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Diskutiere im Thema ADS ohne ADS in der Kindheit? !??! im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #31
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 5.090

    AW: ADS ohne ADS in der Kindheit? !??!

    @Lydia: Hormone ? Echt? Hmm...spannend!

    Also, das die Hormone ganz generell einen recht beachtlichen Unterschied ausmachen, ist ja klar, dass Aggression großenteils verschieden ausgedrückt wird -auch kein Thema - aber wie wirken die beispielsweise so direkt und intensiv auf Hauptsymptome des angeblich “für Mädchen typischen“ vornehmlich unaufmerksamen Typus, sprich:die Vergesslichkeit und Desorganisation etc.?

    Also wie würde die weniger ausgeprägte Auffälligkeit in “typischen“ ADS (ohne H!) -Problembereichen mit HORMONELLEN Unterschieden erklärt, bzw. logisch begründet werden (können)?

    Die oft genannten sind ja nun AUSGERECHNET zumeist Kardinalsymptome der Hyperaktivität und oder ausgeprägter Impulsivität in Wort und Tat wie extremer Bewegungsdrang, schnell und oder viel reden...diese Beispiele sind ironischerweise gar nicht relevant. Ich bin noch immer verwirrt.
    Geändert von luftkopf33 ( 4.02.2017 um 13:01 Uhr)

  2. #32
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 13

    AW: ADS ohne ADS in der Kindheit? !??!

    @luftkopf,

    ob Hormon jetzt die ausschalgebenden Gründe für die Unterschiede zwischen "typisches Mädchen ADHS" oder "typisches Jungen ADHS" sind (was ich bei der Einteilung eh für schwachsinnig halte) würde ich nicht unteschreiben.

    Aber bei Frauen hängt viele der Symptome und dessen stärken vom Hormonhaushalt, dass leider so gut wie kein Frauenarzt weiß. So passiert es viele, dass die Meds während der menstruation so gut wie gar nicht wirken und/oder die Symptome viel stärker sind. Ob es jetzt durch östrogen und Testosteron verursachte unteschiede gibt kann ich nichts darüber sagen



    Hinweis: Ich bin kein Experte und drücke nur Meine Meinung aus.

    Meine Theorie zu der Einteilung von "typischen Mädchen" (ADS) und "typsch junge" (ADHS) rührt eher von den Gesellschaftlichen Normen her. ("Negative" auftretende Symptome treten ja nur auf, wenn der Gesellschaftliche Druck in irgendeiner weise zu groß wird.--> ADHS wird als Krankheit betitelt, da wir uns schwer an die "tolle" Gesellschaft anpassen können und nicht weil wir krank sind. Symptome treten ja erst auf wenn man nicht mehr mitkommt oder sich überfodert fühlt -->Begründung: Reizfilterstörung)
    In der Gesellschaft wird erwartet das Mädchen brav, hilfsbereit ect sind, daher versuchen sich Mädchen wahrscheinlich eher ihre ADHS mit zurück ziehen in sich selbst zu kompensieren. bei Jungs dagegegen wird von der Gesellschaft ja eh ein lautes und raupakenhaftes verhalten toleriert. Daher können sie es eher in Hyperaktivität ausleben.
    Ich bin daher der Meinung, dass auch Jungs ADS haben können und Mädchen ADHS.

    Deshalb kann ja auch kein eindeutiges Krankheitsbild , also die perfekte Defintion eines ADHSlers angegeben werden. Es gibt tausende Facetten von Ausprägungen von ADHS/ADS Symptomen aufgrund dass jeder Mensch andere Gesellschaftliche Rahmenbedingungen um sich hat und versucht anders damit umzugehen und sich anzupassen.



    Sorry ich bin ein bisschen vom Thema abgeschweift.

    Gruß Enidan

    PS: Sorry für die schlechte Grammatik und Rechtschreibung. Wenn ich darauf noch ahcten muss verliere ich die Lust am schreiben.

  3. #33
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 5.090

    AW: ADS ohne ADS in der Kindheit? !??!

    Hauptsache, es stört Dich nicht, das andere so eventuell die Lust am Lesen verlieren.*zwinker*

    Ansonsten kann ich nur - mich wie eine uralte gesprungene Schallplatte wiederholend- darauf hinweisen, dass es aller Unsicherheit zum Trotz, Meinungen hin oder her,objektive, empirisch erhobene Fakten gibt.


