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Diskutiere im Thema Mit oder ohne Medikamente im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #11
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 248

    AW: Mit oder ohne Medikamente

    Miss Taik schreibt:
    Inzwischen habe ich viele dieser Strategien über den Haufen geworfen, da sie zu anstrengend oder nur pseudo-hilfreich waren.
    Sehr viele dieser meiner anfangs nach der Diagnose (von Fachleuten!) hochgelobten Strategien waren nämlich Täuschungsmanöver, die hauptsächlich bewirkten, dass meine Umgebung mich möglichst in Ruhe lässt (gerade die ganzen Vertuschungs- und Vermeidungsstrategien).
    das "normal" häufige Auftreten dieses lästigen Phänomens gibt es nicht mehr.
    @Miss Taik. Kannst du bitte über diese Strategien mehr sagen? Welche und warum sie dir nicht geholfen haben?

    Gruss

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 49

    AW: Mit oder ohne Medikamente

    Solche Strategien habe ich mir auch angeeignet, aber komme gerade dann ins straucheln wenn etwas unvorhergesehenes passiert:/

    Ja es ist für mich sehr anstrengend mich immer zu verstellen und mit niemanden wirklich drüber reden zu können, ohne Angst vor dem Vorurteil zu haben, dass man mal wieder ne Ausrede für etwas vergessenes suchen würde...

    Auch wie sehr es mich belastet so zu sein wie ich bin, dabei den Alltag zu meistern und die vielen Sachen die schief gehen dabei.

    Die meisten mit denen ich darüber versuche zu sprechen ist es Nürnberg Schwierigkeit der Aufmerksamkeit und der Unruhe, aber nicht wie sehr es seelisch schmerzt und wie anstrengend es ist wenn die Gedanken im Kopf umherschwirren.

    Als ich die Medikamente nahm, hat sich nur jeder darüber ausgelassen, wie meine Persönlichkeit sich verändert hatte und das ich so sehr auf Konfrontation gegangen bin. War halt irgendwie nicht mehr der liebenswerte Schussel...

    Über meine dissoziation habe ich bisher noch mit niemanden aus meinem Umlefd ausgiebig gesprochen, war ja auch mal in Therapie vor meinem Unzug, aber die Therapeutin hatte nur hoffnungslos an der Oberfläche gekratzt und irgendwie hab ich es immer unterbewusst Geschäft sie mit anderen Dingen abzulenken und zu verzetteln... War keine wirkliche Hilfe.

  3. #13
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 248

    AW: Mit oder ohne Medikamente

    @Uschumbel,

    in diesem Thread hier unten habe sehr viel über das Thema Dissoziation erfahren können:
    https://adhs-chaoten.net/ads-adhs-er...soziation.html

    Er ist sehr, sehr lang, aber wie ich finde, sehr informativ. Das Thema Dissoziation scheint mir ein sehr wichtiges Thema im Zusammenhang mit adhs. Vielleicht kannst du etwas damit anfangen.

    Gruss

  4. #14
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 226

    AW: Mit oder ohne Medikamente

    @Dropkick: bin auf dem Weg zur Arbeit und habe eine Monsterwoche vor mir - die Antwort kann also dauern, kommt aber.

  5. #15
    WeisseLilie

    Gast

    AW: Mit oder ohne Medikamente

    Vorab: Ich bin in unserer Familie, also Eltern und Geschwister und unsere Kinder, nicht die einzige die von ADHS betroffen ist. Genau genommen 5 von 10, davon 2 mit Diagnose, ich im Erwachsenenalter, bei den anderen 3 ist es offensichtlich. Von den 3 Offensichtlichten hat eine Person eine Fehldiagnose auf Depression. Die anderen 2 Offfensichtlichen könnten sich zukünftig der Diagnose stellen, wenn sie Hilfe durch Medikament oder Therapien wollen. Die fehldiagnostizierte Person hat ein höheres Alter und hat sich damit abgefunden seit 20 Jahren die gleichen Antidepressiva zu schlucken, die offensichtlich nicht wirken, weil falsch aber Gewohnheit. 2 weitere Kinder sind noch zu klein, um sie einzuschätzen. Die bisherige Familienquote von 50% wird aber aller Wahrscheinlichkeit nach 1 von den 2 Kindern treffen. Von diesen 10 Familienmitgliedern sind 3 hochbegabt, davon 2 mit ADHS und 1 Asperger. 3 sind nicht ganz so hochbegabt, 2 sind minderbegabt. Eine minderbegabte Person ist im Kindesalter diagnostiziert, bekam nie Medikamente, keine Therapien, wird von den Eltern gut gefördert, entwickelt sich trotzdem gut und wird gerade Erwachsen. Eine weitere gerade erwachsenwerdende Person bekommt momentan kurz vor dem Abi schulische Probleme, die es vorab ohne Medikamente und sonstiges Herumgedoktere aufzufangen gilt, weil eine Diagnose im Erwachsenenalter erstmal verdaut werden muss und eine Diagnose im Kindesalter einfach so ist, wie sie ist, ohne dass der Stempel der Diagnose selbst belastet.

