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Diskutiere im Thema Erneuter "Versuch" einer Diagnose?! im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    FoxielZorr

    Gast

    Erneuter "Versuch" einer Diagnose?!

    Hallo Allerseits :-)
    Wie ich in meiner Vorstellung geschrieben habe, hat ein Psychologe, den ich eine Zeit lang wegen Schlafstörungen aufsuchte, bei mir ADS vermutet. Wenn auch untypisch, wie er meinte. Ich habe das nicht ganz glauben können, bin dann aber trotzdem darauf eingegangen.

    Beim Psychiater war ich dann zu einer Testung, die aber nur aus einem unauffälligen EEG plus ein, zwei kurzen schnell ausgefüllten Fragebögen bestand.

    Er gab mir drei Tabletten Ritalin mit, die ich in unterschiedlichen Situationen nehmen sollte. Das tat ich und bei einer habe ich mich richtig gut gefühlt, bei den anderen eher keine Wirkung gemerkt.
    Aus dem EEG, den Fragen und den Tabletten schloss er, dass er eine Diagnose nicht stellen könne, ich aber wieder kommen könne, wenn ich es bräuchte.
    Ich bin nicht wieder hingegangen.


    Da ich mich in den letzten Monaten trotzdem weit in das Thema eingelesen habe, ist nun auch in mir der Verdacht erwachsen, dass ich ein ADS haben könnte.



    Da ich auf Grund der oben genannten Erfahrungen und des weiter bestehenden Leidensdruckes unsicher bin, würde ich mich über Tipps oder Einschätzungen freuen, wie ich am besten weiter vorgehen sollte.
    Denn irgendwas muss ich tun, da ich merke, dass ich mir mit zunehmendem Alter immer mehr zu schaffen mache. Was auch immer mit mir „los“ ist...


    Danke und liebe Grüße!

  2. #2
    *schnüff*

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 2.168

    AW: Erneuter "Versuch" einer Diagnose?!

    Wie sah denn deine Problematik früher aus? Das ist entscheidend für die Diagnosefindung.
    Deine jetzigen Symptome finden sich auch in anderen Störungsbildern wieder.

    Wie waren denn zum Beispiel deine Grundschulzeugnisse von den mündlichen Bewertungen her, oft finden sich da Hinweise auf typische Symptome.
    Oder wie beschreiben dich Eltern, Großeltern, Geschwister rückblickend?
    Man ist dazu geneigt, seine jetzige Situation als schon immer vorliegend zu bewerten.

    Intereesant wäre auch zu wissen, was für den Psychiater das Ausschlusskritetium war, keine ADHS zu sehen.
    War es ein auf ADHS-Diagnostik spezialisierter Facharzt?

    Auf jeden Fall solltest du das abklären lassen. Du hast Leidensdruck - egal, wie das Kind letztendlich heißt, wenn es dir nicht gut geht, muss es behandelt werden. Dazu muss aber natürlich erst herausgefunden werden, worauf.


    Ich drücke dir dafür die Daumen!

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Erneuter "Versuch" einer Diagnose?!

    Schnarchnase schreibt:
    Intereesant wäre auch zu wissen, was für den Psychiater das Ausschlusskritetium war, keine ADHS zu sehen.
    Das sehe ich auch so.

    Wenn er schon sagt, dass es eine "untypische ADHS" wäre, dann ist es natürlich interessant zu wissen, was genau er damit meint, bzw. darunter versteht.

    Es gibt ja leider so einige Störungsbilder, die einer ADHS sehr ähnlich sein können.

    In Deiner Vorstellung hast Du auch von Zwängen geschrieben, wobei ich da jetzt gerne etwas tiefer hinterfragen möchte, ob es tatsächlich Zwänge sind oder Zwanghaftes Verhalten.
    Das ist ein Unterschied.

    Und egal, was von beidem zutrifft: Sind diese Verhaltensweisen schon immer, sozusagen "Teil von Dir selbst " gewesen, oder hast Du sie Dir angeeignet, um Dein inneres und äußeres Chaos zu bezwingen (im wahrsten Wortsinne)?

    Auch wäre interessant, inwiefern eine Differentialdiagnostik durchgeführt wurde, also nicht nur geschaut wurde, welche Merkmale zutreffen und aufgrund welcher Merkmale der Arzt eine ADHS zunächst ausschließt, sondern auch, welche anderen Störungen zutreffen könnten.

  4. #4
    FoxielZorr

    Gast

    AW: Erneuter "Versuch" einer Diagnose?!

    Schnarchnase schreibt:
    Wie sah denn deine Problematik früher aus? Das ist entscheidend für die Diagnosefindung.
    Deine jetzigen Symptome finden sich auch in anderen Störungsbildern wieder.



    Hallo und Danke für die Antwort!

