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Diskutiere im Thema ADS, Hundehaltung und tatsächliche Durchführung... im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 16

    ADS, Hundehaltung und tatsächliche Durchführung...

    Also, ich warne schonmal vorab, dass das ein langer Post wird. Einfach, weil die Gedanken bei mir schon ewigs um dieses Thema kreisen.

    Ich überleg mir schon seit etwa 5 Jahren, einen Hund zu halten. Erfahrung habe ich keine, wir hatten nur mal Katzen.
    Jetzt durchsuch ich also schon seit ner halben Ewigkeit das Internet nach diversen Rassen, was man dann mit dem Hund so macht, Erziehung, Ernährung, Kosten, usw.
    Ein Teil von mir hat im Prinzip schon lange entschieden, dass ich wirklich einen Hund möchte. Das war schon vor meiner Diagnose so.
    Der Grund damals war schlichtweg die Lebensqualität, der Spass ein Tier zu haben und sich darum zu kümmern und was zu unternehmen.
    In letzter Zeit ist noch die Idee dazugekommen, dass ein Hund auch wirklich GESUND für mich sein könnte. Fürs Selbstbewusstsein, für den Körper, für Struktur im Alltag, etc.

    Ganz dringlich wurde es in den letzten Wochen. Das hat folgenden Grund: Ich hatte eine höhere Dosis Medikinet und daher nen ziemlich üblen Rebound Effekt jeweils Abends. Die Folge war eine eledig depressive Verstimmung, keine Lust zu Garnix, kein Spass an normalerweise spassigen Dingen, keine Motivation, Gereiztheit und so ein allgemeines pessimistisches Gefühl, dass alles Glück & Freude einfach weg ist und man keinen Antrieb hat überhaupt danach zu suchen.
    Also jeweils ein paar Tabletten zum Einschlafen genommen und auf den nächsten Tag gewartet.
    Naja, die Dosis wird grad umgestellt und ich nehm auch nicht mehr soviel, teilweise auch nichts im Moment.
    Doch diese Erfahrung hat in mir etwas ausgelöst. Plötzlich bin ich auch sonst irgendwie gedämpft und verstimmt. Ich mag auch durch den Tag keine gewohnten Beschäftigungen unternehmen.
    Man könnte sagen ich vegetiere rum bis zum Abendessen und danach will ich nur noch, dass der Tag vorbei geht.
    Und da ist mir dieser typische Satz in den Sinn gekommen: Man braucht eine Aufgabe im Leben. Mir ist dann auch auf Anhieb nichts besseres mehr in den Sinn gekommen, als eben einen Hund zu meinem Antrieb zu machen.

    Zur Info: Ich gehe derzeit nur ein paar Stunden die Woche zur Weiterbildung und das dauert noch ein paar Jahre so, danach käme evtl ein Studium in Frage. Ich arbeite seit einem Jahr nicht mehr, wurde krank geschrieben.
    Da ich keine Ausbildung abgeschlossen habe, kommt sobald auch keine erfüllende Arbeit auf mich zu, die mich motivieren könnte oder mir ein schönes Ziel vorgibt.
    Ansonsten habe ich nicht viele Hobbies, die die ich habe, machen keinen Spass mehr und für was Neues bringe ich kaum Begeisterung auf, auch wenn ich mir schon einige Dinge angesehen habe.

