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Diskutiere im Thema Psychiatrie in Deutschland. ... im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 107

    Psychiatrie in Deutschland. ...

    Hallo ihr Lieben!

    Bin echt etwas verzweifelt. Stellt euch vor , ihr würdet als Arzt/Psychologe/Therapeut in einer Psychiatrie arbeiten und würdet mitansehen, dass ein durchaus großer Teil der Patienten ADS/ADHS'ler sind. Dies aber, ja erstmal größtenteils
    überhaupt nicht entdeckt wird bzw trotz der Diagnose nicht richtig behandelt wird! Wenn man Kollegen dies versucht zu sagen, häufig nicht ernst genommen wird...
    Ich glaube nichts destotrotz , dass die Diagnose richtig zu stellen in einigen Fällen wirklich schwierig erscheint, aber es sich in den allermeisten Fällen dann eben doch um ADS oder ADHS handelt.
    Ich sehe in einem solchen Fall, mehrere Möglichkeiten:
    1. Jobwechsel- was einer Kapitulation gleichkommen würde...
    2. Versuch Nerven zu bewahren und immer wieder seine Kollegen versuchen auf nette Weise auf das Adhs der Patienten hinzuweisen, versuchen Kompromisse einzugehen, auf Fortbildung zum Thema ADHS für die Klinik hinweisen etc.
    3. Seine Hauptenergie in erster Linie für seine eigene Karriere einzusetzen, mit dem Ziel möglichst schnell fertig zuwerden , um in eine Position zu gelangen, wo man selber Entscheidungen besser durchsetzen kann.

    Letzendlich kann ich web4health, der bereits vor mehreren Jahren auf die Problematik hingewiesen hat, verstehen. Ich denke es gibt Gegenden in Deutschland, vermutlich der Raum Würzburg, wo die Diagnose wohl tatsächlich etwas häufig gestellt werden könnte. Allerdings glaube, dass wir immer noch größtenteils in Dunkeldeutschland leben und die Diagnose viel zu selten überhaupt gesehen wird.
    Wahrscheinlich wird nur die Zeit die Wunden heilen- solange helfen wohl nur noch Aufklärung und Fortbildungen sowie der Glaube an das Gute,was mir irgendwie gerade ein bisschen fehlt
    LG
    Geändert von Howard ( 6.01.2017 um 17:55 Uhr)

  2. #2
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 977

    AW: Psychiatrie in Deutschland. ...

    Howard schreibt:
    ......... Allerdings glaube, dass wir immer noch größtenteils in Dunkeldeutschland leben und die Diagnose viel zu selten überhaupt gesehen wir
    Hmmmmm! Ich habe voll-Profi-Idioten erlebt - soganannte Bundeswehr Schla...ter-Ärzte, die einfach nur dumm und unqualifiziert waren. Ich habe dumm-Ärzte beim Jobcenter erlebt und unendlich viele dumme Dozenten. Das alles ging über unglaubliche 50 Jahre, bis mein jetziger Psychater nach sage und schreibe wenigen Minuten erkannte, dass ich ADHS und Begleiderkrankungen habe.

    Das Problem ist, dass in diesen "dunkel und dummes" -Deutschland nichts, aber auch gar nichts richtig angefangen wird.Es ist einfach nur traurig. Acht Jahre haben diese Idioten versucht micht zum 'Bund zu holen und einige zigtausende Steuergelder bewusst verschwendet, der im Ernstfall wahrscheinlich nichts anderes gemacht hätte als in den Ar.... dieser Idioten zu schießen. Statt zu fördern wurde von diesen Personen gefoltert - mit ein tausendfaches von Steuergelder, das wesendlich besser hätte angelegt werden können. Es ist alles so Traurig. Es ist so traurig wie täglich dieses Land von Idioten "geplündert" wird, die einfach nur an ihren eigenes Vorteil denken.

    Du beschreibst es ja zum Teil selbst, dass da vieles gar nicht beachtet wird.
    Geändert von spacetime ( 6.01.2017 um 19:35 Uhr)

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 107

    AW: Psychiatrie in Deutschland. ...

    Hallo spacetime,
    Erstmal tut mir das was du schreibst wrklich in der Seele weh!
    Die Frage für mich an der ganzen Sache ist inzwischen allerdings die:
    Kann man zB jemanden mit Adhs+Depression raten in die Psychiatrie zu gehen, bzw. auch nur bei Depression+ V.a. ADHS?
    Ich glaube tatsächlich, dass eine Depression zwar stationär dort bei Nicht-Adhslern gut behandelt wird. Bei ADHSlern wäre meine Sorge, dass zb nur die Depression gesehen wird- das adhs aber unbehandelt bleibt und damit die Behandlung häufig nicht erfolgreich verläuft.

  4. #4
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 977

    AW: Psychiatrie in Deutschland. ...