    Früher, was heißt früher? An meine Kindheit kann ich mich sehr schlecht erinnern, außer, dass ich schon immer ein Träumer war, sehr ruhig aber viel am Nachdenken und in meiner Welt. Dachte auch schon viel über den Tod, die Endlichkeit des Lebens nach und hatte oft das Gefühl adoptiert zu sein und keinen Zugang zu meinen Eltern zu finden. Ich hatte Angst vor zu vielen Menschen in einem Raum und neuen Begebenheiten, die ich noch nicht einschätzen konnte.


    In der Schule kam ich gut mit, obwohl dass nur in der Grundschule so war, in der ich nie lernen oder mich konzentrieren musste. Grundschulzeugnisse finde ich nicht mehr. Aufm Gymnasium fing es dann an, dass ich lernen musste um mitzuhalten, was ich aber nie geschafft habe. Kann mich, auch heute noch nicht konzentrieren und habe Sachen immer nur Sinngemäß verstanden und nie die Details. Die haben mich aber auch nie interessiert. Was ein wenig half damals war, Fernseher an, Musik an, Bio-Buch raus und so konnte ich mich schonmal ein wenig besser, wenn auch nur kurz konzentrieren. Aber auch heute sind Mini Text in Zeitschriften ein Problem für mich. Ich fange an zu lesen, springe zum nächsten und weiß nach 5 Minuten lesen nicht ein Wort, was sich darin befindet. So habe ich ein und dieselbe Seite teilweise Wochen am Stück aufm Klo liegen, schaue sie mir täglich mehrmals an und erkenne sie nicht wieder ;-)


    Genauso mit Filmen: Ich schaue mir einen Film an um konzentrierter nachdenken zu können. Es ist als bräuchte mein Kopf 2,3 Beschäftigungen gleichzeitig, damit er zu tun hat und ich mich mal kurz um meine Gedanken kümmern kann. Ich sitze vor einem Fussballspiel im TV und bekomme nicht mit, was da passiert.


    Ich träumte in der Schulsituation halt vor mich hin bzw bin überall nur nicht anwesend da wo ich gerade sein sollte. Das zieht sich so durch bis heute, wo ich auch in stinknormalen Gesprächen über das Wetter meist nicht folgen kann und meine Mitmenschen, die mich nicht näher kennen nervös mache.


    Vom Gefühl her, denke ich, dass ich mich seit ich 13 bin immer ungefähr gleich gefühlt habe. Irgendwas stimmt nicht, nur was?


    War im Elternhaus sehr, sehr impulsiv und cholerisch, da ich mich sehr unter Druck s´gesetzt fühlte und die Erwartungen meiner Familie nie erfüllen konnte. Ich war nie absichtlich gemein aber ständig waren alle sauer auf mich.


    Sonst habe ich glaube ich noch nie mit jemandem einen Streit gehabt.


    Ansonsten, schlecht einschlafen, das war schon immer mein Problem, wurde nur erst wirklich problematisch, als ich nicht mehr 18 war und das alles nicht mehr einfach so wegstecken konnte.


    So, erstmal soviel, ich will ja nicht alles auf einmal raushauen ;-)


    Freue mich aber über jede Einschätzung, auch wenn ich weiß, dass ich hier keine Diagnose bekomme

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Erneuter "Versuch" einer Diagnose?!

    Wie hast Du's so mit der zwischenmenschlichen Seite?
    Also Freundschaften, zwischenmenschliche Interaktion, Bekanntenkreis, Unternehmungen mit anderen Menschen etc?

    Mehr geselliger Typ oder eher Einzelgänger?

  6. #6
    FoxielZorr

    Gast

    AW: Erneuter "Versuch" einer Diagnose?!

    Ich habe viele feste Freunde seit vielen Jahren, aber auch schon mehrmals die Freundeskreise komplett gewechselt.
    Eine Beziehung hatte ich lange keine, im Moment aber wieder und es läuft echt gut. Zu meiner Familie ist es wie gesagt recht schwer, warum auch immer...
    Ich denke, sie tragen mir meine Jugend nach (die Zeit in der ich so impulsiv war).

    Ich war früher immer relativ gesellig, bin aber sobald ich mit mehr als 2 Menschen im Raum bin, fast immer "stumm".
    Merke das selber gar nicht, aber da ich immer in Gedanken bin, kann ich auf einer Feier z.B. stundenlang nichts sagen ohne dass mir langweilig wird.
    Wurde dann schon öfters "der Schweigsame" genannt wodurch, ich erst darauf aufmerksam wurde, dass ich mich so verhalte. Hätte das sonst evt nie gemerkt.


