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Diskutiere im Thema Suche nach 'objektiven' Hinweisen in der Kindheit im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 13

    Suche nach 'objektiven' Hinweisen in der Kindheit

    Hallo ihr Lieben!
    Ich habe Mitte September einen Termin in einer sehr guten psychiatrischen Praxis bekommen und werde mich noch einmal auf ADHS testen lassen.

    Da bei meiner letzten Testung meine Kindheit nicht weiter beleuchtet wurde, mache ich mir gerade im Vorfeld darüber Gedanken. Es wird wahrscheinlich nicht leicht Beweise für eine ads-symptomatik zu finden.

    Mein Bruder und meine Mutter haben beide eine LRS (und meiner Meinung nach, steckt bei beiden ein ADHS dahinter). Und weil meine Mutter so eine schlechte Schulerfahrung machen musste, hat sie ihre ganze Liebe dafür aufgebracht, dass sich das bei mir nicht wiederholt.
    Bis zu 6. Klasse hatte sie das auch geschafft. Bis dahin habe ich super Zeugnisse. Und besonders im Fach Deutsch, habe ich immer herausragende Leistungen erbracht. Aber ich war und bin auch ein richtiger Bücherwurm. Und meine Leidenschaft und mein Interesse für Literatur ist wohl meine einzige Konstante in meinem Lebenslauf.

    In meinen Zeugnissen kann man nachlesen, dass die Lehrer mich geliebt haben. Ich war ruhig, verträumt aber immer sehr interessiert am Unterrichtsstoff und war bei Aufsätzen kaum zu bremsen. Immer wieder wurde betont, dass ich einen ausgleichenden Charakter habe. Sympathisch und mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn ausgestattet.
    Schule hat mir wirklich Spaß gemacht.
    Allerdings waren meine Mitschüler zum großen Teil sehr problematisch und teilweise auch sehr aggressiv. Es wurde sich viel geprügelt und sogar mit Stühlen nach den Lehrern geworfen.
    Und ich war sehr lange überangepasst.

    In meinen grundschulzeugnissen ist also eher nicht so viel zu finden. Auf dem Gymnasium stürzten meine Leistungen rapide Berg ab. Meine Beliebtheit blieb allerdings. In der 9. Klasse bin ich dann sitzen geblieben und habe die Schule gewechselt. Und in diesem Zeugnis haben sie reingeschrieben: Lisa-Marie könnte dieses Schuljahr leider trotz guter intellektueller Fähigkeiten nicht bestehen.

    In der 3. Klasse bekam ich regelmäßig 'panikattacken'. Jedenfalls nannenten die Ärzte im Krankenhaus das so. Die Begründung der Psychologin war, ich sei halt ein hochsensibles Kind. Weitere Maßnahmen, um mir zu helfen, wurden nicht weiter ergriffen. (Außer, dass mir mein Vater meine Bücher wegnahm. Da er meinte, sie seien nicht gut für mich)

    So. Und jetzt zum eigentlichen Punkt auf den ich hinaus wollte

    Nach meiner Geburt wurde ich mit Medikamenten behandelt von dem ich schwerhörig werden konnte. Deshalb wurde meine Gehör sehr engmaschig getestet. Aber die tests vielen immer positiv aus. Nie gab es irgendwelche Auffälligkeiten.
    Allerdings fing ich ziemlich spät an zu sprechen und sprach dann sehr undeutlich. Der damalige Kinderarzt meinte dann, dass ich wohl nicht richtig hören könne, weil ich noch Fruchtwasser in den Ohren hätte.
    Ich ging dann zur Logopädin und die hat mit mir sprechen geübt.

    Sprachentwicklungstörungen und Angststörungen in der Kindheit können Hinweise auf eine ADHS Symptomatik liefern. Oder?

    Ich stelle mir nun die Frage, ob meine anfänglichen Sprachschwierigkeiten fehlinterpretiert wurden oder ob ich da gerade auf Biegen und Brechen nach 'objektiven' beweisen suche.
    Ich hab einfach nur Angst, dass meine Probleme schon wieder fehlinterpretiert werden. Und mir wieder eine Persönlichkeitsstörung 'aufgedrückt' wird.

    Jetzt interessiert mich eure Meinung dazu.

  2. #2
    Träumerchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 370

    AW: Suche nach 'objektiven' Hinweisen in der Kindheit

    Lima schreibt:
    Hallo ihr Lieben!
    Ich habe Mitte September einen Termin in einer sehr guten psychiatrischen Praxis bekommen und werde mich noch einmal auf ADHS testen lassen.