    Nun habe ich ja ein paar Dinge die FÜR einen Hund sprechen würden.
    Aber gleichzeitig habe ich unendlich viele Zweifel. Ich grübel die ganze Zeit dran rum, versuche Infos aus dem Web zu fischen und oft lasse ich mich einfach entmutigen.
    Was mir zBsp Sorgen macht, ist die Sache mit dem Aufwand, dem Rausgehen. Ich war nie speziell eine Wanderziege. Wurde als Kind oft mitgeschleppt und langweilte mich dann unsäglich. Ohne Destination, spezielles Ziel (oder eben vielleicht Hund), käme ich selten auf die Idee, einen spontanen Spaziergang zu machen. Ich wüsste nicht weshalb, es gäbe einfach keinen Grund sich die Mühe zu machen. Rausgehn heisst soweit für mich einfach: "Oh mann, dann muss ich mich vorher umziehn, vielleicht noch duschen, wo soll ich überhaupt lang, weshalb und was mach ich dann dort? In die Wolken starren? Auf nen Tümpel starren? Enten füttern?"
    Manchmal hätte ich ja Lust an die Sonne zu gehn, aber irgendwie scheitert es am Ende dann doch an diesen Gedanken und ich lasse es einfach.
    Natürlich hätte ich mit einem Hund sehr viel mehr Spass, ich hätte ja auch einen Grund. Wir würden ausserdem Frisbee spielen, mal neue Wege laufen, trainieren oder sonstwas. Aber hält sich dieser Elan auch? Jeden Tag? 3 Mal am Tag? Stundenlang?
    Mir ist schon klar, dass die meisten Leute (auch ohne AD(H)S) nicht gerne täglich für Stunden rumtollen, vor allem wenn es zBsp regnet.
    Aber gerade mit ADS ist es noch einen Zacken anders. Manchmal kriegt man doch einfach den Hintern nicht hoch. Und nicht wenige kennen das Gefühl, für etwas Neues, zBsp ein neues Hobby, die totale Begeisterung aufzubringen und nach einer Weile geht das dann wieder flöten. Das ist auch bei mir typisch.

    Ich sehe oft Posts von Leuten, die dazu sagen: "Oh, ich war auch so, aber seit meinem Hund habe ich mich geändert und es hat geklappt." Das hört sich für mich immer nach Glückstreffern an und wie etwas "das nur den anderen passiert".
    Und natürlich sieht man auch oft nur die Erfolgsgeschichten. Was ist mit denen, bei denen es eben überhaupt nicht funktioniert hat? Es ist eine sensible Frage ich weiss. Aber wo sind die Leute, die es versucht haben und dann gescheitert sind und schweren Herzens den Hund wieder abgeben mussten, weil es mit AD(H)S einfach nicht machbar war?
    Das wäre das Schlimmste, was mir passieren könnte. Zuerst Friede Freude Eierkuchen und eines Tages merken, dass man sich zuviel aufgehalst hat, dass man dem Tier nicht bieten kann was es braucht, dass die Arbeit an anderen Familienmitgliedern hängenbleibt oder dass man eben nur noch rausgeht, weil es nicht anders geht, aber keinen Spass mehr daran hat.
    Ausserdem kann ich wirklich nicht sagen, wo ich in 10 Jahren stehen werde, auch wenn ich gerne mein Leben "um den Hund herum" anpassen möchte.
    Es scheint online immer nur diese perfekten Familien zu geben, welche sich einen Hund zulegen. Genug Geld, genug Zeit, die Kinder lasten den Hund aus, das Haus ist schön gross mit Garten, jeder scheint mehrstündige Wanderungen zu lieben und die nächsten 20 Jahre bleibt es genau so märchenhaft.
    Und bei wem es eben nicht so schön ist, der soll's lassen mit der Hundehaltung. Wer dennoch einen möchte MUSS WISSEN, was er in einem Jahrzehnt macht, MUSS WISSEN, dass jeder Tag ein Genuss und Erfolg wird, MUSS WISSEN, dass alles glatt läuft bis auf ein zwei kleine Fehlerchen, wie beispielsweise den Napf mal eine halbe Stunde später zu füllen wie sonst.
    Ist jetzt übertrieben ausgedrückt, aber ihr wisst ja, was ich meine.
    Das letzte was ich kann, ist in die Zukunft zu blicken, vor allem wenn es um meine Motivation geht.
    Ich glaube das einzige Mal, als ich tatsächlich hielt, was ich dachte oder sagte war, als Kind. Ich sagte meiner Mutter trotzig, dass ich auch noch in 10 Jahren Pokemon lieben werde, und so war es dann auch!

    Ich glaube letzten Endes mache ich mir viel mehr Gedanken, als der Durchschnitt. Manche entscheiden das ja so schnell, sie gehn einfach ins Tierheim, holen einen Hund und das wars dann. Und ich sammel hier schon seit Jahren Informationen, kauf Bücher, red mit Züchtern und Besitzern und komm trotzdem nicht von der Stelle.