    Das ADHS lässt sich daneben noch weiter im Stammbaum zurückverfolgen. Wenn ich mal nur bis zu den Grosseltern aus einem Elternteil zurückgehe, dann sind oder waren 10 von 16 mehr oder weniger stark und vor allem in komplett unterschiedlicher Ausprägung davon betroffen. Hier gibt es dann eine weitere vor bald 50 Jahren fehldiagnostizierte Person bei der sich das ADHS in sehr boshafte Bahnen entwickelt hat. Da der Kontakt zu diesem Familienzweig abgebrochen wurde, weshalb ich nichts zu weiteren 3 Kindern sagen kann mit denen es sich um ingesamt 19 Personen handelt. Von den Grosseltern war eine Person und deren beide Kinder von ADHS betroffen. Beide Grosseltern waren hochbegabt, die beiden Kinder hochbegabt und nicht ganz so hochbegabt, aber aufgrund ihrer Generation fehldiagnostiziert. Im anderen Familienzweig wurde das ADHS an 1 von 2 Kindern weitergegeben. Das betroffene Kind ist minderbegabt, kommt wohl aber doch irgendwie zurecht.

    Von diesen 10/16 sind 4 Personen dissoziativ, eine 1 nicht betroffene Person mit Asperger ist auch dissoziativ, 4 Personen sind kreativ, 2 davon hockreativ. 8/10 kämpfen zeitweise mit Depressionen, 3/10 nahmen überhaupt jemals Medikamente. Eigentlich sind alle 19 Personen liebenswerte Menschen, so wie jeder Mensch auf diesem Planeten. Jedoch war ADHS früher nicht bekannt, es gab familiär gefühlte Ungerechtigkeiten und wie in jeder Familie auch Streit, den es mit dem Wissen um ADHS und seine Begleiterscheinungen so nicht hätte geben müssen.

    Ich selbst bin im Erwachsenenalter diagnostiziert, trage noch immer die Last der Diagnose und habe irgendwann eine medikamentöse Therapie angefangen, lehne aber eine begleitende Therapie und sonstiges Herumgedoktore nach "Schema F" ab, weil das "Schema F" bei allem Individualismus der Menschen nach Theorie und Statistik helfen kann, aber keineswegs helfen muss und von ADHS noch keiner geheilt wurde. Ich sehe im Blick auf die 10/16(19) Personen aus meiner erweiterten Familie ab den Grosseltern wenig Sinn in nichtmedikamentösen Massnahmen an den Betroffenen. Wichtiger ist der richtige und gute Umgang sowie die Anerkennung besonders seitens der Nichtbetroffenen mit den ADHS-Betroffenen und die richtige Förderung deren, sowie das Auffangen der Betroffenen in schwierigen Lebenssituationen, damit diese Spass am Leben haben und es geniessen können. Jeder auf seine Weise. Tipps und direkte Hilfe sind immer gut gemeint, alle bei Betroffenen sind aber auch trotzig, weil in mancher Hinsicht nicht so flexibel, da wir betroffenen alle in unseren Strategien leben und mehr oder weniger mit unserem ADHS zurecht kommen. "Schema F" und Medikamente können theoretisch helfen, reissen aber auch Wunden auf, mit denen sich der gesunde Menschenverstand nicht auseinandersetzen will. Ich sehe in den Mühlen der Psychiatrie mehr eine mögliche Linderung als eine Heilung, im schlimmsten Fall aber auch die Öffnung einer Problematik ohne Ausweg.

    Alle 10 der ADHS Betroffenen sind darin gut bis brilliant, was ihnen Spass macht und darin schlecht, was ihnen keinen Spass macht. Wenn sie das machen, was ihnen Spass macht, dann brauchen sie keine Behandlung, ob medikamentös oder therapeutisch, weil sie Anerkennung erhalten. 6/10 der Betroffenen erhalten diese Anerkennung. 9/10 kämpfen mit aller Kraft, 1 Person hat sich aufgegeben und steckt alle Kraft in einen sinnfreien Familienkrieg, was dieser Person besonders Spass macht.

