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Diskutiere im Thema Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynamikern im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 733

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    ...@ monster1: wahrscheinlich hast du keine einzige Persönlichkeitsstörung....so ndern nur ADHS....solche prähistorischen Fossilien wie dieser "Therapeut" gehören aus dem Verkehr gezogen!

  2. #12
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 1.210

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    Wer sich einmal genauer mit Freud befasst hat, wird schnell feststellen,
    dass seine Theorien regelmäßig, von Ihm selbst widerrufen worden sind....

    Psychoanalyse ist im Bereich AD(H)S, eigentlich nicht einmal eine Aussage/Kommentar wert ...

    Ich schließe mich jedem hier an, also anderen Arzt suchen und eine VT machen

  3. #13
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 345

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    monster1 schreibt:
    Ok, ja vermutlich ist es tatsächlich besser, den Therapeuten zu wechseln.

    Ich habe das Gefühl, dass sich solche Therapeuten gegen jegliche Kritik immunisieren. Wenn der Psychiater beispielsweise sagt, ich hätte einen Ödipuskomplex und ich ihm dann meine Bedenken gegenüber dieser Deutung äussere, dann antwortet er: "Trauen Sie sich für Ihre Meinung einzustehen?". Ich sage dann ehrlicherweise "Naja, damit habe ich schon meine Mühe" und er dann: "Na sehen Sie, dann ist wohl doch etwas dran an dieser Deutung".

    Ausserdem sieht er die Tatsache, dass ich eben nicht für meine Meinung einstehen kann, auch bereits wieder als Indiz, dass ich eine selbstunsichere bzw. ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung habe.
    Ich habe auch schon tiefenpsychologische Kollegen kennen gelernt (bin selbst in Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten /VT), die offener sind und engagiert und empathisch mit den Patienten arbeiten, andere Herangehensweise als bei VTlern, klar, einzelne Beziehungen werden bearbeitet, Motivationen und Muster geklärt.

    Aber so wie du deinen Therapeuten beschreibst, stimme ich dir und den anderen absolut zu, das hilft dir nicht weiter. Viele scheinen wohl noch analytisch geprägte, sich gegenseitig stützenden Deutungmuster zu verwenden, aus denen du als Patient aufgrund der situationsinhärenten Deutungshoheit des Therapeuten nicht rauskommt und deswegen auch nicht weiterkommst (selbst wenn du eine der postulieren Persönlichtkeitsstörungen tatsächlich hättest) .

    Bezüglich Persönlichtkeitsstörungen gehen die Bestrebungen zur Diagnostik im Übrigens heute dahin, dass spezifische Muster in Beziehungen und Interaktionen erst dann als tatsächliche Störung aufgefasst werden sollen, wenn diese erhebliches Leiden für die Person selbst oder das Umfeld verursacht. Sonst nicht (egal, wie speziell jemand sein mag). Ähnlich wie ADHS eigentlich auch nur dann diagnostiziert werden kann, wenn die gefundenen Symptome auch Beeinträchtigungen in verschiedenen Lebensbereichen verursachen.

    Zum Thema Persönlichtkeitsstörungen und Persönlichkeitsausprägungen als Spielarten des Normalen kann ich die Publikationen von Peter Fiedler empfehlen.

    Von der früher angenommenen schweren bzw. nicht vorhandenen Behandelbarkeit/Veränderbarkeit ist man übrigens völlig abgekommen, das ist u.a. ein Verdienst der Schematherapie. Und für die ist es im therapeutischen Vorgehen völlig irrelevant, ob eine Persönlichkeitssstörung oder einfach nur ausgeprägte Persönlichkeitszüge im Sinne von recht generalisierten Mustern vorliegen.

  4. #14
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    @alice_s
    Vielen Dank für deine Antwort. Ich habe eben auch schon positive Dinge über tiefenpsychologische Therapeuten gehört, was auch erklärt, warum ich nicht von Anfang an eine grundsätzliche Aversion gegenüber dieser Therapieform hatte. Johanna und Klaus-Henning Krause schreiben in ihrem Standardwerk "ADHS im Erwachsenenalter: Symptome, Differentialdiagnose, Therapie", dass eine tiefenpsychologisch orientierte Langzeitherapie bei ADHS-Betroffenen zur Behandlung der Störungen des Selbstbewertgefühls und der Autonomieentwicklung notwendig sei. Mein aktueller Psychiater ist auf ADHS im Erwachsenenalter spezialisiert und hat auch bereits mehrere Publikationen über adultes ADHS herausgegeben. So ging ich davon aus, dass dieser Therapeut die neurobiologischen Erklärungen von ADHS grundsätzlich anerkennt und ganz im Sinne von Krause & Krause eine moderne psychodynamische Behandlung zur Stärkung des Selbstwertgefühls anbieten kann.

    Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Ich bin mir immer noch nicht sicher, in wie fern der Therapeut die neurobiologischen Grundlagen von ADHS anerkennt. Schon in einer meiner ersten Therapiestunden erklärte ich, dass ich teilweise sehr unter meiner Zerstreutheit leiden würde. Der Psychiater deutete meine Zerstreutheit als Zeichen dafür, dass ich mich zu stark mit der Mutter identifiziere und einen Mutter-Kind-Konflikt hätte. Das mache mich unsicher und deshalb sei ich heute so zerstreut.

    In einer anderen Sitzung zweifelte der Therapeut daran, dass ich überhaupt ADHS hätte. Er habe schon so viele ADHS-Diagnostizierte erlebt, die bei einer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen sind und daher eben auch so irgendeinen Mutter-Kind-Komplex hätten. Er bezweifle da, dass die alle ADHS-Gene hätten, da ihre Geschichte immer so ähnlich sei. Er glaube, dass in vielen Fällen eben dieser Mutter-Kind-Komplex die Ursache für die Hyperaktivität sei. Ich erläuterte ihm dann, dass ich schon als Baby ein Schreikind war und die Hyperaktivität längst nicht das einzige Symptom gewesen sei. Vor allem hatte ich als Kind viele motorischen Probleme. Da meinte er, dass vielleicht schon auch ein genetisch bedingtes ADHS vorliege, aber der Mutter-Kind-Komplex vor allem für die meine Selbstunsicherheit verantwortlich wäre.

    In Bezug auf die Persönlichkeitsstörungen erachte ich auch die blosse Diagnostizierung am Anfang als völlig okay, sofern es sorgfältig geprüft wurde. Das mag für den Therapeuten sicherlich sinnvoll sein, damit er weiss, welche Therapie optimal ist. Doch in dieser Therapie wurden erstens alle möglichen Persönlichkeitsstörungen eher unsorgfältig diagnostiziert und zweitens wurde ich während der Therapie immer wieder als ängstlich-vermeidende oder narzisstische Persönlichkeit bezeichnet. Diesen Ansatz finde ich sehr kontraproduktiv. Irgendwann habe ich es so verinnerlicht, dass ich erst recht ängstlich-vermeidend bin und total das Gefühl habe nicht okay zu sein. Oder ich verschweige bewusst Dinge, damit nicht schon wieder eine andere Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wird.

  5. #15
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 345

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    @monster, dein letzter Absatz: Vielleicht habe ich mich nicht ganz klar ausgedrückt: Mit der Diagnose von Persönlichkeitsstörungen sollte man eigentlich sehr zurückhaltendend sein und sich Zeit lassen. Diese erfordern wirklich, den Patienten länger und gründlich kennenzulernen. In der Anfangsphase/Probatorik ist das definitiv nicht möglich und auch nicht nötig, denn in aller Regel kommen die Patienten mit einer anderen Hauptdiagnose, die dann antragsbegründend sein kann (Depression, Angststörung, ADHS, etc.). D.h. auch falls der Therapeut einen Verdacht hat, kann er ihn lange und gründlich prüfen, muss den Patienten nicht vorschnell auf eine solch weitreichende Diagnose festlegen und ihm schon gar nicht ständig derartige Festschreibungen um die Ohren hauen, wenn sie noch nicht mal sorgfältig diagnostiziert wurden. Damit richtet er mehr Schaden an als sonstwas (wie du schon schreibst, v.a. große Verunsicherung) und sieht dadurch dann noch seine Diagnose bestätigt.

