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Diskutiere im Thema Warum Diagnose im Erwachsenenalter? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 15

    Warum Diagnose im Erwachsenenalter?

    Huhu!
    Was veranlasste euch, euch im Erwachsenenalter testen zu lassen? Hattet ihr Probleme im Alltag (Berufsleben, Soziale Kontakte etc.?)
    Und wie haben Leute in eurem Umkreis darauf reagiert?
    Lg
    Elfe

  2. #2
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.790

    AW: Warum Diagnose im Erwachsenenalter?

    ja, weil der Verdacht erst als Erwachsener entstand. in meiner Kindheit war Adhs noch kein Thema.
    Test, weil mir rasch klar war, dass ich Medikamentation benötige und die KV dafür einen Test fordert.
    aber natürlich auch, um meinen doch recht eindeutigen Verdacht auf diagnostizierte Füße zu stellen. Es ist einfacher sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, wenn man "es" auch wirklich weiß und nicht nur vermutet.
    Last notleast natürlich, um andere Ursachen auszuschließen und natürlich die Art des Adhs genauer zu erfassen.

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.731

    AW: Warum Diagnose im Erwachsenenalter?

    Na, der Klassiker: Mein Sohn hat ADHS und dann habe ich mich mit dem Thema beschäftigt. Rückblickend hatte ich damit sogar eine ziemlich lange Leitung, denn da wurde mein Sohn schon 3 Jahre behandelt.

    Für mich am Auffälligsten waren die Schwierigkeiten im Beruf, aber am Beeindruckendsten sind dann doch die Veränderungen im Privatleben gewesen- mehr Gelassenheit, weniger Streit in der Ehe.

  4. #4
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 765

    AW: Warum Diagnose im Erwachsenenalter?

    Hallo Elfe90,

    Das ist aber ganz wichtig für mich jetzt darauf zu antworten.

    Also bei mir im Leben lief vieles schief, wie bei jeden ADHSler eben auch, der nie verhaltenstherapeutisch

    noch medikamentös bei ADHS in der Kindheit behandelt wurde und es kann dann zu einem Horrotripp werden.

    Ich spreche jetzt von mir, wie ich es empfinde...

    Und kann auch gleichzeitig Stellung dazu nehmen und unterscheiden, weil ich einen Sohn auch mit ADHS habe,

    der Gott sei Dank mit 6 Jahre sein ADHS diagnostiziert bekam.

    Also ich nicht, ich musste immer wieder hören, Du bist zu langsam, du kannst Dich nicht konzentrieren,

    Du bist anders...eigentlich jeden Tag hören Du bist SCHEISSE.

    Bleiben wir bei den Verhaltensauffälligkeiten und Defiziten, dies viel mir bei meinem Sohn auf und auch diagnostiziert.

    So bekam er mit 6 Jahren Ritalin, die Lehrerin sagte am nächsten Tag, ob ich einen Zwilliingsbruder von ihm

    geschickt hätte.

    Warum fragte ich, weil er so konzentriert wäre, nicht frustriert , nicht heulend und hyperaktiv und dem Tisch sitzen würde.

    Von daher sah ich einfach wie ihm eine Last abgenommen wurde und er immer mehr Selbstvertrauen bekam.

    Ich hingegen früher bekam dieses nicht, im Gegenteil hatte ich noch Eltern, die auf diese Schwächen draufgehauen haben,

    und mich als Clown und Versager abgestempelt haben.

    So war es dann auch in der Ausbildungs- und Berufszeit und privaten Kontakten,

    über dreißig Jahre, immer wieder die Papiere zu bekommen, Du bist einfach nur SCHEISSE...

    Das hält kein normaler Mensch aus, so dass ich kompensieren musste, um überhaupt zu überleben, durch Depressionen starke

    und viele andere Erkrankungen.

    Dadurch wurde dann in einer Klinik mit Anfang 50 mein ADHS diagnostiziert, mit der Maßgabe und kopfschüttelnd, warum erst

    so spät Ihnen hätte Vieles erspart bleiben können.

    So und dann wurde ich behandelt, und ich merkte wie ich ein neuer Mensch wurde, habe dann sogar innerhalb eines

    Jahres eine qualifizierte Ausbildung mit Bravour durch die Medikation bestanden und befinde mich zur Zeit auch in

    einer Ausbildung die ich im September abschließe, zumindest ein guter durchschnittlicher Schüler.

    Es wäre damals niemals denkbar gewesen, und nun zu Deiner Frage, ja ich kann es nur jedem Raten auch mit 80 Jahren

    dem auf den Grund zu gehen, um egal wie viele Jahre man noch hat, es aber zu verstehen, warum, wieso weshalb alles solange

    SCHEISSE gelaufen ist und deswegen hole ich alles nach, was mir damals aufgrund des nicht behandelten ADHS versagt worden bleib.

    LG Chaosfee

  5. #5
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 73

    AW: Warum Diagnose im Erwachsenenalter?

