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Diskutiere im Thema Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynamikern im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 38

    Frage Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynamikern

    Hallo zusammen

    Ich mache derzeit eine psychodynamsich bzw. tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie zur Stärkung meines Selbstwertgefühls und wegen ADHS. Der Psychiater ist eigentlich auf ADHS spezialisiert.

    Abgesehen davon, dass die Therapie von Konzepten nach Sigmund Freud (wie z.B. dem Ödipus-Komplex) geprägt ist, wirft der Psychiater nur so mit der Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen um sich. Anfangs diagnostizierte mir der Psychiater nebst dem ADHS folgende Persönlichkeitsstörungen: Borderline, Narzisstische, Ängstlich-vermeidende / selbstunsichere, Schizotype und Schizoide (nicht zu verwechseln mit Schizophrenie). Das war für mich ein totaler Schock. Mit ADHS habe ich mich abgefunden, aber mit einer kombinierte Persönlichkeitsstörung? Und vor allem eine so schwerwiegende Störung wie Borderline?

    Die Diagnose Borderline hat er schnell zurückgezogen. Schliesslich neige ich auch nicht zu selbstverletzendem Verhalten und ADHS kann ja gerne damit verwechselt werden. Aber vor allem die ängstlich-vermeidende bzw. selbstunsichere Störung und die angebliche narzisstische Störung wirft er mir immer wieder an den Kopf. Ich bin der Meinung, dass ich keine Persönlichkeitsstörung habe. Ich bin schnell ängstlich und panisch und ich neige zu Vermeidungsverhalten, aber meiner Meinung nach ist das auch ADHS-bedingt (wegen der Reizüberflutung und meinem aufschieberischen Verhalten) und allerhöchstens eine komorbide Angststörung. Ausserdem ist es ja auch ADHS-typisch, dass mein ein geringes Selbstwertgefühl hat. Die narzisstische Störung begründet der Therapeut mit meiner hohen Kränkbarkeit und gleichzeitigem Perfektionsstreben bzw. Streben nach dem Idealzustand. Ich machte bisher schon mehrere psychologische Abklärungen und auch schon eine Psychotherapie und bisher hat mir jeder ADHS, aber keiner je eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert.

    Vor allem: Unabhängig davon, ob ich nun eine Persönlichkeitsstörung habe oder nicht, schwächt eine solche Schubladisierung mein Selbstwertgefühl eher. Ich habe aufgrund meines ADHS so eine innere Überzeugung von "Ich bin nicht okay". Wenn mir der Therapeut immer wieder sagt, ich sei in der Persönlichkeit gestört, dann verstärkt dies meine Unsicherheit nur. Methylphendiat verschreibt mir der Psychiater übrigens keins, denn er sieht das ADHS nicht als mein primäres Problem.

    Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen mit tiefenpsychologischen bzw. psychodynamischen Ansätzen? Wurden euch auch schon verschiedenste Persönlichkeitsstörungen an den Kopf geworfen?
    Geändert von monster1 ( 9.09.2016 um 00:04 Uhr)

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 723

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    Bei sämtlichen tiefenpsychologischen bzw. psychoanalytischen Psychotherapien ist die Wirksamkeit nicht nachgewiesen...weder bei ADHS noch bei sonst was...die flächendeckende Verbreitung entsprechender Therapieangebote und Therapeuten ist historisch bedingt....bei ADHS ist Tiefenpsychologie übrigens Bullshit, um das so direkt zu sagen.

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    ChaotSchland schreibt:
    Bei sämtlichen tiefenpsychologischen bzw. psychoanalytischen Psychotherapien ist die Wirksamkeit nicht nachgewiesen...weder bei ADHS noch bei sonst was...die flächendeckende Verbreitung entsprechender Therapieangebote und Therapeuten ist historisch bedingt....bei ADHS ist Tiefenpsychologie übrigens Bullshit, um das so direkt zu sagen.
    Ich zweifle ebenfalls immer mehr an den Grundannahmen dieser Therapie. Eigentlich wollte ich meine negativen Kindheitserlebnisse dort aufarbeiten. Als ADHSler hat man ja häufig schon früh Erfahrungen der Ablehnung, des Versagens, des Andersseins gemacht. Es kann ja durchaus sinnvoll sein, diese zu therapieren, wenn man ADHS hat um das Selbstwertgefühl zu steigern.

