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Diskutiere im Thema Diagnose ohne Dokumente aus der Kindheit? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #11
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.726

    AW: Diagnose ohne Dokumente aus der Kindheit?

    Wünschenswert aus den von dir genannten Gründen natürlich. Aber wenn der oder die Betroffene das nicht möchte oder die Eltern nicht mehr leben, muss man eben ohne auskommen.

  2. #12
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Diagnose ohne Dokumente aus der Kindheit?

    Ich finde es auch keine Nötigung. Ich weiss nicht ob die Punktzahl meiner eigenen FrGebögen gereicht hätte, ich weiss aber, das z.B. Meine Eltern, die Zeugnisse und auch Arbeitszeugnisse anderes aussagten. Ich habe es sogar als Lüge und Verleumdung angesehen, was teils in den Berichten der Arbeit stand, es ist zwar wirklich lehrbuchmässig ADHS, aber ich sah das damals als ungerecht und übertrieben an, man darf auch nicht die Abwehrhaltung unterschätzen, die manche entwickelt haben. Und es geht auch nicht jeder zur Diagnose um ADHS als solche zu bekommen, manche wollen auch den Ausschluss. Und die, die aus welchen Gründen auch immer bewusst oder unbewusst ein falsches subjektives Erleben abgeben sind da auch nicht mit eingerechnet.
    Ich finde es gerade bei der Brisanz die mit ADHS in der Öffentlichkeit ist super, das sich möglichst genau abgesichert wird.

  3. #13
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Diagnose ohne Dokumente aus der Kindheit?

    4.Kl.konzert schreibt:
    Wünschenswert aus den von dir genannten Gründen natürlich. Aber wenn der oder die Betroffene das nicht möchte oder die Eltern nicht mehr leben, muss man eben ohne auskommen.
    Jo ... und zwar ohne Diagnose, denn die dürfte dann eigentlich nicht gestellt werden.

    Denn das ist ja eben nicht nur wünschenswert, sondern bei ADHS-Betroffenen elementar.
    Geändert von Fliegerlein (20.04.2016 um 14:29 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  4. #14
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.726

    AW: Diagnose ohne Dokumente aus der Kindheit?

    Nach dieser Logik bekämen Erwachsene jenseits der 50 oder 60 gar keine Diagnose. Weil (außer dem Betroffenen selbst) niemand mehr da ist der sich erinnert und Zeugnisse auch oft nicht mehr vorhanden.

    Jungen Leuten, die gerade das Elternhaus verlassen haben, ist es andererseits manchmal sehr unangenehm, Eltern einzuweihen von denen man sich gerade freigeschwommen hat.

    Ich hatte einen (offenbar aussagekräftigen) Kindheitsfragebogen, und die Kindheit war auch ausführliches Thema im strukturierten Interview. Eine Fremdbeurteilung gab es auch, aber nur von meiner Frau die mich erst als Erwachsener kennt.

  5. #15
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Diagnose ohne Dokumente aus der Kindheit?

    4.Kl.konzert schreibt:
    Nach dieser Logik bekämen Erwachsene jenseits der 50 oder 60 gar keine Diagnose. Weil (außer dem Betroffenen selbst) niemand mehr da ist der sich erinnert und Zeugnisse auch oft nicht mehr vorhanden.
    Korrekt, normalerweise wäre das auch so.
    Deshalb habe ich ja auch ausdrücklich den Zusatz "generell" gewählt, denn er erlaubt Ausnahmen, nämlich genau diese.
    Die sind dann auch gut begründet.
    Früher war es tatsächlich so, dass man in solchen Fällen dann auch nur eine Verdachtsdiagnose bekam, weil sich die ADHS nicht sauber bis in die Kindheit validieren ließ.

    Inzwischen ist man dazu übergegangen, eben auch bei Personen in dieser höheren Altersgruppe, dennoch die Diagnose zu vergeben.
    Das hat auch damit zu tun, dass man heute mehr über die Beeintrichtungen in den EF weiß und daher bei einem Menschen in den +40igern davon ausgeht, das seine Selbstreflexion nun ausreichend ist, um möglichst valide und reliable (also gültige/ verlässliche und zuverlässige) Antworten zu bekommen.


