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Diskutiere im Thema Therapie - was suche ich eigentlich? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Una


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 251

    Therapie - was suche ich eigentlich?

    Nun laufe ich also seit zwei Wochen mit einer ADS-Verdachtsdiagnose herum; zwei Termine für weitere Diagnostik habe ich auch, evtl. kommt noch ein Termin dazu, so dass ich den in Ulm wieder absagen kann.

    Abgesehen davon brauche ich ziemlich dringend eine Therapie - und das ist der komplizierte Teil. Ich habe mit ein paar Therapeuten (VT) telefoniert, aber alle haben abgewinkt, als ich ADHS erwähnt habe. Und ich frage mich nun, wie ich weiter vorgehen soll:

    Im Moment steht ADS ja nur als Verdachtsdiagnose im Raum; es ist durchaus möglich, dass die Feindiagnostik etwas anderes ergibt. Ich könnte also erst einmal zu irgendeinem Therapeuten gehen und mir helfen lassen, die dringendsten Probleme wenigstens so halbwegs in den Griff zu bekommen.

    Aber eigentlich widerstrebt es mir, nur vordergründig an meinen "Symptomen" herumzuflicken - so eine Therapie ins Blaue habe ich schon mal gemacht, und wenn ich an dieses jahrelange ergebnislose Herumrühren in meinem Gefühlsbrei denke ... und wie geht es dir dabei? Erzähl's doch mal dem leeren Stuhl ... würg, kotz, nein, nie wieder!

    Ich wünsche mir eine Therapie, in der ich meine Verhaltensmuster rational von der Ursache her angehen kann. Also: Was mache ich wie? Inwieweit ist dieses Verhalten von ADS geprägt? Was kann ich ändern, sei's durch reine Übung oder auch mit Hilfe von Medikamenten? Was kann ich nicht ändern und wie richte ich mir mein restliches Leben ADS-gerecht ein?

    Also: Ohne Diagnose keine sinnvolle, gezielte Therapie. Diagnose dauert aber, und mir brennt's unter den Nägeln. Patt.

    Welche Möglichkeiten gibt es eigentlich noch? Wie lange geht eigentlich eine Kurzzeittherapie, und wie lange müsste ich danach warten, bis die Kasse wieder eine "richtige" Therapie zahlt?

    Und wenn sich der ADS-Verdacht nun nicht bestätigt, wie würde es dann weitergehen? Bekomme ich die "richtige" Diagnose dann gleich mit auf den Weg? Oder kommt der Therapeut halt im Laufe der Zeit zu dem Schluss, dass meine Macke so oder so heißt?

    I blick's ned - klärt mich bitte auf.

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.820

    AW: Therapie - was suche ich eigentlich?

    Also auch ohne ADHS-DIagnose ist eine Verhaltenstherapie sehr fruchtbar, denn selten ist dabei die Hilfe, das man erkennt, inwieweit etwas mit ADHS zu tun hat, sondern man klärt ganz individuell wieso man was nicht macht, nicht kann etc. Und das ist auch bei jedem ADHSler anders. Verhaltenstherapie richtet sich nach individuellen Problemen und nicht nach ADHS. Was ist denn für dich ein ADHS-gerechtes Leben? Sicherlich nicht das selbe wie für mich.

    Und jemand der Depressionen hat, kann in bestimmten Teilen die selben Maßnahmen brauchen, wie jemand mit ADHS, auch die haben Antriebsprobleme, innere Unruhe, Vergesslichkeit, Selbstbewusstseinsprobleme. Jemand der wegen seiner ADHS und den damit verbundenen Repressalien in seinem sozialem Umfeld Ängste entwickelt, profitiert auch von erprobten Skills aus der Angsttherapie. Jemand der seine Impulsivität gar nicht im Griff hat, bekommt die selben Skills wie ein Borderliner für seine Impulsausbrüche.....