    Ich persönlich würde wirklich sehr sehr gern diese ständigen Probleme mit der Gesellschaft gegen MEINE ADHS eintauschen. Die mich dummerweise im Alltag ebenso behindert, wie im Dschungel und da ich gar nicht allzu mächtigem Druck ausgesetzt bin, da nicht am Arbeitsmarkt,kann ich nur betonen:

    Mein “Problem“ ist nicht “die Gesellschaft“. Mein “Problem“ ist eine Störung mit Krankheitswert und irgendwie finde ich es langsam aber sicher echt weder noch witzig, noch angemessen, dieses Faktum ausgerechnet unter ADHSlern meist schon begründet “rechtfertigen“ zu müssen.

    Die, die tatsächlich relevante Beeinträchtigungen aufweisen, die sich dummerweise auch nicht im Urlaub in Luft auflösen, müssen ja nicht schon genug um jedes bisschen Unterstützung und darum, mit ihren Schwierigkeiten überhaupt ERNSTGENOMMEN ZU WERDEN! kämpfen, nicht war?

    Das, was hier läuft und manchmal verbreitet wird, ist wirklich schon ernsthafte Sabotage. Uff. Nee, ich bin hier mal wieder raus. Unnötiger Blutdruck-Treiber...
    Geändert von luftkopf33 ( 4.02.2017 um 13:23 Uhr)

  4. #34
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: ADS ohne ADS in der Kindheit? !??!

    Die Frage ist doch, ob man, wenn man in bestimmten Zyklusphasen ADHS-Symptome hat da wirklich von ADHS, oder (zusätzlich) von einer zyklusbedingten Störung ausgehen muss. Immerhin gibt es ja auch Frauen die diese Symptome dann ohne ADHS haben, und Frauen, die nie solche Symptome zyklusabhängig haben und trotzdem die Diagnose ADHS.

    Wenn ADHS durch Hormone verstärkt/hervorgerufen wird, dann würde das ja bedeuten, das es ganz dringend notwendig ist, das die Diagnoserichtlinien sich mit dem Erkrankungsalter bei Mädchen Richtung Pubertät verschieben sollten.

    Nur wie erklärt das dann die Fälle (die ja auch nicht wenige sind), die auch schon vor der Pubertät sehr eindeutig auffällig waren und keine Verschlimmerung durch selbige erkennbar ist?



    Wenn Symptome erst bei Überforderung auftreten, nennt man sowas eigentlich Anpassungsstörung. Die kann ganz ähnliche Symptome wie ADHS haben, hat aber einen anderen theoretischen Ursprung, der eigentlich ziemlich gut auf die beschriebenen Empfindungen der "gesellschaftlichen Schuld" und der eigentlichen Zufriedenheit ohne Druck passt.

    Der grössere Unterschied zwischen den ADHSlern scheint mir eher der Unterschied der jeweilig vordergründigen Probleme zu sein. In Bezug auf die Auffälligkeiten in der Kindheit sehe ich persönlich immer wieder die gleichen Parallelen, die diese 2 Typen voneinander unterscheiden. Vielleicht ist damit auch die unterschiedliche Diagnostik zu erklären.
    Geändert von creatrice ( 4.02.2017 um 13:31 Uhr)

  5. #35
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 5.090

    AW: ADS ohne ADS in der Kindheit? !??!

    Anpassungsstörung, genau, DAS war der Begriff, bzw. die Diagnose, die mir “fehlte“, sozusagen auf der Zunge lag,die halt so oft durchaus eine Überlegung wert wäre.

    Wenn ich mir die Auffälligkeiten in der Kindheit, ob nun mit oder ohne bereits vorhandene korrekte Diagnose, anschaue ist das Bild finde ich, auch bei den hier schreibenden Chaoten aus so vielen sozialen Umfeldern, Schichten usw. wirklich trotzdem recht...übersichtlich? Gerade, jetzt wo ich mich erinnere!, den Frau- Mann- Schwierigkeiten-Vergleich und die akademische Laufbahn betreffend!

