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Diskutiere im Thema nach zahlreichen Fehldiagnosen und Leidensweg nun ADHS-Diagnose im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 13

    nach zahlreichen Fehldiagnosen und Leidensweg nun ADHS-Diagnose

    Hallo nach einem langen Leidensweg und mehreren abenteuerlichen Diagnosen, Psychiatrieaufenthalten und Psychompharmakagaben wurde jetzt durch einen Zufall eine Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität diagnostiziert. Ich hatte schon immer Probleme, aber so richtig aufgekocht sind diese erst vor fünf Jahren, da war ich bereits 28.
    Bis hierhin hatte ich schon etliche Arbeitsplatzwechsel (>10 Arbeits- und Ausbildungsstellen), Beziehungen und das schlimmste das gestörte Sozialverhalten. Nun bekam ich dann vor fünf Jahren die Diagnose Borderline-Persönlichkeitsstörung (und andere). Daraufhin wand ich mich an eine Spezialklinik, die mich aufgrund mangelnder Symptomatik nicht aufnahm. Ich schluckte das und wurde weiterhin mit allerlei Neuroleptika gefüttert, die aber nicht halfen, nein im Gegenteil zu vermehrten Zusammenbrüchen in immer kürzeren Abständen und bizarren Verhaltensauffälligkeiten führten, teilweise litt ich sogar an Halluzinationen, welche vorher nie ein Problem für mich gewesen sind. Möchte hier die Medikamente nicht verteufeln, ich habe einfach die falschen bekommen. Nachdem ich Anfang diesen Jahres durch Hausarztüberweisung wieder in die Psychiatrie gegangen war, wollte ich dort so schnell wie möglich wieder raus. Meinem Wunsch wurde stattgegeben und ich begab mich auf die Suche nach einem Psychotherapeuten, um eine nächste Katastrophe abzuwenden. Ziemlich schnell fand ich dann auch einen. Nach Schilderung meiner Probleme sagte der er könne mir nicht helfen. Also gut, den nächsten gesucht, auch dieser konnte mir nicht helfen. Ich war schon ziemlich am Kotzen und habe ohne Sinn und Verstand eine Liste abtelefoniert. Dabei stoß ich auf einen der im Gegensatz zu allen anderen eine richtige Anamnese vorab mit mir durchgeführt hat. Es wurden eine Menge Fragebögen hin und her verschickt. Das Ende vom Lied ist dass nach einer gründlichen Anamnese mit Familienmitgliedern nun eine Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität diagnostiziert wird und ich dem nur zustimmen kann. Was ich sagen will ich wünschte ich hätte das alles früher gewusst und viele Katastrophen wären mir erspart geblieben bzw. erleichtert. Bitte lasst euch nicht mit irgendwelchen Diagnosen abspeisen und kümmert euch vor allen Dingen früh genug darum, ich bin jetzt 32 und da ist der Zug eigentlich schon abgefahren. Es gibt immer noch gute Ärzte da draußen und Menschen die einem helfen wollen. Hört auch immer auf euren eigenen Verstand und Gefühl, holt euch mehrere Meinungen ein. Ich wünsche euch allen alles Gute.

  2. #2
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 42

    AW: nach zahlreichen Fehldiagnosen und Leidensweg nun ADHS-Diagnose

    Hallo mimigrid!

    Hmm, was meinst du damit dass der Zug mit 32 eigentlich schon abgefahren ist?

    Ich selber habe zwischen dem 37. und dem 50. Lebensjahr etliche Diagnosen erhalten, da war auch BL und andere PS dabei und nun endlich mit 61 Jahren die ADHS-Diagnose..
    Deshalb sind die anderen aber nicht falsch, denn es gab genügend Traumata in meinem Leben, um die PS zu erklären, was mir auch die Diagostikstelle für ADHS bei Erwachsenen bestätigt hat. Alle meine Probleme lassen sich nicht nur mit ADHS erklären und ich sehe das genauso.
    Nun bekomme ich neben der schon laufenden Therapie auch noch Medikinet adult und mir fällt vieles leichter.

