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Diskutiere im Thema Gedächtnislücken in Kindheit - Angst vor Diagnose im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 24

    Gedächtnislücken in Kindheit - Angst vor Diagnose

    Hallo ihr Lieben,

    Bald habe ich meinen ersten Termin in einer Neuropsychatrischen Praxis um mich mit dem Facharzt über meinen ADS Verdacht zu Unterhalten. Und auch um festzustellen ob ein Test von Nöten wäre oder nicht.

    Nur habe ich ein Problem - ich muss Alleine zu dem Test, ich habe eine sehr schlechte Erinnerung an meine Kindheit und Stütze mich inmoment auf das was meine Mutter mir eben von meiner Kindheit alles Erzählt hat. Nur ob das ausreicht weiß ich nicht. Meine alten Schulzeugnisse aus der Grundschule sind da auch nochmal sehr interessant, dort steht z.B:

    "(..)es gelingt dir nur langsam dich an die bestehenden Regeln zuhalten(...) Es gelang dir im laufe des Schuljahres besser auf deine Mitschüler zuzugehen, doch gibt es noch häufige Missstimmungen.(..) Es fällt dir nicht leicht die Anforderungen des sozialen Zusammenlebens zu beachten.(...) Du musst unbedingt lernen, mit deinem Spiel- und Arbeitsmaterialien sorgfältiger umzugehen und verlässlicher an Hausaufgaben und Materialien zudenken. (...) beteiligst dich erst nach persönlicher Ansprache am Unterricht. Bei Schriftlichen Aufgaben zeigst du wenig ausdauer, Konzentration und Anstrengungsbereitschaft. Du bemühst dich den Stoff des Unterricht zu erlernen, brauchst aber einige Zeit um Aufgabenstellungen zu erfassen.(...)"

    Und so Weiter. Über die Jahre habe ich weniger den Unterricht gestört und mein Arbeitsverhalten hat sich gebessert - was nicht heißt das ich nichts mehr vergessen habe, nein das ist alles geblieben aber ich habe mich glaube ich mehr angestrengt als jeder andere um bessere Noten zu bekommen.

    Jetzt ist die Frage ob neben den Zeugnissen meine Mutter am Telefon zusätzlich helfen könnte? Weil ich Wirklich unter dem 10ten Lebensjahr Schwierigkeiten habe mich an solche Dinge wirklich zu Erinnern. Und mehr als ein paar sachen wiedergeben die mir mal meine Mutter Erzählt hab kann ich schlecht.

    Hoffe ihr habt einen guten Tipp!

    Lg, Alexandra (Lessy)

  2. #2
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.989

    AW: Gedächtnislücken in Kindheit - Angst vor Diagnose

    Hallo Lessy,

    soweit ich mich erinnere gehört zur Testung auch eine Fremdanamnese per Fragebögen. Wenn Deine Ma die ausfüllt,ist das völlig in Ordnung. Sie muss nicht zwingend in der Praxis dabei sein-es sei denn,da hätte sich mittlerweile etwas geändert bei den Regelungen,was ich noch nicht weiß.


    LG v. Luftkopf

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 182

    AW: Gedächtnislücken in Kindheit - Angst vor Diagnose

    Guten Morgen Lessy,

    wie Luftkopf33 schon schrieb, gehört eine Fremdanamnese dazu.
    Normalerweise wird wohl ein Fragebogen an die betreffende Person weitergegeben.
    In meinem Fall hat man das aber tatsächlich telefonisch mit meiner Mutter gemacht.
    Ich kann mich auch nur an ganz wenig aus der betreffenden Zeit erinnern.
    Und ganz besonders eben nicht, ob ich sehr aufmerksam oder gar störend war.

    Das regelte sich dann zum Glück mit den Aussagen meiner Mutter.
    Witzigerweise war ihr Telefoninterview auch ausschlaggebend für die Diagnose.
    Meine Antworten hätten scheinbar nicht genug Hinweise erbracht, eben weil ich oftmals sagen musste,
    dass ich mich nicht erinnern kann.

    Sage denen einfach das du dich an wenig erinnern kannst, aber deine Mutter gerne bereit ist, mit Episoden aus deinem Leben
    auszuhelfen.
    Das wird schon.
    Vielleicht magst du uns hier dann erzählen wie es lief.