    Howard schreibt:
    Hallo spacetime,
    Erstmal tut mir das was du schreibst wrklich in der Seele weh!
    Die Frage für mich an der ganzen Sache ist inzwischen allerdings die:
    Kann man zB jemanden mit Adhs+Depression raten in die Psychiatrie zu gehen, bzw. auch nur bei Depression+ V.a. ADHS?
    Ich glaube tatsächlich, dass eine Depression zwar stationär dort bei Nicht-Adhslern gut behandelt wird. Bei ADHSlern wäre meine Sorge, dass zb nur die Depression gesehen wird- das adhs aber unbehandelt bleibt und damit die Behandlung häufig nicht erfolgreich verläuft.
    Warum? Ich denke, dass es nichts anderes ist was andere auch so oder ähnlich erlebt haben - nur mit den Unterschied, dass ich versucht habe diesen "Schwachsinn" zu verstehen. Ich weiß aber natürlich was du damit meinst.

    Diese Frage kann ich nicht wirklich beantworten, da für mich persönlich die Psychatrie das Ende aller Hoffnungen wäre. Es gab viele verzweifelte Momente in meinen Leben, aber niemals den Gedanke in eine Psychatrie zu gehen. Für mich wäre es einfach das Ende. Womit ich aber keineswegs sagen möchte, dass es für andere vielleicht wichtig wäre.

    Ich selbst kann es mir aber jedenfalls nicht vorstellen. Ehrlich gesagt kenne ich auch keinen der da wirklich Hilfe bekam. Selbst nicht nach unzähligen aufendhalte.
    Geändert von spacetime ( 6.01.2017 um 20:07 Uhr)

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 107

    AW: Psychiatrie in Deutschland. ...

    Hmm, naja Psychiatrien haben schon ihren Sinn- aber ob sie eben ADHSlern so gut helfen ist die Frage...

    Letzendlich kann ich mich aber nur einigen anderen Foristen anschließen:
    Die USA mögen aus unserer Sicht in vielerlei Hinsicht fragwürdige und befremdliche Sitten, Gesetze, menschenunwürdige Sozialsysteme etc. haben.
    Was jedoch die Behandlung von ADHS angeht sind sie uns tatsächlich Lichtjahe voraus. Gut, ich will hier jetzt auch nicht rumjammern- nur schade ist es schon...

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.543

    AW: Psychiatrie in Deutschland. ...

    Ich hab leider das Problem in meinem Bekanntenkreis auch,die Schwester einer Freundin wurde wegen Depressionen lange u.intensiv behandelt,es geht ihr kein Stück besser in Bezug auf ihre anderen Probleme,Impulsivität,Chaos,A ggressionen etc.-ich kenne sie schon sehr lange aber auch nicht so gut,das ich ihr raten würde eine ADHS spezifische Diagnostik u. Behandlung zu suchen.Außerdem outet man sich mit dem Wissen irgendwie auch selbst und das ist dann noch so ein Thema,weil es bei mir nur enge Freunde u.Familienangehörige wissen.Und meiner Freundin habe ich meinen Verdacht zwar mitgeteilt,aber die hat von ADHS natürlich keine Ahnung.
    Schwierig.

    Aber ich würde als Fachperson nicht tatenlos zusehen wenn es mir bei der Arbeit dauernd begegnet.Ich würde dranbleiben an dem Thema.@Howard kannst du nicht die anderen fortbilden bzw.dich selbst solcher Patienten annehmen? Ich weiß nicht welche Möglichkeiten du hast von deiner Position her?

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.543

    AW: Psychiatrie in Deutschland. ...

    @spacetime,mir hilft die psychiatrische Ambulanz bei der ich in Behandlung bin sehr,seit Jahren.Ist doch wie überall,man muss halt suchen bis man wen fähiges trifft wo die Chemie stimmt.Das kommt zwar selten vor aber von solchen Begegnungen habe ich sehr profitiert.Ich bin da mittlerweile auch kompromissloser,wenns nicht hilft Wechsel ich schneller und suche weiter.auch wenn es Kraft und Nerven kostet.

  8. #8
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 107

    AW: Psychiatrie in Deutschland. ...

    @hypie1

    Erstmal danke für deine Antwort- das mit dem Outing im Freundeskreis, Bekanntenkreis oder sogar im Beruf ist wirklich so ein ganz eikles Thema. Einerseits sollte man immer bedenken, dass es viele Leute gibt, die kaum Verständnis für ADHS besitzen, bzw. es dann natürlich auch wiederum Leute geben könnte (wenn diese über ADHS wirklich Bescheid wissen), dass diese dann wissen, dass man selber sehr beeinträchtigt ist.
    Ich kann nur sagen, dass mir ein Outing vor Leuten, die mir wirklich etwas bedeutet hatten, in der Regel nicht geschadet hat.

    Zum Thema berufliche Möglichkeiten ist es doch leider so, dass man mit ADHS ja häufig nicht so arbeitet, wie die Stinos es gerne sehen würden, sodass dies erstmal eher ein Hindernis darstellt. Wenn man dann noch Kollegen hat, die zwar nett sein mögen, aber die ADHS konsequent als ein nicht so großes Problem sehen, ist dies irgendwann echt anstrengend.