    Klar wäre es schön gewesen, schon mit 30 oder 32 Jahren die passende Diagnose zu erhalten, oder gar als Kind, es hätte sicher einiges leichter gemacht. Vielleicht auch nicht, wer weiß dass schon?
    Vor 30 Jahren war die Psychologie/Psychiatrie halt noch nicht so weit.

    Deshalb ist es für mich aber noch nicht zu spät, dass fände ich dann wirklich traurig!

    LG lillith

  3. #3
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 13

    AW: nach zahlreichen Fehldiagnosen und Leidensweg nun ADHS-Diagnose

    Hallo Lillith,

    damit meine ich, dass die ADHS der eigentliche Übeltäter im Hintergrund war/ist und wenn ich diese früher behandelt hätte wären vielleicht die ganzen anderen Mistkäfer nicht auch noch dazu gekommen. Zum abgefahrenen Zug: vielleicht hätte ich einige gute Arbeitsstellen/Partner behalten können, im System besser zurecht gekommen und eine bessere Ausbildung durchziehen können wenn ich früher im Leben zielgerichtetere Behandlung erhalten hätte.

    Aber wie du schon sagst wer weiß das schon, trotzdem finde ich sollte man sich nicht immer nur auf eine Meinung verlassen in allen Lebensbelangen.

    LG

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 196

    AW: nach zahlreichen Fehldiagnosen und Leidensweg nun ADHS-Diagnose

    Hallo Mimigrid,

    der Zug ist abgefahren für alles Alte, aber 32 ist blutjung :-) Ich hab dieses Jahr mit 50 meine Diagnose bekommen und: Der Zug fährt los!

    Übrigens auch ohne Hyperaktivität bei mir, deswegen auch so spät erkannt. Ich war halt immer "seltsam" und hab auch viele "Fehler" gemacht, die ich als Päckchen rumtrage. ABer davon lernt man ja auch ...

    Dir alles Gute auf dem neuen Zug!

    LG Lydia

  5. #5
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 19

    AW: nach zahlreichen Fehldiagnosen und Leidensweg nun ADHS-Diagnose

    @ mimigrid

    erstmal Danke das du das hier teilst, das hilft vielen enorm viel, mir zeigt es, das man gut aufpassen muss, was einem erzählt wird. Wollen wir mal nicht alles verteufeln,

    was mit der Arbeitsweise mancher Ärzte zu tun hat, aber aufmerksam muss man wohl immer sein, es sind halt keine Götter, sondern einfach nur funktionäre der Medizin.

    So manch einer hier im Forum würde besser Diagnostizieren wie manche Ärzte. Empathie und Erfahrung lernt man nicht an der Uni. My 2 cents !!!

    Hake die Vergangenheit ab, denn dein Zug fährt jetzt erst Los. In deiner Geschichte steckt auch was Gutes. Jetzt nicht unbedingt wie es gelaufen ist,

    aber du hast enorm viel durchhaltevermögen und hast nie aufgegeben, auch wenn das Leben dir mal wieder in den hintern getreten hat. Das ist eine starke Leistung !!!!!

    Diese Stärke steckt in dir, sonst hättest du das alles nicht überstehen können. Hoffe das macht dir Mut.

    Ich selber bin 36 Jahre alt und habe den ganzen Diagnosekram noch vor mir. Termine zu bekommen ist wie ein 6er im Lotto. Auch bei mir wäre wahrscheinlich vieles leichter gefallen

    im Leben, wenn ich schon früher was davon gewusst hätte. Die einzelheiten lass ich weg, ist ja auch nicht Thema hier.

    Also Fazit, so wie du schreibst, steckt eine Menge in dir, was dir bestimmte Fähigkeiten im Leben mitgegeben hat. Finde heraus welche das sind und sag deinem Zug wo er hinfahren soll.

    Nimm einfach ein neues Gleis, eine neue Himmelsrichtung und schau mit neugierde auf das was da noch kommt. Gehen wir mal davon aus das du 100 Jahre alt wirst,

    somit liegt noch ein schönes Leben vor dir.

    Gruß Morphoys

  6. #6
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 13

    AW: nach zahlreichen Fehldiagnosen und Leidensweg nun ADHS-Diagnose

    ihr seid alle so lieb, da würde ich doch gerne sofort einen ADHS-Staat gründen . für aDHs people only xD. Mit eigener Währung und allem drum und dran.