    Da bei meiner letzten Testung meine Kindheit nicht weiter beleuchtet wurde, mache ich mir gerade im Vorfeld darüber Gedanken. Es wird wahrscheinlich nicht leicht Beweise für eine ads-symptomatik zu finden.

    Mein Bruder und meine Mutter haben beide eine LRS (und meiner Meinung nach, steckt bei beiden ein ADHS dahinter). Und weil meine Mutter so eine schlechte Schulerfahrung machen musste, hat sie ihre ganze Liebe dafür aufgebracht, dass sich das bei mir nicht wiederholt.
    Bis zu 6. Klasse hatte sie das auch geschafft. Bis dahin habe ich super Zeugnisse. Und besonders im Fach Deutsch, habe ich immer herausragende Leistungen erbracht. Aber ich war und bin auch ein richtiger Bücherwurm. Und meine Leidenschaft und mein Interesse für Literatur ist wohl meine einzige Konstante in meinem Lebenslauf.

    In meinen Zeugnissen kann man nachlesen, dass die Lehrer mich geliebt haben. Ich war ruhig, verträumt aber immer sehr interessiert am Unterrichtsstoff und war bei Aufsätzen kaum zu bremsen. Immer wieder wurde betont, dass ich einen ausgleichenden Charakter habe. Sympathisch und mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn ausgestattet.
    Schule hat mir wirklich Spaß gemacht.
    Allerdings waren meine Mitschüler zum großen Teil sehr problematisch und teilweise auch sehr aggressiv. Es wurde sich viel geprügelt und sogar mit Stühlen nach den Lehrern geworfen.
    Und ich war sehr lange überangepasst.

    In meinen grundschulzeugnissen ist also eher nicht so viel zu finden. Auf dem Gymnasium stürzten meine Leistungen rapide Berg ab. Meine Beliebtheit blieb allerdings. In der 9. Klasse bin ich dann sitzen geblieben und habe die Schule gewechselt. Und in diesem Zeugnis haben sie reingeschrieben: Lisa-Marie könnte dieses Schuljahr leider trotz guter intellektueller Fähigkeiten nicht bestehen.

    In der 3. Klasse bekam ich regelmäßig 'panikattacken'. Jedenfalls nannenten die Ärzte im Krankenhaus das so. Die Begründung der Psychologin war, ich sei halt ein hochsensibles Kind. Weitere Maßnahmen, um mir zu helfen, wurden nicht weiter ergriffen. (Außer, dass mir mein Vater meine Bücher wegnahm. Da er meinte, sie seien nicht gut für mich)

    So. Und jetzt zum eigentlichen Punkt auf den ich hinaus wollte

    Nach meiner Geburt wurde ich mit Medikamenten behandelt von dem ich schwerhörig werden konnte. Deshalb wurde meine Gehör sehr engmaschig getestet. Aber die tests vielen immer positiv aus. Nie gab es irgendwelche Auffälligkeiten.
    Allerdings fing ich ziemlich spät an zu sprechen und sprach dann sehr undeutlich. Der damalige Kinderarzt meinte dann, dass ich wohl nicht richtig hören könne, weil ich noch Fruchtwasser in den Ohren hätte.
    Ich ging dann zur Logopädin und die hat mit mir sprechen geübt.

    Sprachentwicklungstörungen und Angststörungen in der Kindheit können Hinweise auf eine ADHS Symptomatik liefern. Oder?

    Ich stelle mir nun die Frage, ob meine anfänglichen Sprachschwierigkeiten fehlinterpretiert wurden oder ob ich da gerade auf Biegen und Brechen nach 'objektiven' beweisen suche.
    Ich hab einfach nur Angst, dass meine Probleme schon wieder fehlinterpretiert werden. Und mir wieder eine Persönlichkeitsstörung 'aufgedrückt' wird.

    Jetzt interessiert mich eure Meinung dazu.

    Hey,

    so wie sich das anhört bis du dir ja schon fast sicher das du AD(H)S haben sollst. (nicht böse gemeint)

    Wenn du dich speziell auf AD(H)S testen lassen möchtest würde ich das schon vorab sagen wenn du dort ein Termin machst.
    Ich habe damals einen Termin per E-Mail vereinbart und in der E-Mail auch gesagt das ich gerne eine AD(H)S Test machen würde. (habe das per E-Mail gemacht da ich mich nicht traute anzurufen )
    Innerhalb von 2 Tagen habe ich dann eine Antwort bekommen, dass ich alle falls schon Unterlagen bestehen mitbringen soll und meine Grundschulzeugnisse.
    Gleichzeitig standen noch 2 verschiedene Termine bei wo ich mir einen von aussuchen sollte. Dieser war dann innerhalb von 4 Monaten.