    4.Kl.konzert schreibt:
    Jungen Leuten, die gerade das Elternhaus verlassen haben, ist es andererseits manchmal sehr unangenehm, Eltern einzuweihen von denen man sich gerade freigeschwommen hat.
    Das ist zwar verständlich, aber es hilft nichts, wenn ausgerechnet diese jungen Leute syndrombedingt keine zuverlässigen Interviewpartner sind.
    Das hat nichts mit Bevormunden oder sonstwas zu tun, sondern ganz pragmatisch damit, dass diese Klientel gerade in dem Bereich durch ihre Störung beeinträchtigt ist, in dem eben diese Probleme erhoben werden sollen ....
    Es nützt schlicht und einfach nichts, denn die Probanden selbst liefern keine ausreichend validen Antworten.

    4.Kl.konzert schreibt:
    Ich hatte einen (offenbar aussagekräftigen) Kindheitsfragebogen, und die Kindheit war auch ausführliches Thema im strukturierten Interview. Eine Fremdbeurteilung gab es auch, aber nur von meiner Frau die mich erst als Erwachsener kennt.
    Richtig, letzteres hätte auch in meinem Fall ausgereicht.

    Hier geht man davon aus, dass es zumindest ein sicherer Indikator ist, wenn ein Mensch, dem man sehr nahe ist und der einen auch schon ausreichend lange kennt (würde man sicherlich nicht machen, wenn man erst ein oder zwei Jahre zusammen wäre), auch schon eine gute Hilfe sein kann, weil sich gewisse Merkmale wie ein roter Faden durch das gesamte Leben ziehen.

    Anhand dieser Beschreibung kann man schon vieles erkennen und auch ausschließen.

    Wichtig ist dieser durchgehende, durch das ganze Leben laufende rote Faden .... man könnte auch sagen, "Graben der Verwüstung" ...

    Aber gesichert ist eine solche Diagnose dann nicht, denn sie muss laut den Diagnoseanforderungen seit der Kindheit bestehen und wenn das nicht geklärt werden kann, dürfte eigentlich lediglich eine Verdachtsdiagnose gestellt werden.
    Das wird in der Praxis nur insoweit "aufgeweicht", als man heute weiß, dass, wenn man das schon so viele Jahre zurückverfolgen kann, der Rückschluss auf die Kindheit auf der Hand liegt.

    Hier geht es ja u.a. auch darum, dass andere Störungen ausgeschlossen werden können.
    Wenn jemand eine Depresion oder Schilddrüsenfehlfunktion hat, dann läuft die nicht lebenslang.
    Mit der Befragung versucht man ja auch herauszufinden, ob sich die Symptome irgendwann erst gebildet haben oder ob sie schon lebenslang bestehen.

  6. #16
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.726

    AW: Diagnose ohne Dokumente aus der Kindheit?

    Fliegerlein schreibt:
    Inzwischen ist man dazu übergegangen, eben auch bei Personen in dieser höheren Altersgruppe, dennoch die Diagnose zu vergeben.
    Das hat auch damit zu tun, dass man heute mehr über die Beeintrichtungen in den EF weiß und daher bei einem Menschen in den +40igern davon ausgeht, das seine Selbstreflexion nun ausreichend ist, um möglichst valide und reliable (also gültige/ verlässliche und zuverlässige) Antworten zu bekommen.

    (...)

    Das ist zwar verständlich, aber es hilft nichts, wenn ausgerechnet diese jungen Leute syndrombedingt keine zuverlässigen Interviewpartner sind.
    Das hat nichts mit Bevormunden oder sonstwas zu tun, sondern ganz pragmatisch damit, dass diese Klientel gerade in dem Bereich durch ihre Störung beeinträchtigt ist, in dem eben diese Probleme erhoben werden sollen ....
    Es nützt schlicht und einfach nichts, denn die Probanden selbst liefern keine ausreichend validen Antworten.

    (...)

    Hier geht man davon aus, dass es zumindest ein sicherer Indikator ist, wenn ein Mensch, dem man sehr nahe ist und der einen auch schon ausreichend lange kennt (würde man sicherlich nicht machen, wenn man erst ein oder zwei Jahre zusammen wäre), auch schon eine gute Hilfe sein kann, weil sich gewisse Merkmale wie ein roter Faden durch das gesamte Leben ziehen.
    Kann sein dass das für jüngere Leute schwieriger ist als für etwas ältere. Ich war 37 und mit meiner Frau 13 Jahre zusammen.

    Beeintrichtungen in den EF
    Was ist EF?

  7. #17
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Diagnose ohne Dokumente aus der Kindheit?