    Sonst sind Unterhaltungen schwer, in denen ich still am Tisch sitzen muss. Ich kann nur im Laufen telefonieren und länger ruhig am Tisch sitzen schaffe ich nur angetrunken. Und mit vielen Zigaretten. Small Talk geht mit sehr auf die Nerven und mir wird geradezu schlecht, wenn ich welchen führen muss. Auch geht mir zu langes Einreden auf mich auf den Kreislauf


    Seit einigen Jahren bin ich aber eher Einzelgänger geworden, weil ich mich so wohler fühle.
    Brauche das ständige Treffen und Aufdemlaufendenhalten nicht. Außer mit meiner Freundin, die durchgehend um mich haben könnte. Was aber nicht heißt, dass ich sonst keine Kontakte habe.


    Arbeiten tue ich mit „eingeschränkten“ Kindern, weshalb mir ADS und vergleichbares auch wohlbekannt sind. Nur reinblicken kann man dann ja trotzdem nicht. Also ein relativ stressiger Job mit sehr viel Sozialkontakt, der mir aber sehr gut liegt.


    Nun denn soviel für den Moment ;-)

  7. #7
    FoxielZorr

    Gast

    AW: Erneuter "Versuch" einer Diagnose?!

    Fliegerlein schreibt:
    Das sehe ich auch so.

    Wenn er schon sagt, dass es eine "untypische ADHS" wäre, dann ist es natürlich interessant zu wissen, was genau er damit meint, bzw. darunter versteht.

    Es gibt ja leider so einige Störungsbilder, die einer ADHS sehr ähnlich sein können.

    In Deiner Vorstellung hast Du auch von Zwängen geschrieben, wobei ich da jetzt gerne etwas tiefer hinterfragen möchte, ob es tatsächlich Zwänge sind oder Zwanghaftes Verhalten.
    Das ist ein Unterschied.

    Und egal, was von beidem zutrifft: Sind diese Verhaltensweisen schon immer, sozusagen "Teil von Dir selbst " gewesen, oder hast Du sie Dir angeeignet, um Dein inneres und äußeres Chaos zu bezwingen (im wahrsten Wortsinne)?

    Auch wäre interessant, inwiefern eine Differentialdiagnostik durchgeführt wurde, also nicht nur geschaut wurde, welche Merkmale zutreffen und aufgrund welcher Merkmale der Arzt eine ADHS zunächst ausschließt, sondern auch, welche anderen Störungen zutreffen könnten.

    Unter „untypisch“ verstand mein Psychologe, dass ich mit meinem Leben von außen gesehen sehr gut klarkomme. Es gibt oder gab lange keine offensichtlichen Punkte an denen ich hätte arbeiten können. Also bis auf die Zigaretten kein Suchtverhalten, keine Probleme mit Geld, fester Job, keine Probleme mit Vergesslichkeit, null impulsiv... Das war seine Meinung, er war Verhaltenstherapeut und sah keinen Ansatz mit mir arbeiten zu können, da ich ja „alles“ auf die Reihe bekam.


    Nun das Gedankenkreiseln bis hin zur Übelkeit, Launenumschwünge und die Schlafprobleme blieben aber, weshalb ich dann zum von ihm empfohlenen Psychiater ging zur Testung.


    Weshalb dieser genau kein Ads feststellen konnte/wollte kann ich nicht genau sagen. Hat sich halt auf die Fragebögen bezogen. Viel geredet haben wir dort nicht. Hatte ihm aber viel aufgeschrieben, da mir meine Probleme nicht immer präsent sind und ich sie deshalb notierte um sie auspacken zu können, wenn sie jemand wissen will. Ich bin in Gesprächssituationen oft so, dass ich nicht das sage, was ich eigentlich sagen will und mir das erst viel später auffällt.


    Zum zwanghaften Verhalten: Da bin ich mir nicht sicher. Habe Zwänge geschrieben ohne zu wissen, ob es welche sind. Es sind für mich ja eher Hilfe, dass nicht alles aus der Bahn gerät. Wie: Immer einmal ums Auto rum um zu schauen ob alle Türen zu sind, immer alle Stecker kontrollieren bevor ich die Wohnung verlasse, alles sofort aufschreiben, Wasserhahn der Waschmaschine kontrollieren immer wenn ich dran vorbeilaufe, Schlüssel immer an Hose festbinden, dass ich ihn nicht verliere, jede wichtige Entscheidung mindestens eine Nacht überdenken...
    Also nach außen nichts schlimmes und außergewöhnliches, aber ohne würd ich nichts auf die Reihe bekommen.
    Hab mir diese über die Zeit hin angeeignet, da ich als Jugendlicher da echt schlimm war.


    Der Psychologe hatte zwischen ADS und Depression hin und hertendiert. Da mich aber das immer gleiche Gefühl, das Gedankenkreisen, die Müdigkeit ohne richtig schlafen zu können und die Überanstrengung seit meiner frühen Jugend begleiten und immer gleich blieben, ging von Depression weg, da ich ja auch trotz des Leidensdruckes viele gute Zeiten hatte. Und auch gerade hatte, als ich bei ihm war.


    Ich sagte ihm: Mir geht es gut, aber es ist halt alles sooooo anstrengend und ich weiß einfach nicht warum

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