    Eine Sprachentwicklungstörung kann entstehen wenn man ein schlechtes gehör hat. Aber wenn ich das richtig jetzt verstanden haben, dann waren die Tests wegen deinem Gehör immer Positiv als keine hör Probleme.

    Sprachentwicklungstörungen und Angststörungen in der Kindheit könnten Hinweise auf eine ADHS Symptomatik liefern.

    Was noch interessant für dein Arzt sein könnte, sind diese Panikattacken die du in der 3. Klasse hattest. Die würde ich aufjedenfall erwähnen. Vielleicht hast du ja auch noch Unterlagen von dem Krankenhausbesuch. Wäre vielleicht vorteilhaft.

    Ansonsten wenn in der Kindheit kein AD(H)S vorliegt und das erst in der 9. Klasse entstanden ist ist das für den Arzt schwierig eine richtige Diagnose zu stellen .
    Denn eine AD(H)S muss schon in der Kindheit bestanden haben, sowas kommt nicht von heute auf morgen.

    Aber ich bin auch kein Arzt ich kann nur das sagen was ich so an eigene Erfahrungen gemacht habe und was ich so gelesen habe.
    Jeder Arzt stellt seine Diagnose anders.

    Ich hoffe für dich, dass du ein für dich positives Ergebnis bekommst, auch wenn es kein AD(H)S sein sollte.

    Alles Gute weiterhin


    Mit freundlichen Grüßen

    Marci
    Geändert von 90marci90 (29.08.2017 um 11:30 Uhr)

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 24
    Forum-Beiträge: 126

    AW: Suche nach 'objektiven' Hinweisen in der Kindheit

    hi

    also über sprachentwicklung weiß ich nix,
    aber deine schulzeit/zeugnisse erinnern mich ziemlich an mich. verträumt und sehr sensibel können ja durchaus hinweise auf ad(h)s sein.
    also das war/ bin ich jedenfalls auch und das wird ja durchaus mit ads in verbindung gebracht.
    probleme in der schule (also hinsichtlich der noten) hatte ich erst in der oberstue, vorher waren meine zeugnisse auch immer gut.
    ich hatte halt schon immer so ne innere unruhe, aber das hat nur meine familie bemerkt, in der schule niemand.
    zeugnisse sind da nich so unbedingt ausschlaggebend
    ok ich hoffe das war jetzt irgendwie sinnvoll.

    liebe Grüße

  4. #4
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 385

    AW: Suche nach 'objektiven' Hinweisen in der Kindheit

    Verträumt und sensibel...
    Hört sich für mich nach ADS, also Träumerchen an.
    Würde ich mir noch keine Gedanken machen, das könnte schon genügen. Und wenn es nicht reichen sollte, dann kannst du nach dem Test immer noch fragen was sie haben wollen.
    Es ist je keine Prüfung für die man nur einen Anlauf hat. Wenn die anderen Kriterien erfüllt sind, dann kann man sicherlich das fehlende noch nachreichen.

    LG
    denker23

  5. #5
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 73

    AW: Suche nach 'objektiven' Hinweisen in der Kindheit

    Hallo Lima,

    auch wenn ich dich gerne auffordern möchte offen dafür zu bleiben, dass du möglicherweise kein ADHS hast, möchte ich dich doch auch ermutigen dran zu bleiben. Verträumt und sensibel... bin ich auch! Gute Schulzeugnisse... habe ich auch! Schlechtere Schulzegnisse im Teenie-Alter... habe ich auch! Großer Gerechtigkeitsinn, yupp! Ich war bei Erwachsenen immer beliebt, hatte nie Schwierigkeiten mit Mitschülern, wurde nie gemobbt o.Ä., habe auch (später) ein Studium bestanden. Ich bin ein eher gut strukturierter Mensch, ordentlich usw.

