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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 18

    Behandelte Depression, aber unbehandeltes ADS

    Hallo,
    ich will euch hier von meiner ersten psychischen Diagnose berichten.
    Vor einem Monat hatte ich meinen ersten Termin bei einem Psychiater und einem Psychologen. Der Grund meines Besuches war der Verdacht auf ADS (große Konzentrationsprobleme und eine starke innere Unruhe). Dieser Artikel spiegelt erschreckend genau meine eigenen Erfahrungen wieder ( Hypoaktivität - ADHSpedia )

    Zwei Wochen später absolvierte ich mehrere Tests vor Ort, Reaktions- und Aufmerksamkeitstests davon am Computer. Ich musste auch einen Zettel über ADS bedingte Depressionen ausfüllen. Das Ergebnis war eine leichte adulte ADS. Diese ist in den Augen meines Psychiaters allerdings nicht behandlungsbedürftig, da diese sich noch auswachsen würde (ich bin 22 ). Viel mehr Wert legte mein Arzt auf meine Depression/Sozialphobie (relativ stark). Resultat: Cymbalta (ein ziemlich teures SSNIR) und Therapiestunden. Er meint, dass die innere Unruhe und die mangelnde Konzentrationsfähigkeit mit meiner stark ausgeprägten Depression zusammenhängen würden. Ich bin davon allerdings nicht so überzeugt, werde mich aber nach besten Gewissen an Medikamentation und Therapie halten.

    Ich weiß echt nicht weiter, ich bin im Moment kaum studienfähig, geschweige denn arbeitsfähig. Mir fällt das Lesen von Texten sehr schwer. Ich bin kaum fähig diesen Text auf Rechtschreibfehler zu überprüfen, weil ich mich einfach nicht konzentrieren kann.
    Studienbedingt musste ich heute an einer Kreissäge arbeiten;man muss teilweise auf einige cm an das Sägeblatt ran; und ich habe mir einmal fast in das Handgelenk geschnitten und mir mehrmals fast nen Finger abgerissen. Ich bin noch nicht mal fähig bei einem kreisenden Sägeblatt meine Aufmerksamkeit zu halten.

    Ich weiß nicht mehr weiter. Ich denke, dass ich bei den Computertests relativ gut abgeschnitten habe, da ich seit meinem 12. Lebensjahr am Computer spiele. Mein Psychiater hatte bei der Besprechung meiner Testergebnisse auch selber große Fragezeichen in den Augen, ich denke nicht, dass er sich wirklich mit ADS auskannte. Den Chefarzt bekam ich nämlich, weil ich privat versichert bin und nicht weil dieser auf ADS spezialisiert ist.

    Entschuldigt mein Geplärre hier

    Gruß,
    Jordan
    Geändert von jordan.iran (30.09.2016 um 15:00 Uhr)

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 232

    AW: Behandelte Depression, aber unbehandeltes ADS

    Geh am besten noch mal zu einem anderen Psychiater und schildere dort deine Probleme und teile ihm dein Testergebnis mit. Wie man ja eigentlich mittlerweile wissen sollte, waechst niemand aus seinem ADS raus. Therapiestunden sind immer gut und die solltest du ruhig machen. Wie sich so eine Sozialphobie im echten Leben bemerkbar macht, weiss ich nicht. Ich koennte mir schon vorstellen, dass es bei dir zu irgendwelchen Unsicherheiten und Unaufmerksamkeiten deswegen fuehrt. Aber ich denke, ein anderer Psychiater kann dir da vielleicht besser weiter helfen.

  3. #3
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 848

    AW: Behandelte Depression, aber unbehandeltes ADS

    Da die Symptome von Depression und ADHS teilweise die Gleichen sein können, zum Beisspiel, Konzentrationsstörungen, wird von erfahrenen Behandlern immer erst die Depression behandelt.
    ERST dann kann die ADHS Diagnostik durchgeführt werden.
    Vielleicht solltest Du Dich für die ADHS- Diagnostik an eine , darauf spezialisierte Fachambulanz ,wenden.

  4. #4
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 848

    AW: Behandelte Depression, aber unbehandeltes ADS

    Doppelt

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 159

    AW: Behandelte Depression, aber unbehandeltes ADS

    kannso schreibt:
    Da die Symptome von Depression und ADHS teilweise die Gleichen sein können, zum Beisspiel, Konzentrationsstörungen, wird von erfahrenen Behandlern immer erst die Depression behandelt.
    ERST dann kann die ADHS Diagnostik durchgeführt werden.
    Ich stelle deine Ausführungen nicht infrage, wundere mich aber darüber.

    Angenommen, die Depression wäre eine Komorbidität der ADHS, wäre es dann nicht sinnvoller, erst die ADHS zu behandeln - in der Hoffnung, dass dann auch die Depression verschwindet?

