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Diskutiere im Thema Blicksteuerung/Winkelfehlsichtigkeit im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 140

    Blicksteuerung/Winkelfehlsichtigkeit

    Hallo ihr lieben,

    ich muß nun mal hier nachfragen, nachdem mir immer wieder diese beiden Begriffe in Bezug auf ADHS begegnen.

    Winkelfehlsichtigkeit wird ja von den meisten Ärzten als "Phantom" bezeichnet. Wo ist der Unterschied zur Blicksteuerungsschwäche?

    Irgendwie häng ich da gerade.

    Ich informiere mich gerade über LRS und da wird öfter die Blicksteuerungsschwäche thematisiert. Es dreht sich da zwar um Kinder, aber das Thema ist ja auch allgemein interessant.

    Jemand Erfahrung damit?

    LG

    P.S. Falls nötig Thema verschieben :-)

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.143

    AW: Blicksteuerung/Winkelfehlsichtigkeit

    Ich versuch's mal mit der Erklärung am Beispiel meiner eigenen Sehprobleme:

    Unter Winkelfehlsichtigkeit versteht man allgemein ein latentes Schielen - bei mir sehr stark ausgeprägt. Oft wird das latente Schielen tatsächlich ziemlich runtergespielt. So auch bei mir. Mit Anfang zwanzig wurde bei mir ein recht hoher sogenannter Schielwinkel festgestellt - ich war damals total entsetzt. Die Augenärzte sagten mir, das sei überhaupt kein Problem, da ein nicht unerheblicher Prozentsatz der Menschen latente Schieler sind.

    Sie meinten, zum Problem würde es nur, wenn ich z.B. stark übermüdet bin, ansonsten sei ich ja keine Schielerin.

    Ich hab auch keinen klassischen Strabismus im Sinne von unterschiedlichen Augenmuskeln - will sagen, mir sieht man das Schielen auch nicht an. Allerdings muss/musste ich mich bei starker Müdigkeit immer extrem anstrengen, damit ich keine Doppelbilder gesehen habe. Sobald die Fähigkeit zur Konzentration ein wenig eingeschränkt ist, fehlt mir die Kraft, den Blick scharf zu stellen. Ergo bin ich natürlich immer sehr schnell müde geworden z.B. bei feinen Handarbeiten.

    Ich habe auf beiden Augen einen Astigmatismus (Hornhautverkrümmung), der führt bei mir zu einer Weitsichtigkeit, die nichts mit dem Alter zu tun hat. Die sogenannte Altersweitsicht ist eine Schwäche der Akkomodationfähigkeit der Augen - die Fähigkeit zum Scharfstellen lässt zunehmend nach.

    Dummerweise habe ich dieses Problem auf jedem Auge in unterschiedlicher Qualität, will sagen, auf dem einen Auge ist diese Weitsichtigkeit stärker ausgeprägt als auf dem anderen Auge.

    Das führt/führte bei mir dazu, dass ich in der Nähe z.B. bei feinen Handarbeiten immer ein Problem hatte, ich hab aber auch schon immer ein Problem mit dem räumlichen Sehen! Ich muss ja jedes Auge anders scharf stellen und räumliches Sehen ist eben nur mit zwei Augen möglich.

    Ich kannte/kenne das nicht anders. Erst als ich eine geeignete Brille bekam fiel ich fast vom Glauben ab, weil sich die Welt plötzlich ganz anders zeigte.

    Trotzdem hab ich mich immer gewundert, dass ich es später sogar geschafft habe Luftbilder richtig auszuwerten - eigentlich eine Sache, die mit einer Winkelfehlsicht kaum zu bewältigen ist. Mein Shrink hat es mir vor ein paar Jahren so erklärt, dass sich dieses Problem tatsächlich mit viel Übung mitunter auch aus der Welt schaffen lässt. Aber eben nicht auf Dauer.

    Der Ophtalmologe grinste mich an: Ja, diese Leistung können Sie als junger Mensch noch erbringen, aber mit zunehmendem Alter wird es immer schwieriger bzw. dann ist das Problem nicht mehr kompensierbar.

    Bezüglich der Winkelfehlsicht gibt es sehr unterschiedliche Meinungen, es gibt noch immer viele Ärzte, die das Problem als nicht vorhanden ansehen. Mindestens genauso viele Ärzte plädieren sogar für Prismenbrillen, die zwingen die Augen praktisch in eine ausgeglichene Blickstellung.

    Bei mir wird das latente Schielen nach wie vor als kompensierbar angesehen. Zumindest zeigt sich bei den Untersuchungen keine Auffälligkeit. Durch meine Brille wurde aber der Astigmatismus entsprechend ausgeglichen.

    Ich trage auch erst seit ein paar Jahren eine Brille - heute würde man mir eine Brille wohl schon mit der Einschulung verpassen. Ohne das Teil bin ich heute tatsächlich blind wie ein Maulwurf. Manchmal frag ich mich ernsthaft, wie ich es geschafft habe, mich mit diesen Augen im Leben zurechtzufinden.

    Bei der Blicksteuerungsschwäche handelt es sich eher um eine Unfähigkeit, den Blick lange genug auf einen bestimmten Bereich zu fokussieren. Ich muss manchmal selbst drüber lachen, wenn ich auf dem Monitor z.B. einen Link sehe, ich will den anklicken und staune, dass plötzlich ganz andere Inhalte erscheinen.

