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Diskutiere im Thema Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynamikern im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #31
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    @alice_s Es gab Bestrebungen um dies auch in der Schweiz zu ändern, aber man befürchtet, dass die Gesundheitskosten dann noch stärker ansteigen könnten.



    Ich habe heute jetzt eine Antwort per E-Mail vom Psychiater erhalten. Er akzeptiert den Entscheid, bedauert aber, dass ich ihn nicht mit ihm gemeinsam reflektiert habe.

  2. #32
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 385

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    monster1 schreibt:
    @alice_s Es gab Bestrebungen um dies auch in der Schweiz zu ändern, aber man befürchtet, dass die Gesundheitskosten dann noch stärker ansteigen könnten.
    Das wäre sicherlich möglich... möglicherweise würde auch die Gesundheit steigen...

    monster1 schreibt:
    Ich habe heute jetzt eine Antwort per E-Mail vom Psychiater erhalten. Er akzeptiert den Entscheid, bedauert aber, dass ich ihn nicht mit ihm gemeinsam reflektiert habe.
    Naja, dann hast du das jetzt immerhin hinter dir. Über die ungenutzte Chance, die Entscheidung mit ihm zu reflektieren, bist du vermutlich nicht traurig

  3. #33
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    Gerade diese Woche hatte ich in meinem Studium eine Vorlesung zum Thema "Wissenschaftliches Arbeiten". Da sagte der Dozent, man dürfe NIEMALS Freud zitieren, da diese Theorien unwissenschaftlich und nicht belegt seien. Und das sagte er sogar bei uns BWL-Studenten.

  4. #34
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    Wo fange ich mal an? Hm, okay, am besten hier:

    alice_s schreibt:
    Ich habe auch schon tiefenpsychologische Kollegen kennen gelernt (bin selbst in Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten /VT), die offener sind und engagiert und empathisch mit den Patienten arbeiten, andere Herangehensweise als bei VTlern, klar, einzelne Beziehungen werden bearbeitet, Motivationen und Muster geklärt.
    So sehe ich es auch, vieles steht und fällt mit dem Therapeuten und wie er an die Sache herangeht. Ich würde nicht pauschal sagen, dass das eine oder das andere besser ist. Eher gilt: Wer heilt, hat Recht. Es hat beides seine Daseinsberechtigung und kann kombiniert richtig spannend sein.

    Bevor jetzt einige verwirrt sind: Mein "spiritus rector" genoss z.B. eine durch und durch analytische Ausbildung, also von Hause aus tiefenpsychologisch ausgerichtet. Mit den Jahren und den gesammelten Erfahrungen merkte er, dass eine andere Art der Therapie wesentlich effektiver ist.
    Freilich ist ihm seine analytische Ausbildung als Background dabei oft nützlich. Gemeinsam mit einigen anderen schlauen Köpfen (Steve de Shazer, Kim Berg etc. - falls die jemandem was sagen) hat er die gesundheitsorientierte kognitive Therapie (bekannt unter dem Brügger Modell) mit begründet, über Jahre erprobt und verfeinert. Trotz der analytischen Grundausbildung stellte er irgendwann fest, dass das allein nicht reicht und kombinierte mit Elementen aus VT etc.


    Wer sich über dieses Modell tiefergehend informieren möchte, schaut hier (eine Mitschrift aus einem Vortrag von Luc Isebart; Link zur PDF-Datei):
    http://www.seminarhaus-schmiede.de/p...%20Theorie.pdf


    Auch empfehlen kann ich das Buch, worauf der Vortrag basiert, wenngleich man die Anwendung live erlebt haben muss.
    Isebaert, Luc (Autor); Coillie van, Geert; Kersting, Katrin; Schimansky, Hans-Christoph (Mitwirkendende). (2005). Kurzzeittherapie - ein praktisches Handbuch. Die gesundheitsorientierte kognitive Therapie. 2. unveränderte Auflage 2009, Stuttgart: Thieme.

    Das Buch lässt sich leicht lesen.