    Aber um diese Erlebnisse geht es bei der Therapie gar nicht. Wir haben nie über das jahrelange Mobbing gesprochen, das ich erlebt habe. Auch nicht so um die Gefühle des Andersseins, des Versagens, die ich schon früh erlebt habe, weil ich eben ADHS habe. Es geht nur um die Vater- und die Mutterbindung bzw. um Penisangst und um die Erkenntnis, dass mich meine Mutter mit ihrer bemutternden Art "kastrieren" würde und ich deshalb heute kein starkes Selbstvertrauen hätte.

    Ich dachte eben die tiefenpsychologische Therapie sei schon in Ordnung. Es gibt ja auch in Kliniken viele Therapeuten, die psychodynamisch arbeiten.

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 187

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    Ja, ich habe fast die gleichen Erfahrungen gemacht, das hat mir auch sehr geschadet...

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 723

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    ....Mutterbindung, Penis-Angst, Ödipus-Komplex....hahahahaha...so ein Schwachsinn...richte das dem Fossil, das dich damit psychotherapieren darf, gerne aus....

  6. #6
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 7.861

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    "....your analyst will cure you till you really feel inferior..."

    Meiner Meinung nach solltest Du dir so rasch wie möglich einen anderen Therapeuten suchen.

  7. #7
    Chef - Knuddler

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.451

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    Die tiefenpsychologische Therapie ist-manch hartnäckig herumschwirrender,undifferenzi erter Polemik zum Trotz-ddurchaus in Ordnung und von der KV nicht ohne Grund anerkannt.

    Allerdings ist sie systembedingt nun wirklich nicht unbedingt zur ADHS-Behandlung geeignet und manche Behandler scheinen zu vergessen,in welchem Jahrhundert wir uns befinden...

    Bitte schnellstmöglich eine/n neue/n suchen!


  8. #8
    Chef - Knuddler

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.451

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    Manche Therapeuten scheinen wirklich vergessen zu haben,in welchem Jahrhundert wir sind,allerdings ist die moderne Analyse/tiefenpsychologische Behandlung tatsächlich nicht halb so schlecht,wie ihr-weiter oben angerissener-klischeebehafteter,miserabler Ruf.

    Nicht umsonst ist sie von der KV zur Behandlung so einiger Probleme "freigegeben" und ich habe an anspruchsvollen Baustellen manch gute Erfahrung gemacht,wo die VT kläglich versagte. ADHS gehört systembedingt jedoch nicht zu den sinnvollen Optionen...zu wenig Interpretationsspielraum,zu viel Neurobiologie.

  9. #9
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 436

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    In den Kanon kann ich nur mit einstimmen: Such dir bloss einen anderen Therapeuten.

    Alle, die ich kenne, die tiefenpsychologisch behandelt w(e|u)rden, machen irgendwie keinerlei Fortschritte...

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    Ok, ja vermutlich ist es tatsächlich besser, den Therapeuten zu wechseln.

    Ich habe das Gefühl, dass sich solche Therapeuten gegen jegliche Kritik immunisieren. Wenn der Psychiater beispielsweise sagt, ich hätte einen Ödipuskomplex und ich ihm dann meine Bedenken gegenüber dieser Deutung äussere, dann antwortet er: "Trauen Sie sich für Ihre Meinung einzustehen?". Ich sage dann ehrlicherweise "Naja, damit habe ich schon meine Mühe" und er dann: "Na sehen Sie, dann ist wohl doch etwas dran an dieser Deutung".

    Ausserdem sieht er die Tatsache, dass ich eben nicht für meine Meinung einstehen kann, auch bereits wieder als Indiz, dass ich eine selbstunsichere bzw. ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung habe.

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