    Das einzige "objektive" aus meiner Kindheit, sind Schlafstörungen (hat nur niemand mitbekommen ausser ich), wenige Freunde (ich hatte immer eine(!) beste Freundin, der Rest war mir egal), ich war schüchtern und zurückhaltend, und auch gerne alleine. Ich habe Fingernägel gekaut (einziger Hinweis auf innere Unruhe). Im Unterricht habe ich selten zugehört, ist aber niemandem aufgefallen, weil ich soweit dem Unterricht folgen konnte um zumindest zu wissen was gerade um mich rum so passiert oder worum es geht. Da ich nicht "dumm" bin, konnte ich auch fast alle Fragen beantworten.
    Dass meine frühere Schüchternheit mit sozialen Ängsten zu tun hat, wurde mir erst sehr viel später klar.

    "Typische" ADS-Symptome sucht man bei mir eher vergeblich. Ich war bei zwei Psychiatern, die erste Psychiaterin war noch recht unerfahren und meinte mein Fall sei nicht eindeutig. Meinen zweiten Termin bei ihr habe ich gar nicht erst wahrgenommen. Mein zweiter/jetziger Psychiater hat viel Erfahrung, hat mir von Anfang an die richtigen Fragen gestellt, und ich habe mich zum ersten mal in meinem Leben(!) von jemandem "verstanden" gefühlt. Er war sich meiner Diagnose ziemlich schnell sicher.

    Hol dir ruhig mehrere professionelle Meinungen ein bevor du dir deine eigene bildest! Psychiater sind auch nur Menschen.

    Gruß
    MyName

  6. #6
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 13

    AW: Suche nach 'objektiven' Hinweisen in der Kindheit

    Vielen Dank für eure Antworten.

    @90marci90: die Praxis weiß Bescheid, dass ich unter anderem eine ADS Testung möchte. Und ich hatte in der Kindheit ADS Symptome, allerdings wurden diese von vielen Umständen aufgefangen und gemildert. Je älter ich wurde, je mehr ich selbstständig werden musste, desto mehr wurden diese Eigenschaften auch zu einem handfesten Problem.

    Meine Schulprobleme fingen in der 6. Klasse an. Und mit 15 war ich dann so verzweifelt und überfordert, dass ich mit Depressionen darauf reagierte.

    Und vor 7 Jahren wurde mir schon einmal ADS attestiert. Aber in den letzten Jahren ist viel passiert. Ich wurde zwei Mal stationär behandelt. Und das Ergebnis war dann bipolare Störung ll und Charakterneurose mit emotional instabilen und dependente Anteilen.
    Die Ärzte haben sich wirklich viel Mühe bei der Aufklärung meiner Probleme gegeben. Aber letzteres war wohl doch eine Verlegenheitsdiagnose.
    Meine Erfahrung lehrt mich da, dass Psychiater und Psychologen sich manchmal auf eine bestimmte Thematik einschießen. Dann stecke ich in dieser Schublade und alles was ich ihnen erzähle, wird dann so interpretiert, dass es zur Diagnose passen muss.
    Und das macht mich einfach nervös.
    Ich will das Ding endlich aufklären. Wenn es so weiter geht, bleibt bald nicht mehr so viel übrig für mich. Und das wäre schade, weil ich weiß, dass ich viel Potenzial habe aber mir fehlen die Möglichkeiten dieses anzuzapfen.

    Es geht mir auch mittlerweile nicht darum, dass eine Diagnose oder Krankheitsbild zu 100% eindeutig passen muss. Aber ich brauche die richtige Behandlung. Und die habe ich bisher noch nicht gefunden oder erhalten.

    Aber es beruhigt mich sehr zu lesen, dass gute Noten und unauffälliges Sozialverhalten in der Grundschule nicht unbedingt ADS ausschließen muss.

  7. #7
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 73

    AW: Suche nach 'objektiven' Hinweisen in der Kindheit

    Verstehe.

    Dann kann ich nur noch ergänzen, dass es Sinn macht sich einen Termin nicht bei irgendeinem Psychiater zu holen, sondern jemand der auf ADHS im Erwachsenenalter spezialisiert ist. Gibt davon nicht so viele, aber es gibt sie.

    Und den Grund hast du ja selbst schon gut erkannt: Psychiater haben so ihre Spezialgebiete und sind manchmal ein wenig "Betriebsblind" :-)

    Viel Glück auf deinem weiteren Weg!

    Gruß

  8. #8
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    AW: Suche nach 'objektiven' Hinweisen in der Kindheit

    Lima schreibt:
    In meinen Zeugnissen kann man nachlesen, dass die Lehrer mich geliebt haben. Ich war ruhig, verträumt aber immer sehr interessiert am Unterrichtsstoff und war bei Aufsätzen kaum zu bremsen.
    Stand wörtlich "kaum zu bremsen" in deinen Zeugnissen? Auch scheinbar positiv klingende Adjektive (bei mir z.B. "hat sich lebhaft am Unterricht beteiligt") könnten Hinweise sein.