    Ich drück dir die Daumen und wünsche weiterhin Geduld, denn leider dauert die Diagnostik meist länger.

    groteske Grüße

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 2.056

    AW: Gedächtnislücken in Kindheit - Angst vor Diagnose

    Ich habe auch so gut wie keine Erinnerungen an die Kindheit. Und habe auch ohne Mitwirken meiner Eltern die Diagnose bekommen.
    Mach dir nicht zu viele Gedanken im Voraus und vergiß nicht, die Zeugnisse mitzunehmen

  5. #5
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 24

    AW: Gedächtnislücken in Kindheit - Angst vor Diagnose

    Dankeschön! Das hat mir Mut gemacht - Dann sollte meine Mutter am Telefon ja gut mitmachen können.

    Ich hoffe ich bekomme dann endlich Gewissheit.

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.731

    AW: Gedächtnislücken in Kindheit - Angst vor Diagnose

    So ein (in Bezug auf ADHS) aussagekräftiges Zeugnis hat nicht jede/r.

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Gedächtnislücken in Kindheit - Angst vor Diagnose

    Hallo

    Fremdanamnese gehört üblicherweise dazu.
    Aber manchmal ist das nicht mehr oder nicht mehr so einfach möglich.
    Fragebogen ist nicht immer der Fall.
    Es gibt auch die sog. strukturierten Interviews.
    Das wurde in meinem Fall mit meiner Frau gemacht.
    Meine Mutter habe ich zuvor bereits befragt und alles soweit aufgeschrieben, da sie doch einiges mal durcheinander wirft oder mit meinem Bruder verwechselt oder erst später erinnert.
    Das ist in einem Telefonat nicht hilfreich.

    Das war auch ganz ok so und hat gereicht.
    Da war auch genug in der Vergangenheit, das deutliche Hinweise auf ADS/ASS hinterlassen hat, so dass die Diagnose sicher gestellt werden konnte.

    Meine eigenen Erinnerungen sind auch sehr lückenhaft.
    Im Gutachten steht "massive Zeitgitterstörungen, kann sich selbst an wichtige Lebensereignisse nicht erinnern"
    Das sagt auch schon einiges aus ....
    Geändert von Fliegerlein (24.03.2016 um 12:58 Uhr)

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.731

    AW: Gedächtnislücken in Kindheit - Angst vor Diagnose

    Fremdanamnese gehört dazu, ja, aber bezüglich der aktuellen Situation. Ein Interview der Eltern dürfte die Ausnahme sein, jedenfalls bei Leuten jenseits der 25 oder 30. Zumal dann auch deren Erinnerung geringer ist, wenn die Kindheit des Betroffenen ist Jahrzehnte her ist.

  9. #9
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.989

    AW: Gedächtnislücken in Kindheit - Angst vor Diagnose

    Meine elterliche Fremdanamnese bezog sich ganz explizit auf Vergangenheit und Gegenwart. Woher sollten auch sonst die Informationen über die frühe Kindheit kommen,die doch so wichtig sind?

    Wenn das nicht mehr möglich ist,okay,aber generell nur bezüglich der gegenwärtigen Situation eine Fremdanamnese? Das wäre mir neu.

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Gedächtnislücken in Kindheit - Angst vor Diagnose

    luftkopf33 schreibt:
    Meine elterliche Fremdanamnese bezog sich ganz explizit auf Vergangenheit und Gegenwart. Woher sollten auch sonst die Informationen über die frühe Kindheit kommen,die doch so wichtig sind?

    Wenn das nicht mehr möglich ist,okay,aber generell nur bezüglich der gegenwärtigen Situation eine Fremdanamnese? Das wäre mir neu.
    Mir auch.
    Auch bei mir wr mit Mitte 40 der Blick in die Kindheit wichtig, denn da hat eine ADHS ja nun mal ihre Wurzeln und senn die nicht nachvollzogen werden können, darf meines Wissens nach auch nur eine Verdachtsdiagnose gestellt werden.

    Und man soll sich wundern, wie gut Eltern sich an die Kindheit eines AHDS-Betroffenen erinnern können ....

    Auch meine Mutter hat da noch deutliche Erinnerungen.