    Eine Kurzzeittherapie geht bis zu 20h. Ob du gleich eine andere Diagnose bekommst hängt vom Umfang der Diagnostik und von der Diagnosestelle ab.

  3. #3
    Una


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 251

    AW: Therapie - was suche ich eigentlich?

    creatrice schreibt:
    Also auch ohne ADHS-DIagnose ist eine Verhaltenstherapie sehr fruchtbar, denn selten ist dabei die Hilfe, das man erkennt, inwieweit etwas mit ADHS zu tun hat, sondern man klärt ganz individuell wieso man was nicht macht, nicht kann etc. Und das ist auch bei jedem ADHSler anders. Verhaltenstherapie richtet sich nach individuellen Problemen und nicht nach ADHS. Was ist denn für dich ein ADHS-gerechtes Leben? Sicherlich nicht das selbe wie für mich.

    Und jemand der Depressionen hat, kann in bestimmten Teilen die selben Maßnahmen brauchen, wie jemand mit ADHS, auch die haben Antriebsprobleme, innere Unruhe, Vergesslichkeit, Selbstbewusstseinsprobleme. Jemand der wegen seiner ADHS und den damit verbundenen Repressalien in seinem sozialem Umfeld Ängste entwickelt, profitiert auch von erprobten Skills aus der Angsttherapie. Jemand der seine Impulsivität gar nicht im Griff hat, bekommt die selben Skills wie ein Borderliner für seine Impulsausbrüche.....

    Eine Kurzzeittherapie geht bis zu 20h. Ob du gleich eine andere Diagnose bekommst hängt vom Umfang der Diagnostik und von der Diagnosestelle ab.
    Ja sicher, da mir tiefenpsychologische Ansätze kaum etwas gebracht haben, ist ein Methodenwechsel zu VT nur logisch, sei es mit ADS oder etwas anderem.

    Nur, wenn's den Therapeuten letztlich nicht interessiert, auf welchem Mist meine Probleme gewachsen sind, wozu brauche ich dann eine Diagnose? Um evtl. Medikamente zu bekommen, wenn ich das möchte?

    So, wie du es beschreibst, habe ich schon gar kein Bock mehr auf eine Therapie: Dieses Verhalten wird so therapiert, jenes Verhalten so, ganz gleich, woher es kommt - one size fits all, nur die Geschichten dahinter unterscheiden sich ein bisschen, da geht man dann individuell dran ...
    Ich glaube aber nicht, dass dieses Vorgehen mehr als oberflächliche Veränderungen bringen kann, wenn die Ursache dahinter ignoriert wird. Was ich tun sollte, weiß ich auch ohne Therapeut.
    Geändert von Una (29.03.2016 um 23:03 Uhr)

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 296

    AW: Therapie - was suche ich eigentlich?

    Sorry, was bitte ist mit VT gemeint ?

    Sorry, habs schon

  5. #5
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Therapie - was suche ich eigentlich?

    Also ich finde Verhaltenstherapie sehr hilfreich, auch ohne Diagnose ADS.
    Es ging bei mir sehr viel um meine festgefahrene Muster und die Alternativen dazu.
    Und jetzt ist es tatsächlich erste mal so, dass ich mich in einer Krisen-Situation ganz anders verhalten habe.
    Wow, wenn man mir es vorher gesagt hätte, dass ich so vernünftig handeln kann, hätte ich es echt nicht geglaubt

  6. #6
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 22
    Forum-Beiträge: 618

    AW: Therapie - was suche ich eigentlich?