    Ich weiß es nicht - ich habe mich schon oft gefragt: Was wäre eigentlich wenn...?

    Ich meine, wenn ich ein Stino-Arzt wäre und mir beigebracht werden würde, dass ADHS ja gar nicht so schlimm ist - es von mir sowie häufig übersehen würde und wenn ich denken würde, dass leitliniengerecht eine Depression ohne Berücksichtigung des ADHS zu behandeln ist, ja dann würde ich auch wahrscheinlich fast alles, was in diesem Forum hier diskutiert wird, für Quatsch, übertrieben und nicht verifizierbar halten.

    Aber du hast schon Recht, das wichtigste ist wohl, dass man dran bleiben sollte die Leute aufzuklären...

  9. #9
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 43

    AW: Psychiatrie in Deutschland. ...

    Howard schreibt:
    Hmm, naja Psychiatrien haben schon ihren Sinn- aber ob sie eben ADHSlern so gut helfen ist die Frage...

    Letzendlich kann ich mich aber nur einigen anderen Foristen anschließen:
    Die USA mögen aus unserer Sicht in vielerlei Hinsicht fragwürdige und befremdliche Sitten, Gesetze, menschenunwürdige Sozialsysteme etc. haben.
    Was jedoch die Behandlung von ADHS angeht sind sie uns tatsächlich Lichtjahe voraus. Gut, ich will hier jetzt auch nicht rumjammern- nur schade ist es schon...
    Lieber Howard,

    Was ist denn in den USA so um vieles besser?

    Sorry, ich befasse mich erst seit meiner eigenen Diagnose jetzt mit 61 J. seit ein paar Monaten mit AD(H)S und es würde mich interessieren, wie der Stand in den USA ist.

    Wenn ich früher mal versucht hatte, Hilfe bei einem Therapeuten zu holen, sprach man auch immer gleich von einer (larvierten) Depression und wollte mir AD geben.

    Ich wusste aber, dass ich keine Depression hatte und wollte nichts nehmen, ausser im Winter mal Johanniskraut.

    Ich denke, hier ist es ein grosses Problem, dass sich die meisten psychiatrischen oder psychologischen Fachpersonen nicht mit AD(H)S bei Erwachsenen auskennen und die wenigen, die sich darauf spezialisiert haben, ausgelastet sind.

    Lieber Gruss
    Lunatic

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.822

    AW: Psychiatrie in Deutschland. ...

    In den USA scheint es vielen besser, weil dort die Medikamentenauswahl deutlich größer ist, zumindest wird dort leichter alles mögliche verschrieben. Aber wer geht denn in den USA zum Psych und lässt sich Medikamente verschreiben? Die Privatzahler sind das größtenteils, natürlich ist es da für Ärzte auch überlebensnotwendig auf Patientenwünsche und Vorstellungen einzugehen, die leben nicht von Kassenbeiträgen, sondern von Zufriedenheit. Und Zufriedenheit bedeutet oft das was der Patient will oder meint, nicht immer das, was vielleicht angebracht wäre. Das sollte man auch nicht vergessen.

    Wir bekommen hier Medikamente, teure, langwierige Therapien und Krankenhausaufenthalte für (im Verhältnis) wenig Geld (Beiträge), die, die keine Beiträge zahlen können werden mitgestützt, soooo schlecht ist die Psychiatrie in Deutschland nun wirklich nicht.

    Klar gibt es, wie in jedem Fachgebiet auch blöde, arrogante, unfähige Exemplare, aber man kann ja auch wechseln, zur Not auch mehrfach. Und man kann aus jeder Therapie lernen, denn die befasst sich nicht mit dem Krankheitsbild, sondern mit Beschwerden. Bei Depressionen kann es auch kognitive Einschränkungen geben, ich war schon vor 15 Jahren in der Klinik am computergestützten kognitiven Training, und das mit der Diagnose Depression. Selbstwertgefühl, Strategien zur Alltagsbewältigung, Probleme mit Mitmenschen etc etc kann man in jeder Therapie ansprechen und bearbeiten. Und wenn man nicht weiterkommt, oder es einem zu schnell geht oder man anderweitig unzufrieden ist, dann kann man das auch ansprechen. Niemand ist dazu verdammt nichts für sich zu tun, oder einen falschen unnützen Weg zu gehen. Und selbst wenn man sich nicht traut, Kritik anzuwenden, dann kann man ja erstmal in der Therapie lernen, wie man das macht, ohne sich total unwohl zu fühlen..... wäre ja auch schonmal einen Schritt weiter als ohne.

    Egal wo auf der Welt, der Erfolg beim Patienten in der Psychiatrie hängt IMMER auch von ihm selbst ab. Wir hier in Deutschland haben das Glück so ziemlich aus den Vollen schöpfen zu können, egal welcher Bildungsstand, welcher finanzielle Background, welches Geschlecht und welche Religion.
    Ja...... ich finde die Psychiatrie in Deutschland im Großen und Ganzen sehr gut, gemessen am Stand der Wissenschaft und an den Möglichkeiten für Alle, im weltweiten Ranking.

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