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Diskutiere im Thema Diagnose- wie geht's weiter? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 52

    Diagnose- wie geht's weiter?

    Hallo zusammen,
    ich habe letzte Woche meine Diagnose bekommen. Überrascht war ich nicht, aber es ist dann schon erstmal was anderes, wenn man es amtlich hat.

    Wie geht's nun weiter? Zuerstmal habe ich es ein paar Tage sacken lassen.
    dann habe ich meinem Mann ein Referat gehalten
    er war sehr ernst und sehr verständnisvoll und hat gesagt, er will sich bemühen, das alles zu verstehen.

    zu einer Behandlung mit Medikamenten hat mir meine Therapeutin nicht geraten, wegen Nebenwirkungen auf Herz und Kreislauf. Ich hatte das aber bereits selber für mich beschlossen.

    also geht's nun ran ans selbstreflektieren, Arbeit, Partnerschaft etc
    ich lese ein paar gute Bücher dazu und habe bereits erste Schritte getan.
    Allerdings wird das wohl viel Arbeit .

    was waren eure ersten Schritte nach der Diagnose ? Was hilft , was hat sich bewährt, was könnt ihr raten?

    Lieben Gruss, Alena

  2. #2
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 18

    AW: Diagnose- wie geht's weiter?

    Hallo Alena,

    da kann ich mich gut reinversetzen, meine Diagnose ist auch noch nicht lange her! Ich war erst mal froh drüber, da ich endlich eine Erklärung für viele meiner "Eigenheiten" gefunden habe, die mir vorher ein Rätsel waren. Inzwischen hat sich da etwas - Ernüchterung eingestellt. Leider musste ich feststellen, dass die Diagnose nichts daran ändert, dass andere meine "Denk- und Funktionsweise" nicht nachvollziehen oder auch nur akzeptieren können, auch wenn sie gerne wollten. So hab ich z.B. immer wieder Ärger mit meinem Chef, der mir, trotz viel Einsatz und guter Leistun, wegen meiner, sagen wir mal "umständlichen Kommunikationsweise" einfach keine Kompetenz zutraut... Da hilft dann auch keine Diagnose. Und auch für meine Freundin war es nicht immer leicht, z.B. zu verstehen, wie man sich so im Zeitmanagement verhaspeln kann, dass man 1,5 Std. zu Spät zu einer Verabredung kommt...

    Bei mir war es so, dass ich bereits vor der Diagnose wegen anderer Dinge bei einer Verhaltenstherapeutin in Behandlung war. Inzwischen weiß ich, das es sich dabei vermutlich um Comorbiditäten handelt. In meinem Fall sind das z.B. Verlust- und Versagensängste, chronische Kopfschmerzem, dadurch bedingter Medikamentenmissbrauch... Alles keine Seltenheit... Jetzt habe ich natürlich ganz neue Ansätze, und die Therapie hilft mir echt wahnsinnig weiter! Ich glaube persönlich, die Verhaltenstherapie ist die wichtigste "Säule" der ADS-Behandlung, noch vor den Medikamenten. Kann ich Dir also nur empfehlen!

    Ich hab mich dafür entschieden, es mal mit Medikamenten zu versuchen. Hauptsächlich einfach, um zu sehen, was anders ist! Und ich wollte einfach mal sehen, ob ich so vielleicht weiter komme. Im Moment bin ich noch in der Einstellung. Ob ich dauerhaft dabei bleibe, weiß ich noch nicht.

    In meinem Alltag, sowohl Privat als auch beruflich, konnte ich, auch teilweise schon vor der Diagnose, viele Probleme mit Strategien lösen. So hab ich z.B. Für meine Haushaltsaufgaben feste Termine im Kalender, zu denen das dann jeweils erledigt wird - komme was wolle! In der Arbeit ist das genau so. Alles was ich zu tun habe, bekommt einen Termin oder eine Aufgabe, und das wird jeden Tag Punkt für Punkt abgearbeitet. Nur so funktioniert das bei mir, sonst gehe ich gnadenlos unter, oft genug probiert. An unserer Tür steht eine Schale. Wenn ich nach Hause komme, kommt da alles rein: Handy, Schlüssel, Geldbörse. 1. liegt dann nichts rum, 2. muss ich nicht suchen, und 3. Komme ich dann nicht in Versuchung, mich ständig vom Handy ablenken zu lassen.

