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Diskutiere im Thema Diagnose ohne Dokumente aus der Kindheit? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #21
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Diagnose ohne Dokumente aus der Kindheit?

    ADHSler sind ja nicht total blöd oder blind, wieso sollen ihre Einschätzungen nicht aussagekräftig sein? Das Fremdbild könnte in die ein oder andere Richtung verzerrt sein, aber das kann es auch bei Gesunden. ADHSler bringen auch ihre Kinder in Ambulanzen oder zum Arzt. Gerade Fremdeinschätzungen dürften ihnen, wenn keine hochemotionalen oder traumatischen Geschichten mit der Person, leichter fallen.

  2. #22
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 101

    AW: Diagnose ohne Dokumente aus der Kindheit?

    Fliegerlein schreibt:
    ...

    War bei mir ähnlich.
    Aber das ist es ja, was ich schrieb, bis ca. Mitte Dreißig kann man einem ADHS-Betroffenen nicht vertrauen, dann sind die EF in ihrem Endbereich entwickelt.
    Executive Funktionen - das ist die direkte Ausschreibung des Kürzels, was aber bedeutet die Aussage, die ich hier von Dir zitiert habe? sprich "dass die EF in ihrem Endbereich entwickelt seien" ?

  3. #23
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Diagnose ohne Dokumente aus der Kindheit?

    creatrice schreibt:
    ADHSler sind ja nicht total blöd oder blind, wieso sollen ihre Einschätzungen nicht aussagekräftig sein?
    Weil ADHS nichts mit Intelligenz zu tun hat, aber mit Beeinträchtigungen in der Wahrnehmung verbunden ist und genau deshalb sind sie nicht aussagekräftig.
    Aber natürlich sind ADHS'ler nicht total blöd .... das habe ich auch nicht geschrieben ... also bitte auch nicht hineininterpretieren!
    Wenn ich das jedesmal dazuschreibe und/ oder in meinen Formulierungen relativiere, werden die Postings noch länger und erst recht von keinem gelesen und mir wärs auch zu viel.

    Genauso wie ich immer voraussetze, dass uns allen bewusst ist, das ADHS eine SPEKTRUMSSTÖRUNG ist und die Beeinträchtigungen demnach unterschiedlich stark ausfallen.

    EDIT:
    Aber das ihre Einschätzungen fehlerhaft, bzw, unzuverlässig sind, zeigt ja gerade der Umtsand, dass nach Eigenbefragung ab 18 die ADHS bei den Betroffenen verschwunden war, während die Fremdbefragung das genaue Gegenteil ergab.

    cleric.kahl schreibt:
    Executive Funktionen - das ist die direkte Ausschreibung des Kürzels, was aber bedeutet die Aussage, die ich hier von Dir zitiert habe? sprich "dass die EF in ihrem Endbereich entwickelt seien" ?
    Hab ich vielleicht etwas unglücklich formuliert, aber in einem früheren Posting erklärt:

    Die Exekutiven Funktionen (EF) sind bei ADHS entwicklungsverzögert.
    Man geht von einer Verzögerung von etwa 30% des Lebensalters aus.
    Anfangs bilden sich die lebenswichtigsten Funktionen, auf denen baut dann die nächste auf usw.
    Mit etwa Anfang/ Mitte 20 sind die Exekutivfunktionen fertig ausgebildet.

    Während also bei nichtbetroffenen Menschen die EF mit Anfang/ Mitte ihren Endpunkt erreicht haben, ist die Entwicklung bei ADHS-Betroffenen erst ab ca. Anfang/ Mitte der dritten Lebensekade, also Anfang/ Mitte Dreißig abgeschlossen.
    Allerdings erreichen sie auch dann nicht den Stand, den Nichtbetoffene üblicherweise erreichen.
    Geändert von Fliegerlein (20.04.2016 um 19:44 Uhr) Grund: Edit zugefügt

  4. #24
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Diagnose ohne Dokumente aus der Kindheit?

    Wenn angeblich so viele Eltern auch ADHS haben, wie kommen denn dann die positiven Fremdeinschätzungen von den über 18 jährigen zustande?

    Die Einschätzungen auf sich selbst sind fehlerhaft, was übrigens auch bei Gesunden sehr häufig vorkommt. Selbsteinschätzungen sind fast immer von Emotionen geprägt und damit anfällig für Fehler.

    Das mit dem "total blöd" war meine rabiate Wortwahl (da kam wohl die berliner Hinterhofgöre zu sehr hoch), ich habe es nicht so aufgefasst, das du das genau so meintest

    Ich würde nicht behaupten, das ADHSler generell fehlerhaft in ihrer Wahrnehmung sind. Sicherlich punktuell und situationsbedingt, aber ich glaube die Fremdwahrnehmung klappt bei ADHSlern genauso gut wie bei anderen.

