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Diskutiere im Thema Nur Medikamente, keine Therapie? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 103

    Nur Medikamente, keine Therapie?

    Hallo an alle,

    ich nehme seit geraumer Zeit Medikinet adult (ca. 3 Jahre) und es hat bei mir viel Gutes bewirkt. Jedoch habe ich von Anfang an keine Therapie gemacht oder ein Coaching oder sonstiges. Es wurde mir von Arztseite aus auch gar nicht vorgeschlagen oder nahegelegt.

    Wie ist das bei euch? Findet ihr es normal, einfach das Medikament zu nehmen und gut ist, oder meint ihr, dass das allein nicht ausreicht?

    Ich habe so das Gefühl, ich mache alles mit mir selbst aus, wo andere sich längst Hilfe geholt hätten. Beim Arzt heißt es immer nur "Gibt's was Neues?" oder "Wie geht es Ihnen?" Dann sage ich - alles okay, obwohl es immer Dinge gibt, die mich beschäftigen. Aber dort geht es nur ums Rezept, wirkliches Interesse an meinen Problemen ist nicht da (weshalb ich auch einen anderen Arzt suche). Daher sage ich dort gar nichts mehr, wenn ich ein Problem habe, weil ich eh keine Hilfe bekomme.

    Das war jetzt vielleicht zu detailliert, aber auch ganz allgemein würde mich eine Antwort interessieren, ob eine Medikamenteneinnahme über Jahre hinweg ohne Therapie in Ordnung ist.

    Danke schon mal für Eure Antworten,

    Lefty

  2. #2
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 6.356

    AW: Nur Medikamente, keine Therapie?

    Lefty schreibt:
    Jedoch habe ich von Anfang an keine Therapie gemacht oder ein Coaching oder sonstiges. Es wurde mir von Arztseite aus auch gar nicht vorgeschlagen oder nahegelegt.
    Ein Arzt leitet lediglich die medikamentöse Therapie ein. Mehr kann er nicht machen, es sei denn, er ist Arzt und Therapeut in Personalunion. Um einen Platz für eine Therapie musst du dich selbst kümmern. Ein ADHS-Coach zu finden ist ein seltener Glücksfall.

    Ich hatte dieses Glück. Mein ADHS-Coach hat mir anfangs sehr geholfen. Ohne sie, es war eine Frau, hätte ich es nicht so weit gebracht. Eine ADHS_Therapie habe ich nie gefunden. Zwar hatte ich eine Verhaltenstherapie, doch nur, weil diese in Rheinland-Pfalz von der Kassenärztlichen Vereinigung gefordert wird.

  3. #3
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 6.356

    AW: Nur Medikamente, keine Therapie?

    Lefty schreibt:
    Es wurde mir von Arztseite aus auch gar nicht vorgeschlagen oder nahegelegt.
    Die Nacht über habe ich darüber nachgedacht, wer wen zu informieren hat. Meines Erachtens muss ein Arzt nicht über mögliche Therapien mit dem Patienten reden. Er ist verpflichtet, den Patienten medizinisch zu versorgen. Das hat er mit dem Ausstellen des Rezepts getan. Ansonsten muss sich der Patient selbst informieren. Das besagt der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses.

    https://www.g-ba.de/downloads/39-261...ntien_BAnz.pdf

    In diesem steht:

    [eine medikamentöse Therapie darf erfolgen] wenn sich andere Maßnahmen allein als unzureichend erwiesen haben
    Das heißt, ein Arzt darf (BtM-) Medikamente verschreiben, wenn eine bereits abgeschlossene nichtmedikamentöse Therapie zu keinem Erfolg geführt hat. Alles Andere muss ihn nicht interessieren. Empfehlungen bezüglich nichtmedikamentöser Maßnahmen basieren daher auf Kulanz.













    Geändert von Steintor (27.07.2016 um 16:15 Uhr)

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 1.192

    AW: Nur Medikamente, keine Therapie?

    Hi Lefty

    es kann durchaus möglich sein, dass du selbst auf die Jahre dein Störungsbild soweit kompensiert hast (durch sonstige Strategien),
    dass eine Verhaltenstherapie nicht nötig ist.

    Ich bekomme auch nur die Medikation, da ich diese Verhaltenstherapiekonzepte sozusagen alle mittlerweile an mir selbst durchführen kann... ^^


    Dein Arzt, hat dich eigentlich über das Multimodale-Therapiekonzept aufzuklären.... (Machen Sie aber eher selten, leider...)
    Aber wie Steintor schon sagte, der Psychiater/Neurologe etc. an sich, stellt nur die "Krankheit" fest und behandelt diese medikamentös.

    Um den Rest muss man sich dann selbst kümmern...