    Übrigens toben sich neuerdings z.T. auch Psychoanalytiker auf dem Gebiet ADHS aus, allerdings unter gänzlich anderen Vorzeichen. Da geht es dann eben um Konflikte in den Beziehungen zu den Eltern und unbewusste Abwehr etc., die als ursächlich angenommen werden; die wissenschaftlich begründeten neurobiologischen Erklärungen werden eher geringschätzt oder in den Hintergrund gerückt, die psychoanalytischen Konzepte als Gegenentwurf präsentiert. Nur leider ohne empirische Basis.
    Geändert von alice_s ( 9.09.2016 um 21:44 Uhr)

  6. #16
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 95

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    monster1 schreibt:
    Er habe schon so viele ADHS-Diagnostizierte erlebt, die bei einer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen sind und daher eben auch so irgendeinen Mutter-Kind-Komplex hätten. Er bezweifle da, dass die alle ADHS-Gene hätten, da ihre Geschichte immer so ähnlich sei.
    Mal unabhängig davon, dass der Arzt Dir nicht gut tut und Du Dir daher einen anderen suchen solltest. Falls Du noch einmal zu ihm gehst, richte ihm schöne Grüße von mir aus, dieser Punkt würde mich interessieren, kann er dazu eine wissenschaftliche Publikation referenzieren?

  7. #17
    Neues Forum-Mitglied

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    Forum-Beiträge: 38

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    AuchHier schreibt:
    Mal unabhängig davon, dass der Arzt Dir nicht gut tut und Du Dir daher einen anderen suchen solltest. Falls Du noch einmal zu ihm gehst, richte ihm schöne Grüße von mir aus, dieser Punkt würde mich interessieren, kann er dazu eine wissenschaftliche Publikation referenzieren?
    Ich kann ihn bei Gelegenheit noch fragen, ja. Ich glaube aber, dass er dies eher aus seiner eigenen Erfahrung heraus erzählt hat. Ich zweifle auch an dieser These. Die Feststellung, dass viele ADHS-Kinder aus Scheidungsfamilien kommen ist nicht neu. Man geht aber in Fachrkreisen eher davon aus, dass die Eltern ja häufig auch von ADHS betroffen sind und bei ADHS-Betroffenen eine höhere Scheidungsrate vorliegt. Die Scheidungen sind also eher die Folge und nicht die Ursache von ADHS.

  8. #18
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    @alice_s
    Jetzt habe ich es richtig verstanden. Danke! Von Zurückhaltung mit solchen Diagnosen kann man bei meinem Psychiater definitiv nicht sprechen. Auch hat er quasi als Ferndiagnose meinem Vater eine narzisstische und eine antisoziale Persönlichkeitsstörung und meiner Mutter ebenfalls eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung unterstellt. Er hat aber beide noch nie real gesehen, sondern kennt sie nur aus meinen Erzählungen.

    Am Montag habe ich meinen nächsten Termin. Da werde ich ihm klar machen, dass ich die Therapie abbrechen werde. Vermutlich wird er diesen Therapieabbruch dann irgendwie als Widerstand deuten bzw. behaupten, ich würde einfach die Wahrheit nicht ertragen. Vielleicht wird er aber auch aufzeigen, welch grosse Gefahr von einem Therapieabbruch ausgeht. Er zeichnet nämlich gerne Worst Case Szenarien. Und vermutlich wird er verlangen, dass ich noch zwei weitere Male zu ihm komme. Er hat zu Beginn der Behandlung nämlich gesagt, bei einem Ende der Therapie gäbe es immer noch 2-3 Nachbearbeitungstermine. So steht es auch in einer Therapieanleitung seiner Therapierichtung (auf die ich über meine Hochschule kostenlos Zugriff habe ). Möchte der Patient die Therapie abbrechen, so solle der Therapeut diesen deuten, die Selbstgefährdung aufzeigen und gleich weitere Termine zur Nachbearbeitung vereinbaren.

  9. #19
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 95

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    monster1 schreibt:
    Vermutlich wird er diesen Therapieabbruch dann irgendwie ....
    Nun gut, ich würde seine Antwort auf meine Frage gerne hören, aber wenn Du die Therapie eh abbrechen möchtest, dann würde ich mich mit ihm nicht mehr konfrontieren. Einen Anruf auf seinen AB und Schluss ist.

  10. #20
    Wohnt hier

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    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 1.210

    AW: Die offensive Diagnostizierung von Persönlichkeitsstörungen bei Psychodynami

    Hi Monster1,

    was du schilderst klingt für mich nach einem verzweifelten Versuch deines "Arztes",
    dich für seine "irren psychospirenzchen" zu missbrauchen...

    Wenn dieser, das wirklich abzieht, dann ist das Manipulation im höchstem Maße und ich schätze,
    wenn dann hat dein "Arzt" eine Persönlichkeitsstörung und ein Einfluss/Machtbedürfnis..
    Will der einen auf "Puppet-Master" machen oder wie...

    Harter Tobak....

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