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Diskutiere im Thema AD(H)S oder doch was anderes? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 2

    AD(H)S oder doch was anderes?

    Hallo zusammen,
    zuerst einmal, ich bin mir bewusst, dass hier keine Diagnosen gemacht werden können, aber ich hätte gerne ein paar Meinungen von Leuten die sich damit besser auskennen als ich, bevor ich die Pferde scheu mache.
    Zuerst einmal, ich bin 28 und fahre gerade mein Chemiestudium sehenden Auges gegen die Wand und das gefühlte 5 m vorm Masterabschluss.
    Ich kann einfach nicht arbeiten. Ich war nie gut darin mich zum arbeiten zu motivieren (wenn es mich nicht interessiert) und mich irgendwie zu konzentrieren, aber momentan geht einfach beim allerbesten Willen gar nichts mehr. Protokolle zu schreiben, selbst wenn ich sogar grob im Kopf habe was ich schreiben will und es nur noch ganz wenig ist, kaum möglich, und wenn ich es endlich mal schaffe anzufangen, dann höre ich meist nach wenigen Sätzen wieder auf und ich erwische mich dabei wie ich schon längst wieder bei einer Runde Sudoku oder so bin.
    Ich habe auch versucht in der Uni zu arbeiten, wo ich mich eben nicht so einfach mit irgendwelchen PC spielen ablenken kann und dadurch, dass mir Leute auf den Bildschirm schauen können auch etwas gehemmter bin es zu versuchen. Aber dort kann ich nicht arbeiten wegen dieser Unruhe, hier reden welche, da geht wieder jemand auf den Gang vorbei, drüben tippt jemand am PC. Das macht mich wahnsinnig und ich kann meine Konzentration selbst mit aller Anstrengung nicht mal eine Minute auf meiner Arbeit halten. Und wenn ich mal eine Woche den ganzen Tag in der Uni war, melde ich mich erstmal ein paar Tage krank, weil ich einfach total überfordert von den ganzen Menschen und dem Lärm bin und einfach am Ende meiner Kraft bin und der Gedanke allein mich dort ins Büro zu setzen wie Folter klingt. Es ist mir einfach alles zu viel.

    So, jetzt zu dem eigentlichen Problem wieso ich hier um eure Meinung frage. Ich hoffe, ihr könnt mir verzeihen, dass das ggf etwas unübersichtlich wird, aber ich kann das gerade irgendwie nicht richtig schön ordnen.
    Wer sich jetzt bei obigem Text fragt, wie hat sie dann bisher ihre Schullaufbahn geschafft, trifft genau den Kern meines Problems. Diese Probleme die ich oben beschreibe sind 'neu', zumindest in dieser Stärke. Wobei neu heißt, dass ich seit 5-6 Jahren damit echte Probleme habe, davor war es nur lästig aber ich konnte mich noch dazu aufraffen. Und AD(H)S ist ja, wie ich es verstanden habe, nichts was man mal eben bekommt oder plötzlich schlimmer wird.

    Dazu sollte ich aber vielleicht sagen, dass ich nicht selbst auf die Idee AD(H)S gekommen bin.
    Meine Schwester hat mich am Do angerufen und mir gesagt, ich sollte mich da vielleicht mal testen lassen (Genetik und es würde ihrer Meinung nach auch auf mich passen). Sie ist momentan mal wieder in einer psychiatrischen Klinik und ihr Psychologe war es eben der meinte, dass er denkt, dass sie ADS hat und er das eben demnächst testen will.
    Ich war erst wahnsinnig skeptisch, sowohl bei ihr als auch bei mir und habe das ziemlich abgewiegelt (Vorurteile und kein Ahnung vom echten Krankheitsbild halt). Bis sie mir erzählt hat, dass es wohl nicht normal ist, dass, wenn man mit jemandem redet und im Hintergrund leise das Radio läuft, man beiden gleichzeitig zuhört und man das Radio dann wohl eigentlich absolut nicht wahrnehmen sollte.

    Tja, seitdem bin ich am recherchieren, habe auch viel hier im Forum gelesen, und es würde so uuunglaublich vieles erklären. Außer eben die Tatsache, dass ich erst seit relativ kurzer Zeit darunter leide. Andererseits ist das vielleicht genau der Punkt, ich LEIDE erst seit kurzem darunter. Ich finde aber durchaus viele Parallelen wenn hier Leute sich selbst in ihrer Kindheit beschreiben. Träumer, unkonzentriert, nur gute Mitarbeit wenn ich will, das steht alles in meinen Grundschulzeugnissen und so weiter. Es ist eh schon so ein langer Text, deswegen will ich jetzt keine Liste machen an Dingen die möglicherweise zutreffen könnten.

    Dazu sollte man vielleicht sagen, dass es durchaus möglich wäre, dass ich als Kind so eine 'Kleinigkeit' wie (schwache?) AD(H)S nicht wirklich wahrgenommen habe. Ich hatte als Kind andere Probleme, ich bin als Kind sexuell missbraucht worden und meine Mutter war Borderlinerin, hatte Depressionen und Wahnvorstellungen und musste quasi von Anfang an die Mutterrolle für meine kleine Schwester (4 Jahre jünger) übernehmen. Meine Mutter hat sich vor ziemlich genau 5 Jahren umgebracht, was eben dann auch der Auslöser war seitdem ich mich selbst und mein Leben nicht mehr in den Griff bekomme. Damals hieß es schwere traumainduzierte depressive Episode, was bestimmt auch gestimmt hat. Nur, ich denke nicht, dass ich eine wirkliche Depression (also die 'chronische' Variante) habe, die Symptome sind zwar sehr sehr ähnlich aber es fühlt sich anders an. Ich war damals in Therapie und wir haben sie abgebrochen weil es irgendwann auch nichts mehr gebracht hat, die Antidepressiva übrigens auch nicht. Aber mein Leben habe ich nicht wieder auf die Reihe gekriegt. Manche Dinge werden schlimmer, andere sind damals besser geworden und jetzt weg, aber unterm Strich bin ich immer noch total durch.