    Hier einige Stichworte dieses Ansatzes:
    - Wertschätzung des Patienten / Klienten ist hier das A und O.
    - Die Kommentare des Therapeuten sind überwiegend positiv (von Komplimenten geprägt).
    - Nicht der Therapeut bestimmt den Weg oder gar die Lösung, sondern der Patient gibt den Takt an und der Therapeut ist immer "one step behind".
    - Die menschlichen Eigenschaften des Therapeuten, und wie er diese in seiner Haltung und seinen Interventionen zum Ausdruck bringt, prägen die wirksame therapeutische Beziehung.
    - Es gilt die Kräfte, die Ressourcen, die Fähigkeiten und die Fertigkeiten der Patienten anzusprechen und zu fördern. Erfolgreiche Therapeuten fangen gleich in den ersten Minuten der ersten Sitzung schon an, die Kräfte der Patienten anzusprechen.


    Ärzte, die in dem Bereich ausgebildet sind, sind meiner Meinung nach einen Besuch wert. Hier geht es nicht darum, warum etwas nicht klappt oder dass ich zum Beispiel eine Erkrankung (eine Einschränkung) habe, sondern es geht darum, einen Weg zu finden, wie man kompetent damit umgehen kann. Ein Blick zurück ist hier nicht zielführend, es ändert ja nichts...
    Also: Nach vorne schauen...
    Geändert von sporty (23.09.2016 um 20:20 Uhr)

  5. #35
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    monster1 schreibt:
    ... Man geht aber in Fachkreisen eher davon aus, dass die Eltern ja häufig auch von ADHS betroffen sind....
    Das ist korrekt. Es gibt dazu mittlerweile wissenschaftliche Untersuchungen, dass zu einem sehr hohen Prozentsatz ADHS vererbt wird. Es handelt sich meist um den Elternteil, dem man wie aus dem Gesicht geschnitten ist - oder einfacher: von dem man das Gesicht hat. Leider habe ich die Quelle gerade nicht parat.Liefere ich nach.

    Da ich häufig etwas von schizoid, narzißtisch etc. gelesen habe, möchte ich auch da Literatur empfehlen für Interessierte:

    König, Karl. Kleine psychoanalytische Charakterkunde.Vandenhoeck & Ruprecht. Göttingen. 2010. 10.Auflage

    Hier werden sämtliche "Typen" beschrieben in einem kleinen Taschenbuch. Nett zu lesen. Jeder von uns trägt diese Strukturen in sich, meist sind 2 prominenter.


    Wer eine kleinere Übersicht möchte, dem kann ich folgenden Link empfehlen, wo die wesentlichen Charaktertypen zusammenfassend auf der Grundlage obigen Werkes beschrieben werden mit Vorteilen, Nachteilen, Verhalten in der Freizeit und wie man sich selbst wo findet (PDF-Datei; Zusammenfassung von Dr. Hans-Christoph Schimansky):
    http://www.schimansky-netz.eu/formul...arl-koenig.pdf


    Vielleicht ist es einigen hier nützlich.

  6. #36
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 297

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    Da geht es dann eben um Konflikte in den Beziehungen zu den Eltern und unbewusste Abwehr etc., die als ursächlich angenommen werden;
    So ganz falsch finde ich das aber nicht. Als Kind ist man in der Tat machtlos - bedeutet das, dass man alles für richtig und in Ordnung halten muss, was man um sich herum so vorfindet? Es kann zumindest ein Teil der Ursache sein. Neben den genetischen Ursachen.

  7. #37
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 723

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    Jekaterina schreibt:
    So ganz falsch finde ich das aber nicht. Als Kind ist man in der Tat machtlos - bedeutet das, dass man alles für richtig und in Ordnung halten muss, was man um sich herum so vorfindet? Es kann zumindest ein Teil der Ursache sein. Neben den genetischen Ursachen.
    ...das mit den "Beziehungsstörungen" ist auch so ein Standard-Argument, um den Eltern die Schuld in die Schuhe zu schieben.

  8. #38
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    Jekaterina schreibt:
    So ganz falsch finde ich das aber nicht. Als Kind ist man in der Tat machtlos - bedeutet das, dass man alles für richtig und in Ordnung halten muss, was man um sich herum so vorfindet? Es kann zumindest ein Teil der Ursache sein. Neben den genetischen Ursachen.
    Ich persönlich glaube auch, dass die Kindheit und gerade auch der Erziehungsstil der Eltern sehr prägend ist. Wenn ein kleines Kind häufig hört, dass es dumm sei, dann wird es irgendwann dieses "Ich bin dumm" tief verinnerlicht haben. Aber auch Mitschüler, Lehrpersonen oder die Grosseltern können einen Menschen in der Kindheit sehr prägen. Es sind nicht nur die Eltern.