    An deiner Stelle würde ich die Verdachtsdiagnose nicht mehr erwähnen, wenn es deine Chancen, eine Therapie zu kriegen verringert, so pragmatisch kann man werden.
    Wenn der Platz erstmal gesichert ist, kann man immer noch davon erzählen, bzw. die Reihenfolge sollte anders sein: Man bekommt einen Therapieplatz. Dann erfolgt Anamnese, daraus stellt der Therapeut seine Diagnose (oder erwähnt was er denkt), bis beide Partien zu einer Vereinbarung kommen, was man der Krankenkasse sagt, um den Antrag annehmen zu lassen.
    Wenn das Wort ADHS erstmal verschreckt... Ich habe es am Ende nicht mehr erwähnt pauschal erwähnt, Einzelpunkte und Leidensdruck machen es auch. Bei der Therapie hab ich den Verdacht dann geäussert und wurde nicht rausgeschmissen, und sogar ernst genommen. Mehr weiss ich auch nicht und kann ich nicht sagen.

    ---
    So, wie du es beschreibst, habe ich schon gar kein Bock mehr auf eine Therapie: Dieses Verhalten wird so therapiert, jenes Verhalten so, ganz gleich, woher es kommt - one size fits all, nur die Geschichten dahinter unterscheiden sich ein bisschen, da geht man dann individuell dran ...
    Ich glaube aber nicht, dass dieses Vorgehen mehr als oberflächliche Veränderungen bringen kann, wenn die Ursache dahinter ignoriert wird. Was ich tun sollte, weiß ich auch ohne Therapeut.
    ---

    Da bin ich anderer Meinung. Wenn eine Grösse allen passt, dann passt sie eben, und das ist es was zählt. Es kann und wird ja angepasst. Es geht darum, zu sehen was anders gemacht werden sollte und es anders zu machen, Es ist leichter gesagt als getan, schon beim 1. von den beiden Schritten weiss nicht jeder immer Bescheid. Vor allem für das "Wie komm ich dahin" ist diese Therapie hilfreich, auch wenn man das "Was will ich" schon hat. Gegenstand der VT ist anfangs genau das -rauszufinden, was man eigentlich sucht. Wenn man sich dafür interessiert, gibt es meistens Gründe eine zu machen, also wem andern ganau die Frage zu stellen: Ob es daran liegt, dass man schon beim Was oder beim Wie hängen bleibt, letztendlich steht man sich selber im Weg oder stapelt Müll drauf, und bittet um Anweisungen, ihn frei zu räumen. Geht nicht immer alleine.

  7. #7
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 932

    AW: Therapie - was suche ich eigentlich?

    Zunächst wäre sicherlich eine Art ADS-Training sinnvoll, dass kann auch in einer Verhaltenstherapie erfolgen.. Das müßte natürlich ein Therapeut machen, der sich mit ADS auskennt.. kann natürlich sein, dass Du auch mit gesicherter Diagnose schwer haben wirst, einen solchen Therapeuten zu finden..

    Eine Rolle spielt auch immer, welche Probleme Du noch zusätzlich mit Dir heraumschleppst.. sind es nur die primären ADS bedingten Probleme oder kommen schon Sekundärsachen hinzu wie Ängste, Depressionen etc. Kommen Sekundärkrankheiten hinzu, brauchst Du für diese eventuell eine gesonderte Therapie/Behandlung. Und diese Therapie wäre dann kein sinnloses herumdoktoren an Symptomen anstatt die Ursache zu behandeln - Sondern vielmehr können diese Sekundärprobleme dazu führen, dass die eigentlich ADS-Behandlung nicht anschlägt, weil Du zu stark blockiert dafür bist.


    Ich wünsche mir eine Therapie, in der ich meine Verhaltensmuster rational von der Ursache her angehen kann. Also: Was mache ich wie? Inwieweit ist dieses Verhalten von ADS geprägt? Was kann ich ändern, sei's durch reine Übung oder auch mit Hilfe von Medikamenten? Was kann ich nicht ändern und wie richte ich mir mein restliches Leben ADS-gerecht ein?
    Das sind eigentlich Sachen, die Du in einer Verhaltenstherapie (ggf. kognitiver VT) bearbeiten kannst. Wichtig ist es halt, einen Therapeuten zu finden, mit dem Du gut arbeiten kannst. Für die Behandlung reiner ADS-Symptome brauchst Du nichts tiefenpsychologisches, da das problamtische Verhalten wird nicht durch irgendein verschüttetes Trauma oder so ausgelöst, sondern auf neurobiologischen Ursachen beruht (bei Sekundärproblemen kann das wiederum anderes aussehen).