    Ne ernsthaft danke für die lieben Worte!

  7. #7
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 146

    AW: nach zahlreichen Fehldiagnosen und Leidensweg nun ADHS-Diagnose

    kümmert euch vor allen Dingen früh genug darum, ich bin jetzt 32 und da ist der Zug eigentlich schon abgefahren.
    Hallo mimigrid,

    es ging mir ähnlich wie dir: Auch wenn ich keine Psychiatrieaufenthalte hatte, hatte ich Syptome wie Träumerei, Impulsivität, schlechte Stimmungen, Ängste, etc. - und mit 34 Jahren erhielt ich jetzt die ADHS-Diagnose, dazu noch depressive und generalisierte Angststörung. Hätte ich mich früher um eine Diagnose gekümmert, wäre mir vielleicht auch einiges erspart geblieben.

    Aber: Ich will doch nicht hoffen, dass mit 34 oder 32 Jahren der Zug bereits abgefahren ist!

  8. #8
    Ist interessiert

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    Forum-Beiträge: 53

    AW: nach zahlreichen Fehldiagnosen und Leidensweg nun ADHS-Diagnose

    Hallo mimigrid,

    Ich habe meine Diagnose erst mit 38 Jahren erhalten. Vorher hatte ich etliche depressive Episoden, zum Glück keine stationären Aufenthalte in Kliniken, eine wertvolle Beziehung (vielleicht die eine große Liebe im Leben) zerstoert und noch so paar Kleinigkeiten. Dazu halt immer das negative Selbstbild wegen der Vergesslichkeit, mangelnden Selbstkontrolle und anscheinende Faulheit.

    Nachdem ich weiß woran es liegt kann ich damit besser umgehen und es geht mir auch besser.

    Ich wünsche Dir Alles Gute und ich denke wenn der eine Zug abgefahren ist, dann gibt es auch noch einen für die 32jährigen und einen für die 33jährigen ...

  9. #9
    Tux


    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 4

    AW: nach zahlreichen Fehldiagnosen und Leidensweg nun ADHS-Diagnose

    Hallo mimigrid,


    Ich fürchte bei Erwachsenen wird die ADS/ADHS häufig gar nicht als Ursache mit einbezogen bzw. als letzten geprüft. Mir ging es an der stelle ähnlich, auch wenn ich jetzt noch keine 30 bin. Aber ich war auch 3 Jahre lang immer wieder in unterschiedlichen Psychiatrien, dazu ambulante Behandlung und ich weiß nicht wie viele unterschiedliche Psychopharmaka ich bekommen habe.

    Die Diagnose, die man mir auferlegt hat war Borderline. Ich habe zwischenzeitlich auch mal 5 Kriterien davon erfüllt, aber die typische Beziehungsproblematik hatte ich nie. Nach 3 Jahren bin ich dann in eine Borderlinespezialklinik und dort habe ich die ADHS-Diagnose bekommen. Wurde auf Medikinet eingestellt und das war für mich der absolute Glücksfall.

    Insofern, sei dankbar, dass man bei dir am Ende darauf gekommen ist, es gibt wahrscheinlich genug andere, die die Diagnose nie bekommen werden.

    Seit dem bin ich stabil, was vorher irgendwie kein Medikament bzw. keine Therapie geschafft hat. Die Borderline werde ich zwar nicht mehr los, es sagt zwar jeder (inkl. Ärzte), dass sie glauben es stimmt nicht, aber keine traut sich die Diagnose einer Uniklinik zu streichen.

    Gruß Tux

  10. #10
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 2.822

    AW: nach zahlreichen Fehldiagnosen und Leidensweg nun ADHS-Diagnose

    Ich habe meine Diagnose im jugendlichen Alter von 55 Jahren erhalten.
    Da sind schon etliche Züge an mir vorbeigerast.
    Gut dass das Leben erst mit dem Tod endet, dadurch kann man in jedem Alter
    auf einen Zug springen.
    Mir haben sich damit Möglichkeiten eröffnet, die ich vorher nicht gesehen habe.

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