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Diskutiere im Thema Depressionen / schwarzes Loch nach der Diagnose normal? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 8

    Unglücklich Depressionen / schwarzes Loch nach der Diagnose normal?

    Hi, na?

    Ich habe heute lange gesucht, finde es aber einfach nicht mehr. In diesem oder einem anderen Forum las ich vor ein paar Monaten, dass es wohl gar nicht so selten ist, dass Betroffene nach der Diagnose-Stellung und insbesondere in den ersten Wochen und Monaten der Medikation depressiv werden.

    Als mögliche (für mich auch teils widersprüchliche) Gründe wurden genannt:


    • MPH kann zu Beginn zu Depressionen führen (bestätigte meine Ärztin)
    • Die "Gewissheit" kann dazu führen (nach manchmal jahrelanger Quälerei und Suche und / oder Falschdiagnosen), dass eine große Spannung abfällt, die sich auch in Erschöpfung / Depression zeigen kann (trifft bei mir weniger zu, ich war eigentlich erstmal nur sauer)
    • MPH und andere Medikation führt erstmal dazu, dass sich AD(H)Sler bewusst werden, wie das Leben ohne Konzentration, Schlafrhtyhmus war und das wiederum führt zu sehr vielen, sehr schnellen Einsichten auch in Bezug auf das eigene Verhalten bzw. eine verstärkte Wahrnehmung der Problematik und das wiederum zu einer Überforderung, mit diesem neuen Leben umzugehen (trifft bei mir zu, jedoch unabhängig von Medikamenten)
    • Das Verstehen der Erkrankung, die eigene Betroffenheit und plötzlichen Erklärungen führen zu Hilflosigkeit und Angst (trifft bei mir nict so richtig zu)



    Kurzum: Habt ihr da ähnliche Erfahrungen? Wie ging es euch nach den Tests (die ja auch schon eine mitunter sehr krasse emotionale Arbeit sind. Ich erinnere mich an Telefonate mit meinen Eltern, an das Lesen von Schulzeugnissen - das waren teilweise emotionale Berg- und Tal-Fahrten) - Erleichterung oder Wut oder Angst oder was ganz anderes? Kennt ihr auch das "High" nach der Diagnosestellung?


    Ich bin nach der "Bestätigung" komplett abgestürzt. Ich kann bis heute nicht mal sagen, was da alles zu geführt hat. Ich glaube es war auch ein unheimlicher Kampf mit mir selber, mir das auch zu glauben. Mir zu glauben, der Diagnostik, der Erkrankung an sich (und auch Zweifel daran).

    Ich glaube, es würde mir sehr helfen zu wissen, ob andere sich auch so beschissen danach gefühlt haben? Und was euch geholfen hat, besser damit umzugehen. Oder war es nur Zeit vergehen lassen? Oder Medikamente?

    Danke!




  2. #2
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 998

    AW: Depressionen / schwarzes Loch nach der Diagnose normal?

    Ehrlich gesagt war es kein allzu großer Unterschied (vor bzw. nach der Diagnose).
    Dennoch war es für mich wohl eher eine Art Erleichterung und weniger ein Grund in Depressionen zu verfallen.

    Wobei ich sagen "muss", dass ich den ADHSler-Arzt nicht unbedingt sympatisch gefunden habe - was ja nicht unbedingt etwas "neues" für ADHSler und Co ist

    Was mir geholfen hat? Die Frage ist so einfach und dennoch schwer zu erklären, so dass ich sie gar nicht erst versuche zu erklären.

    (Wobei ich sicherlich nicht abstreiten möchte, dass "richtige" Medikamente einen dabei unterstützen können).
    Geändert von spacetime (28.10.2016 um 16:36 Uhr)

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 16

    AW: Depressionen / schwarzes Loch nach der Diagnose normal?

    (chaotisches übernächtigtes Geschwurbel, aber falls die Zustimmung und das Verständnis für A. doch rauszulesen ist, lasse ich es stehen)

    Öhm, hier. Ich bin wütend über die unnötig verpasste Zeit. Nach einer Anfangseuphorie, wo alles so schön neu und stimulierend zu erfahren war, warum ich so bin und alles so gelaufen ist bei mir (und bei anderen die ich kenne!), bin ich jetz in einer Phase, wo ich das Gefühl habe: "Ich weiss, dass ich nichts weiss". Oder anders: die Höhe des Problembergs überfordert mich. Zumal ich im Nebel laufe und immer nur steinigen Weg vor mir sehe. Oder so ähnlich.
    Naja, schnell hingetippt mitten in der Nacht. Ja, ich hab das auch. Ich brauch Struktur, um die Dinge geordnet anzugehen. Ich darf nicht zuviel auf einmal machen. Ich muss mich kontrollieren. Ich kann mich schlecht kontrollieren. Ich muss stark sein. Ich bin schwach. Ich beisse mich fest in negativen Gedanken. In anderen Momenten bin ich unbesiegbar. Chaos. Und immer wieder Abstürze. Angst, dass die sich festigen. usw usf.