    Oder habe ich da irgendwas nicht richtig verstanden?
    Geändert von Addy Haller ( 1.10.2016 um 10:05 Uhr)

  6. #6
    Dodobird

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 3.366

    AW: Behandelte Depression, aber unbehandeltes ADS

    @ Addy Haller

    Nein, das ist ein gängiges Verfahren in der ADHS-Diagnostik. Erst muss die Depression weg sein, dann kann die Diagnose des ADHS erfolgen. Das Erste, das ich im ZI Mannheim gefragt wurde war, ob ich aktuell in einer Depression drinstecke. Wenn ja, könne die ADHS-Diagnostik nicht erfolgen. Das war zwei Mal an verschiedenen Kliniken so als es um eine Diagnoseerstellung zu ADHS ging.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 43

    AW: Behandelte Depression, aber unbehandeltes ADS

    Lieber Jordan
    es erscheint mir durchaus berechtigt, erst die depressive Verstimmung zu behandeln, und zwar medikamentös, bevor ADHS angegangen werden kann, weil eine depressive Verstimmung natürlich eine Folge des ADHS sein kann. Medikation in Kombination mit Therapie hilft den meisten Patienten zu einem Heilungsprozess, eine depressive Verstimmung zu verschleppen und nicht zu behandeln, kann ein hohes Risiko von Komorbiditäten, also anderen, daraus resultierenden Krankheiten und Folgen bedeuten.

    In einer depressiven Verstimmung arbeitet das Gehirn nicht wie gewohnt, Teile sind weniger aktiv, andere Teile dafür stärker aktiv, ausserdem kann es auch Verhaltensweisen geben, die im ersten Moment wenig erklärbar scheinen. z. B. eine Überaktivität.
    Dies kann zum Beispiel ein Kompensationsmechanismus sein, um die wenige Kraft nicht andauernd spüren zu müssen, sondern um sich dahinter zu verstecken..... Die Symptomatiken einer Depression können damit sehr unterschiedlich sein.

    So schwer es ist, versuche, mit den Symptomen zu leben, es kann schon eine ganze Weile dauern bis zu erst kleinste Veränderungen siehst. Erwarte nicht zuviel.
    Step by step Herantasten. Im Moment gibt es für Dich nur wenig Erklärungsmuster, aber viele Dinge lassen sich auch in einer Depression nicht umfassend erklären. Und dies hängt noch nicht einmal von der Kopmpetenz der Arztes ab. Denn jeder Mensch hat ein anderes Wesen, unterschiedliche Denkprozesse und Denkmuster, reagiert unterschiedlich mit Gefühlen. Vielleicht sprichst Du auf eine therapieform an, vielleicht auch nicht, vielleicht lähmt Dich das Antidepressivum erst, vielleicht fördert es Deine Aktivität aber zugleich auch das Denken, dass Du nicht aus den Denkspiralen rauskommst.

    Ich rate Dir, nimm Dir Zeit obwohl Dir vielleicht gefühlt die Zeit wegläuft. Versuche, erst Mal alleine Deinem Körper und Geist eine Auszeit zu geben. Manchmal ist sogar ein kurzer stationärer Aufenthalt von Vorteil, weil man dann aus den Alltagsstrukturen in eine völlig andere Welt hioneintaucht, wo es einfacher ist, diese Schwächen zu akzeptieren, als in der Alltagswelt, die auf Leistung und keine Schwächen zu zeigen, getrimmt ist.

    Dies einfach nur ein paar subjektive Denkansätze zu mir, ich erkenne mich in einem Teil Deiner Worte sehr gut selbst wieder.

    Liebe Grüsse

    Microskulpt

  8. #8
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 18

    AW: Behandelte Depression, aber unbehandeltes ADS

    Vielen Dank!
    Deine Worte sind echt aufbauend
    Alles Gute,
    Jordan

  9. #9
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 42

    AW: Behandelte Depression, aber unbehandeltes ADS

    Hallo!

    ich bin bei der Medikamenteneinstellung für Medikinet adult gefragt worden, ob eine Depression vorliegt, denn dann hätte ich ein Medikament bekommen, dass beides behandelt.
    Da das bei mir aber nicht der Fall ist, gerade jedenfalls nicht, habe ich darauf verzichtet und nur das MPH gewählt.

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass Depressionen die Diagnostik erschweren, aber dass dann trotzdem auch das ADHS behandelt werden kann.
    Obwohl ich im Fragebogen bei der Diagnostik Depris angegeben habe und auch im Gespräch eine Neigung dazu durchkam, hat mir niemand die weitere Behandlung oder gar die Diagnostik verwehrt.

    LG lillith

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