    Ich denke man kann sagen, dass jeder der im Erwachsenenalter diagnostiziert wurde hat sein Leben vorher mit Biegen und Brechen auch mal irgendwie geschafft und dazu eigene und vor allem persönliche unbewusste Strategien entwickelt, um die Schwächen zu kompensieren oder um möglichst wenig aufzufallen, so wie es auch nicht Betroffene tun. Wir waren schliesslich nicht im Keller eingesperrt. Letzendlich haben alle Betroffenen zwar nicht immer rationell gehandelt, aber letztendlich doch das richtige gemacht. Der Weg des Lebens ist für niemanden ein leichter, aber für ADHS-Betroffene ein besonders schwerer, weshalb der tägliche Kampf der Weg ist.

    Und ich denke man kann sagen, dass jeder der im Kindesalter diagnostiziert wurde, es etwas leichter hat, weil eine Diagnose und das Auseinandersetzen mit dieser das Leben nicht durcheinanderbringt, was dann neu sortiert werden muss, was nicht unbedingt jedem gelingt. Es entwickelt sich einfach je nach Verständnis, Anerkennung, Toleranz und Zuneigung des Umfeldes.

    Jeder Betroffene wie auch nicht betroffene hat sein Päckchen zu tragen, jedoch fällt es dem Betroffenen schwerer. Wer Medikamente nehmen will, der soll sie ausprobieren und nehmen. Wer begleitende therapeutische Massnahmen wahrnehmen will, der soll sie ausprobieren und wahrnehmen. Im Blick auf meine 10/10 Familie wäre es mehr als leichtfertig zu sagen, dass jedem eine dauerhafte ADHS-Medikation oder alle möglichen therapeutischen Massnahmen helfen würden. Jeder ist anders, öffnet sich anders und kaum ein Arzt ist so brilliant, jeden Betroffenen so individuell wie nötig zu behandeln, dass ein Leben ohne Medikamente und andere Massnahmen möglich wird. Ich schätze jeden Arzt, der unkonventionelle Wege abseits von Statistik, Theorie und Lehrmeinung geht und nicht nur "Schema F" anwendet und Linderung verschafft. Wie schon erwähnt ist der Mensch sehr individuell. Bei ADHS funktioniert neurologisch etwas anders. Psychiatrisch sind die Ausprägungen so unterschiedlich wie die Menschen selbst und ein Medikament kann aber muss nicht helfen. Wie soll es auch, wo das Hirn so unerforscht ist und der Stand der Forschung bis heute keine Heilung von ADHS kennt.

    Der Arzt kann einem den Zugang zu therapeutischen Massnahmen und Medikamenten nach "Schema F" bis Off-Label ermöglichen. Wunderheiler gibt es aber leider nicht und Therapien und Medikamente sollte man auch mit Vorsicht über sich ergehen lassen, sich nicht nur auf den Arzt, sondern sich auch auf das eigene Bauchgefühl und die Resonanz der Mitmenschen verlassen. Das ist sicherlich nicht leicht, wenn das Umfeld wegen Diagnose, Massnahmen oder Medikation voreingenommen ist. Eine erfolgreiche Therapie oder Massnahme lässt sich nicht nur an Fortschritten, Anerkennung oder Erfolgen messen, sondern auch daran, ob der Betroffene weniger aneckt, wenn er sich auf die nichtwissende Gesellschaft einlässt und wenn man merkt, dass man weniger aneckt.

    Ich selbst habe seit der Diagnose ein schwereres Leben, weil ich mich mit meiner Vergangenheit bis in die meiner Familie auseinandersetze, um zu verstehen. Ich habe einen noch härteren weil bewussteren Kampf, den ich nun nicht nur innerhalb der Gesellschaft, sondern auch mit mir selbst ausführe, was sich eigentlich nicht sollte. Die Gesellschaft ist nicht böse, sie ist wie sie ist und jedes einzelne Mitglied der Gesellschaft kämpft um Anerkennung und Erfolg. Mehr erwartet die Gesellschaft auch nicht von mir, von Dir, von uns. Funktionieren heisst Kämpfen! Mehr nicht. Der Kampf ist das Leben, der Kampf gegen sich selbst dreht sich auf Dauer im Kreis und ist das Verrückte. Das Leben ist nicht leicht, aber es muss trotzdem Spass machen und jedes Problem lässt sich lösen, auch wenn es einen Kompromiss oder Preis fordert.

    Die Frage nach dem Sinn des Lebens wird im Heranwachsendenalter oft gestellt. Die Antwort ist ganz schlicht und einfach: Der Sinn des Lebens ist das Leben zu geniessen. Sonst nix!

