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Diskutiere im Thema AD(H)S Diagnose/ mit einer Schilddrüseneunterfunktion im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 5

    Ausrufezeichen AD(H)S Diagnose/ mit einer Schilddrüseneunterfunktion

    Guten Tag,
    ich bin relativ neu hier.
    Verzeiht mir, falls ich jetzt einen Beitrag verfasse den vielleicht schon etliche andere geschrieben haben.
    -
    Bei mir M18 wurde vor einer Woche AD(H)S diagnostiziert, ehrlich gesagt kam das ganze ziemlich schnell und überraschend.
    Ich bin auf Grund von Konzentrationsschwierigkeiten/Kopfschmerzen und sehr starken Stimmungsschwankungen zum Neurologen, habe ihm auch von meiner Angststörung berichtet, nach einem EEG und einigen Fragen, hat er mir eine Überweisung zum Psychiater gegeben- Verdacht auf Adhs.
    Die Kopfschmerzen habe ich aber schon seit dem Kindesalter, bei mir wurde schon mit 9-10 Jahren CT/MRT/EEG gemacht (was auch immer es alles gab).
    Im Netz habe ich mich natürlich schlau gemacht (Symptome, Ursachen, Diagnose). Vor 1 Monat wusste ich ehrlich gesagt noch garnicht, was ADHS genau ist.
    Als ich die Symptome aber durchgelesen habe, traf so ziemlich alles auf mich zu.
    Ich war als Kind schon immer unruhig, platze mit antworten raus- bevor jemand zu ende sprach, konnte mich nicht konzentrieren, hatte Wutausbrüche/Stimmungssschwankungen (boxte öfter als Kind schon gegen Wände und Türen), war SEHR reizbar und bin es heute noch, hatte trotzdem eine sehr soziale Ader und hatte ziemlich großes Mitgefühl für meine andere Mitmenschen.
    Hatte eine lange Zeit auch mit Erytrhophobie/Sozialer Phobie zu kämpfen und mir war es sehr unangenehm vor einer größeren Menge zu sprechen, bei Menschen die ich kannte war es leichter, hab gerne andere zum lachen gebracht.
    Zwischen 9-16 Jahren habe ich sehr viel Sport gemacht, Fussball und Boxen, da konnte ich mich immer gut auspowern, aus zeitlichen Gründen schaffe ich das heute nicht mehr.

    Symptome : Ablenkbarkeit/Konzentrationsschwierigkeiten (ich höre oft nicht zu wenn jemand mit mir redet bzw bin dann mit den Gedanken ganz wo anders)-Stimmungsschwankungen, Vergesslichkeit (Gegenstände wie Handy und Schlüssel verlege ich so gut wie täglich)- Organisationsschwierigkeiten (hab kein Zeitgefühl, gehe immer zu spät los und stresse mich dann oder zB bei Zahlungsfristen), ich lebe im Chaos (ich kann einfach kaum was weg schmeißen weil ich denke ich könnte es noch gebrauchen) und ich leide unter "Zwängen/Tics"


    **Jetzt zum eigentlichen Thema, mir wurde vor 2 Wochen ein hoher TSH (Schilddrüsenwert) festgestellt- Schilddrüseunterfunktion, die Schilddrüse hat die selben Symptome wie vieles bei ADHS, Konzentrationsschwierigkeiten, Abgeschlagen und Müde. Die war vor 1 Monat aber noch völlig okay, trotzdem frage ich mich ob diese Symptome nicht doch was, mit der Schilddrüse zu tuen haben, als mit der ADHS Diagnose. Mein Hausarzt meint aber, dass die Schilddrüse auch unter Stress ziemlich leiden kann, den ich in den letzten 4-5 Wochen auch hatte. Sie könnte sich durch die Tabletten also wieder beruhigen.

    Ist hier vielleicht jemand der eine Schilddrüsenunterfunktion UND ADHS hat ?
    Irgendeinen Rat für einen "ADHS"- Neuling ? Am schwersten zu schaffen, sind meine Probleme mit der Konzentration, da sollen jetzt wohl Tabletten mir helfen (?).
    Geändert von Ounas (28.08.2017 um 17:26 Uhr)

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 103

    AW: AD(H)S Diagnose/ mit einer Schilddrüseneunterfunktion

    Hallo Ounas,

    das eine schließt ja das andere nicht aus. Ich habe Hashimoto, also ebenfalls eine SD-Unterfunktion, aber selbst "perfekt eingestellt" blieben verschiedene Symptome, die eigentlich hätten verschwinden müssen.
    "Watte im Kopf/unkonzentriert" war eines dieser Symptome.
    Das splittete sich dann in Hashimoto, ME/CFS (Zucker kann nicht zu ATP verstoffwechselt werden) und seit letzter Woche dann auch noch ADS.