  5. #25
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Diagnose ohne Dokumente aus der Kindheit?

    creatrice schreibt:
    Wenn angeblich so viele Eltern auch ADHS haben, wie kommen denn dann die positiven Fremdeinschätzungen von den über 18 jährigen zustande?
    Zwei Gründe fallen mir da spontan ein:
    1.: Weil die Eltern schon über Dreißig sind.
    2.: Weil ein ADHS-Kind wirklich JEDEM auf den Sack gehen kann ... auch ADHS-Betroffenen Eltern ;

    creatrice schreibt:
    Die Einschätzungen auf sich selbst sind fehlerhaft, was übrigens auch bei Gesunden sehr häufig vorkommt. Selbsteinschätzungen sind fast immer von Emotionen geprägt und damit anfällig für Fehler.
    Klar sind sie das auch bei Nichtbetroffenen, ... auchd eshalb betone ich ja immer wieder: Niemand ist ohne Beeinträchtigungen und klar liegen auch Nichtbetroffene daneben, nobody is perfect, .. aber es ist wie mit allen ADHS-Symptomen, das Ausmaß machts .
    Jeder ist mal vergesslich, jeder verbummelt mal was, jeder ist mal abgelenkt oder verpeilt ... aber das Ausmaß ist bei ADHS'lern so gravierend, dass es zur Diagnose kommt.
    Das ist auch bei Selbst- und Fremdwahrnehmung so.
    Ich müsste suchen, aber ich bin mir sicher, dass auch die Fremdwahrnehmung betroffen ist.

  6. #26
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.982

    AW: Diagnose ohne Dokumente aus der Kindheit?

    Also,ohne jetzt Anspruch auf fachliche Richtigkeit zu erheben,denke ich,dass die Fremdwahrnehmung als Folge der eingeschränkten Selbstwahrnehmung letztlich verändert wird,bzw.nicht unbedingt die Realität abbildet.

    Wenn ich meine Rolle in einem Streit z.B.nicht richtig begreife,nehme ich mein Gegenüber als unfair,übergriffig etcpp.wahr.

    Wenn ich nicht mitkriege,dass ich mich gerade im Ton vergreife,halte ich die berechtigte Reaktion des anderen vielleicht für grundlose Aggression mir gegenüber.

    So zumindest stelle ich mir den Mechanismus ganz laienhaft vor.
    Geändert von luftkopf33 (20.04.2016 um 20:11 Uhr)

  7. #27
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Diagnose ohne Dokumente aus der Kindheit?

    Ich kann nur auf die Schnelle einen kurzen Verweis auf einen Tokol-Artikel liefern, in dem auf eine Studie eingegangen wird.

  8. #28
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Diagnose ohne Dokumente aus der Kindheit?

    Na der Artikel sagt ja, das es kaum Unterschiede zu den gesunden Probanden gibt, ausser das ihre Ergebnisse der Tests eben auffällig waren, was ja zu erwarten wäre, wenn sie eine Diagnose haben.

  9. #29
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Diagnose ohne Dokumente aus der Kindheit?

    creatrice schreibt:
    Na der Artikel sagt ja, das es kaum Unterschiede zu den gesunden Probanden gibt, ausser das ihre Ergebnisse der Tests eben auffällig waren, was ja zu erwarten wäre, wenn sie eine Diagnose haben.
    Einer von uns beiden hat nicht richtig gelesen oder was falsch verstanden (ohne dass ich im Moment sagen kann, wer) ... ich schau noch mal:

    "Es zeigte sich, dass Erwachsene mit ADHS sowohl in Selbst- als auch Fremdurteil im DEX auffälliger waren als Kontrollprobanden. "

    Das sagt mir, dass es Unterschiede gab.



    "Selbst- und Fremdurteile stimmten in beiden Gruppen etwa gleich gut überein. "

    Verstehe ich so:
    Innerhalb der Gruppen stimmten die Probanden in EInschätzungen gleich gut überein, das bedeutet aber nicht, dass sie gute Ergebnisse erzielen, sondern dass die Einschätzungen innerhalb der Gruppe gleich waren.

    Wenn ich z.B. eine Gruppe Männer und eine Gruppe Frauen habe und die etwas einschätzen lasse, dann können die Ergebnisse zwischen den Gruppen sehr unterschiedlich sein, innerhalb der jeweiligen Gruppe aber übereinstimmen, so dass sich sagen lässt, dass die Ergebnisse für die Gruppe als repräsentativ angenommen werden können.

  10. #30
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Diagnose ohne Dokumente aus der Kindheit?

    Eigentlich gehört ja die Selbst- und Fremdwahrnehmung auch nicht streng zu den EF. Und ob die EF betroffen sind, weiss ja auch keiner ganz genau.

    Ich plädiere daher "im Zweifel für den Angeklagten" und sage, das Fremdwahrnehmung bei ADHSlern genauso aussagefähig ist, wie bei anderen. Ob das nun so ist, weiss ja auch kein Mensch, aber ich ganz persönlich habe nicht das Gefühl in Fremdwahrnehmung besonders "gestörte" ADHSler gesehen und erlebt zu haben.

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