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Diskutiere im Thema Hyperaktivität als Kind zwingendes Diagnosekriterium? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #21
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.731

    AW: Hyperaktivität als Kind zwingendes Diagnosekriterium?

    Jedes Symptom kann für sich andere Ursachen haben, das war jetzt nichts Neues.

  2. #22
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 172

    AW: Hyperaktivität als Kind zwingendes Diagnosekriterium?

    Hyperaktivität muss nicht sein, Impulsivität ist viel wichtiger. Das einzelne Symptom ist ja nicht entscheidend, mit dem ganzen Symptommuster muss du dich identifizieren können. Und das ist bei dir doch der Fall.

  3. #23
    Una


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 278

    AW: Hyperaktivität als Kind zwingendes Diagnosekriterium?

    Nee, so einfach ist es nicht. Diagnosen sollen ja nicht nach Gutdünken, sondern nach einheitlichen Kriterien gestellt werden. Zu den derzeit offiziell gültigen Kriterien gehört nun mal, dass alle drei Hauptsymptome bereits in der Kindheit da waren.

    Schnarchnase hat das neulich hier https://adhs-chaoten.net/ads-adhs-er...tml#post696846 exakt auf den Punkt gebracht: Nach den derzeit geltenden Regeln fällt eine Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität unter F98.8 "sonstige Verhaltensstörungen". Erst in der nächsten Version des ICD, die noch nicht in Kraft ist, wird diese Variante zu ADHS gezählt.

    Ob der Arzt das buchstabengetreu auslegt oder sich bereits am ICD-11 orientiert, bleibt abzuwarten. Aber wenn's dumm läuft, bin ich so frei, die Diagnostik anderenorts zu wiederholen - ich denke nämlich schon, dass ich hier richtig bin, und meine Therapeutin scheint sich auch sehr sicher zu sein.

  4. #24
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Hyperaktivität als Kind zwingendes Diagnosekriterium?

    Die Ärzte können aber auch zusätzlich nach DSM diagnostizieren, da ist der vorwiegend unaufmerksame Subtyp explizit aufgeführt. F 98.8, also die Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität wird auch als dieser Subtyp der ADHS von allen Ärzten und Krankenkassen angenommen, sonst würden ja diese Subtypen gar keine Medikamente bekommen.

  5. #25
    Una


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 278

    AW: Hyperaktivität als Kind zwingendes Diagnosekriterium?

    Ja, aber der unaufmerksame Typ ist laut DSM nicht impulsiv, auch wenn er's in der freien Wildbahn ist.

  6. #26
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Hyperaktivität als Kind zwingendes Diagnosekriterium?

    Nach den derzeit geltenden Regeln fällt eine Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität unter F98.8 "sonstige Verhaltensstörungen"

    ADHS bei Erwachsenen weist ja in manchen Bereichen eine Symptomverfärbung gegenüber der Symptomatik in der Kindheit auf.

    Kliniker sind sich da relativ einig, dass "Hyperaktivität" bei Erwachsenen auch in Form der sogenannten "inneren Unruhe" auftreten kann und sich insofern von den hyperaktiven Symptomen der Kindheit in der äußeren Erscheinungsform unterscheidet. Erwachsene ADHSler haben manchmal gelernt (oder lernen müssen), ihre Hyperaktivität zu unterdrücken.

    Dies zeigt sich dann in einem permanenten Gefühl innerer Unruhe - eine nicht in Muskeltätigkeit umgesetzte Hyperaktivität. Die Leute springen nicht herum, aber der Handlungsimpuls ist durchaus vorhanden, manche äußern dazu dass sie sich stets "wie auf dem Sprung" fühlen oder auch in muskulärer Anspannung/Verkrampfung oder im Fußwippen/Fußklopfen, Fingertrommeln u. ä.

  7. #27
    Una


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 278

    AW: Hyperaktivität als Kind zwingendes Diagnosekriterium?

    So wie ich heute bin, gebe ich sicher einen Mischtyp ab. Aber was wie Erwachsenen-ADHS aussieht, kann auch etwas anderes sein; das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zu anderen Störungen ist, ob diese ADHS-Verhaltensweisen bereits in der Kindheit da waren. Und da hakt's: Für den hyperaktiv-impulsiven oder hyperaktiv-unaufmerksamen Typ war ich wohl zu "lahm", und für den unaufmerksamen Typ war ich nicht still und brav genug.

    Vielleicht zerbreche ich mir auch nur sinnlos den Kopf über eine Zwischenfrage, der der Arzt gar keine so große Bedeutung zugemessen hat.

  8. #28
    bin eine Piratin

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    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.790

    AW: Hyperaktivität als Kind zwingendes Diagnosekriterium?

    Ich bin definitiv hyperaktiv und schon seit früher Kindheit Leseratte.und eher Sportmuffel. hyperaktiv ist bei mir aber auch Ungeduld,Quasselei und Andere nicht ausreden lassen etc.nicht nur Sportsucht und unruhiges Wippen mit den Beinen. Ich weiss,dass ich im Kino auch versinken kann, aber auch schon zum Ende des Vorspanns körperlich unruhig werde und oft die Sitzposition wechselte, mich dünkt,dass ich auch berim Lesen eher unruhig wirke,auch wenn es mir nicht bewusst ist. Hält mich aber nicht vom Lesen ab