    Hattrick!

    "Medizin ist Wahrscheinlichkeits-Rechnung", hat mein neuer Hausarzt gesagt, "man hangelt sich von einer Problemstellung zur Nächsten". Dass ich also dieses Zucker-Ding habe, bedeutete nicht automatisch, dass meine Konzentrationsschwäche/-verweigerung auch daher kommt.

    Auch wenn Dir die dauernde selbst-Beobachtung etwas auf den Wecker gehen sollte: ich habe in den mittlerweile drei Jahren Odyssee durch die Behandlungszimmer dieser Welt ziemlich genau gelernt, was mir gut tut und was nicht, welcher Arzt sich einfach nur Sachen ausdenkt oder wirklich sein Handwerk versteht, und wo mein Körper sagt "Hee! Achte mal hier drauf, da läuft was nicht rund!"

    Ich wünsche Dir, dass Du ebenso kompetente Leute an Deiner Seite findest, wie ich zum Schluss das Glück hatte. Zumindest jetzt, mit 47 Jahren - ADS hatte ich wohl schon immer, aber das Zusammenspiel dieser drei Syndrome/Krankheiten hatten mich ziemlich fertig gemacht.

    Schönen Abend
    Honu

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 234

    AW: AD(H)S Diagnose/ mit einer Schilddrüseneunterfunktion

    "Watte im Kopf/unkonzentriert"...kenn ich auch

    eine sehr blöde Empfindung...
    ...geht bei mir oft einher mit:
    "schwerer Kopf, der von einer Seite zur anderen auf dem Hals kippelt"
    Kann also durchaus ADS sein, meine ich

  4. #4
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 559

    AW: AD(H)S Diagnose/ mit einer Schilddrüseneunterfunktion

    Bevor ich vor ca. 10 Jahren meine erste Psychotherapie begann, musste ich auch meine Schilddrüse untersuchen lassen. Ein Wert war nicht ganz in Ordnung. Diagnose: latente Unterfunktion. Eine solche geht ja eigentlich mit Müdigkeit, Watte im Kopf, geringer körperlicher Belastbarkeit, Verlangsamung im Denken etc., Gewichtszunahme, depressiven Verstimmungen u.ä. einher. War bei mir alles nicht der Fall, sondern genau umgedreht; ich hatte Symptome einer Überfunktion. Die Hausärztin verschrieb mir L-Tyroxin und erhöhte die Dosis alle 6-8 Wochen, weil sich der Wert nicht änderte. Als ich dann irgendwann Herzrasen bekam, 5 Mal am Tag ein Geschäft auf dem Klo erledigte und innerhalb einer Woche 3 kg abnahm, obwohl ich von Natur aus schon an der Grenze zum Untergewicht war, setzte ich es auf familiären ärztlichen Rat hin ab bzw. dosierte es langsam runter. Meine Oma, selbst Allgemeinmedizinerin, meinte von Anfang an, dass ich niemals eine SchilddrüsenUNTERfunktion habe. Ich habe die Werte dann immer mal überprüfen lassen, ein Arzt meinte zu mir, dass ich niemals hätte Leistungssport betreiben können, mit einer Unterfunktion. Der letzte Arzt, bei dem ich war, meinte zu mir, dass die Grenzen für die Werte innerhalb der Medizin höchst umstritten sind und ständig enger gezogen werden. Konsens ist aber wohl: Wenn der Patient keine Symptome hat, muss es nicht behandelt werden.

    Bis heute habe ich keinerlei Symptome einer Unterfunktion, wenn dann höchstens einer Überfunktion (= Hyperaktivität).

    Ich würde mit so etwas auch nur noch zu einem Endokrinologen gehen, dem Facharzt für Hormone.

    Meine eigene Theorie ist: wenn ich viel Stress habe, fährt sich die Drüse selbst ein wenig runter, damit ich nicht komplett am Rad drehe.

    Habe nun bald meinen 2. Termin zur ADHS-Diagnostik und werde Frau Dr. davon berichten, da die Werte ja nun sicherlich wieder kontrolliert werden müssen. Ich hoffe, ich finde die Werte von damals noch.