    So, sehr lange Rede (sorry), kurzer Sinn. Ist es möglich, dass sich ein Kind so sehr selbst therapiert, dass es selbst, genau wie seine Umwelt die Nachteile von AD(H)S nicht wahrnimmt, das AD(H)S dann aber durch ein traumatisches Erlebnis (aka Überforderung) oder eine angefangene und abgebrochene Therapie dann plötzlich schlimmer wird? Oder vielleicht hat auch die angefangene Therapie (Mauern einreißen, mich selbst nicht so sehr an die Kandare nehmen und mehr gehen lassen, Schmerz zulassen blabla) einfach meine coping Mechanismen zerstört ohne sie zu ersetzen? Denn genau so fühlt es sich an, ich hab mich auf Anraten meiner Psychologin gehen lassen und kann jetzt die Selbstdisziplin die ich bräuchte um mich bei der Stange zu halten nicht mehr aufbringen. Wie ein Boot das einmal Leck geschlagen hat.

    Ich frage hier deshalb, weil ich, wenn hier ein paar Leute sagen, ja das kann wirklich AD(H)S sein, am Mo eben jene Psychologin wieder mal anrufen werde (haben vor etwa 1,5 - 2 Jahren abgebrochen), die Pferde scheu machen werde und einen möglichst schnellen Termin machen werde (wegen dem Zeitlimit vom Master her drängt es eben). Nur würde ich ungern so ein Gewese machen und allen die Zeit verschwenden, wenn es einfach unwahrscheinlich ist.
    Aber AD(H)S, so ungern ich diese Diagnose auch hätte, wäre momentan das Einzige was mir noch einfallen würde, was realistisch möglich wäre und was man noch schnell genug therapieren könnte (aka Medis) um mein Studium zu retten, ich will nicht umsonst 5 Jahre lang in diesem verdammten Masterstudium gekämpft haben. Andererseits habe ich genau deswegen Angst es mir nur einzureden.

    ich hoffe es ist nicht so verwirrend wie es in meinem Kopf gerade klingt. Ansonsten fragt bitte einfach, falls etwas unklar ist.

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.627

    AW: AD(H)S oder doch was anderes?

    Schwer zu sagen aus der Ferne.Vllt.gibt es eine Ambulanz mit ADHS Schwerpunkt bei dir in der Nähe?
    Wichtig wäre eine Diagnostik nach den Leitlinien.Psychologen kennen sich nicht immer gut aus.Auf die Schnelle ist das allerdings meist nicht zu machen.

    Nachdem was du durchgemacht hast können deine Symptome auch durch PTBS verursacht sein.Mit einer Therapie ist es da nicht immer erledigt.
    Die meisten von uns mit einer ADHS Diagnose waren bereits als Kinder auffällig in verschiedenen Kontexten.Manche haben auch beides.

    Ich würde mir auf alle Fälle Unterstützung suchen.

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    Schwer zu sagen aus der Ferne.Vllt.gibt es eine Ambulanz mit ADHS Schwerpunkt bei dir in der Nähe?
    Wichtig wäre eine Diagnostik nach den Leitlinien.Psychologen kennen sich nicht immer gut aus.Auf die Schnelle ist das allerdings meist nicht zu machen.

    Nachdem was du durchgemacht hast können deine Symptome auch durch PTBS verursacht sein.Mit einer Therapie ist es da nicht immer erledigt.
    Die meisten von uns mit einer ADHS Diagnose waren bereits als Kinder auffällig in verschiedenen Kontexten.Manche haben auch beides.

    Ich würde mir auf alle Fälle Unterstützung suchen.

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    Schwer zu sagen aus der Ferne.Vllt.gibt es eine Ambulanz mit ADHS Schwerpunkt bei dir in der Nähe?
    Wichtig wäre eine Diagnostik nach den Leitlinien.Psychologen kennen sich nicht immer gut aus.Auf die Schnelle ist das allerdings meist nicht zu machen.

    Nachdem was du durchgemacht hast können deine Symptome auch durch PTBS verursacht sein.Mit einer Therapie ist es da nicht immer erledigt.
    Die meisten von uns mit einer ADHS Diagnose waren bereits als Kinder auffällig in verschiedenen Kontexten.Manche haben auch beides.

    Ich würde mir auf alle Fälle Unterstützung suchen.

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 1.235

    AW: AD(H)S oder doch was anderes?

    Du solltest versuchen eine PIA (psychiatrische Institutsambulanz) in deiner Nähe zu suchen die sich auch mit ADHS auskennen. Dort würde ich mir, an deiner Stelle,
    dann einen Termin holen und die ganze Testung nach den Leitlinien machen. Was alles genau zu einer Diagnose gehört, kannst du hier im Forum nachlesen,
    weiß nur im Moment nicht, wo es genau steht. Da hättest du dann zumindest was AD(H)S betrifft eine Diagnose. Wenn die dort wirklich sehr gründlich sind,
    bekommst du falls es kein AD(H)S sein sollte, dann sicherlich eine andere Diagnose und kannst mit Medikamenten bzw. weiteren Therapievorschlägen einge-
    stellt werden.

    Drücke Dir die Daumen.

    LG Murmel

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 2

    AW: AD(H)S oder doch was anderes?

    Also nicht einfach irgendwo hin? Ok, danke euch. Dann suche ich mir mal die nächste PIA Adresse raus.
    Aber ihr habt leider Recht, da wird es nichts mit schnell.

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