    Was habt ihr für Erfahrungen? Konntet ihr euer Leben tatsächlich umkrempeln durch einen Hund? Oder hat es gar nicht hingehauen? Oder so halb? (Ich meine so, dass zBsp viele Arbeiten an wem anders hängenbleiben)
    Wie siehts mit der Motivation aus, beim 497ten Spaziergang durch den Park?

    Danke im Vorraus
    Geändert von Neymi (18.02.2017 um 12:26 Uhr)

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: ADS, Hundehaltung und tatsächliche Durchführung...

    Also bei mir hat sich durch den Hund sicherlich das Verhalten in Sachen Rausgehen geändert, aber das ich nun unbedingt immer und bei jedem Wetter mit Freude rausgehe kann ich wirklich nicht behaupten. Manchmal schleif ich mich halt auch durch den Wald. Und besonders das Aufraffen zur Morgenrunde ist für mich täglich nach fast 8 Jahren immer noch Qual.

    Ich wäre keine Erfolgsgeschichte mit Hund, wenn ich nicht vorgesorgt hätte. Ich habe mit meinen Eltern zusammen die Anschaffung des Hundes gemacht, sie übernehmen den Großteil des Finanziellen und nehmen ihn auch wenn ich Depressionen habe, krank bin, ins Krankenhaus muss, überfordert bin etc. Ich fahre oft zu meinen Eltern übers Wochenende, da bin ich natürlich auch entlastet.

    Durch den Hund habe ich sehr viel Geduld gelernt und auch sehr viel Toleranz. Sie (es ist eine Hündin) macht mir sehr viel Freude, aber sie hat mir auch schon großen Kummer gemacht. Denn auch mein Hund selbst ist keine Erfolgsgeschichte. Sie kommt aus einer Züchtung wo schon einige wegen Aggressionen eingeschläfert wurden, dementsprechend ist auch sie. Ein Hund ist ein Raubtier, und wenn das aggressiv ist, dann hat man nicht nur Freude daran. Und trotzdem haben wir durchgehalten, sie nicht einschläfern lassen, hart an ihr und uns gearbeitet und trotzdem auch viel Freude an ihr.

    Ich gehe nicht arbeiten. Ich kann viel meiner täglichen Kraftreserven für den Hund aufbringen ohne woanders abknapsen zu müssen.


    Ich habe einen Jagdhund aus einer jagdlichen Leistungszucht. Das heisst viiiiiiiiiiiiiiel Bewegung, geistige Auslastung und Training. Es gibt auf jeden Fall eine Menge einfacherer Hunde. Ich habe 0 Hyperaktivität und es trotzdem geschafft diese Kampfgranate im Dauerbetriebsmodus so gut zu halten und zu führen, das ich dafür vom Jagdhundeverein eine Auszeichnung erhalten habe, gerade wegen ihres Kalibers.

    Ich finde ein Hund ist schon ein absolut anderes Ding wie Katzen (hatte ich auch mal). Ein Hund ist viel zugewandter, treuer, aktiver und kommunikativer. Ein Hund gibt bedingungslose Liebe. Aber er wälzt sich halt auch gern in Aas oder Scheisse und legt sich dann ins Bett oder aufs Sofa, bringt kiloweise Sand und Dreck in die Bude, frisst am liebsten unglaublich stinkende Sachen die er unter deinem Kopfkissen bunkert, hat Erzfeinde die es ums Verrecken gilt zu meiden, und will eben auch bei Regen und 10 Grad minus draussen bewegt werden.



    Nachtrag:

    das ist meine Ella, selbe Rasse wie Kurt

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    Geändert von creatrice (17.02.2017 um 23:01 Uhr)

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.086

    AW: ADS, Hundehaltung und tatsächliche Durchführung...

    also, ich habe auch einen Jagdhund und Spaziergänge im Regen sind zum Kotzen und manchmal geht mir der Kurt auf die Nerven. Meistens aber bin ich froh, dass ich ihn habe.

    er ist nicht mein erster Hund, aber der erste, den ich ohne Partner habe. Meine 2 Hündin ist bei meinem Ex (sie war immer mehr sein Hund).
    Die Kosten für das Futter und den Rest belaufen sich bei Kurt durchschnittlich auf ca. 40 € im Monat. Es ist mir aber auch bei meiner ersten Hündin passiert, dass sie einen Trümmerbruch hatte und die OP 2.000 € gekostet hat. Das muß nicht, kann aber sein.