    Der Frühling ist da. Das Wetter ist schön. Die Tage werden heller und länger. Das Leben erfindet sich neu und es geht weiter.

    Werdet glücklich! Lebt und kämpft!

  6. #16
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.989

    AW: Mit oder ohne Medikamente

    OT:

    Liebe Weiße Lilie,hier nochmal ein Feedback.
    Ich habe den Eindruck,schier überrollt zu werden von Deinen teils sehr plakativen Aussagen und recht persönlichen Einblicken in Deine gesamte Familiengeschichte. Es erschließt sich mir auch nicht,weshalb es nötig sein sollte,diese Details in Form fast wortgetreu identischer Einleitungen in allen bedienten Threads zu hinterlassen.

    Ob der offenbaren Sicherheit,mit der Du Dein Umfeld noch Jahrzente rückwirkend zu diagnostizieren vermagst,drängt sich mir der Schluss auf,es mit einer psychiatrischen Fachperson zu tun haben zu müssen. Das aber kann nicht sein,weil solche Personen derartige generationsübergreifende Fern-und Fremddiagnosen gewöhnlich nicht vornehmen.

    Für mich als Individuum stimmt vieles,was ich bei Dir lese,nicht. Auch die Frage nach dem Sinn MEINES Lebens beantworte ich anders,als von Dir "vorgeschlagen". Wobei ich darauf hinweisen möchte,dass es "DEN Sinn DES Lebens" gemäß Deiner Argumentation nicht geben kann,da sich das mit der Einzigartigkeit allen Erlebens und Ausdrucks beisst.

    Bitte verstehe dies im Sinne meiner Intention richtig. Ich schätze dieses Forum als eine Art Online-SHG sehr und möchte Dir entsprechend begegnen können. Das fällt mir im Moment schwer,da ich sehr widersprüchliche Signale wahrnehme.


    OT Ende und Entschuldigt bitte,es ist ja keine PN möglich.


    @TE: Ob Du es einmal mit Medikamenten versuchen "solltest" oder nicht,hängt von einigen Faktoren,wie dem aktuell vorhandenen Leidensdruck und den sozialen Strukturen,ab. Die Entscheidung kann Dir "leider" keiner abnehmen.

  7. #17
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 248

    AW: Mit oder ohne Medikamente

    @WeisseLilie

    Deine Lebensphilosophie passt wunderbar zum Thema Dissoziation und adhs.

    Innerlich einen schweren Kampf auszufechten und dabei sich selbst zu zwingen, verdammt noch mal das Leben zu geniessen und sich an den Frühling zu erfreuen um die Anforderung der Gesellschaft zu erfüllen in dem man um Anerkennung und Erfolg kämpft, weil es der Sinn des Lebens darstellt.

    Ja, du hast Recht: der Kampf gegen sich selbst dreht sich auf Dauer im Kreis und wenn ich deine Zeilen lese, dann habe ich den Eindruck, dass eben dieser Kampf deine einzige Antwort auf adhs ist.

    Meine ist es nicht und ich könnte mir gut vorstellen, dass dieser Thread mit einer Trigger-Alarm gekennzeichnet wird, wenn die Diskussion in die Richtung weitergeht.

    Für mich ist Schluss

  8. #18
    WeisseLilie

    Gast

    AW: Mit oder ohne Medikamente

    @Luftkopf:

    Meiner Familiengeschichte traue ich mehr als der Theorie und Statistik der Fachliteratur, da ich sie mein Leben lang kenne und sie über sehr weite Strecken nachvollziehen kann. Andere geben auch nur immer wiederkehrend die gleiche Meinung egal aus welchen Quellen wieder.

    Über den Sinn des Leben kann man vorzüglich diskutieren oder streiten und es gibt dazu zahlreiche Ansichten. Meine Formulierung des Sinn des Lebens beruht nicht auf meiner Sicht auf meinen persönlichen Mikrokosmos und auf Mitteleuropa, sondern auf den Beobachtungen, die ich mein ganzes Leben lang machte.

    Ich pole den Satz gerne nochmal um:

    Menschen sind glücklich, wenn sie das Leben in vollen Zügen geniessen. Und: Menschen, die das Leben (auch unterhalb der Oberfläche/ausserhalb der Strategie/nicht nur dem Schein nach) geniessen müssen einfach glücklich sein. Oder: Situationen, die wir geniessen, machen uns wenigstens für den Moment glücklich. Folge: Mehr Genuss = Mehr Glück!