    Auf jeden Fall ist es definitiv nicht so verwirrend widersprüchlich, dass ich dieser (imho wirklich gut “typusabhängig“ einzuordnenden) Unterschiede wegen- hier mehr Langsamkeit, dort mehr Sprunghaftigkeit o.Ä.- sogar noch nach Bestätigung UND dem Wiederauffinden der im Papierwust vieler Jahre schlicht versumpften und vergessenen ursprünglichen eigenen Kindheitsdiagnose völlig verunsichert zweimal!! zum Plüsch-Doc plus noch nem Anderen hätte sausen müssen, um dort um nochmalige Überprüfung zu bitten.

    Das sagt mir, dass es gar nicht so arg verwirrend sein müsste. Dass es eher weniger ADHS ist, die soo viele Aspekte, Facetten und was noch mehr, hat...und irgendwie frustriert mich das gerade. Uund jetzt weiß ich wieder, weshalb ich diesem Thread fernbleiben wollte...argh

  6. #36
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 13

    AW: ADS ohne ADS in der Kindheit? !??!

    @luftkopf

    Ich wollte nicht argumentieren, dass ADHS keine Krankheit ist und einem nicht geholfen werden darf.

    Aber die Gesellschaft versteht nicht das Z.B. Konzentrationsmangel und Hyperaktivität von einer Reizfilterstörung im Hirn herührt. Und sehen nur, dass man sich nicht benehmen kann und nicht an regeln hält. Das warum intressiert die doch nicht.

    Ich hab selber ADHS und mich hat das nicht Verstehen wieso ich nicht sein kann wie ich bin und damit akzeptiert werde (weil ich laut der Gesellschaft ja nicht der Normen entspreche) kaputt gemacht.

    Die Inakzeptanz der Gesellschaft gegenüber unser "anders sein" treibt uns doch in Depressionen und Ängste.

    Ich glaube das auch ein "Normalo" ohne wissen über den Dschungel im Dschungel untergehen würde.

    Und der Gesellschaftliche Druck ist ja im Urlaub nicht weg. Im Urlaub gibt es ja auch Regeln und man ist ja eh davon schon so geschädigt, dass es im Urlaub ja nicht besser werden kann.

    Mit Gesellschaft meine ich nicht nur die ARbeitswelt (in der ist der Druck ja besonders schlimm) , sondern die Welt in der wir Leben. Die Welt die uns Normen und Regeln aufdrückt und die einem Bestraft bei nicht Einhaltung ohne zu hinterfragen weshalb diese nicht eingehalten werden können.

    Die Gesellschaft lässt sich nicht so einfach ändern, deshalb ist leider die einzige Konsequenz , dass wir uns anzupassen haben. Durch das Wissen, dass die Gesellschaft so intolerant ist haben wir auch einen Vorteil. Wir können uns Strategien zum Selbstschutz entwickeln, damit sie uns nicht klein bekommen.
    Manche ADHSler haben das Glück diese Strategien schon zu entwickeln ohne davor kaputt gegangen zu sein, die anderen müssen leider durch harte arbeit wieder den Schaden beseitigen und sich wieder aufrappeln.


    @Luftkopf: Für mich ist es deshalb wichtig das jeder, dass versteht. Wenn man versteht was einem Kaputt macht, kann man sich wieder aufrappeln, sich dagegegen schützen und dann mit voller Energie versuchen an der Gesellschaft zu arbeiten.

    Selbstsabotage ist für mich rumzujammern, dass uns keiner verstehen will und sich dadurch selbst zu bemitleiden und nicht weiter zu kommen.


    Durch das, dass jeder Mensch von Geburt an andere Strategien entwickelt kann man auch kein eindeutige Defintion von "sichtbaren" Symptomen von ADHS definieren. deshalb sind wir ja alle so verschieden. (Das unser Hirn auf die selbe Weise anders funktioniert sieht man ja nicht)




    Deshalb ist zurzeit mein Plan: Mich aufrappeln (erledigt)--> Mich besser zu verstehen lernen --> Strategien zum Selbstschutz entwickeln --> und danach anderen ADHSlern helfen


    luftkopf du darfst mir gerne privat schreiben, wenn du was dazu sagen möchtest, aber ich glaub hier schweifen wir (bzw. ich bin ja abgeschiffen) vom eigentlichen Thema ab. Will auch wirklich dir deinen Blutdruck in die Höhe treiben.


    Gruß Enidan

  7. #37
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 441

    AW: ADS ohne ADS in der Kindheit? !??!

    Ich glaube, dass das mit den Hormonen in den Wechselspielen mit ADHS noch nicht ausreichend untersucht ist.

