssituation für Diagnostik und Therapie von ADHS ist mittlerweile so weit rationiert worden, dass das immer mehr über Selbstzahlung läuft.

  4. #4
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 389

    AW: Eigenverdacht auf AD(H)S

    Ich denke es hängt sehr davon ab wo man sucht.
    Ich würde da (mal wieder) auf ADHS Institutsambulanzen hinweisen wie sie in HH Ochsenzoll oder der Ameos Klink in Lübeck angeboten werden. Mit Uni-Kliniken haben ich selbst weniger gute Erfahrungen gemacht, das hängt aber natürlich immer vom Personal ab.

    Das eine ist die Diagnose, das ist schon nicht leicht, aber Therapie ist dann noch mal schwerer zu bekommen.
    Es kann sich auch lohnen mal in eine Selbsthilfegruppe zu gehen und dort mit den Leuten zu sprechen. Die haben in der Regel Erfahrungen mit Ärzten und Therapeuten in der Gegend.


    LG
    denker23

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.651

    AW: Eigenverdacht auf AD(H)S

    Nightshadow schreibt:
    Die Versorgungssituation für Diagnostik und Therapie von ADHS ist mittlerweile so weit rationiert worden, dass das immer mehr über Selbstzahlung läuft.
    Mittlerweile reduziert? Wann war denn das besser? Vor 10 Jahren gab es doch noch viel weniger Ärzte und Ambulanzen (aber auch weniger Ratsuchende).

    Ja, eine Wartezeit von 9 Monaten ist normal. Aber ich würde an deiner Stelle den Radius erweitern, also von Köln bis Ruhrgebiet/Münster/Siegen/Trier/Rhein-Main und in diesem Umkreis Ambulanzen oder Fachärzte anrufen.

    Aber auf keinen Fall irgendwelche Fachärzte, sondern welche die von anderen Betroffenen (Selbsthilfegruppen, auch welche für Eltern von ADHS-Kindern kontaktieren!) empfohlen werden oder wenigstens auf ihrer Webseite ausdrücklich schreiben, dass sie ADHS diagnostizieren und behandeln. Manche nehmen Geld, das ist aber auch schon immer so. Da du jedenfalls zur Zeit ein Einkommen hast, dürfte das nicht so das Problem sein bzw. sich mittelfristig mehrfach bezahlt machen.

    Alles Gute!

    Und: Herzlich willkommen!

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 2

    AW: Eigenverdacht auf AD(H)S

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für eure bisherigen Beiträge!

    Wenn es gegen Bares ggf. schneller möglich ist, an einen Termin zu kommen, ist das vielleicht eine Alternative...
    Über welchen Betrag sprechen wir denn hier?


    LG

  7. #7
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 543

    AW: Eigenverdacht auf AD(H)S

    Hallo scholomolo,

    ein herzliches Willkommen auch von mir!

    Was du über dich schreibst, kommt mir sehr, sehr bekannt vor! Ich denke auch, du solltest es unbedingt abklären lassen bei einem Psychiater/Neurologen, der auf ADHS im Erwachsenalter spezialisiert ist.

    Ich bin nämlich derzeit in der Abklärung und ich habe nach dem 2. Termin nun die Verdachtsdiagnose auf ein ganz eindeutiges ADHS (Mischtyp). Ich muss nun noch zum pc-gestützten Aufmerksamkeitstest, um die Diagnose abzusichern. Ich muss mich nur mit 65 € an dem Aufmerksamkeitstest beteiligen. Der Rest wurde bei mir über die Kasse abgerechnet.

    LG,
    Hyper

  8. #8
    Hallo @ all

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 66
    Forum-Beiträge: 98

    AW: Eigenverdacht auf AD(H)S

    Mir gehts genauso, so langsam wird mir klar, warum ich trotz Grenze zur Hochbegabung (lt Intelligenztest) in meinem nun schon sehr langen Leben immer wieder versagt habe....

    Bei mir ists nun zu spät und ich mag auch nimmer was ändern mit fast 70. Aber due bist erst 30 - gehe dem nach und gib bitte nicht auf, bis du Gewissheit hast!

    Denn das entscheidet uU über dein weiteres Leben.

    Ich wünsche dir echt alles Gute!

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