    Soviel ich weiß muss bei der Diagnostik eine Fremdbeurteilung berücksichtigt werden, egal ob das die Schulzeugnisse sind oder die Aussagen eines Menschen, der dich als Kind gut gekannt hat. Das heisst, wenn in deinen Grundschulzeugnissen tatsächlich nichts zu finden ist, dann könnte möglicherweise die Fremdbeurteilung z.B. durch Mutter oder Vater oder eine andere Bezugsperson aus der Kindheit genügen. Setzt aber voraus, dass der- oder diejenige ehrliche Antworten gibt, was nicht immer gegeben ist.

    Lima schreibt:
    Sprachentwicklungstörungen und Angststörungen in der Kindheit können Hinweise auf eine ADHS Symptomatik liefern. Oder?
    Die Liste der möglichen Komorbiditäten ist lang. Ich glaube hier im Forum gibt es irgendwo so eine Liste.
    Lima schreibt:
    Jetzt interessiert mich eure Meinung dazu.
    Meine persönliche Meinung, die ich nicht wissenschaftlich belegen kann, ist: Intelligente Bücherwürmer haben vermutlich ein gutes Gespür dafür, ob sie selbst AD(H)S haben oder nicht.

  9. #9
    .

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.016

    AW: Suche nach 'objektiven' Hinweisen in der Kindheit

    Lima schreibt:
    Vielen Dank für eure Antworten.

    Es geht mir auch mittlerweile nicht darum, dass eine Diagnose oder Krankheitsbild zu 100% eindeutig passen muss. Aber ich brauche die richtige Behandlung. Und die habe ich bisher noch nicht gefunden oder erhalten.

    Aber es beruhigt mich sehr zu lesen, dass gute Noten und unauffälliges Sozialverhalten in der Grundschule nicht unbedingt ADS ausschließen muss.
    Hallo Lima,

    es heißt der goldene Weg einer ADHS Behandlung seien Medikamente und eine Therapie, also zur besten Behandlung,
    auch heißt es je früher im Alter eines Menschen beides zur Behandlung eingesetzt wird, desto größer die Chancen auf eine frühe Reduzierung der Symptome und desto früher die Möglichkeit Medikamente wieder abzusetzen und gelerntes einzusetzen.

    Die Medikamente können definitiv sehr unterstützend sein, die Behandlung (Therapie) ist aber auch nur ein Versuch der Psychologie dem ganzen gerecht zu werden.
    Die Therapie setzt sich eigentlich nur aus verschiedenen Bausteinen anderer Therapien zusammen z.B. Depression, Borderline, Bipolare und Persönlichkeitsstörung.

    Es gibt also eigentlich noch keine richtige Behandlung oder Therapie für ADHS, es geht mehr darum zu schauen, wo die persönlichen Schwierigkeiten liegen z.B. Struktur, Ablenkung, Konzentration, Ausdauer usw.
    Weiter ist es auch so, dass es ein reines ADHS im erwachsenen Alter fast nicht gibt, es kommen meist (immer) noch andere Komorbiditäten dazu, diese müssen aber nicht - im Sinne einer Folgeerkrankung ursächlich mit der Grunderkrankung zusammenhängen. Dennoch macht es definitiv Sinn diese im Vorwege zu behandeln, damit die Symptome einer ADHS überhaupt sichtbar und behandelbar werden.

    Was ist die richtige Behandlung....


    LG
    Smiley

    P.S.
    Seit Anfang diesen Jahres ist es nicht mehr zwingend erforderlich Nachweise bis ins Kindesalter (7Jahre) zu erbringen, um eine Diagnose zu stellen!
    Geändert von Smiley (29.08.2017 um 22:40 Uhr) Grund: siehe P.S

  10. #10
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 73

    AW: Suche nach 'objektiven' Hinweisen in der Kindheit

    Smiley schreibt:
    P.S.
    Seit Anfang diesen Jahres ist es nicht mehr zwingend erforderlich Nachweise bis ins Kindesalter (7Jahre) zu erbringen, um eine Diagnose zu stellen!
    Ach wirklich? Interessant. Das erklärt weshalb mein Arzt gar nicht erst nach meinen Grundschulzeugnissen gefragt hat

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