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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 101

    Was lange währt, wird endlich gut...?

    Liebe Leute,

    da meine Vorstellung kurz und knapp ausfiel, will ich hier ein wenig von meinem Behandlungsmarathon erzählen.
    Angefangen hat es mit einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Abteilung eines Krankenhauses mit der Diagnose Depressionen.
    So weit so gut und lange Zeit, wurde ich nach außen wenig auffällig. Erlernte einen Beruf, heiratete, arbeitete bis zum 1. Kind im Beruf, dann Hausfrau und weitere 3 Kinder.

    Nach etl. Jahren in denen es mir nie gut ging, bekam ich die Diagnose PTBS.
    Also eine Therapie angefangen, eine weitere Therapie bei einer Tiefenpsychologin, die mir aber auch nicht weiterhalf, außer, dass ich mich zwar besser kennen lernte, mich aber aus dem Elend nicht befreien konnte.

    Wieder Jahre später, dann die Diagnose BL- Persönlichkeit mit mehreren Komorbiditäten, so langsam brauchte ich meine Finger, um alles aufzuzählen.
    Aber okay, eine stationäre DBT gemacht und zum ersten Mal das Gefühl, es tut sich was. Deshalb auch eine längere ambulante DBT (Therapie und Skillsgruppe) begonnen und zu Ende geführt und eigentlich war es danach auch einige Zeit in mir recht ruhig, so dass ich mich schon fast gesundet fühlte.

    Aber nur fast, denn plötzlich schlugen die Verlassenheitsängste übermächtig zu und Beziehungen zu bestimmten Menschen wurden kaum noch möglich.
    In dieser Not half mir die DBT-Therapeutin mit dem Vorschlag, doch eine Schematherapie zu versuchen.

    Gesagt getan, Glücklicherweise lebe ich in einer Umgebung, die reichlich Therapieformen anbietet und meine zukünftige Schemathera hatte sich gerade erst selbstständig gemacht, so dass ein Therapiebeginn schnell möglich war.
    Doch irgend etwas lief nicht so rund, wie ich es gerne gehabt hätte, Auch wenn die Therapie mir an sich mehr half als andere zuvor, ich konnte mich bei den häuslichen Übungsaufgaben nicht konzentrieren und deshalb war der Erfolg nur unbefriedigend für mich.

    Also dass mal bei der Th. angesprochen und sie schaute mich an und meinte auf einmal,: Wenn ich sie so erzählen höre, fällt mir ADHS ein, kann das sein, dasss sie davon betroffen sind?
    Ich und ADHS, ich doch nicht,...niemals. Und doch keimte in mir auf einmal ein Hoffnungsfunke auf, so als wäre das die Lösung, nach der ich so lange gesucht hatte.

    Einige Fragen und Antworten später, verdichtete sich der Verdacht für meine Th. immer stärker und sie gab mir die Telefonnummer einer Diagnostikstelle für ADHS bei Erwachsenen.
    Anrufen und Termin ausmachen, sich testen lassen, die Auswertung, dass dauerte dann ein wenig, wenn ich auch viel weniger aufs Ergebnis warten musste, als andere.
    Und dann hatte ich es Schwarz auf Weiß, ein Kombinierter Subtyp oder anders ausgedrückt F 90.0 nach ICD-10.

    Und wie geht es weiter?
    Die Suche nach einem Psychiater, der ADHS-Medikamente verschreiben darf, begann, und auch da wieder Termin ausmachen, warten.
    Schließlich saß ich also vor der Frau Dr., die mir nun helfen sollte. Sie führte ein langes 1 1/2 Stunden dauerndes Gespräch, wo alles mögliche erfragt wurde. Dann kam der schwierige Teil .
    Meine Hoffnung, ich bekomme gleich Medikamente verschrieben, zerschlug sich, denn sie wollte noch eine körperliche Abklärung, eine Herzkardiogramm, ein großes Blutbild.
    Das war der Punkt, an dem ich das erste Mal fast eingebrochen wäre, denn körperliche Untersuchungen sind auf Grund traumatischer Erfahrungen sehr schwer für mich.