    Vergessen:

    Die Fremdanamnese hat auch einen weiteren Zweck.
    Sie soll nicht nur die Symptomatik als solche und deren dauerhaften bestand bestätigen, sondern auch sicherstellen, dass man es nicht mit einer falsch positiven Selbstbeurteilung zu tun hat.

    Wie kommen Erwachsene zu ihrer Diagnose?
    In den meisten Fällen entweder über ihre Kinder oder über Komorbiditäten, also Depressionen, Burnout, Zwangsstörungen und und und ... die Liste ist lang.
    Erst dann geht man zum Arzt/ Therapeuten/ in die Reha und dort kommt man dann darauf, das mal gründlicher zu hinterfragen und erkennt die ADHS, die unter allem liegt.

    Aber na klar gibt es auch jene, die etwas über ADHS lesen und dann hellhörig werden, die ganzen vielen Onlinetests machen und daraufhin zum Arzt gehen und sagen "Ich hab ADHS" ... oder wenigstens "Ich glaub, ich hab ADHS".
    Der Haken dabei:
    Das stimmt auch nicht immer ...
    Ich hab die Zahlen bei ADHS nicht mehr genau in Erinnerung, aber ich weiß, dass es bei ASS (also Asperger, und da ist die Grundproblematik ziemlich genau die gleiche) etwa nur ein Drittel ist, die mit Eigenverdacht vorstellig werden und auch tatsächlich betroffen sind.
    Das dürfte bei ADHS sehr ähnlich sein.

    Auch da ist es wichtig, die Angaben durch andere Stellen zu validieren.

    Klar kann man trotzdem eine Diagnose bekommen, auch ohne Zeugnisse und auch ohne Fremdanamnese, aber die ist dann nicht gesichert.
    Wie sicher sie dann ist, das liegt dann im Ermessen des Diagnostikers, welcher anhand seiner Beobachtungen im Vergleich zu den Schilderungen rückschließen muss, inwiefern das übereinstimmt.
    Und ein guter Diagnostiker, und davon gibts auch viele, kann das auch.
    Besonders wenn man z.B. seine Diagnsoe im Rahmen eines Klinikaufenthaltes bekommt und mehrere Fachleute einen über eine längere Zeit sehen können.
    Da ergibt sich dann schon auch ein stimmiges Bild.
    Auch das war bei mir der Fall, die letzte Diagnose habe ich in Bad Bramstedt bekommen, aber auch dort wurde eine Fremdanamnese gemacht.




    4.Kl.konzert schreibt:
    Kann sein dass das für jüngere Leute schwieriger ist als für etwas ältere. Ich war 37 und mit meiner Frau 13 Jahre zusammen.
    War bei mir ähnlich.
    Aber das ist es ja, was ich schrieb, bis ca. Mitte Dreißig kann man einem ADHS-Betroffenen nicht vertrauen, dann sind die EF in ihrem Endbereich entwickelt.

    4.Kl.konzert schreibt:
    Was ist EF?
    Die Abkürzung für Exekutive Funktionen
    (sorry, hab ich nur im Vorposting (#8 ) gekennzeichnet)
    Geändert von Fliegerlein (20.04.2016 um 14:31 Uhr) Grund: Link eingefügt

  8. #18
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 101

    AW: Diagnose ohne Dokumente aus der Kindheit?

    Ich bin ja nicht gegen Fremdanamnese, aber wenn's nicht wirklich geht, macht es mir im Prinzip Mut, doch zu merken, dass es kein KO-Kriterium sein muss.
    (Ich bin hier bei meinem Diagnoseprozess (in NL) auch gefragt worden, hab dann aber gesagt, dass bei uns damals noch nichts mit Kopfnoten gab, kann nur ein ganz paar schriftliche Einzelsätze aus irgendwelchen Dokumenten anschleppen, die evtl was aussagen könnten.

    Wesentlich finde ich diese Dinge, die einem permanent gesagt worden sind und die dann schliesslich verinnerlicht wurden.
    Sowas geschieht ja immerhin auch aufgrund der derzeitigen Fremdeinschätzung.

    Ansonsten war man dann hier damit "zufrieden", meine Frau aus ihrem Alltagserleben heraus zu fragen.

  9. #19
    Una


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 278

    AW: Diagnose ohne Dokumente aus der Kindheit?

    Wie aussagefähig wäre eigentlich eine Fremdeinschätzung durch jemanden, der möglicherweise selbst ADHS-betroffen ist? Ich denke dabei an meine Mutter.

  10. #20
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Diagnose ohne Dokumente aus der Kindheit?

    Gute Frage ....

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