    So ein Hund ist aber kein Therapeut. Eine Freundin von mir, hat einen ihrer ehem. Welpen wieder zu sich genommen, weil der Hund vollkommen verstört war. Seine Besitzerin war sehr ängstlich und schwer depressiv.

    Da ist jeder Hund anders. Meine 1. Hündin hat mit mir gekuschelt wenn ich sehr traurig war und mich aufgemutert - sie war da sehr unerbittlich. Meine 2. Hündin ist von Traurigkeit extrem überfordert und verkriecht sich ängstlich. Kurt lutscht mir an der Nase, wenn ich heule (und mal ehrlich, wer kann noch Heulen, wenn so ein Cocker einen an der Nase herum lutscht).

    Ich habe das große Glück, sehr nette Leute zu kennen, die Kurt auch mal für eine längere Zeit (z.B. Krankenhaus) zu sich nehmen und ich keine Angst haben muß, dass es ihm dort schlecht geht.

    So ein Hund lebt, je mach Rasse zwischen 10 und 15 Jahren. Für diese Zeit übernimmst du Verantwortung. Meine 1. Hündin habe ich mit 9 Wochen als Welpe bekommen und sie ist, als alter Hund, in meinen Armen gestorben. So ein Hund ist 10 - 15 Jahre ein Teil deines Lebens.

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    Kurt als Welpe

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.359

    AW: ADS, Hundehaltung und tatsächliche Durchführung...

    Elwirrwarr schreibt:
    also, ich habe auch einen Jagdhund und Spaziergänge im Regen sind zum Kotzen und manchmal geht mir der Kurt auf die Nerven. Meistens aber bin ich froh, dass ich ihn habe.

    er ist nicht mein erster Hund, aber der erste, den ich ohne Partner habe. Meine 2 Hündin ist bei meinem Ex (sie war immer mehr sein Hund).
    Die Kosten für das Futter und den Rest belaufen sich bei Kurt durchschnittlich auf ca. 40 € im Monat. Es ist mir aber auch bei meiner ersten Hündin passiert, dass sie einen Trümmerbruch hatte und die OP 2.000 € gekostet hat. Das muß nicht, kann aber sein.

    So ein Hund ist aber kein Therapeut. Eine Freundin von mir, hat einen ihrer ehem. Welpen wieder zu sich genommen, weil der Hund vollkommen verstört war. Seine Besitzerin war sehr ängstlich und schwer depressiv.

    Da ist jeder Hund anders. Meine 1. Hündin hat mit mir gekuschelt wenn ich sehr traurig war und mich aufgemutert - sie war da sehr unerbittlich. Meine 2. Hündin ist von Traurigkeit extrem überfordert und verkriecht sich ängstlich. Kurt lutscht mir an der Nase, wenn ich heule (und mal ehrlich, wer kann noch Heulen, wenn so ein Cocker einen an der Nase herum lutscht).

    Ich habe das große Glück, sehr nette Leute zu kennen, die Kurt auch mal für eine längere Zeit (z.B. Krankenhaus) zu sich nehmen und ich keine Angst haben muß, dass es ihm dort schlecht geht.

    So ein Hund lebt, je mach Rasse zwischen 10 und 15 Jahren. Für diese Zeit übernimmst du Verantwortung. Meine 1. Hündin habe ich mit 9 Wochen als Welpe bekommen und sie ist, als alter Hund, in meinen Armen gestorben. So ein Hund ist 10 - 15 Jahre ein Teil deines Lebens.

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    Kurt als Welpe
    süßer knuffel in wanne


    die anderen zwei auch hübsche mädels leben diese noch???

  5. #5
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 16

    AW: ADS, Hundehaltung und tatsächliche Durchführung...

    Danke für die ehrlichen Antworten.
    Ich hatte sonst schon oft den Eindruck, dass dieses Thema von vielen etwas beschönigt wird.

