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Diskutiere im Thema ADS Diagnose mit 25 im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 26
    Forum-Beiträge: 21

    ADS Diagnose mit 25

    Guten Tag ihr alle^^

    Jetzt im Ater von 25 wurde bei mir durch einen AD(H)S-Test und die überprüften Grundschulzeugnisse ADS diagnostiziert. Ich merkte schon immer das irgendetwas mit mir nicht in Ordnung war. Ich war bereits als Kleinkind ziemlich oft in Gedanken und neben der Spur, auch Angst- Panikattacken bzw Derealisation (Ich spürte mich selber nicht mehr, alles um mich herum wirkte unwirklich, wie in einem Traum) kamen beim älter werden hinzu.Hab auch unangenehme Dinge wie das Lernen ständig aufgeschoben und lieber an der heimischen Konsole gezockt, da es mir "Befriedigung" gab, nichts gegen das Zocken allerdings, es macht mir nach wie vor sehr viel Spaß.

    Die ADS Diagnose steht nun, doch ich habe auch sehr viel seit meiner Kindheit durchgemacht. Ich wuchs in schwierigen familiären Verhältnissen auf, mein Vater war Alkoholiker, meine Mutter eine psychisch instabile Person aufgrund vergangener Ereignisse. Lebte mit meiner Mutter, meinem Vater und meiner Oma in einer 40m² kleinen Wohnung, da gab es ständig Zoff, erstrecht wenn dann der Onkel und meine Tante zu Besuch kamen und das täglich. SIe schrien permanent rum, drohten mit Gewalt (beide sind seelisch krank). So war es als Kind schwierig dem Streit aus dem Wege zu gehen, da ich ja selbst lange Zeit kein eigenes Zimmer hatte.

    Zudem war die Wohngegend in der wir lebten nicht gerade freundlich und angenehm, ja sehr asozial sogar, wurde oft in Streit und Ärger verwickelt, obwohl ich es nie wollte. Ich war nie jemand der offen Streit suchte.Dementsprechend fand ich keine Freunde, lebte alleine vor mich hin, zockte, lebte als Stubenhocker und ging nur hin und wieder mit meiner Oma auf den Spielplatz, da meine Mutter arbeiten musste. Mit meinen 6 Jahren wurde mein Vater von meiner Mutter aus der Wohnung geworfen, an den Tag erinnere ich mich bis heute. So wurde aus einem einst fröhlichen kleinen Kind ein ruhigeres, verschlossenes Kind.

    Dann kam die Grundschulzeit bzw. Vorschule da der damalige Schularzt mich noch nicht für "schulreif" eingestuft hatte. So. Erste Klasse war ein Graus, ständig meckerte die Lehrerin ich sei unaufmerksam, tollpatschig, gar als dumm wurde ich betitelt. Somit sank das ohnehin schon zerrüttelte Selbstvertrauen um ein Stück tiefer. Das verbale Mobbing begann und ich wehrte mich nie aufgrund der Angst die ich damals hatte und durch die familäre Lage die parallel dazu extrem belastend war.

    So erging es mir bis zum Ende der Hauptschulzeit (auch wenn alle Lehrer sich wunderten warum ich auf so einer Schule sei, da ich ja schon immer gut mitgemacht habe und nur einsen und zweier schrieb, wenn ich mal da war), meine Noten seit der Grundschule waren eher Mittelmaß, aber ich wollte auch nie wirklich zur Schule (Gründe könnt ihr euch denken...) hatte sehr viele Fehltage und reagierte psychosomatisch mit Erbrechen und Übelkeit darauf. Mit 12 Jahren begann meine Zwangsstörung, welche da noch nicht sehr extrem ausgeprägt war, jedoch Jahr für Jahr schlimmer wurde. Waschzwang und das Zählen von Buchstaben in einer bestimmten Abfolge usw. bestimmten/bestimmen mein Leben. Es ging so weit das ich minutenlang auf meine Maus klicken musste und verschiedene Programmfenster hin und herschieben musste damit es "Sinn" ergibt und ich mich schließlich wieder beruhige.

    Mittlerweile habe ich meine Mittlere Reife mit Ø 2,0 nachgeholt, was auch hätte besser sein können da ich sehr oft neben der Spur war, aber sich vieles durch Therapie verbesserte. Es liegt nicht an der Intelligenz, sondern an meinen Emotionalen Erlebnissen, welche durchaus sehr stark belastend waren, zudem damals auch keine Freunde da waren die mich verstanden haben und meine Gedankengänge nachvollziehen konnten. Selbst meine Mutter und Oma waren damit stets überfordert mich zu verstehen.