  4. #4
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 8

    AW: Depressionen / schwarzes Loch nach der Diagnose normal?

    Zumal ich im Nebel laufe und immer nur steinigen Weg vor mir sehe.
    Exakt das. Exakt. Und noch mehr:

    Ich muss mich kontrollieren. Ich kann mich schlecht kontrollieren. Ich muss stark sein. Ich bin schwach. Ich beisse mich fest in negativen Gedanken. In anderen Momenten bin ich unbesiegbar. Chaos. Und immer wieder Abstürze. Angst, dass die sich festigen
    Ich komme mir oft vor, als hätte ich eine permanente Kindergärtnerin in mir, die mit mir spricht oder schimpft oder mich lobt, wenn ich wieder ganz toll funktional war. Funktionieren kann ich dann wirklich besser - aber glücklicher bin ich dadurch nicht :/

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.647

    AW: Depressionen / schwarzes Loch nach der Diagnose normal?

    Hier hilft Therapie ganz gut ist meine Erfahrung. Man neigt schnell dazu die Anforderungen für sich wieder zu hoch zu schrauben insb.wenn man Hilfe durch Medikament erhält.Und sich weiter mit "Normalos" vergleicht.Das ist nicht unbedingt ratsam.Aber das lernt man so nach und nach,ich hatte/habe da auch immer wieder Berg u.Talfahrten...

    Selbstbestrafung und harter Umgang mit sich ist kontraproduktiv.

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 232

    AW: Depressionen / schwarzes Loch nach der Diagnose normal?

    Ich hab mir gefreut wie ein Koenig, als ich die Diagnose hatte. 1. hatte ich schon einen langen Selbstverdacht. 2. hatte ich endlich was handfestes. Dieses staendige "Das kann man sich ja auch einreden" und "jeder hat doch mal schlechte Tage" Gelaber ging mir so dermassen auf die Nerven, weil mir einfach (fast) niemand glaubte!!! 3. (resultiert aber schon aus 1. heraus, also vor der Diagnose) hab ich anfangen koennen, mein ganzes Leben zu verstehen und mir kam es vor als falle unglaublichster Ballast von meinen Schultern - ganz besonders, als ich ADD on the Job von Lynn Weiss gelesen habe. Ich hab noch nie so viel bei einem Buch heulen muessen.

  7. #7
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Depressionen / schwarzes Loch nach der Diagnose normal?

    Ich hatte richtige Depressionen nach der Diagnose, weil ich den Hoffnung beraubt wurde, je "geheilt" zu werden.
    Mit Diagnose "Borderline" hatte ich immer noch die Hoffnung, mithilfe von Therapie irgendwann gesund zu werden.
    Bei ADS ist es ausgeschlossen, ich muss also Medis nehmen. (auf jeden Fall einige Zeit)

    Eigentlich habe ich immer noch klitzekleine Hoffnung, dass es doch eine Fehldiagnose ist, bin bei mir bezüglich ADS noch sehr stark am Zweifeln. Mein grosste Wunsch bleibt immer noch, in einer richtiger Klinik so richtig durchgecheckt zu werden.
    Kann mir aber das momentan berufstechnisch nicht erlauben.

    Nun ja, seitdem es bei mir beruflich rund läuft, geht mir auch wieder gut. Ich sage mir: "Ob Borderline oder ADS oder whatever ist Wurscht, hauptsache du kommst klar"

    @hypie1

    Warum soll man sich nicht mit "Normalos" vergleichen?
    Ich habe z. B festgestellt, dass es mir gut tut, wenn ich feststelle, dass ich mich mit sogenannte "Normalos" (wer weisst, was für Macken sie auch haben) gut vergleichen kann und gar nicht so übel abschneide. Ich bin ziehmlich leistungsstark und belastbar.
    Ich habe festgestellt, dass als ich mich nur mit psych. Kranken vergleicht habe, mich selbst behinderte bzw. mich in die Krankheit reinsteigerte

    absatz schreibt:
    Exakt das. Exakt. Und noch mehr:

    Ich komme mir oft vor, als hätte ich eine permanente Kindergärtnerin in mir, die mit mir spricht oder schimpft oder mich lobt, wenn ich wieder ganz toll funktional war. Funktionieren kann ich dann wirklich besser - aber glücklicher bin ich dadurch nicht :/
    Um leben zu lernen, muss man zuerst einfach funktionieren.
    Wenn es mit funktionieren gut läuft, man bewegt sich da sicher und fast selbstverständlich - dann kann man sich auch lagsam auf den Weg begeben, zu lernen, glücklich zu werden.