    Aber auch das Leseverhalten selbst hat mitunter bei mir sehr hyperaktive Züge, sei es, bei ellenlangen Landschaftsbeschreibungen( ich sach nur Herr der Ringe) den Abschnitt zu über springen, zum Ende vorzublättern usw.ein schönes Beispiel ist Herr der Ringe.die elendlangen Schlachten Beschreibungen hervten mich und such,dass jedes Gänseblümchen am Wegesrand geschildert wurde. Ich bekam zu Anfang die Krise, als klar wurde, dass die Bösen hinter dem Ring her sind und dieser möglichst schnell vernichtet werden muss -aber bei Reisevorbereritungen Wochen und Monate ins Land ziehen argh! Immer wieder wird der Lesefluss von 1000Jahre alten Geschichten unterbrochen und man blättert genervt mehrere Seiten weiter. Als sich die Gruppe splittet, mag man nicht abwarten, was mit den andern alles geschieht,sondern liest erstmal alle Kapitel,wie es mit dem Lieblingsprotagonisten weitergeht und überspringt alles,was da dazwischen liegt etc.und Herr der Ringe ist nur ein Beispiel.wenn dein Doc mich beim Lesen beobachten könnte, wusste er zum einen, das ich dabei super hyperfokussiere,zum andern,dass es auch hyperaktive Formen des Lesens geben kann.auch ohne das Gezappel mit meinen Füssen dabei.
    Ich lese zB gerne Fantasy -einerseits-aber die Langatmigkeit manches Autors macht mich kirre.ich würde gerne die meisten Bücher kräftig kürzen. Und olese eher kurze Bucher,am gestern nicht mehr als 300 Seiten. Gerne altmodische Krimis von unter 200 Seiten Länge und ohne Beschreibung der Wohnungseinrichtung der Ermittlerin oder ihre privaten Probleme,eine gute Kita zu finden.

    Es ist auch bei andern Adhslern kein Ausschlusskriterium ,ich hab klassische hyperaktive Adhs-Jungen erlebt, denen man beim Lesen ihres Lieblingsbuches das Bett anzünden können und sie hätten es nicht bemerkt. Musste man sie aus ihrem versinken insLiblingsbuch herausholen, musste man schon brüllen und nicht selten fielen sie vor Schreck aus dem Bett. Man kann auch beim Lesen hyperfokussieren, genauso wie bei einem Computerspiel. Oder in anderen Hyperämie Situationen. Ich jedenfalls kann in ein Buch ganz und gar eintauchen. Und zappel vermutlich beim Lesen auch oft herum,merke es aber nicht. Hyperfokus halt.

    Ich hätte ubrigens viel früher akzeptiert,dass ich Adhsler bin, wenn ich ADHS nicht auf das Klischee des lesefaulen, Sportbegeisterten klassischen Zappelphillip reduziert hätte. Das stand mir lange Zeit im Weg.darin fand ich mich nicht mal ansatzweise wider.und als ich dann das ADS akzeptierte ,meinte ich völlig idiotisch, ich müsse wohl ADS haben, weil ich Hyperaktiv viel zu eng definierte.

  9. #29
    Una


    Ist öfter hier

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    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 278

    AW: Hyperaktivität als Kind zwingendes Diagnosekriterium?

    @ Moselpirat: Dein Umgang mit Büchern kommt mir bekannt vor. Hast du auch oft im letzten Kapitel gespickelt, wie die Geschichte ausging?

    Einerseits konnte ich mich stundenlang in ein Buch vertiefen, aber wenn es zu spannend wurde, wurde ich zappelig und musste manchmal das Buch kurz weglegen und einmal durch die Wohnung sausen, ehe ich weiterlesen konnte. Ich hatte auch die doofe Gewohnheit, beim Lesen den Buchrücken abzuknibbeln ...

    Ich denke, ich habe es schon gehört, wenn man mich beim Lesen angesprochen hat - meine Standardantwort war "Ja gleich, nur noch diese Seite oder dieses Kapitel ..." Bis ich mit dem Kapitel fertig war, hatte ich aber schon wieder vergessen, dass meine Mutter etwas von mir wollte und habe weitergelesen - und dann gab es Knatsch: "Dir muss man immer alles drei Mal sagen!"

  10. #30
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 718

    AW: Hyperaktivität als Kind zwingendes Diagnosekriterium?

    Haha, da denke ich an den letzten Band von Harry Potter. Ich gehörte ausnahmsweise nicht zu denen, die mit "Harry Potter and the Deathly Hallows" das erste Mal ein Buch in Englisch gekauft haben, nur um sofort zu wissen, ob Harry Potter jetzt am Ende stirbt.

    Ich denke, das, was Ihr oben meint, hat auch was mit der Impulsivität bzw. eher den defizitären Exekutivfunktionen bei ADHS zu tun..."Stichwort: "direct response".

    Ich wollte mir aber die "Experience" von ...Deathly Hallows nicht selbst kaputt machen und habe das Buch ab Seite 1 bis zum Ende gelesen....

    ...und da sind wir dann wieder bei intrinsischer Motivation: wenn der Anreiz und das Interesse groß genug sind, können auch Menschen mit ADHS trotz der Defizite bei den Exekutivfunktionen auch über längere Zeit strategisch und langfristig handeln.
    Man muss dabei das große Ziel kontinuierlich zumindest im Hinterkopf haben.

    Bei durch ADHS potenzierter Begeisterung für ein Thema/ Ziel können Menschen mit ADHS diese defizitären Exekutivfunktionen sogar umkehren im Sinne von Perseveration / "Hyperfokus". Man klebt auch über längere Zeit (Monate , Jahre) an dem Projekt, Ziel und ist dadurch deutlich stärker als Normalos zu Höchstleistungen fähig.

    Das Problem für ADHSler: das Privileg, sich auf interessante, intrinsisch motivierende Themen fokussieren zu können, ist eben für die allermeisten ADHSler abseits von Nischen nicht die Realität und eben das: ein Privileg.

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