    Elfe90 schreibt:
    Was veranlasste euch, euch im Erwachsenenalter testen zu lassen?
    Aufgrund der Konzentrationsstörungen/+ verstärkten Komorbidität(en) nach dem Stellenwechsel, von Bewegungsreichen zu einer sitzenden...

    Elfe90 schreibt:
    Hattet ihr Probleme im Alltag (Berufsleben, Soziale Kontakte etc.?)
    Jap, schon vorher und nachdem auch immer noch.
    Versuchte sowieso meinen Weg alleine zu gehen...

    Elfe90 schreibt:
    Und wie haben Leute in eurem Umkreis darauf reagiert?
    Einige mit "Oh, okey...", andere "oh, das tut mir leid", "und was ist jetzt anders?".... etc

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 248

    AW: Warum Diagnose im Erwachsenenalter?

    Elfe90 schreibt:
    Huhu!
    Was veranlasste euch, euch im Erwachsenenalter testen zu lassen? Hattet ihr Probleme im Alltag (Berufsleben, Soziale Kontakte etc.?)
    Und wie haben Leute in eurem Umkreis darauf reagiert?
    Lg
    Elfe
    Hallo Elfe,

    bei mir kam - nachdem ich mich über den 2. Bildungsweg (natürlich wie immer nahezu ohne Lernaufwand) bis zum überdurchschnittlich guten Abi durchgekämpft hatte (abgebrochene Ausbildung und berufliches schwarzes Loch hinter mir lassend) es ganz dick, da das Studium hinten und vorne nicht funktionierte: Ich studierte quasi jahrelang im Blindflug, war nicht in der Lage, mir einfachste organisatorische Abläufe zu erschließen und wenn ich es mal schaffte, vergaß ich sie einfach wieder.

    Das erste Studium brach ich demzufolge ab, beim 2. Anlauf war ich schon weit über die Regelstudienzeit hinaus und kein Fortkommen in Sicht; auch hier fehlte mir Ziel und Orientierung, ich steckte tief im Sumpf und realisierte endlich, dass bei mir etwas "im Kopf" nicht stimmt. Dann folgte in einem längeren Prozess schließlich die AD(H)S-Diagnose und nachdem ich - was wiederum aber ca. 2 Jahre in Anspruch nahm - mit dem Störungsbild umgehen lernte, beendete ich das Studium innerhalb von 10 Monaten. Das, was ich zuvor in Jahren nicht schaffte, konnte ich nun in einem Rutsch ausführen.

    Das ist nicht der Wahnsinn. Das ist unbehandeltes AD(H)S!

    Gruß
    Holdi

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 248

    AW: Warum Diagnose im Erwachsenenalter?

    Noch zur Frage bezüglich der Reaktion des Umkreises:

    Da war alles dabei; von offen gezeigter Verständnislosigkeit (selten) bis zu versteckter selbiger (häufiger), aber auch interessierte Zurückhaltung (am häufigsten) und ernsthaftes Interesse (ganz selten) kamen vor.

    Zu Beginn verhielt ich mich (naiv) offen, bis ich merkte, dass das nicht optimal ist und mir - unsere Gesellschaft ist einfach noch nicht so weit - mehr Probleme als Vorteile einbringt. An der Uni riet mir sogar ein Dozent ernsthaft, das Studium unter diesen Bedingungen doch besser freiwillig zu beenden. Dass ich dann als Person beruflich keine Perspektive hätte, ist diesen Menschen gleichgültig - deshalb sind sie für Betroffene gefährlich und man muss sich vor solchen Gesellen in Acht nehmen. Eine weitere Dozentin wollte mich in der mündlichen Prüfung rausprüfen, aber ich war zu gut, so musste sie mir eine 4.0 geben. Da ich sonst fast überall im 1er Bereich stehe, kann ich das ausgleichen, aber ärgerlich sind solche menschlichen Totalausfälle dennoch und dann ärgert man sich eben, dass man sich denen zuvor vertrauensvoll offenbarte.

    Aussage dieser Person vor der Prüfung in einer Sprechstunde: "Wissen Sie, ich habe ja auch eine Verantwortung". Damit war gemeint, dass man jemanden, der sich schlecht selbst organisieren kann, nicht in diesem Beruf verantworten könne. Die anderen Dozenten reagierten durchweg verständnisvoll - das waren auch keine Psychologen und Erziehungswissenschaftler (!) -, leider reicht unter Umständen ein missgünstiger Dogmatiker, um dich zu fällen.

    Fazit: Die ganzen Offenbarungen hätte ich gar nicht gebraucht, heute bin ich mit der Diagnose sehr zurückhaltend - als Entschuldigung taugt sie sowieso nicht und als Erklärung nur dann, wenn das Wissen beim Gegenüber vorhanden ist, was schlicht und ergreifend nicht vorausgesetzt werden kann.

    Lieben Gruß
    Holdi

  8. #8
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 84

    AW: Warum Diagnose im Erwachsenenalter?