    Kleiner Tipp am Rande:

    Solltest du in angemessener Zeit (Leidensdruck) keinen Kassenpatienten-Therapeuten finden (in deiner Umgebung),
    (Alle Versuche dokumentieren; Anrufzeit, Datum, Ansprechpartner)

    kannst du auch zu einem Privatpatienten-Therapeuten gehen... dies wird dann auch durch die KK übernommen...
    Informiere dich doch mal.... ist leichter als man denkt ^^

  5. #5
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 6.356

    AW: Nur Medikamente, keine Therapie?

    Brainman schreibt:
    Dein Arzt, hat dich eigentlich über das Multimodale-Therapiekonzept aufzuklären....
    Im ADHS-Infoportal von Medice, dem Hersteller von Medikinet Adult, steht zwar, dass es noch andere Therapieformen gibt, als nur die medikamentöse Therapie, aber ob die Info vom Arzt kommen sollte, steht da nicht (obwohl eine Ärztin abgebildet ist). Mich interessiert nun die Frage, ob der Arzt diese Info geben muss oder ob diese Info aus Kulanz gegeben werden kann.


    ADHS bei Erwachsenen - Therapie durch Psychoedukation

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 1.192

    AW: Nur Medikamente, keine Therapie?

    Er hat ja eigentlich schon über das Medikament aufzuklären....
    (Doch leider machen Sie nicht mal das meistens... )

    In dem Zuge wird ein "guter Arzt" einen sowieso fragen müssen, ob man schon eine Therapiestelle gefunden hat, da er im "Normalfall" nur die Gabe bei gleichzeitiger Therapie verordnen darf...

    mhhh... die Realität sieht meistens jedoch anders aus ...

    Also beantwortet sich die Frage dann eigentlich von selbst oder?

  7. #7
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 6.356

    AW: Nur Medikamente, keine Therapie?

    Brainman schreibt:
    Er hat ja eigentlich schon über das Medikament aufzuklären.... [...]
    Über das Medikament muss er den Patienten aufklären.

    Brainman schreibt:
    In dem Zuge wird ein "guter Arzt" einen sowieso fragen müssen, ob man schon eine Therapiestelle gefunden hat, da er im "Normalfall" nur die Gabe bei gleichzeitiger Therapie verordnen darf...
    Nach einer nichtmedikamentösen Therapie, denn die medikamentöse Therapie ist dann zu verordnen, wenn, bei Erwachsenen, eine Verhaltenstherapie keinen zufriedenstellenden Erfolg erzielt hat.

    Sagte mein Arzt. Weiterhin sagte er, dass man diese nichtmadikamentöse Therapie auch später nachholen könne. Aus diesem Grund habe ich ja schnell noch eine Verhaltenstherapie gemacht, die zwar nichts brachte, weil sie nicht auf ADHS abgestimmt war, doch die Krankenkassen wollten das so. Erst spät kam mir die Idee, dass ich meine vergangenen Therapien als ADHS-Therapie hätte verkaufen können; auch wenn ich damals noch keine ADHS-Diagnose hatte, so zielten diese Therapien - es waren drei - darauf ab, noch nicht erkannte ADHS-Symptome zu behandeln.

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 1.192

    AW: Nur Medikamente, keine Therapie?

    Ich spreche nur aus meiner Eigenen Erfahrung ... kann sein ....da ich bereits in der Kindheit MPH erhalten habe, wird er dies

    höchstwahrscheinlich dann bei MIR für unnütz halten, da ich das Medikament ja schon kenne... ^^

    Ein Arzt sollte oder besser MUSS auch richtige Diagnosen stellen ... ist leider auch nicht immer der Fall

    und das Forum spricht für sich selbst wenn man betrachtet wie viele "unaufgeklärte" Patienten fragen über das Medikament stellen ....

  9. #9
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 1.192

    AW: Nur Medikamente, keine Therapie?

    Es kommt auf die "Symptome" an würde ich sagen (bzgl. Verhaltenstherapie...)

    Ist diese nicht nötig aufgrund Kompensationsstrategien, so benötigt man ja dann keine...^^
    Jedoch die Gedankensprünge gehen ja dennoch nicht weg ...auch nicht mit VT.... also nur Medikation...

    (Es sollte ja eigentlich nur bei Mittel-/Schwer betroffenen Erwachsenen medikamentös behandelt werden...)...

    Ist alles so ne Sache ... kommt immer auf den Arzt an ....

  10. #10
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 6.356

    AW: Nur Medikamente, keine Therapie?

    Brainman schreibt:
    . kommt immer auf den Arzt an ....
    Selbstverständlich. Mit meinen Ausführungen wollte ich erläutern, dass ein Arzt nicht über nichtmedikamentöse Maßnahmen aufklären muss. Er muss lediglich Infos zu dem verordneteten Präparat geben. Alles Andere ist unbezahlte Mehrarbeit. In der GÖÄ habe ich keinen Hinweis gefunden, dass ein Arzt Therapien bei anderen Personen abrechnen kann. Lediglich Posten 865 lässt da noch ein wenig Spielraum, wobei aber die Therapie bei einem Psychotherapeuten bereits statt finden muss.

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