    Hattet ihr denn auch von Beginn an viele Zweifel, ob das gut kommt.
    Bei mir ist es einfach das Gefühl, dass ich mir gewissermassen selbst nicht über den Weg trauen kann. Wenn ich plötzlich Lust habe auf was Neues, dann weiss ich nicht woher es kommt und wie lange es bleibt.
    Dann kaufe ich in der einen Woche kiloweise Perlen, Bänder und sonstwas um Haarspangen zu basteln und nach ein paar Wochen ist der Hype wieder um und das Zeug versauert in der Schublade bei den ganzen anderen "Projekten".
    Natürlich interessiere ich mich nun schon viel länger für einen Hund als erst seit ein paar Tagen...
    Hab nur Angst, dass mir dann was Ähnliches passiert. Dass die Vorstellung anders ist als die Realität und ich dann desillusioniert dastehe und wieder mal zugeben muss, dass es gelinde gesagt eine Schnapsidee war.

    Es ist auch nur dieses eine Thema was mir Sorgen macht, also die tägliche Beschäftigung und "was ist in ein paar Jahren". Ansonsten bin ich ja durch die Recherche ziemlich informiert. Ich weiss Bescheid über Kosten, Krankheiten, Verhaltensprobleme...

    Was die Depression betrifft:Ich hatte vor ein paar Monaten eine mittelschwere, die sich über einen längeren Zeitraum so entwickelt hat und sich dann besserte. Ich würde sagen, was übrig blieb, waren dann eher ADHS-typische Depressionen. Damit meine ich einfach diese Ansammlung von negativen Erfahrungen, die man nunmal mit ADHS übers ganze Leben so ansammelt. Erst die letzten Wochen, wurde es dann schlimm. Wie gesagt, der Rebound hat da wohl was ausgelöst.
    Alles in allem denke ich aber nicht, dass es ein Extremfall ist oder von Dauer (hoffe ich!). Ich spüre jedoch, dass ich mich darauf zubeweg, wenn sich nicht langsam etwas ändert. Und ich will auf keinen Fall in diesem Gefühl versumpfen.

    Ich denke also nicht, dass mich eine Depression daran hindern würde zuhause zu bleiben und dem Hund Auslauf zu verwehren. Ich vermute im schlimmsten Fall (!) wäre es dann eher so, dass ich blöde Muster entwickle. Mal wen anders frage mit ihm zu gehen, und das dann immer öfter. Oder den Spaziergang kurz zu halten. Oder Frust gegenüber dem Hund zu entwickeln, weil er mich "zwingt" etwas zu tun, worauf ich keine Lust habe.
    Ich hab ein ekelhaft ausgeprägtes Vermeidungsverhalten. Wenn es irgendwie geht, meide ich unangenehme Aufgaben. Wenn man mich um etwas bittet und ich weiss, dass das Nicht-Erledigen zu Zoff führt, dann tu ich es, bin dabei aber sehr muffig und muss mich manchmal zurückhalten eine empörte Stimmung oder passiv-aggressive Weise gegenüber dieser Person an den Tag zu legen.
    Das verfliegt dann auch sehr schnell und ich weiss, dass es an mir liegt und diese Person mich nicht im Besonderen quälen will.
    Es fällt mir nur wirklich schwer, dabei nicht eine Weile völlig angegurkt durch die Gegend zu laufen.

    Bei den Katzen war es dann so, dass ich schon einige Vorkommnisse persönlich nahm, wenn auch nicht für lange. Ich wusste ja genau, dass sie es nicht bös meinen. Aber wenn der Kater 3 Tage in Folge über den Klorand kackt, statt in den Sand, fällt auch mir das Lächeln aus dem Gesicht und ich überleg mir kurz, ob ich ihm zur Vergeltung eine Windel um den Hintern binden soll...

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.359

    AW: ADS, Hundehaltung und tatsächliche Durchführung...

    kosten futter steuern haftpflichtversicherung tierarzt impfungen etc

    eigene wohnung --haus ??? eingezäunter garten etc vieles zu bedenken zeit für hund

    liebe grüße sendet träum

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: ADS, Hundehaltung und tatsächliche Durchführung...

    In Sachen Verantwortung konnte ich mir selbst schon trauen. Und natürlich war es sicherlich auch eine leichtere Entscheidung, weil ich ja durch die Ellis "abgesichert" war. Ich war aber auch nie der Typ, der etwas wichtiges nicht durchgezogen hat. Ich habe auch ständig wechselnde Interessen und gebe alte auf, aber gerade in Sachen Beziehung (und das ist auch ein Tier für mich) bin ich trotz aller aufs und abs beständig.