    Also ich weiß eigentlich nicht mehr wie ich genau darauf kam...es hat sich jedenfalls durch einen steigeneden Leidensdruck bezüglich meiner immensen Konzentrationsschwäche und Unaufmerksamkeit so ergeben, dass ich begann mir darüber Gedanken zu machen, was denn anders sei mit mir.

    Ich muss dazu sagen, dass meine Impulsivität im Kindesalter zwar Probleme bereitet hat, aber eher mit meinen Eltern. In der Schule war ich ziemlicj gut, habe aber auch eeewig an Hausaufgaben gearbeitet und war halt verträumt.

    In meiner Jugend habe ich dann meine Komorbidität entwickelt, die weitere 10 Jahre mein ADS komplett überdeckt hat. Ich wurde immer nur (damals auch richtigerweise, da es akut war) nur auf meine psychosomatische Erkrankung hin behandelt.

    Erst als ich damit abschließen konnte, wurde meine Impuslivität und diese unsagbare Aufmerksamkeitsspanne von 5Minuten beim Lernen richtig auffällig. Ich habe mit Ach und Krach, verspätet und mit unglaublich viel Aufwand mein Abi nachgeholt um endlich studieren zu können, und hab hier gemerkt, wie anders ich bin und nicht weiterkomme.

    Das hat mich dann letztlich zum Psychiater gebracht, der mir endlich eine passende Diagnose stellen konnte.

    Mein Umfeld weiß davon nicht wirklich was. Also ja klar, mein Partner und meine Eltern, sonst nur 2 Freundinnen (eine davon vermutlich selbst betroffen, aber sie ging nie zum Arzt deshalb).

    Meine Mutter will ADHS/ADS sowieso nicht wahrhaben, und war sehr abwertend den Tests gegenüber etc. und wollte mir einreden ich wäre normal, nur "faul" und das auch als Kind und aueßrdem geplagt von meiner anderen Erkrankung. Hauptsächlih aber, weil sie es als ihr eigenes Versagen sieht, ein krankes Kind in die Welt gesetzt zu haben...Natürlich völliger Blödsinn ^^

    Mein Partner und meine 2 Freundinnen haben vollstes Verständnis dafür und finden es weder doof noch arm oder seltsam. Bin mir aber sehr sicher, dass andere Menschen das genau so, also doof, arm oder seltsam, finden würden, weshalb ich den Teufel tue, mit meiner Diagnose umherzuwerfen
    Ich möchte von meinem Umfeld normal behandelt werden, und das lässt sich mit der Ansage "ich hab ADS" zumindest in meinem Studium und Berufsfeld leider nicht wirklich vereinbaren schätze ich. Es würde mir defintiv Nachteile bringen - und die habe ich aufgrund meiner eeeewigen Studienzeit und Alter ohnehin schon.
    Im Endeffekt bringt es mir ja sowieso auch keinen Vorteil Professoren so etwas zu erzählen.
    Netter benoten werden bzw können sie dadruch nicht, und ansonsten ist es ja völlig schnurz, warum jemand ne Prüfung schafft oder nicht schafft. Da hilft auch eun netter Prof und sein Verständis leider nichts.

    Ohhhh @Holdischnald ... habe eben erst deinen Post gelesen. Genau so war ich in jüngeren Jahren, vor meienr ADS Diagnose auch. Total naiv, allen Profs (damals im Gymnasium) von meiner Krankheit erzählt usw....
    Heute mit der ADS Diagnose habe ich zum Glück aus meinen damaligen Fehlern gelernt und würde meinen Dozenten so etwas niemals sagen, da ich mir sicher bin auf viel 'provisorische' Ablehnung zu stoßen.
    Geändert von Fringilla ( 4.06.2017 um 20:16 Uhr)

  9. #9
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 160

    AW: Warum Diagnose im Erwachsenenalter?

    Mangelndes Selbstvertrauen, Neurotisches Verhalten, Zwangsneurose (in Fachkreisen auch als Arousal bekannt). Einzelne Gegenstände werden an negative Emotionen gekoppelt. Des Weiteren keine langanhaltenden Freundschaften und immer widerkehrende Depressionen.
    Mein Umfeld hat zuerst mit Missverständnis reagiert, weil die Noten schließlich immer gestimmt haben. Einser und Zweier auf der Uni waren keine Seltenheit. Nur was bringen einem die guten Noten, wenn man emotional einfach nicht erreichbar ist, weil man nur an sich selbst zweifelt ?
    Eine Diagnose mit anschließender Medikation ist also finde ich ein absolutes MUSS.
    Die Lebensqualität steigt dadurch und damit auch der Nutzen für die Gesellschaft.

  10. #10
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Warum Diagnose im Erwachsenenalter?

    Bei mir war es so das ich Irgendwie immer etwas erleben muss.

    Und das hat in letzter Zeit nachgelassen, dadurch fühlte ich mich unausgeglichen.

    Da ich jetzt weiß was los ist fühle ich mich besser da ich mein Aktivitäten Level.

    Jetzt wieder Anfange ein wenig hoch zu stufen.

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