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Diskutiere im Thema Diagnose gestellt, aber.... im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 141

    Diagnose gestellt, aber....

    Hallo ihr Lieben,

    gestern war der heiß ersehnte Termin beim Psychiater zum AD(H)S-Test.

    Zum Glück bin ich sehr rechtzeitig losgefahren, denn ich musste vor Ort noch länger nach einem Parkplatz suchen und auch das Ärztehaus war nicht so leicht zu finden. So bin ich gerade noch pünktlich dort angekommen und musste feststellen, dass der Psychiater in der 4ten Etage war mit winzigem Aufzug. Treppen laufen ist aufgrund der Angststörung aktuell kaum möglich und Aufzug.. naja... nur wenn's sein muss. Den ersten Aufzug verlließ ich fluchtartig wieder, weil sich immer mehr Menschen hinein zwängten. Geht für mich gar nicht. Mit der zweiten Fuhre habe ich es dann bis in den dritten Stock geschafft, dann war das Herzrasen zu groß und ich bin die letzte Etage dann doch gelaufen. So ging es, aber entsprechend nervös und zittrig kam ich oben an.

    Der Psychiater öffnete die Tür, ohne sich vorzustellen und ging an den Empfang um eine Karte einzulesen. Bis dato war mir noch nicht klar, ob es sich um eine männliche Sprechstundenhilfe, oder um den Arzt handelte. Als er dann mit mir in's Behandlungszimmer ging, sich setzte und anfing mir Fragen zu stellen war dann endlich klar, dass der Arzt vor mir saß. War schon eine für mich etwas skurrile Situation.

    Er fragte kurz wie ich darauf komme, AD(H)S zu haben und ich erzählte ein bisschen von meiner Strukturlosigkeit am Beispiel des "Wohnung aufräumens", meiner Angststörung etc...

    Er machte dann einen Vortest von ca. 6 Fragen mit mir und dann den für gestern angedachten Haupttest mit ca 30 Fragen. Leider konnte ich die Fragen zur Kindheit (Grundschule bis ca. 12 Jahre) nur rein aus dem Bauch heraus beantworten, denn so detailliert kann ich mich daran nicht mehr erinnern.
    Es waren zum Glück nur ca. 5 - 7 Fragen (weiß ich nicht mehr genau) und ich hoffe, ich habe nicht nur so geantwortet, weil der Wunsch nach einer Diagnose zu groß war. Genau das macht mir nämlich gerade Kopfzerbrechen. Andererseits kamen danach noch reichlich Fragen zum Erwachsenenalter und die konnte ich ja guten Gewissens beantworten, denn da bin ich mir ja sicher, das ist ja aktuell.

    Viele Fragen die auf das Thema Konzentration und Organisation etc.. abzielten, konnte ich nicht konkret mit "oft", "manchmal" - oder "selten" beantworten. Denn es kommt ja drauf an, ob mich das Thema interessiert, oder nicht. Genau so habe ich dann auch geantwortet, dass ich mich sehr wohl konzentrieren kann, wenn mich das Thema interessiert, es mir aber schwer fällt bis unmöglich ist, wenn dem nicht so ist - und dann habe ich den Psychiater entscheiden lassen anhand meiner Antwort, wo er das Kreuz setzt, denn das hätte ich echt nicht einschätzen können.

    Nach den also insgesamt mit Vortest ca. 35 Fragen und einem kurzen Gespräch vor ab meinte er, dass er den sog. "HASE-Test" bei mir gar nicht mehr durchführen müsse, denn die Diagnose ADS (ohne H) wäre bei mir absolut sicher festzustellen.

    Hm... ich hätte diesen Test irgendwie gerne noch gemacht. Ich kann mir ganz schwer vorstellen, dass man so eine Diagnose einer so komplexen "Erkrankung" (oder wie nennt man es am besten? Störung klingt so negativ) mal eben mit einem kurzen Gespräch und ein paar Fragen eines Fragebogens stellen kann???

