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Diskutiere im Thema Inkompetentes Praxis-Team oder liege ich falsch? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 6

    Inkompetentes Praxis-Team oder liege ich falsch?

    Hier eine Ultrakurzfassung für die, denen der Text unten zu lang ist: ich lernte vor einigen Monaten einen ADSler kennen und bald meinte dieser, ob ich auch ADS hätte? Ich hatte mich vorher nie groß mit dem Thema beschäftigt, doch je mehr ich darüber erfuhr desto besser passte alles zusammen (Dinge die ich tat, Probleme die ich hatte....).

    Als ich zur Abklärung bei einem Psychiater war, meinte dieser schlussendlich allerdings, die Testergebnisse (Konzentration und IQ) seien zu gut gewesen und man unterstellte mir sogar, ich würde nur etwas vormachen.

    Das ganze hat mich ganz schön verunsichert - soll ich eine Zweitmeinung einholen, weil die Leute in der Praxis daneben liegen oder bin ich am Ende einfach nur ein fauler Träumer?


    Lange Version:
    Wie bereits oben gesagt, ging ich, nachdem ich von besagtem Freund und durch Lektüre einiges über AD(H)S erfahren hatte, zu einem Psychiater - der, zu dem auch mein Freund geht, denn er meinte, der sei nett und fähig.

    In den etwa 6 Terminen, die ich in der Praxis hatte, bekam ich besagten Psychiater jedoch kein einziges Mal zu Gesicht - mit einer Ausnahme saß mir jedes Mal eine neue Person gegenüber. Jedem musste ich dann aufs Neue erzählen, warum ich gekommen sei, untereinander hat man sich in der Praxis anscheinend nicht ausgetauscht oder das vermerkt. Wie soll man denn eine fundierte Diagnose bekommen, wenn jeder Psychiater einen nur jeweils eine Stunde lang erlebt und man immer wieder von 0 anfängt?!

    Als dann die Ergebnisse der Tests da waren, sagte man mir, die Ergebnisse seien zu gut gewesen - da die Tests mehr lustige Rätselspiele waren, die mir viel Spaß machten, war ich da wohl sehr gut fokussiert.
    Zudem hätte der IQ-Test ein Ergebnis von 132 geliefert und man sagte mir durch die Blume, dass ich mit einem solchen Wert ja keine Schwierigkeiten im Alltag haben könne. Auf meinen Einwand, ich könne mich nicht lange konzentrieren, hiess es dann, ich sei wegen meiner Intelligenz einfach schnell gelangweilt.

    Die Höhe fand ich jedoch, als mich eine der Damen aus der Praxis (die mir als Einzige wirklich unsympathisch war) im Gespräch fragte, ob ich mich vor meinem Besuch über AD(H)S informiert hätte. Als ich das bejahte, meinte sie: "Du scheinst ja recht schlau zu sein." Was mich aufatmen liess, denn ich dachte, das würde bedeuten, man nimmt mich ernst. Dann jedoch fuhr sie fort: "Ich traue dir ja zu, dass du dich vorab über die Symptome informiert hast und mir jetzt genau das Passende erzählst." Das fand ich schon ein starkes Stück und war so perplex, dass ich gar nichts erwidern konnte...

    Ich hatte in diese Praxis große Hoffnung gesetzt, doch die hat sich schnell zerstreut... Jetzt meine Frage: Soll ich eine zweite Meinung aus einer anderen Praxis einholen, oder dieses Ergebnis, auch wenn es mich absolut nicht zufriedenstellt, einfach akzeptieren?

    Ich ziehe in ein paar Monaten zwecks Studium um, eine gute Gelegenheit also, einen weiteren Versuch zu wagen - jedoch habe ich deswegen auch konkrete Sorgen: Wird man mich überhaupt ernst nehmen, wenn bekannt wird, dass ich bereits bei einem (oder besser: mehreren Psychiatern...) war und diese meine Vermutung verneint haben? Speziell, da ich die Schule jetzt mit einem relativ guten Abitur abgeschlossen habe. Zudem will ich auf keinen Fall so wirken, als ob ich mir MPH zwecks Doping fürs Studium verschreiben lassen will, was bei eineigen Studenten ja Gang und Gäbe ist.

    Bin diesbezüglich wirklich am Verzweifeln und hoffe, man kann mir heir ein paar gute Ratschläge geben

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 718

    AW: Inkompetentes Praxis-Team oder liege ich falsch?

    Was soll denn dagegen sprechen, ne Zweitmeinung oder auch Drittmeinung einzuholen? Nichts!
    Du musst ja auch nicht sagen, dass du bereits bei nem anderen Psychiater diesbezüglich warst.

    Im Übrigen sind ca. 70% gerade auch der Psychiater ignorant bezüglich ADHS.

    Echte, nicht nur vermeintliche Spezialisten sind rar gesäht.

    Hier umlesen im Forum und weiter dran bleiben.

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 294

    AW: Inkompetentes Praxis-Team oder liege ich falsch?

    Ich würde mir auf jeden Fall eine zweite Meinung einholen, und zwar würde ich mir diesmal einen suchen, der sich mit ADHS auskennt.
    Lies dich mal im Forum um, vielleicht findest du einen Tipp, der in deiner Gegend ist.
    Und mache dich nicht verrückt, ich würde mich bei einer solchen Behandlung auch schlecht behandelt fühlen.

  4. #4
    salamander

    Gast

    AW: Inkompetentes Praxis-Team oder liege ich falsch?

    ein zweite meinung ist in dem fall angesagt.