    Ich denke nicht, dass sich AD(H)S und eine Schilddrüsenerkrankung ausschließen. Vermutlich würde ich bei jemandem, der Symptome einer Unterfunktion hat, die zugleich wie ein ADS aussehen, dazu tendieren, erstmal die Schilddrüse zu behandeln und dann zu schauen, ob noch ADS-Symptome da sind.

    Bei mir müsste es wohl umgedreht geschehen, falls ich ADH(!)S habe. Kann mir vorstellen, wenn das H behandelt wird, kriegt sich auch meine Schilddrüse wieder ein bzw. liefert normale Werte.

    Ich berichte gern, wie es bei mir weitergeht.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 5

    AW: AD(H)S Diagnose/ mit einer Schilddrüseneunterfunktion

    Danke für diese Antwort,
    bei mir wurde vor 5 Wochen ein TSH Wert festgestellt, der leicht erhöht, aber noch normal war. (knapp 3.5).
    3 Wochen später hatte ich jedoch schon einen Wert von 7.3.
    Vor einer Woche war der Wert dann bei 9.5, das ganze verwirrt mich schon ein wenig.
    In den letzten Monaten habe ich eher abgenommen als zugenommen, Angeschlagen bin ich zwar und auch sehr Müde in letzter Zeit, aber irgendwie ist mir das ganze ein Rätsel.
    Diese ADHS Symptome waren ja vorher leider auch schon da, nur war ich verwirrt als ich gesehen habe, dass die Werte sich so schnell verändert haben.
    Nächste Woche habe ich ebenfalls einen Termin beim Endokrinologen, ich berichte ebenfalls nochmal
    Habe ich das richtig verstanden, dass Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion, keine Tabletten für ADHS nehmen dürfen ?

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 103

    AW: AD(H)S Diagnose/ mit einer Schilddrüseneunterfunktion

    Hej, Ounas

    Eine Schilddrüsen-Über- oder Unterfunktion kann verschiedene Ursachen und Schweregrade haben. Hashimoto, was ich habe, ist eine Auto-Immun-Erkrankung. Ich erhalte 75mikrogramm und beginne gerade meine ADS Einstellung, mit Methylphenidat 1A pharma. Da scheint alles in Ordnung zu sein.
    Für mich. Für Dich kann ich da natürlich keine Aussage treffen, das kann nur Dein Arzt.

    Mein TSH lag bei 10 und ich konnte kaum noch geradeaus laufen. Ich hatte aber keine Depressionen, wie viele andere; möglicherweise war mir das ADS mit der Sturheit tatsächlich eine Stütze, ein Korsett, das mich aufrecht hielt. Besser wütend als traurig. Und dicker geworden bin ich erst mit L-Thyroxin, dem üblichen Medikament. Aber ich hab auch eine Zeit wirklich reingehauen, ich koche sehr gern. Bis auf 80 kg hoch - jetzt bin ich in einem Jahr wieder runter auf 68 kg.
    Haarausfall habe ich immer noch, finde ich, aber das kann auch einfach nur meine Eitelkeit sein.

    Was nach keinem aller Medikamente - zwischendurch sogar noch etwas Kortison, wegen einer Knochenentzündung - also, was nie wegging, war mein Halsweh. Ich habe immer böse Halsweh und werde immer häufiger heiser.

    Stell Dir vor, Du wärst Musiker, DJ. Stell Dir vor, Du stehst vor einem Mischpult, und irgendein Dussel hat alle Einstellungen verstellt. Hier ein Limiter, da ein winziges Echo, dort ein low-pass-Filter. Irgendwo noch ein fieses Knattern aufmoduliert. Und ein Poti knistert.
    Dein Job: die Effekt-Anzeige ist schrott, Du musst trotzdem das ganz nackte Signal zurück mischen.
    Etwa so.

    Zum Endokrinologen klingt gut, danach vielleicht zur Radiologie, dort kannst Du Dich auch auf Hashimoto testen lassen.

    Vor allem (vielleicht daher: "nicht SD- und ADHS-Medis zusammen"), Du solltest SD-Medis bei Unterfunktion 30 Minuten vorm Frühstück oder dem ersten Kaffee einnehmen. Sonst werden sie nicht richtig wirksam, warum weiß ich jetzt nicht. Und Du solltest andererseits einige Medikamente (ich weiß ja nicht, was Du noch verordnet bekommst), nur zusammen mit einer Mahlzeit einnehmen. Sonst böse Bauchweh. Deswegen: "nicht zusammen".

    Gute Nacht
    Honu
    Geändert von Honu (29.08.2017 um 00:28 Uhr) Grund: Missverständlichkeit

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