    Meine Therapeutin und mein Neurologe vermuten, dass die Faktoren in der Kindheit das ADS gefördert haben und ich somit eine lange Leidenstrecke auf mich genommen habe.

    So das war es erstmal wieder ^^

    Wir lesen uns hoffentlich bald wieder!

    Euer ChaosChris https://adhs-chaoten.net/images/smilies/063.gif

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 134

    AW: ADS Diagnose mit 25

    Guten Abend lieber Chris!

    Und Willkommen hier im Forum!

    Du hast ja eine erschreckende Kindheit hinter dir! Du kannst unter diesen Umständen wirklich sehr stolz auf deine Mittlere Reife mit guter Note sein!

    Machst du jetzt eine Ausbildung? Oder hast du sie schon hinter dir?

    Du weißt vielleicht bereits, dass ADHS zum große Teil genetisch bedingt ist. Somit ist es wahrscheinlich, dass dein Vater daran litt (ADSler haben leider ein höheres Suchtrisiko) und vielleicht war deine Mutter auch betroffen ( vielleicht litt sie an einer Borderline Störung-emotionale instabile Persönlichkeit- die bei ADSler oft diagnostiziert wird).

    Gut, dass du selbst eine Diagnose bekommen hast. Wie sieht die Behandlung aus? Bekommst du ein Medikament? Du machst eine Verhaltenstherapie?

    Ich denke, du wirst dich hier wohl fühlen. Durch Stöbern im Forum entdeckt man, dass andere Betroffene ähnliche Erlebnisse gemacht haben und man bekommt auch gute Tipps. Ich bin sicher, du bist jetzt mit der Diagnose auf dem richtigen Weg!

  3. #3
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 26
    Forum-Beiträge: 21

    AW: ADS Diagnose mit 25

    Hallo,

    ja es war ein hartes Stück Arbeit das ganze zu verarbeiten, vor allem mit ADS.

    Zurzeit bin ich arbeitslos, habe es versäumt dieses Jahr eine Ausbildung anzufangen, werde mich für nächstes Jahr wohl bewerben müssen.

    Ob mein Vater oder meine Mutter an ADS/ADHS leiden bzw litten, kann ich jetzt nicht beurteilen, da ich zum einen meinen Vater die letzten 12 Jahre nicht gesehen habe und vor 2 Jahren erfuhr, dass er an Kehkopfkrebs verstarb. Und meine Mutter war schon immer eine nervöse, instabile Person... Sie hat auch extreme Erlebnisse in ihrer Kindheit gehabt, da meine Oma selbst lange Zeit Alkoholikerin war.

    Also ich befinde mich zurzeit in Psychotherapie (Verhaltenstherapie), aber noch mit unregelmäßigen Terminen leider, da nun ein Therapeutenwechsel ansteht, da meine ehemalige Therapeutin leider organisatorische DInge übernehmen muss.

    Sie vermutete bereits nach ein paar SItzungen, dass ich vermutlich unter ADS leiden könnte, also musste ich ebenfalls einen D2 Test durchführen, die Ergebnisse aber im guten Bereich lagen und auch zu etlichen Fragebögen bezüglich ADS/ADHS musste ich Stellung beziehen.

    Medikamente bekomme ich keine zurzeit, da mein Neurologe abwarten möchte, ob sich gewisse Probleme wie Ablenkbarkeit, emotionale Einbrüche etc. nicht durch Therapie bessern.

    Vor allem wenn etwas negatives passiert, gerate ich sehr oft ins schwanken (Beziehungsende, schlechte Noten, Stress allgemein).

    Lg euer ChaosChris

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 1.256

    AW: ADS Diagnose mit 25

    Hallo ChaosChris,

    da hast du in deiner Kindheit ja schon wirklich viel durchgemacht.

    Ich finde es gut, dass du jetzt in Psychotherapie bist, wenn diese auch zu unregelmäßigen Terminen stattfindet, aber immer noch besser wie keine Therapie.
    Schade, dass du noch keine Ausbildung machen konntest, aber ich drücke dir die Daumen, dass es bald klappt. Vielleicht hast du ja die Möglichkeit schon
    einmal vorab irgendwo ein Praktikum zu machen und wer weiß, vielleicht ergibt sich daraus dann mehr.

    LG Murmel

  5. #5
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 26
    Forum-Beiträge: 21

    AW: ADS Diagnose mit 25

    Hallo,

    Ja ich war damals quasi ständig unter Stress, begann innerlich wie abzusterben und nahm die Umwelt teilweise verträumt wahr und war depressiv.

    Ja, ich werde auf jeden Fall ein Praktikum machen oder nächstes Jahr mein Abitur nachholen.

    LG

    Euer ChaosChris

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