    (Sorry, ist meine Erfahrung, bei jmd. anderen ist es vielleicht anders)

    Ich bin momentan einfach froh, gut funktionieren zu können und eingemassen zufrieden zu sein.
    Geändert von Felis (31.10.2016 um 23:12 Uhr)

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.088

    AW: Depressionen / schwarzes Loch nach der Diagnose normal?

    Um leben zu lernen, muss man zuerst einfach funktionieren.
    Wenn es mit funktionieren gut läuft, man bewegt sich da sicher und fast selbstverständlich - dann kann man sich auch lagsam auf den Weg begeben, zu lernen, glücklich zu werden.

    (Sorry, ist meine Erfahrung, bei jmd. anderen ist es vielleicht anders)

    Ich bin momentan einfach froh, gut funktionieren zu können und eingemassen zufrieden zu sein.
    im funktionieren war ich Weltmeister - ich habe funktioniert und das sogar sehr gut .... bis, ja bis ich nicht mehr funktionieren konnte.
    Das ist zur Zeit der Fall, ich kann nicht mehr funktionieren, da fehlt mir einfach nur noch die Kraft zu.


    Für mich war die Diagnose eine Belastung - jetzt einen Namen dafür zuhaben erzeugte bei mir viel Druck. Den Druck, jetzt nur alles zu beachten und dann muß es ja klappen und wehe nicht.

  9. #9
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.647

    AW: Depressionen / schwarzes Loch nach der Diagnose normal?

    Weder ein Vergleich mit psychisch kranken oder meinem "normalem Umfeld " macht für mich Sinn.

    Ich habe Besonderheiten, die mich anders funktionieren lassen- d.h. ich muss für mich andere Lösungen finden im Alltag als die Mehrheit ,damit ich klarkomme. Klar orientiere ich mich grundsätzlich an meinem Umfeld, aber ich habe mir abgewöhnt zu funktionieren wie andere, und ich bin zwar leistungsorientiert aber nicht belastbar. Die Diagnose hat mir damals geholfen das zu erkennen.

    Mich macht es unglücklich wenn ich den Anspruch an mich habe ohne Medis klarzukommen, einen langen Tag ohne Pausen durchzuhalten, eine Besprechung ohne rausgehen zu überstehen, lange zuhören zu müssen, ein paar Tage auf Sport zu verzichten -alles was die Mehrheit meines Umfelds ,"Normalos" ohne Probleme hinkriegt. Damit würde ich mir sinnlos Druck erzeugen.

    Ich versuche lieber rauszufinden was mir das Leben irgendwie erleichtern könnte; die passende Dosis des passenden Medikaments, die passende Dosis Sport, die passende Dosis soziale Kontakte etc.etc. Einiges hab ich hinbekommen, anderes noch lange nicht.
    Ich fühle mich nicht psychisch krank, aber eingeschränkt in einigem und die Konsequenzen, die passieren wenn ich meine Einschränkungen nicht beachte sind gravierend für mich.
    @Felis,daher vergleiche ich mich nicht und nach der Diagnose erst recht nicht.

    Aber je nach Ausprägung der Symptome sind wir da unterschiedlich unterwegs und klar kann ein Vergleich zu mehr Leistung etc anspornen und einem ein gutes Gefühl vermitteln dass man mithalten kann.

    Und auch wenn sich das jetzt so anhört als könnte man das aktiv entscheiden: Ich habe zu viel Zeit meines Lebens in schwarzen Löchern verbracht, ich versuche mittlerweile alles dafür zu tun, dass das möglichst selten passiert und wenn es passiert, dann versuche ich mich nicht dafür zu bestrafen und dazu gehört, mir wenig Druck zu machen, von außen kommt der schon genug...

    Ein bisschen wirr mein Schreiben sorry.

  10. #10
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 617

    AW: Depressionen / schwarzes Loch nach der Diagnose normal?

    Ich hatte mein kurzes Leben lang mich gefragt, warum ich (manchmal) so sonderlich bin und all diese Eigenheiten, es wäre mir aber nie eingefallen, im ICD eine Beschreibung dafür zu finden. Vor so einem Sammelusurium all dieser Eigenarten hab ich mich erstmal auch ziemlich tief in Depression gestürzt - So tiefgreifende Beschreibungen aller Lebensbereiche, in einem einzigen Wort zusammenzufassen, hat mir damals die Sicherheit gegeben, nichts zu sein als ein Wort.

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