    Ich würde Dir auch raten, mal nach einer Selbsthilfegruppen in Deiner Nähe zu suchen. Persönlicher Kontakt und Austausch mit Menschen, die ähnliche Situationen erlebt haben, tut mir einfach gut!

    Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Erfolg auf Deinem Weg! Spannend wird er allemal!

    Liebe Grüße,
    Jahbah

  3. #3
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 52

    AW: Diagnose- wie geht's weiter?

    Hallo Jahbah,
    besten Dank für die ausführlichen Tipps . Ich glaube, da hast du recht , dass das Wichtigste die Verhaltenstherapie ist.
    noch reichen mir ein paar Bücher, aber auf Dauer werde ich doch fachliche Begleitung suchen.
    grundsätzlich habe ich alle paar Monate ein Gespräch bei meiner Therapeutin, die aber für ADHS nicht spezialisiert ist.
    ich werde mich mal rumhören.
    gute Nacht erstmal, Alena

  4. #4
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 41

    AW: Diagnose- wie geht's weiter?

    Hallo Alena,

    willkommen hier im Forum! Ich habe gestern auch meine Diagnose bekommen. Es geht mir ähnlich wie Dir. Auf einmal wird mein ganzes Leben klar und es fügt sich wie ein Puzzle zusammen. Einen Tag danach geht es mir etwas "schlechter" bzw ich realisiere mehr. Mir kommen auch immer mehr Situationen in Sinn, in denen ich mich erinnerin kann , die typisch für ADS sind.
    Aber ich nehme es liebevoll an und versuche das Beste daraus zu machen. Trotzdem kommen die Gedanken wie geht es weiter? Was wäre gewesen, wenn man es früher erkannt hätte. Wobei ich das nicht denken sollte. Ich in froh, dass ich jetzt weiß, was mit mir los ist. Obwohl ich es schon länger geahnt habe.

    Jetzt geht es darum die passende Therapie zu finden. Medikamente möchte ich noch nicht nehmen. Ich versuche es erstmal ohne. Wenn Du magst können wir uns gerne ausstauschen. Gern auch über PN


    LG Jaimi

  5. #5
    Ahornsirup

    Gast

    AW: Diagnose- wie geht's weiter?

    Ich kann leider gar nichts konstruktives beisteuern. =D
    Bei meiner ersten Diagnose damals (Ärztin inzwischen in Rente) war ich auch erstmal einfach nur erleichtert, dass ich nun weiss woran "das alles liegt".

    Sie hat mir Medikamente verschrieben.
    Meine zweite Neurologin ebenfalls.
    Ich hatte aber das Gefühl, das bringt mir gar nicht so viel.
    Die Neurologin meinte ich solle eine Verhaltenstherapie zusätzlich machen.

    Leider war und bin ich von der ganzen ADHS-Arzt-Sucherei so abgeschreckt, dass ich gar keinen Nerv mehr dafür habe, auch noch einen guten Therapeuten zu finden.
    Es kostet mich immer waaaahnsinnig viel Kraft dort anzurufen. Und dann wird man meistens eh abgewimmelt, weil sie keine Patienten mehr aufnehmen, haha.

  6. #6
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 509

    AW: Diagnose- wie geht's weiter?

    Ahornsirup schreibt:
    Leider war und bin ich von der ganzen ADHS-Arzt-Sucherei so abgeschreckt, dass ich gar keinen Nerv mehr dafür habe, auch noch einen guten Therapeuten zu finden.
    Wozu?

    Du startest relativ jung im Leben bereits das zweite Studium (und kannst es Dir offenbar leisten dies zu tun). Dazu ein Studium für das man im Vorfeld schon einiges an organistatorischem und künstlerischem Aufwand betreiben muss, um überhaupt aufgenommen zu werden. Du hast keine grösseren Schwierigkeiten mehr Ordnung zu halten, bist offenbar in der Lage Dein Geld und Deine Zeit so zu organisieren, dass Du sogar 1-2 Monate im Jahr im Ausland auf Wanderungen verbringen kannst, das alles wohlgemerkt ohne Medikamente und Deine Aussage, dass Du unsympathisch wirkst scheint mir offen gesagt auch eher in Richtung Koketterie zu gehen, zumindest hast Du soweit ich das beurteilen kann ein gesundes Selbstbewußtsein (postiv gemeint!). Keine Ahnung was Du mit "das alles" als Beschreibung Deiner Symptome meinst, vielleicht magst Du das etwas erläutern, damit ich es besser verstehe.

