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Diskutiere im Thema Ich bin mir unsicher mit meinen Diagnosen im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 13

    Ich bin mir unsicher mit meinen Diagnosen

    Hallo
    Ich bin momentan sehr verzweifelt und habe Probleme, die mich immer wieder einholen und die ich alleine gerade nicht in den Griff bekomme.
    Vielleicht finde ich hier ja Hilfe oder ihr habt ein paar Tipps für mich, wie ich weiter vorgehen sollte.
    Jetzt folgt ein etwas längerer Text, in dem ich versuche so knapp wie möglich mein Leben zu schildern. Zum Schluss Versuche ich meine Probleme etwas komprimierter auf den Punkt zu bringen.

    Ich war schon immer ein schüchternes, ruhiges Kind mit einer ausgeprägten Phantasie. Ich habe es sehr genossen ruhig für mich alleine zu spielen und habe mich dabei meine eigene kleine Welt erträumt. In meiner Familie wurde mein Verhalten oft als sehr zurückgezogen wahrgenommen. Mir viel es sehr schwer meine Bedürfnisse zu äußern, dadurch entstanden immer wieder Konflikte.
    Probleme Freundschaften zu schließen hatte ich eher nicht. Ich hatte zwar lange nur sehr wenige Freunde, allerdings pflegte ich zu ihnen ein sehr vertrautes Verhältnis.
    Meine Familienkonstellation ist sehr kompliziert und darunter habe ich als Kind sehr gelitten und musste oft den Wohnort wechseln.
    Ich hab mich häufig sehr alleine und missverstanden gefühlt.
    Meine Leistungen in der Schule waren bis zur Pubertät nich sehr gut.
    Mit 9 Jahren litt ich unter Panikattacken ( erinnern kann ich mich an Derealisationserleben, dass mir große Angst bereitete) und die Psychologin im Krankenhaus, sagte ich sei einfach ein hochsensibles Kind. Die Panikattacken blieben aber meine Eltern haben keine weiteren Schritte eingeleitet, um mir zu helfen.
    Schon immer habe ich meine Hobbies dauernd gewechselt. Ich könnte mich für die unterschiedlichsten Dinge begeistern, allerdings auch genauso schnell das Interesse verlieren. Mein Vater empfand mich als undiszipliniert, unergeizig, langsam und tollpatschig.
    In der Pubertät begann ich Probleme in der Schule zu bekommen. Meine Leistungen verschlechterten sich imens und ich fehlte häufig und verheimlichen dies auch vor einem Eltern. Ich brauchte längere Bedenkzeit beim Beantworten von Fragen als die anderen in meiner Klasse und es viel mir extrem schwer den Unterrichtsgesprächen zu folgen. Es lag auf keinen Fall daran, dass ich untalentiert war/bin. Die Lehrer schätzten mich und empfanden mich als eine besondere Schülerin mit musischer Begabung und Einfühlungsvermögen. Das wurde mir auch sehr deutlich mitgeteilt. Und deren Ratlosigkeit haben sie auch in meinen Zeugnissen festgehalten. Ich hatte schon als Kind ein ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, übernahm Verantwortung als Klassensprecherin und setzte mich auch so immer für meine Mitschüler/innen ein.
    Dieses kindliche Selbstvertrauen habe ich ab der 8. Klasse verloren und meine Schüchternheit übernahm die Kontrolle.
    Ich wiederholte eine Klasse und wechselte die Schule. Das Abitur habe ich gerade eben so geschafft. Mir fiel es schwer regelmäßig meine Aufgaben zu erledigen und im Unterricht zu erscheinen. Ich bin in dieser Zeit zu einem Psychiater gelaufen und habe ihm meine Probleme geschildert und dieser diagnostizierte ADS und gab mir Psychopharmaka, die meine Stimmungsschwankungen verstärkten. Also setzte ich die wieder ab und machte weiter wie zu vor.
    Nach dem Abitur zog ich weg um zu studieren. In den letzten sieben Jahren folgten einige Beziehungen, die unter anderem an meinen Gefühlsausbrüchen scheiterten. Ich wechselte sehr oft meinen Studiengang. Litt an Stimmungsschwankungen und Depressionen. Ich bin 14 Mal seit 2010 umgezogen. Und musste mich zwei Mal ein halbes Jahr in der Psychiatrie wieder erholen. Ich habe in dieser Zeit viele Diagnosen erhalten: schwere Depression, bipolare Störung ll, instabile Persönlichkeitsstörung, Bulemie, Alkohol und Cannabis Missbrauch, charakterneurose, dependente PS.... Mein letzter klinikaufenthalt ist 2 Jahre her und die dortigen Therapien haben mir zu teilen auch geholfen.
    Einige Symptome (besonders die meine Beziehungen belastet haben) konnte ich in den Griff bekommen. Sie haben viele Medis mit mir ausprobiert. Aber entweder habe ich sie körperlich nicht vertragen oder meine Gefühlswelt würde zu sehr beschnitten, dass ich mir selber fremd vorkam. Bei ein, zwei Medikamenten hat sich mein Konzentrationen verbessert. Das habe ich z.b. beim Tischtennis spielen bemerkt. Das ging ohne nie.
    Danach habe ich noch einmal ein Studium aufgenommen und versuche mich bis heute da durchzuschlagen. Allerdings arbeite ich zusätzlich auch noch 30 Stunden die Woche, weil ich mich alleine finanzieren muss. Das ist sehr viel Stress für mich und langsam dreh ich wieder durch und meine Nerven liegen blank.
    Mir fällt es sehr schwer alltägliche Aufgaben zu erledigen, dadurch habe ich Geldprobleme bekommen, bin viel umgezogen, kann meine Tagesablauf nicht in einen kontinuierlich Ablauf bringen und leide weiter unter Sprunghaftigkeit und Konzentrationsschwäche. Ich hab das Gefühl, dass ich einfach immer nur versage. Egal was ich anfange, ich ziehe es nicht durch. Und die Scham wird immer größer.