    @Enidan . Ja, ich glaube auch, dass es ADS bei Männern und Frauen gibt. Mein Bruder und einer meiner Söhne hat ADS ohne Hyperaktivität. Meine Mutter hat alle Symptome davon. Was genau da vor sich geht, keine Ahnung, aber ich glaube, dass Hormone eine wichtigere Rolle spielen, als bisher erforscht ist. Sowohl mein Bruder als auch der ADS-Sohn sind beide sehr friedfertig, ruhig, aber ob es "nur" die Hormone sind, die das bewirken? Ich denke, da wird mehr geforscht werden müssen.

  8. #38
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 441

    AW: ADS ohne ADS in der Kindheit? !??!

    luftkopf33 schreibt:

    Also wie würde die weniger ausgeprägte Auffälligkeit in “typischen“ ADS (ohne H!) -Problembereichen mit HORMONELLEN Unterschieden erklärt, bzw. logisch begründet werden (können)?

    Die oft genannten sind ja nun AUSGERECHNET zumeist Kardinalsymptome der Hyperaktivität und oder ausgeprägter Impulsivität in Wort und Tat wie extremer Bewegungsdrang, schnell und oder viel reden...diese Beispiele sind ironischerweise gar nicht relevant.
    Über das Thema denk ich auch schon länger nach, gerade weil ADS ohne H in unserer Familie (Herkunft und jetzige) so oft vorkommt.
    Manche sprechen von einer zusätzlichen Störung des Serotonin/Neoadrenalinspiegels. Andere wiederum von einer verschiedenen Umgangsweise mit dem Kernproblem. Diese sprechen davon, dass manche das ADHS durch Bewegung "minimieren" wollen (bewusst oder unbewusst sei dahingestellt), und andere eben in ihre Träume versinken als Kompensation. Keine Ahnung, ich denke viel drüber nach, aber habe zu wenig detailliertes Wissen.

    Ich zum Beispiel habe als Kind vor lauter Träumen weniger in der Realität gelebt als in meinen Fantasien, nach der Pubertät war ich sportsüchtig und die Träumerei rückte nach hinten. Hormone? Instinkt durch Bewegung? Ich würd gern mehr drüber wissen, um meinen Kindern besser helfen zu können. Wir sind ständig draußen und in Bewegung, ob sie wollen oder nicht, es tut ihnen gut, aber es nimmt ihnen nicht das ADHS ... Ach ja: Nonstop reden können wir alle, wenn uns ein Thema interessiert :-)

  9. #39
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 593

    AW: ADS ohne ADS in der Kindheit? !??!

    Nur mal kurz eingeworfen: Inzwischen wird Hyperaktivität weiter gefasst und insbesondere im Erwachsenenalter auch mit innerer Unruhe, Getriebenheit etc. assoziiert. Dazu gehört auch gedanklich nicht zur Ruhe kommen können und nicht entspannen können. Wann konkret ein Symptomwechsel zwischen Kindheit/Jugend/Erwachsenenalter stattfindet ist individuell verschieden, bei manchen Personen muss man weiter zurückgehen, um die klassische motorische Hyperaktivität zu finden als bei anderen.

    Impulsivität ist etwas anderes, wenn es auch Überschneidungen gibt, Ungeduld, unüberlegtes Verhalten, plötzliches Reagieren (ohne ausreichende Selbstkontrolle) gehört hier rein. Es gibt sehr wohl Personen, die zwar nicht oder wenig hyperaktiv sind, aber vorrangig unaufmerksam (korrekt wäre an sich schwankend in und nicht zu ausreichender Aufmerksamkeitslenkung fähig) und gleichzeitig impulsiv. Zudem kann die Steuerung der Aktivität schwankend sein (Wechel zwischen hyper und hypo).

    ADHS ist eine Störung der Selbstregulation, -wahrnehmung und -steuerungsfähigkeit, emotionsausgelöste (schon ganz basal Lust/Unlust, dann auch Ärger, Verzweiflung, Freude, Begeisterung etc.) Impulse sind stärker verhaltensrelevant als die den Emotionen normalerweise nachgeschalteten Selbstregulationsmechanismen. Dadurch wirkt sich ADHS auf emotionaler Ebene aus (z.B. in ungebremster und überschießender Emotionalität bei "Störungen", aber auch in begeisterter Aktivität mit Hyperfokus wenn alles "passt"), in assoziierten Gedanken und ebensolchen Verhalten.