    Eventuell würde für Dich auch ein Coach in Frage kommen? Gerade bei reinen ADS-Problemen könnte er sogar die bessere Wahl darstellen, da er Dich mehr im Alltag begleiten kann als ein Therapeut. Ebenso solltest Du einen Coach schneller finden als ein Therapeuten. Allerdings müßtest Du den sehr wahrscheinlich selber bezahlen und ich weiß nicht, in wie weit es Deine finanziellen Möglichkeiten hergeben würden.

    Letztendlich gäbe es als dritte Möglichkeit noch Angebote aus dem Selbsthilfebereich nutzen. Die Sachen die Du beschrieben hast, könntest Du z.B. auch hier im Forum besprechen.. um diesen Themen drehen sich die meisten Threads. Gerade für solche Themen : "Wie richte ich mein Leben Ads-gerecht ein?" oder "Wie kann ich (problematisches) ADS Verhalten ändern?" findest Du viele Threads und Anregungen.. und quasi Erfahrungsberichte, welche Methoden funktioniert haben und welche nicht..

    Oder Du suchst Dir jemanden, mit dem Du Dich gegenseitig coachen kannst... das kannst Du hier im Forum (z.B: Gruppe Tandem-Team) oder bei Dir vor Ort in lokalen SHGs suchen. Eventuell findest Du auch in den lokalen SHG Gruppen noch weitere Hilfsangebote.. z.B. spezielle Übungsgruppen oder ein anderer ADSLer, der Coaching ehrenamtlich anbietet.

    Gerade wenn das problematische Verhalten nicht so stark ist bzw. einschränkend ist, könnte sogar Hilfe aus dem SHG Bereich noch mit am effektivsten sein. Da gerade ADSler vom Austausch mit anderen ADSler sehr viel profitieren (u.a. gegenseitige Motivation). Je schlimmer Deine Probleme sind, umso wichtiger wird natürlich fachliche Hilfe.

  8. #8
    Una


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 251

    AW: Therapie - was suche ich eigentlich?

    Danke euch für euren Input. Ich werde es wohl einfach drauf ankommen lassen; wenn es nichts ist, merke ich das sicher innerhalb der ersten fünf Stunden.

    Über die Landestherapeutenkammer habe ich noch ein paar Therapeuten gefunden, die sich wohl mit ADHS bei Erwachsenen befassen - Material für die nächste Telefonaktion ...

  9. #9
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 93

    AW: Therapie - was suche ich eigentlich?

    Ich würde mehrgleiig fahren.

    Dass "normale" Therapeuten bei ADHS-Symptomatik eher skeptisch sind, kann ich nachvollziehen. Dies liegt eher an der sehr spezifischen Ausrichtung einer ADHS-Therapie auf die Skills.
    Natürlich ist eine VT oder DBT besser als gar keine Behandlung.

    An Deiner Stelle würde ich mich nicht mit Verdachtsmomenten begnügen. Denn wenn du eine gesicherte ADHS Diagnose hast, gibt es spezialisierte Therapeuten, evt. auch eine ADHS-Skill-Gruppentherapie, mit der man sehr viel gezielter auf die Symptomatik eingehen kann.

    Ich finde, Du solltest dir Zeit mit der Diagnose nehmen und dan die richtigen Instrumente suchen. So kann es auch sinnvoll sein, eine Selbsthilfegruppe als Ergänzung zur Therapie zu nutzen, falls Du keinen auf ADHS ausgerichteten Therapeuten findest.

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