    Zusammenfassend:
    - mir fällt es schwer mich auf Dinge zu fokussieren, außer sie interessieren mich. Dann kann ich mich extrem in das Thema hineinsteigern.
    - wenn ich mich konzentrieren muss, werde ich motorisch unruhig. Das äußert sich im zwanghaften Nägelkauen oder Kratzen. Ich kann kaum einem Gespräch aufmerksam folgen andauernd, ertappe ich mich beim Träumen.
    - ich kann im Alltag, keine Struktur aufrechterhalten ( ich schaffe es nicht regelmäßig zu essen, zu schlafen Ordnung zu halten, Rechnungen bezahlen etc.)
    - Projekte/ Ausbildung etc. fange ich an aber beende sie nicht. An Ideen mangelt es nicht.
    - ich kann sehr impulsiv sein und extrem emotional werden.
    - Stimmungen von anderen Menschen überwältigen mich oft unangenehm und kann mich überhaupt nicht abgrenzen. Manchmal bin ich schon nach einer Bahnfahrt völlig erschöpft, weil so viel um mich herum passiert und mich berührt.

    Ich weiß, dass ich Hilfe brauche. Aber in meinem Kopf fliegen die Gedanken und ich weiß nicht wo ich anfangen soll. Zudem bin ich wegen meiner Diagnosen- Verlauf auch extrem verwirrt. Alles kann einfach nicht zutreffen und dieses dauernde pathologisieren geht mir auch auf die Nerven. Ich bin überzeugt, dass ich Potenzial habe. Ich schaffe es nur nicht zu entfalten.

    Ich erwarte keine ferndiagnosen von euch. Aber vielleicht kann mir jemand sagen, ob ich noch einmal hinter der ADS-diagnose her sein sollte. ADS wurde in den Kliniken nicht thematisiert, da ich da wegen der Depressionen und (teilweise) extremen Stimmungsschwankungen behandelt wurde.

  2. #2
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.426

    AW: Ich bin mir unsicher mit meinen Diagnosen

    Aus deine Schilderung, passt sehr vieles zu ADS, es lohnt sich sicher eine gute Fachperson zu finden um es abzuklären.