    Ich bin sicher dass Persönlichkeitsvariablen wie Introversion und Extraversion einen erheblichen Einfluss auf das jeweilige Erscheinungsbild haben, andere Faktoren wie Sozialisationsfaktoren und andere Umgebungsbedingungen sowie intellektuelle und andere Begabung einen modulierenden Einfluss haben, indem sie Kompensation (nicht ob oder ob nicht, sondern wie viel, wie gut, wie lange) mitbestimmen. Last but not least gibt es Unterschiede in der Ausprägung des ADHS an sich.

    Anpassungsstörung nach ICD-10 ist was anderes: Einer Person gelingt die Anpassung sprich Lebensbewältigung durch umgrenzbare äußere Umstände, Lebenserfahrungen oder -bedingungen nicht mehr hinreichend, es kommt zur Entstehung depressiver, ängstlicher o.a. Symptomatik kürzerer oder längerer Dauer. Der Stress ist zu groß, die Bewältigung zu gering. Man könnte auch sagen Belastungsstörung ohne vorhergehende Trauma wie bei der posttraumatischen Belastungsstörung.

    Individuelle Faktoren können dabei jedoch selbstverständlich eine Rolle spielen, einer ist früher und unter weniger schwerwiegenden Bedingungen nicht mehr zu hinreichender Bewältigung in der Lage als der andere. Ersterer könnte ADHS als Basisstörung haben. Stichwort geringere Stresstoleranz.

    (Soviel zum Thema "kurz eingeworfen" )

    PS: Lydia, deine Überlegungen von motorischer Hyperaktivität, innerem Wegträumen als unterschiedlichen Kompensationsversuche auf bestehende Selbstregulationsprobleme und Überreizung bei gestörter Reizfilterung (wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe) finde ich interessant und habe Derartiges auch schon da und dort gelesen bzw. mitgekriegt (blöd, dass ich mir nie gut merke, wo da und dort war, das wird mich noch Kopf um Kragen kosten in meinen Prüfungen).

    Und eine Interaktion von Dopamin, Noradrenalin und Serotonin in unterschiedliche Varianten, auch das wird im Zusammenhang mit unterschiedlichem Schwerpunkt der Symptomatik angenommen, Ansprechen auf unterschiedliche Medikation vermutlich entprechend. Nur gibt es (noch) keine zuverlässigen Unterscheidungskriterien von Patientengruppen, so dass zielgerichteter behandelt werden können.

    Hinweise gibt es zumindest, übrigens auch darauf, dass ADHS-Patienten mit gutem Arbeitsspeicher (die gibt es, kleine Untergruppe) sensibler und bei geringeren Dosen schon optimal auf Stimulantien ansprechen, und nur bei geringfügigen Dosissteigerungen (dort wo andere erst in die Wirkung kommen) sich schon wieder eine Symptomverstärkung zeigt.
    Geändert von alice_s ( 6.02.2017 um 07:57 Uhr) Grund: Ergänzung

  10. #40
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 441

    AW: ADS ohne ADS in der Kindheit? !??!

    Danke Alice_s für die wunderbare Zusammenfassung, die druck ich mir aus :-)

    Das mit dem guten Arbeitsspeicher, wo hast du denn das gelesen? Ich hab fast alle Fachbücher durch und hab das nirgends gefunden. Ich hab nämlich so ziemlich alle ADHS-Symptome außer das mit dem Arbeitsspeicher, der ist bei mir und meinen Kindern sehr gut (nur mein Mann macht ne Ausnahme :-)) Ich war lesesüchtig als Kind und meine Kinder sinds auch schon, ich hab schon vermutet, dass es daran liegen könnte. Ständige Dauernutzung des Arbeitsspeichers, auch durch Gesellschaftsspiele im Übermaß (lesen und spielen und Wissen anhäufen im Übermaß, bis zur Sucht)? Ich hab als Kind gut 10 Bücher pro Woche gelesen, auch Sachbücher, mein Kopf ist ein wirres Sammelsurium an Wissensmassen. Wir reden in der Familie ständig über hunderte von Themen und diskutieren sie durch ... Hyperfokus in die Richtung ... Dafür liegt der Haushalt ...

    ach ja, und wir drei reagieren alle auf winzige Dosen Medikation ... So interessant ...

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