    Heute weiß ich, woran das liegt und korrigiere meine Handlung. Lange Zeit wusste ich das nicht und wunderte mich nur, warum zuvor eindeutig wahrgenommene Dinge plötzlich nicht mehr vorhanden waren. Ich hielt mich für völlig bescheuert - heute weiß ich, dass ich eine Blicksteuerungsschwäche habe und kann entsprechend meine folgenden Handlungen korrigieren.

    Das Problem zeigt sich natürlich besonders, wenn ich affektiv erregt bin - dann passiert es am laufenden Band, weil die Konzentration leidet.

    Mir haben sich damit aber auch ganz andere Probleme plötzlich erklärt - z.B. der Ball, der anscheinend eine andere Richtung genommen hat . Hat er natürlich nicht, mir fehlte einfach ein Stück in der Flugbahn.

    Meine Winkelfehlsicht wurde mir selbst erst so richtig klar, als ich z.B. beim Tippen auf diesen Minitastaturen beim Smartphone massive Probleme bekam. Ich hab dann gezielt daneben getippt, um weniger Fehler zu machen. Ich war immer überzeugt, dass ich die richtige Taste ansteuere und staunte dann, wenn ein anderer Buchstabe erschien - gacker.

    Erst als ich bewusst daneben getippt hab, klappte es mit dem Smartphone - sowas ist aber extrem anstrengend und erfordert schon reichlich Konzentration, ich kann mich ja nicht wirklich drauf verlassen, was ich sehe und mein Umfeld wundert sich.

  3. #3
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 2.821

    AW: Blicksteuerung/Winkelfehlsichtigkeit

    Wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist die Winkelfehlsichtigkeit ein rein optisches Problem.
    Während die Blicksteuerungsschwäche Neurobiologisch erklärbar ist.
    Offenbar liest bei Letzterer ein Auge schneller als das andere.

  4. #4
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 443

    AW: Blicksteuerung/Winkelfehlsichtigkeit

    Zur Blicksteuerung kann ich nichts beitragen. Bei Winkelfehlsichtigkeit ist das Zusammenspiel beider Augen gestört (von außen nicht sichtbar). Ich kenne mögliche Folgen nur von Kindern (denen als Folge ausmalen, schreiben, lesen schwerfällt, bzw. eine hohe Anstrengung und Konzentration bedeutet, die ungeschickt wirken können ....)
    Häufig wird diese Störung nicht von Augenärzten diagnostiziert. Erfahrungsgemäß tragen die betroffenen Kinder die von ihnen verordneten Brillen auch eher ungern oder gar nicht (da sie zumindest die Problematik der Winkelfehlsichtigkeit nicht korrigiert).
    Diagnostisch kann eine Winkelfehlsichtigkeit z.B. durch einen Optometristen abgeklärt werden.

  5. #5
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 2.821

    AW: Blicksteuerung/Winkelfehlsichtigkeit

    https://books.google.de/books?id=zDF...chwäche&source
    @Romina Habe diesen Link zum Thema Blicksteuerungsschwäche gefunden

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 193

    AW: Blicksteuerung/Winkelfehlsichtigkeit

    Mein Sohn und ich haben Winkelfehlsichtigkeit. Da es bei meinem Sohn durch einen super Optiker festgestellt wurde und er die passende Brille trägt, hat er eine große Hilfe. Er liest und schreibt jetzt besser, er hat auch eine Legasthenie, die jetzt besser ist.

    Bei mir selbst ist es zu spät festgestellt worden, meine Auge nimmt die Prismenhilfe nicht mehr an. Leider ist es so - ich bin 50 - dass mit zunehmenden Alter das Korrigieren viel Kraft kostet und ich schneller ermüde. Könnte operiert werden, aber hmmm ....

  7. #7
    Ist interessiert

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    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 57

    AW: Blicksteuerung/Winkelfehlsichtigkeit

    Mir hat eine Mutter auch erzählt das sie mit ihrem Kind zu einem speziellen Augenarzt geht wegen dem Verdacht auf ADHS. Sie geht regelmässig zur Therapie dort hin. Ich bin mir nicht sicher, ob ADSler nicht viel sensibler auf Abweichungen reagieren und wenn es hilft ist es immer gut ��

    Mich stört nur das genau die einem dann des langen und breiten erklären wollen, dass es ADHS gar nicht gibt. Das schlimmste finde ich ist gar nichts zu machen. Aber viele haben einen unzähligen Therapiemaraton hinter sich mit Folgeerkrankungen. Da ist dann Ritalin und Co. doch die bessere Wahl. Auch wenn so viel schlechtes erzählt wird. Ich habe angefangen zu Fragen woher dann die Meinung kommt, aus direkter Erfahrung oder nur vom Hörensagen?

    Ich hatte auch eine Winkelfehlsichtigkeit, die wurde mit Prismengläser korrigiert. Bis ich wegen dem Augendruck (ich war da ca. 20 Jahre) zum Augenarzt musste. Der war gerade ziemlich schräg drauf und auf Optiker ganz schlecht zu sprechen und hat die Prismenkorrektur aus dem Rezept genommen mit der Begründung die Augen gewöhnen sich daran und ich solle Sehübungen machen. Weil ich aber die Brille vorallem zur Entlastung beim Arbeiten hatte und ich dann immer extrem müde von der Arbeit heim kam wollte ich die nächste Brille wieder mit Prismengläser. Erstaunlicherweise ist jetzt 20 Jahre später die Winkelfehlsichtigkeit plötzlich weg. Dafür werden die Arme langsam zu kurz ��

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