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 41

    AW: Ich bin mir unsicher mit meinen Diagnosen

    Kann ich mich auch drin finden, beschreibt es ziemlich genau

    MPH hilft bei mir aber nichts dagegen immer nur Milderung der Symptome

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 138

    AW: Ich bin mir unsicher mit meinen Diagnosen

    Äh naja, ADHS ist eben nicht heilbar. Die Medikamente können also nur die Symptome mildern. Insofern wirkt es dann doch bei dir?

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.649

    AW: Ich bin mir unsicher mit meinen Diagnosen

    Welche Medis hast du denn gegen die ADHS Symptome bisher bekommen?

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 41

    AW: Ich bin mir unsicher mit meinen Diagnosen

    Bisher Medikinet retard 20-20-/

    bin mir zeitweilig der wirkung nicht bewusst da kaum spürbar Existent aber ohne is noch schlimmer also verpeilt und abwesend bin ich immernoch.

    Ich funktioniere dann eben nur mache was ich soll aber wie und warum ist mir immer noch nicht bewusst.
    Bin damit wie ferngesteuert und auf Automodus.
    Geändert von Planloohs ( 4.08.2017 um 18:32 Uhr)

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 41

    AW: Ich bin mir unsicher mit meinen Diagnosen

    Aber Lima

    Das was du so beschreibst beschreibt auch deine Wesensart.

    Hatte und habe da auch noch große Probleme mich oder die Sache so zu akzeptieren wie es ist.

    Wir sind nunmal alle anders und wir hier sind nochmal besonders anders und das kann auch Angst machen wenn ich mal mein eigenes Handeln von außen betrachte erschrecke ich immer wieder von mir selbst warum ich jetzt dies oder das gemacht habe und wieso ich das gemacht habe

    Es sind nur kleine Sachen aber mein Kopf sagt mir dann junge du bist nicht normal

    Du musst dich eben lernen zu akzeptieren wie du bist

  8. #8
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 13

    AW: Ich bin mir unsicher mit meinen Diagnosen

    Der Psychiater damals meinte, die gängigen Medis würden sich nicht mit meinen Allergie Medikamenten vertragen. Ich weiß nicht mehr wie das hieß aber das war ein Antidepressivum. irgendwas mit Beta Blocker...kann das sein? Ich hab mich aber generell nicht so gut bei ihm aufgehoben gefühlt und bin nie wieder zu ihm in die Praxis gekommen...

  9. #9
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 13

    AW: Ich bin mir unsicher mit meinen Diagnosen

    @planloohs: ja, da hast du wohl Recht. Besonders die sensiblen und einfühlsamen Eigenschaften gehören zu mir, die will ich auch nicht missen. Oder auch das ich chaotisch und verträumt bin. Deshalb habe ich auch die ganzen Medikamente nicht ertragen. Besonders Lithium war furchtbar. Ich hab mich komplett in meiner Gefühlswelt beschnitten gefühlt und meine Konzentrationsschwäche wurde auch verstärkt. Aber Lithium haben sie mir ja auch gegen die bipo gegeben- an dieser Diagnose zweifel ich auch am meisten.

    Fakt ist aber, dass mir mein Leben immer wieder außer Kontrolle gerät und der leidensdruck momentan fast unerträglich wird. Alleine bekomme ich das nicht in den Griff.
    Ich bin mittlerweile 27 bin und immer noch ohne Ausbildung dastehe und mich meine Existenzängste langsam auffressen.

    Und ich weiß nicht, wo ich ansetzen soll.

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

    @mj71: ok, dann versuche ich mal welche in Berlin ausfindig zu machen. Da finde ich bestimmt auch im Forum etwas zu...

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

    @mj71: ok, dann versuche ich mal welche in Berlin ausfindig zu machen. Da finde ich bestimmt auch im Forum etwas zu...

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 1.322

    AW: Ich bin mir unsicher mit meinen Diagnosen

    Hallo Lima,

    hast du denn inzwischen einen neuen Psychiater gefunden oder bist du da noch auf der Suche?

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