    Andererseits weiß ich ja selbst, dass ich mich hier im Forum in ganz vielen Dingen wiederfinde und ich mir die Diagnose ja fast schon selbst gestellt hätte. Ich glaube ich hätte allerdings lieber noch eingehendere Tests machen wollen, um es selbst wirklich glauben zu können. Versteht ihr was ich meine?
    Ich habe nichts gegen die Diagnose... rein gar nicht. Wenn es so ist, dann weiß ich endlich was los ist und kann entsprechend loslegen mit der Behandlung. Aber ich glaube es eben momentan nur zu 80%, weil mich die Art der Diagnosestellung nicht wirklich überzeugt hat.

    Könnt ihr das nachvollziehen?

    Medikinet oder Ritalin hat er mir nicht aufgeschrieben, da ich ihm erzählte, dass ich das vor 10 Jahren gar nicht vertragen habe. Er hat mir jetzt Sertralin mitgegeben, welches mich ein wenig ruhiger machen soll wegen der Ängste. Ich hoffe ich schaffe es, es zu nehmen. Meine Ängste stehen der Einnahme von solchen Medikamenten arg im Weg. Bisher ging es aber auch immer ohne.... irgendwie...
    Ich hab auch eine Überweisung zur Verhaltenstherapie bekommen, auf meinen Wunsch. Einen Psychotherapeuten, der auf ADS spezialisiert ist, kennt er allerdings auch nicht...

    Im Großen und Ganzen bin ich jetzt irgendwie erleichtert, dass ich die Diagnose schwarz auf weiß habe, aber es bleiben kleine Restzweifel. Wie war die Diagnosestellung bei euch??

    LG Vennezeia

  2. #2
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 7.592

    AW: Diagnose gestellt, aber....

    Hallo Vennezia, danke für deinen Bericht.

    Hast du den Jemanden in deiner Nähe, mit dem du sprechen kamnst, wenn du das Medikament nimmst? Der Anfang ist gemacht!

    Alles Gute!
    Gretchen

    I

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.462

    AW: Diagnose gestellt, aber....

    Kommst du nicht aus Köln? Du könntest es in der lvr Klinik dort in der Ambulanz versuchen,die gehen vermutlich ausführlicher vor? Viele niedergelassenen Psychiater machen leider aus Zeitgründen nur diese Schnelltests.Ich wäre damit auch nicht zufrieden gewesen.

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 141

    AW: Diagnose gestellt, aber....

    Hast du den Jemanden in deiner Nähe, mit dem du sprechen kamnst, wenn du das Medikament nimmst? Der Anfang ist gemacht!
    Doch, hätte ich... mein Freund ist examinierte Pflegefachkraft, so dass ich da auch gut aufgehoben wäre. Aber gegen Medikamente habe ich mich schon immer gesträubt und der bloße Gedanke daran verursacht Panik. Ich hab's ein paar mal versucht und war jedes mal froh, wenn ich die Blister in die Tonne wieder in die Tonne befördert hatte... (bzw. in der Apotheke abgegeben, einfach so wegwerfen ist ja nicht). Die Therapie ist mir da viel wichtiger. Aber erstmal nen Therapeuten finden, der sich mit ADS auskennt....

    @hypie1

    Danke für den Tipp. Ich hatte mich dort bereits gemeldet, doch die haben Wartelisten und Wartezeiten von bis zu einem Jahr. Die hatten mir den Kontakt zu dem Psychiater gegeben, bei dem ich gestern gewesen bin. Ich dachte, dass das dann wohl eine gute Adresse sein müsste. Ich will ihm auch nicht nachsagen, er sei nicht gut, dass kann ich nach dem einen Termin gar nicht beurteilen und grundsätzlich habe ich mich auch wohlgefühlt bei ihm. Aber das war mir doch alles ein bissel "wenig" an Diagnostik.
    Ich werde mich wohl oder übel doch auf die Warteliste setzen lassen von der Klinik und dann eben in ein paar Monaten, oder einem Jahr dort den Test nochmal machen lassen - nur dann hoffentlich ausführlicher.

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 141

    AW: Diagnose gestellt, aber....