    Verzeih mir bitte wenn ich Dir unrecht tue, ich möchte Dich ausdrücklich nicht angreifen, aber so richtig nach einem Leidensdruck der danach schreit einen Therapeuten zu brauchen klingt das alles einfach nicht.

  7. #7
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 95

    AW: Diagnose- wie geht's weiter?

    Das mit den Ärzten ist echt so eine Sache hatte schon mehere Anläufe.

    Dann geht nur der AB ran und sie rufen dann doch nicht zurück statt gleich im AB text zu sagen das sie keinen neuen mehr aufnehmen.

    In Deutschland sind wir ja so über versorgt.

    Wie hast du deinen gefunden?Ist ja echt schwer.

    Mann hört ja auch immer wieder von Fehl Diagnosen.

  8. #8
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 206

    AW: Diagnose- wie geht's weiter?

    Tolle Taktik Jabah,
    eine Frage hätte ich da allerdings:

    Wenn ich mir Dinge vornehme, z.b. Kalender führen oder so, dann mache ich das eine gewisse Zeitlang und dann wird es weniger und irgendwann vergesse ich es doch wieder. Wie schaffst du es am Ball zu bleiben?


    @Alena: Willkommen im Kreis der ADHS ler ! Welche Bücher hast du gelesen und kannst du eines empfehlen?

  9. #9
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 18

    AW: Diagnose- wie geht's weiter?

    Hallo Jona,

    ja, da hast Du absolut Recht. Es liest sich einfacher, als es dann funktioniert.

    Für den diszipliniert geführten Kalender hab ich uuuunzählige Anläufe gebraucht. Ich weiß nicht, wie viele Timer und Kalender ich mir mit gutem Vorsatz über die Jahre gekauft habe, die dann mit zwei gefüllten Seiten in der Ecke gelandet sind. Mit meinem Handy-Kalender, den ich auch mit allen anderen Geräten verknüpft habe, hat es dann geklappt, wahrscheinlich weil man das immer zur Hand hat. Ich konnte mir irgendwie einhämmern, wenn z.B. die Arzthelferin den nächsten Termin einträgt, das selbe zu tun. Das funktioniert jetzt so seit 2 - 3 Jahren, also schon vor meiner Diagnose. Für mich ist das wirklich ein Erfolgserlebnis, und der Beweis: Nicht entmutigen lassen, wenn etwas nicht klappt, dann halt nochmal, es KANN ja klappen!

    Privat und beruflich spielt bei mir der "soziale Druck" eine große Rolle. Das klingt nicht angenehm, hilft mir aber. Ich will meine Freundin nicht enttäuschen, als erledige ich meine Haushalts-Aufgaben. Ich will vor meinen Kollegen nicht als Versager da stehen, und Ärger mit dem Chef vermeiden (und den gab es einige Male ordentlich!), also muss ich mich jeden Tag durch das Termin- und Aufgaben Gerüst hangeln, das ich mir zurecht gelegt habe. Das ist manchmal wahnsinnig schwer, und kostet unglaublich viel Kraft und Überwindung. Manchmal klappt es auch nicht, dann hab ich eine richtige Wut auf mich. Aber nur so funktioniere ich in meinem Job. Einfach drauf los zu arbeiten, wie es meine Kollegen oft machen... Das funktioniert bei mir nicht, und endet im Chaos... Ob so ein Job das richtige für mich ist, ist eine andere Frage, da bin ich selbst gerade am grübeln.

    Beste Grüße,
    Jahbah

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.731

    AW: Diagnose- wie geht's weiter?

    Alena schreibt:
    zu einer Behandlung mit Medikamenten hat mir meine Therapeutin nicht geraten, wegen Nebenwirkungen auf Herz und Kreislauf. Ich hatte das aber bereits selber für mich beschlossen.
    Alena schreibt:
    grundsätzlich habe ich alle paar Monate ein Gespräch bei meiner Therapeutin, die aber für ADHS nicht spezialisiert ist.
    Hallo Alena,

    wenn deine Therapeutin nicht auf ADHS spezialisiert ist, kann sie dann wirklich gut abwägen, wie sinnvoll das Medikament bei dir wäre und vor Allem wie groß die Gefahr für dein Herz und deinen Kreislauf wirklich wären?

    Hast du denn ernsthafte Herzprobleme, die eine Gegenanzeige wären?

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