    Ich finde mit dem Hund nur kurz gehen (über längere Zeit) genauso schlimm wie gar nicht gehen, es geht ja nicht ums entleeren, sondern um die natürliche Beschäftigung. Sonst könnte man dem Hund auch beibringen aufs Katzenklo zu gehen. Wenn man einen Hund wenigstens einigermaßen artgerecht halten will, dann sollte man schon mindestens 2h am Tag für Spaziergänge einplanen. Um so weniger artgerecht und ausgelastet man einen Hund hält, umso mehr zeigt er unerwünschtes Verhalten. Das ist wie bei Katzen die keinen Kratzbaum haben, die schärfen sich dann halt ihre Krallen woanders.


    Mir ist noch eingefallen, das Urlaube und längere Abwesenheit am Tag mit Hund nicht so einfach sind wie bei Katzen. Man muss halt jemanden haben, der sich wirklich kümmert oder den Hund mitnehmen. Da reicht ein Napf hinstellen nicht aus. Urlaub mit Hund ist nicht überall möglich. Dafür ist man nicht so ans Haus gebunden wie bei Katzen. Mit Hund kann man auch ausserhalb gemeinsames erleben.

  8. #8
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 158

    AW: ADS, Hundehaltung und tatsächliche Durchführung...

    Was mich bislang davon abhält, ist das Thema Erziehung.

    Was sich bei meinen Kids als schwieig gestaltet, wäre bei einem Hund ebenso fatal.

    Mein Problem, ist

    Konsequenz
    Durchhaltevermögen
    Den Ton angeben

    und vieles mehr

    ein Hund braucht eine Führung und eine klare Linie, davor hätte ich ehrlich gesagt viel mehr Respekt, dass ich das nicht schaffe, als die täglichen Pflichten.

    Einen unerzogenen Hund will man ja auch nicht, der macht was er will.

    Dafür braucht er uns als Leitwolf, kann ich das leisten?


    Würd ich gern... aber ausprobieren kann man es schlecht, ist unfähr dem Hund und den Kindern gegenüber.

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: ADS, Hundehaltung und tatsächliche Durchführung...

    Konsequenz und Geduld ist wirklich wichtig. Um so schlauer der Hund, um so mehr braucht man davon. Die suchen sich auch ihre Schlupflöcher

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.086

    AW: ADS, Hundehaltung und tatsächliche Durchführung...

    ikka schreibt:
    Was mich bislang davon abhält, ist das Thema Erziehung.

    Was sich bei meinen Kids als schwieig gestaltet, wäre bei einem Hund ebenso fatal.

    Mein Problem, ist

    Konsequenz
    Durchhaltevermögen
    Den Ton angeben

    und vieles mehr

    ein Hund braucht eine Führung und eine klare Linie, davor hätte ich ehrlich gesagt viel mehr Respekt, dass ich das nicht schaffe, als die täglichen Pflichten.

    Einen unerzogenen Hund will man ja auch nicht, der macht was er will.

    Dafür braucht er uns als Leitwolf, kann ich das leisten?


    Würd ich gern... aber ausprobieren kann man es schlecht, ist unfähr dem Hund und den Kindern gegenüber.

    auch das ist unterschiedlich. Meine erste Hündin war ein Herdenschutzhund-Mix. Das hätte kein Mensch geschafft, konsequenter zu sein als sie. Sie war die Reincarnation einer suveränen Domina. Keine gute Wahl für einen ersten Hund, wir haben uns zusammengerauft und ich ihr ins Ohr gebissen. Ab dann war gut - sie hat akzeptiert, dass ich zwar sehr, sehr fehlerhaft bin und ein ganz schlechter Hund, aber anscheinend doch was zu sagen habe.


    Man sollte sich wirklich ansehen, was der Schwerpunkt der Rasse ist. Bei einem Mix hat man eine Wundertüte.

    Also einen Cocker zu beschäftigen ist deutlich intensiver als einen Mops zu beschäftigen. Ein ängstlicher Hund braucht mehr Sicherheit durch den Menschen als ein ausgeglichenerer Hund.

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