    6 verschiedene psychiater, das ist schräg. in hoher IQ schließt eine ads oder adhs - es gibt auch die träuemvariante - nicht aus. ein hoher IQ bedeutet auch nicht zwangsläufig, alltagstauglich.


    die statements die du beschreibst, klingen eher nach einem team, das ausreden dafür sucht, dass es kein ad(h)s sein kann, auch wenn es ad(h)s sein kann. das ist echt schräg. und die empfangsdame hat dir ja eine glatte unterstellung hingejubelt, du hättest dir die adhs-sympthome angelesen... ja gibt so praxen, wo es so gesehen, so gehandhabt wird. das liegt manchmal auch daran, dass so einige studis, um "effizienter" zu sein, versuchen an ritalin zu kommen, und eine adhs-diagnose macht das möglich, auf ganz legale weise.


    wenn du adhs hast, bist du an sehr mißtrauisches praxisteam geraten, dessen fokus darauf liegt, um jeden preis einen medikamentenmißbrauch zu verhindern.


    ich würde an deiner stelle, unbedingt noch zu einem anderen arzt gehen, und vor allem in eine praxis, wo es nur einen arzt gibt, denn nur dann kannst du davon ausgehen, dass dir dieser eine die 6 stunden "zur verfügung" steht und sich wirklich ein bild machen kann.

  5. #5
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.785

    AW: Inkompetentes Praxis-Team oder liege ich falsch?

    ich rate auch zu einer Zweitmeinung

    ich war bei meinem ersten Doc auch nicht gut aufgehoben, habe mir dann einen zweiten empfehlen lassen. der ist der Richtige.
    der erste muss ein Psychiater gewesen sein, der jetzige ist ein Neurologe. der war in meinem Fall (auch Studium) unvoreingenommener, beim ersten hatte ich den Eindruck: unkomplizierter Lebenslauf mit Studium und ohne Lebenskrisen. =kein bzw "allenfalls leichtes" Adhs

    ich denke mir, ich hab mich dank IQ und Hyperfocus auf die Hauptfächer (ich mochte zwar nicht die Schule, aber ich liebte den Schulstoff einiger Fächer, glücvklicherweise Hauptfächer) so durchgewurschtelt.

    bei mir war zB ein Klassiker, auch die kompliziertesten Matheaufgaben im Prinzip, also vom Lösungsweg her geknackt zu bekommen, aber beim eigentlichen Lösen 1000 Flüchtigkeitsfehler einzubauen oder mitten in einem Einzelschritt zu vergessen, was ich da eigentlich tue oder meinen Rechnungsweg aus den Augen verlieren. Da schrieb ich schonmal die "X"e, die ich zu Anfang der Zeile doch gerade elimenieren wollte zum Ende der Zeile schön fleissig wieder mit und kam dann in eine Sackgasse....kurz: ich wußte die komplizierten Teile einer Aufgabe immer, scheiterte aber an den einfachen Teilen, weil diese mehr Konzentration und Ausdauer verlangten.
    Kommt dir das in etwa bekannt vor


    ich finde verständlich, dass sie etwas mißtrauisch , gerade bei Studenten sind, vielleicht haben sie da auch unlängst kräftig Lehrgeld bezahlen müssen. Es kann auch sein, dass du gar kein Adhs hast, sondern etwas anderes deine Konzentration stört. Aber dafür gibt's ja Fachärzte, die so etwas herausbekommen sollten.
    Aber du solltest dich schon ernst genommen fühlen. wenn nicht und dir wird was unterstellt, von dem du weißt, dass es nicht stimmt, gehe unbedingt zu einem anderen Arzt.

    schließlich: was spricht bei solch einer wichtigen frage gegen eine zweite Meinung ?

  6. #6
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Inkompetentes Praxis-Team oder liege ich falsch?

    Alles klar, vielen lieben Dank für die schnellen und hilfreichen Antworten
    Ihr habt Recht, ich werde wohl noch eine weitere Meinung einholen - und vorher sicherstellen, dass ich dafür jemand vertrauensvollen finde.
    Wirklich schade, dass der erste Anlauf so daneben ging, da ich in die Praxis große Hoffnungen gesetzt hatte, da man sie mir explizit in Bezug auf AD(H)S empfohlen hatte...

  7. #7
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Inkompetentes Praxis-Team oder liege ich falsch?

    Als ich zur Abklärung bei einem Psychiater war, meinte dieser schlussendlich allerdings, die Testergebnisse (Konzentration und IQ) seien zu gut gewesen und man unterstellte mir sogar, ich würde nur etwas vormachen.
    da die Tests mehr lustige Rätselspiele waren, die mir viel Spaß machten, war ich da wohl sehr gut fokussiert.
    Jep! Ganz genau erfasst!

    Psychologen wissen schon lange, dass die Standardtests (Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit, Daueraufmerksamkeit,....) bei ADHS`lern aus genau dem von dir genannten Grund oft falsch negative Ergebnisse liefern.
    Aus genau dem Grund liefern diese Tests manchmal bei z. B. Depressiven falsch positive Ergebnisse.

    ADHS´ler können sich eben unter neuen/aufregenden Bedingungen konzentrieren. Das schließt aber ein ADHS nicht aus.

    Such dir möglichst einen Psychiater, der mit ADHS-Patienten arbeitet.

    Oder einen Psychologen, der mit dir die Diagnostik macht und dann mit einem Neurologen oder Psychiater zusammenarbeitet. Das gibt ja auch.

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