    Mit Unterstützung von meinem Mann und meiner Th. schaffte ich aber auch diese Hürde und so bekam ich das erste Rezept für Medikinet adult. Ich sollte 10 mg am Tag nehmen und schauen wie es wirkt? und nicht vergessen, zusätzlich dann noch jede Woche Leberwertbestimmung.

    Schon die erste Dosis hat mir Erleichterung gebracht, ich konnte endlich völlig gelassen auf das Alltagschaos regieren, war nicht mehr gereizt und total happy darüber.
    Beim nächsten Termin mit der Ärztin erhöhte sie die Dosis auf 10-10-0-0.
    Wieder die gleiche wirkung, durch die zweite Kapsel ein paar Stunden später hielt das ganze aber ein wenig länger an, so dass auch mein Mann noch davon profitierte.
    Heute bin ich bei 20-10-0-0 und komme gut damit zurecht.Ich kann wieder viel besser schlafen, bin nicht mehr erschöpft, Süssigkeiten sind nicht mehr Hauptnahrung, ich bin gut gelaunt und beginne zu leben.

    Zwischendrin hatte ich einmal das Gefühl, ich bin überdorsiert. Fühlte mich den ganzen Tag wie aufgedreht, hüpfte wie ein Duracellhäschen durch die Gegend, fand keinen Punkt in Gesprächen/Telefonaten und auch keine Ruhe, hatte das Gefühl keine Erschöpfungsgrenze mehr wahrzunehmen.

    Huch, das fühlte sich so unangenehm an, dass ich 10 mg am Morgen zurückdosierte und meiner Psychiaterin davon berichtete. Se sagte etwas von Aufdosierungsproblemen, oder auch, dass mich evtl. etwas belastet, dass diese Wirkung hervorruft. Da ich davor auch zwei Nächte kaum schlief, konnte es auch davon kommen.

    Nach drei Tagen habe ich wieder aufdosiert und es passierte...nichts, alles völlig ohne Nebenwirkungen.
    Wir belassen es jetzt erst mal bei dieser Dosis, also 20-10-0-0 und gucken wie es sich entwickelt.
    Für mich ist es bisher ziemlich genial, ich fühle mich erstmals im Leben so, wie ich wirklich bin.

    Langweilig scheint es nicht zu werden.
    Kennen andere auch solche Nebenwirkungen, wie Überdrehtheit, ohne Erschöpfungsgrenze, Sprechanfälle ohne ein Stop hinzukriegen?
    Und als ich die Tage mit meinen Mann redete, bekam ich selber nicht mit, dass ich den Küchenwecker ausschaltete, weil er neben mir bimmelte. IDer wecker hat nicht gebimmelt und ich ihn auch nicht ausgestellt, dass behauptet mein Mann bestimmt nur... Oh je, was ist dass? Wie kann ich so etwas einordnen?

    LG lillith

  2. #2
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.007

    AW: Was lange währt, wird endlich gut...?

    Hallo lillith, schön dass du dein Medikament mit der richtigen Dosierung gefunden hast.
    Wegen der Weckergeschichte brauchst du mEn nicht viele Gedanken verschwenden.
    Das ist eine kurze "ganz normale" Unaufmerksamkeit, wie sie ohne Medikation üblich ist.
    Das zeigt nur dass Medikamente nicht immer perfekt wirken und sowieso nicht alles kompensieren.

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 101

    AW: Was lange währt, wird endlich gut...?

    Danke für deine Erklärung, Sunpirate, das erscheint mir nachvollziehbar.

    Und in dieser extremen Weise ist es auch nicht mehr vorgekommen.

    Bei einer Routinetätigkeit hätte ich es ja verstanden, da geht es ja jedem schon mal so. Obwohl ich dann durch nachdenken darauf kommen kann,was ich wann gemacht habe.
    Dass war aber etwas, was sowohl das Hören betraf, als auch das Handeln und etwas, was ich nun mal nicht jeden Tag mache...!
    Völliges, zeitlich kurz begrenztes Black out also.

    LG lillith

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