    Das Problem der Psychoanalyse ist, dass sie sehr fragwürdige Konzepte verwendet um die Kindheit zu verstehen. Also ich meinem tiefenpsychologischen Therapeuten erzählte, dass ich Versagensängste habe, so sah er gleich wieder das kastrierende Verhalten meiner Mutter als DIE Ursache für dieses Problem. Mein Mutter hätte mich kastriert und deshalb könne ich heute nicht selbstbewusst meinen Mann stehen. Das hat er so gedeutet, obwohl ich ihm erzählt habe, dass ich schon als Kind die Diagnose ADHS bekam und damals sehr viele Probleme gemacht habe. Auch erzählte ich ihm davon, dass ich häufig gemobbt wurde im Kindergarten und in der Schule. Ich bekam immer wieder zu hören, ich sei dumm, ungeschickt, ich genüge nicht etc. Und dann war ich ein sehr sensibles Kind und mich haben solche Aussagen immer sehr verletzt und geprägt. Da ist es doch naheliegend, dass diese Ereignisse der Grund für meine Versagensängste sind. Menschen mit ADHS haben in der Regel häufig versagt und wurden auch als Versager abgestempelt, daher haben sie Versagensängste. Aber mit dem tiefenpsychologischen Therapeuten konnte ich nicht einmal über diese Erlebnisse reden, sondern er sah meine starke Identifikation mit der Mutter aufgrund ihrer Kastration als die einzige Ursache für die Versagensangst.

  9. #39
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    monster1 schreibt:
    Ich persönlich glaube auch, dass die Kindheit und gerade auch der Erziehungsstil der Eltern sehr prägend ist. ..... Aber auch Mitschüler, Lehrpersonen oder die Grosseltern können einen Menschen in der Kindheit sehr prägen. Es sind nicht nur die Eltern.
    Stimmt...

    monster1 schreibt:
    Das Problem der Psychoanalyse ist, dass sie sehr fragwürdige Konzepte verwendet um die Kindheit zu verstehen. Also ich meinem tiefenpsychologischen Therapeuten erzählte, dass ich Versagensängste habe, so sah er gleich wieder das kastrierende Verhalten meiner Mutter als DIE Ursache für dieses Problem. ...... Aber mit dem tiefenpsychologischen Therapeuten konnte ich nicht einmal über diese Erlebnisse reden, sondern er sah meine starke Identifikation mit der Mutter aufgrund ihrer Kastration als die einzige Ursache für die Versagensangst.
    Klingt nicht gerade nach einem empathischen Therapeuten. Die Frage, die sich stellt ist: Was bringt es dir / hat es dir gebracht nach gefühlten 100 Sitzungen die vermeintliche Ursache zu kennen?
    Hat es dich einer Lösung näher gebracht?

    Das ist es, was ich persönlich an der ausschließlich psychoanalytischen Herangehensweise kritisiere. Etliche Sitzungen, damit du die Ursache kennst. Aber bringt sie dir im Hinblick auf die Lösung etwas ausser dass du vielleicht teilweise schlimme Erlebnisse alle noch einmal schön durchleben durftest?

    Da halte ich es mit Steve de Shazer: "Problem-talk creates problems, solution-talk creates solutions!"

    Ich denke, ich mach dazu mal ein neues Thema auf bei Zeit.

  10. #40
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 297

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    Ich habe das Gefühl, dass sich solche Therapeuten gegen jegliche Kritik immunisieren. Wenn der Psychiater beispielsweise sagt, ich hätte einen Ödipuskomplex und ich ihm dann meine Bedenken gegenüber dieser Deutung äussere, dann antwortet er: "Trauen Sie sich für Ihre Meinung einzustehen?". Ich sage dann ehrlicherweise "Naja, damit habe ich schon meine Mühe" und er dann: "Na sehen Sie, dann ist wohl doch etwas dran an dieser Deutung".

    Ausserdem sieht er die Tatsache, dass ich eben nicht für meine Meinung einstehen kann, auch bereits wieder als Indiz, dass ich eine selbstunsichere bzw. ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung habe.
    Super. sowas braucht man echt. Und an dieser Deutung ist was dran, nur weil du dich nicht für deine Meinunge daagegen einzustehen traust?
    Warum hat der Typ noch Patienten . warum dich?

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