    Da war es nur so, dass sie einiges nicht direkt, sondern erst etwas verzögert erinnern konnte, was ja auch durchaus natürlich ist, aber bei einem Telefongespräch nichts nützt.

    Aber ja, die Kindheit muss hinterfragt werden.

    Dennoch kann man natürlich auch über Lebenspartner oder Menschen, die einen schon sehr lange kennen und mit denen man eng verbunden/ vertraut ist, einen roten Faden finden.

    Wenn man von anderen seit je her als "zerstreuter Professor" wahrgenommen wird und die Person ansonsten keine Merkmale berichtet, die z.B. auf Depressionen etc.hindeuten, dann kann man daraus auch schon einiges ableiten.

    Aber ohne den Blick auf die Kindheit wird einem ein seröser Diagnostiker hoffentlich keine Diagnose geben, denn es ist ein Kriterium dafür, dass die Symptomatik schon seit der Kindheit besteht.

    Bei Betroffenen über 30 kann man auch die Selbstauskunft mit heranziehen, da man in dem Altersbereich davon ausgehen kann, dass die EF sich schon so weit entwickelt haben, dass die Selbstwahrnehmung ausreicht, um in der Vergangenheit die Symptome zu erkennen und zuordnen zu können.


    Auch wenn man es nicht glauben mag, aber in fürheren Altersgruppen erzielen ADHS Betroffene bei den Tests oftmals eben keine positiven ergebnisse, weil sie die Symptome gar nicht warhnehmen und wenn, dann nicht zu ihnen gehörig.
    Das liegt verständlicherweise daran, dass die Selbstwahrnehmung die EF ist, welche sich erst als letzte entwickelt, und das ist bei der ADHS-typischen Entwicklungsverzögerung etwa in der dritten Lebensdekade der Fall.

    in meinem Fall habe ich sie aber selbst da nicht wahrgenommen, einige ebenfalls nicht als zu mir gehörig und andere habe ich als völlig normal wahrgenommen, weil auch die Fremdwahrnehmung entwicklungsverzögert ist und man sich gar nicht darüber im klaren ist, dass andere diese Symptome nicht, oder zumindest nicht in dieser Form haben.

    Da kamen bei mir dann immer diese typischen Dialoge zustande, wenn ich mit anderen darüber geredet habe, nachdem mein Thera mich darauf aufmerksam gemacht hat:
    Ich: "Aber jeder ist doch mal vergesslich"
    Antwort: Ja, aber doch nicht soooo!"

    Ich: Aber jeder ist mal in Gedanken"
    Antwort: Ja, aber doch nicht sooo"

    Und das geht immer munter so weiter ....
    Erst da wurde mir klar, was da alles schief gelaufen ist und vor allem auch, in welchem Ausmaß"


    Das ist es ja, was die Fremdanamnese so wichtig macht.

    ABER:
    Natürlich kann man auch durchaus ohne Befragung der Eltern den Rückschluss ziehen, dass diese Symptome auch in der Kindheit vorlagen.

    Mir haben sie damals in Bad Bramstedt gesagt, dass sie auch ohne die elterliche Befragung keinerlei Zweifel an der Diagnose und deren Richtigkeit hätten, eben weil sich das wie ein roter Faden durch das ganze Leben zog und ich auch als Kind schon mal in einer Klinik war etc.

    Standard ist das allerdings nicht und auch mit +50 kann man noch Eltern oder Elternteile haben, die befragt werden können und die auch noch geistig fit genug sind, um antworten zu können


    Es stimmt aber:
    Jenseits der 30 kann man sich eher auf die Aussagen und Erinnerungen des Betroffenen selber verlassen.

    Das man das darunter eher nicht kann, zeigt sich daran, dass man eben lange dachte, die ADHS würde sich mit der Pubertät auswachsen, was aber nicht der Fall war.
    Eine Analyse sämtlicher Studien darüber zeigte, dass mit dem 18. Lebensjahr nicht mehr die Eltern, sondern die Betroffenen selber befragt wurden (was auch normal und Standard ist), was zur Folge hatte, das plötzlich keiner mehr Symptome hatte.
    Fragte man dann aber doch wieder die Eltern, so zeigte sich, dass die Symptome eben doch noch vorhanden waren, meist sogar unverändert.
    Kein Wunder bei einer 30%igen Entwicklungsverzögerung der EF

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