    Daran ist nichts falsch, aber jeder darf gerne seine eigene Meinung haben. Wer aber im Leben keinen Sinn sieht, der sollte anfangen zu leben, weil reine Existenz doch keinen Sinn macht. Ja, dafür muss man kämpfen.


    @Dropkick:

    Nicht nur Menschen mit ADHS führen einen innerlichen Kampf mit sich aus, sondern jeder Mensch. Dieser Kampf wird aber durch die Etikettierung der Diagnose schwerer, da jeder weitere Kampf vom eigentlichen Kampf des Lebens ablenkt und Energie kostet. Dazu müssen Prioritäten gesetzt werden, um sich nicht nur im Kreis zu drehen, damit man nicht nur älter wird, sondern auch Fortschritte macht. Ja, das ist leicht gesagt und schwer umgesetzt, aber damit kämpft letztendlich jeder Mensch.

    Sich zu etwas zu zwingen widerspricht der Natur des einzelnen Menschen. Ich freue mich, dass Frühling ist, dass es wieder wärmer wird. Wer will, dem kann das auch gerne egal sein oder es schlecht finden, dass die Sonne scheint. Jeder soll das tun was einem Spass macht und am besten so wenig kämpfen wie möglich und wenn dann dort, wo Erfolge, Anerkennung und Fortschritt möglich sind, denn seien sie noch so klein, so bleiben sie abgehakte Wegpunkte und man dreht sich nicht im Kreis, sondern kann fortschreiten, also Fortschritt. Das "Sich im Kreis drehen" ist doch das Verrückte.

    Wie zuvor geschrieben: Das Leben ist ein Kampf. Jeder muss kämpfen. ADHS ist nichts böses. Das gibt es einfach, ja leider. Betroffen oder nicht, mit oder ohne Diagnose, mit oder ohne Medikation oder Massnahmen muss man kämpfen. Kämpfen oder Aufgeben, das bleibt jedem selbst überlassen. Das soll jeder machen wie er will. Für Aufgeben gibts aber keine Belohnung. War da nicht was mit dem Belohnungssystem?

    Wohin soll der Thread gehen? Es geht doch um mit oder ohne Medikamente. Ich bitte um Entschuldigung, dass ich den Blick auf die ADHS-Welt ausserhalb des Forums geleitet habe.

    Nehmt es mir nicht übel, aber ich bin lieber ein Teil der Gesellschaft und fühle mich dieser trotz ADHS zugehörig als dass sich mein Leben in einer Selbsthilfegruppe im Kreis dreht. Muss man nicht verstehen, darf man aber gerne.
    Geändert von WeisseLilie (11.04.2016 um 17:45 Uhr)

  9. #19
    *schnüff*

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 2.168

    AW: Mit oder ohne Medikamente

    WeißeLilie, ich hätte ja auch gern so einige der Behauptungen kommentiert, aber das ist mir aufgrund der geballten Ladung an für mich bevormundenden Lebensdogmen schier unmöglich.

    Also mache ich es kurz und sage, dass ich eine Menge der Aussagen und die Art, sie rüberzubringen, einfach nur als übergriffig empfinde.

  10. #20
    WeisseLilie

    Gast

    AW: Mit oder ohne Medikamente

    Was für Dogmen? Ich habe eine sehr oberflächlichen Einblick in eine ganze Familie und deren ADHS-Geschichte gegeben, weil an anderer Stelle angezweifelt wurde, dass ADHS vererblich ist und dass man es von Geburt an hat. Es ist auch keineswegs dogmatisch in einem Thread "mit oder ohne Medikamente" anhand von 16 Personen aus meinem langjährig beobachteten Umfeld aufzuzeigen, dass es eben auch ohne Medikamente geht und dass jeder selbst entscheiden soll. Details vermeide ich zum Schutze meiner Familie.

    Das einzige, was ich erlaube als Dogma zu betrachten ist, dass man kämpfen muss, egal ob mit oder ohne ADHS und dass man von keinem Menschen und keinem Medikament verlangen kann, dass diesen Kampf abzunehmen.

    Wer meine Zeilen als Angriff oder als Dogma sieht, der darf das gerne tun.

    Ich für meinen Teil empfinde diese Selbsthilfegruppe streckenweise als sehr besserwisserisch und dogmatisch und diejenigen, die sich am lautesten zu Worte melden, sind nicht die, die alles im Griff haben und den Erfolg mit anderen Teilen wollen.

    Ich lehne es ab mich weiter zu rechtfertigen, melde mich in dem Sinne aus diesem Forum ab und kämpfe lieber um meinen Platz in dieser Gesellschaft.


    Gute Besserung!

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