    Ah.. nein.. ich hatte mich bei der Uni Köln gemeldet, die waren das mit der Warteliste...

    Die LVR behandelt ja nur Patienten aus Köln wenn ich das richtig gelesen habe? Ich komme leider nicht direkt aus Köln, nur ganz aus der Nähe. Aber ich hab dort jetzt trotzdem mal um Rückruf gebeten, vielleicht geht da ja doch was. Interessant ist, dass die auch Gruppentherapien anbieten. Da wäre ich erstmal sicher besser aufgehoben als bei einer Verhaltenstherapie, bei der sich der Therapeut mit ADS nicht wirklich auskennt. Für die Ängste ist es widerum gar kein Problem, jemanden zu finden. Aber schön wäre natürlich eine ganzheitliche Geschichte...

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.462

    AW: Diagnose gestellt, aber....

    Ist doch eine gute Idee mit der Uni Köln,ich würde die Warteliste aufrechterhalten u.das dann nochmal wiederholen.Dann bist du auf der sicheren Seite.
    Stimmt,lvr Klinik behandelt immer nach Einzugsgebiet.

  7. #7
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 141

    AW: Diagnose gestellt, aber....

    Sehr schade mit der LVR - das Gruppencoaching klang sehr interessant und da ausserhalb was zu finden, ist schwierig bis unmöglich habe ich das Gefühl...

    Warteliste werde ich auf alle Fälle aufrechterhalten. Dann dauerts eben noch und bis dahin gehe ich einfach mal davon aus, ein Chaot zu sein ;-) Bin ich ja tatsächlich auch, egal ob mit ADS oder ohne ;-)

  8. #8
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Diagnose gestellt, aber....

    Hallo zusammen,
    ok ich habe nach meinem 2. Termin jetzt auch die Diagnose erhalten, dass mein ADHS Test positiv ist, also ich unrüttelbar an ADHS im Endstadium leide oder leidet eher mein Umfeld?
    Der erste Termin musste verschoben werden, weil ich 45 min zu spät kam. Ich bin ersthaft sehr frühzeitig zum Termin losgefahren, jedoch leider mit einem Navi, dessen Straßenverzeichnis noch aus der Steinzeit ist. "BITTE WENDEN" auf der Autobahn findet wohl keiner hilfreich, wenn man einen seltenen und hart erkämpften Termin hat.
    Naja dadurch war ich bei Ankunft etwas aufgebracht und hektisch und habe in den verbleibenden 10 Min. das Büro meiner Psychologin aufgemischt, indem ich zuerst versehentlich das Modemkabel gezogen, danach ihr Telefon runtergeworfen und mit Sicherheit einen bleibenden Eindruck hinterlassen habe. Sie trug es mit Fassung und bemerkte nur, dass ihr Büro etwas klein ist.
    Übel peinlicher Auftritt.

    Termin 2. Da kannte ich dann schon den Weg und war pünklich. Die Fragebögen hatte ich zwischen 1 + 2 Termin irgendwie ausgefüllt und abgegeben. Das verlief stressfrei. Nun zum Ergebnis .. Habe eine Empfehlung auf Verhaltenstherapie oder auch für Ritalin erhalten und muss dazu einen EKG, EEK und eine Untersuchung auf Epilpsie beibringen.
    Ich bin alles in allem etwas skeptisch, weil ich hab mit Ritalin und anderen Mitteln dieser Art keine Erfahrung.
    Auf der anderen Seite, wüsste ich gerne, was von mir übrig bleibt oder rauskommt, wenn ich wenigstens ein klein wenig organisierter und evt. weniger chaotisch wäre.

    Psychotherapeuten die sich mit ADHS auskennen sind leider wohl sehr rar und einen der sich damit nicht auskennt ausgespochen wenig hilfreich.
    Mein nächster Termin ist am 02.09. bis dahin bleib ich erstmal weiterhin nervös und ich denke, ich werde das mit dem Ritalin probieren. Wenns nichts bringt, brauch ich es ja nicht weiternehmen.
    Funktioniert das eigentlich schon ab der ersten Einnahme??

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