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Diskutiere im Thema Erfahrungen/ Veränderungen durch eure Therapie im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 7

    Erfahrungen/ Veränderungen durch eure Therapie

    Hallo

    Ich hoffe, dass es ein ähnliches Thema noch nicht gibt, habe selber keins gefunden.

    Ich habe in der Kindheit die Diagnose ADS bekommen. Ich habe auch Ritalin bekommen und es hat super funktioniert, ich wurde entspannter, und habe mich den Menschen näher gefühlt. Aufgrund der vielen negativen Meinungen über die Einnahme von Medikamenten habe ich es dann aber abgebrochen. Ich muss zugeben, dass ich mich nurnoch sehr lückenhaft an das alles erinnern kann (Ich kann mich generell nur sehr schlecht erinnern).

    Jetzt wo ich nicht mehr zuhause wohne und studiere merke ich aber, wie überfordert ich mit mir selber bin. Früher habe ich mich kompensieren können, weil ich sehr ehrgeizig bin und schon der Wunsch mich zu beweisen oft hilft, mich zu konzentrieren.

    Das letzte Semester war jedoch ganz schrecklich für mich. Ich stand unter so viel Stress, dass ich jeden Abend komplett verzweifelt am heulen war, überaus kaputt und reizbar war. Ich habe Gürtelrose bekommen, werde ständig krank und knirsche nachts noch extremer meine Zähne.

    Nicht, dass ich generell emotional, verträumt, chaotisch, langsam, innerlich unruhig wäre... aber jetzt wo ich mich auch noch um einen Haushalt kümmern, arbeiten und für die Uni lernen muss, dabei gleichzeit darunter leide, dass ich alle meine neuen und alten Kontakte einfach nicht halten kann ... da wurde mir klar, dass ich etwas tun muss... etwas für mich machen muss.
    Ich begeistere mich für neue Dinge schnell.. in allen möglichen Bereichen, verliere aber das Interesse sehr schnell, wenn ich es nicht schaffe, oder ich es nicht mal versuchen kann (beim backen, wenn etwas nicht im Haus ist). Dies belastet mich bei der Berufswahl. Nicht, dass das generell schon keine leicht getroffene Entscheidung ist, sondern bei mir kommen so viele Probleme noch dazu....

    Naja, ich schweife ab...

    Ich wollte eigentlich darauf hinaus, dass ich meine ADS Diagnose erneuern will. Meine aus der Kindheit ist schon 10 Jahre her. Ich habe zum Glück einen wunderbaren Freund, der mir viel abnimmt und unglaublich geduldig ist. Aber das ist kein Dauerzustand, ich will ihn nicht verlieren, weil er für mich mitdenken muss (unter anderem).

    Für mich und meine Zukunft brauche ich also Hilfe.

    Aber wie genau hilft eine Therapie? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht, inwiefern habt ihr euch verändert? Glaubt ihr, dass ein "normales" Leben dadurch irgendwann möglich ist?

    Ich hoffe, dass ihr mich verstehen könnt, ich glaube ich habe etwas durcheinander geschrieben, sorry

    Liebe Grüße!

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Erfahrungen/ Veränderungen durch eure Therapie

    Hallo Trira

    was Du beschreibst, ist so "herrlich" typisch für eine ADHS ...
    Das ist bei vielen Betroffenen so, dass sie, besodners mit Unterstützung durch das Elternhaus so gerade noch gut durchkommen, aber dann, wenn man die eigene Wohnung hat und studiert, bricht das ganze Kartenhaus zusammen.

    Das allein zeigt ja schon mal, dass die ADHS noch da ist.

    Klar hilft eine Therapie.
    Würdest Du denn den Gedanken wieder mit der Medikation weiterzumachen, an Dich heranlassen können?

    Ansonsten könnte sich vielleicht für Dich auch oder statt einer Thera, ein Coaching empfehlen, also eine Art Begleitung, bei der Dir geholfen wird, die ADHS-typischen Beinträchtigungen zu managen.

    Dass Du einen so verständnisvollen und geduldigen Freund hast, ist schon mal Gold wert und ich kann erstehen, dass Du Dich darum sorgst, dass es irgendwann zusammenbricht.
    Was sagt er denn dazu, bzw, wie geht es ihm damit?
    Wenn es für ihn soweit ok ist, ist es ja schon mal gut.
    Oder merkt er schon durchaus mal an, dass es für ihn eine Belastung ist?

    Bei uns ist es ähnlich, meine Frau denkt viel für mich mit, aber es ist ok für sie.

    Ob man ein normales Leben führen kann, ist eine gute Frage.
    Ja und nein.
    Egal ob mit oder ohne Medikation und Therapie, eine ADHS bleibt einem ein Leben lang erhalten und man muss sich darauf einstellen.
    Aber das muss keineswegs etwas negavies bedeuten.

    Man muss die ADHS nur funktional kompensieren, also Wege finden, die syndromtypischen Beeinträchtigungen so zu managen, dass sie einen nicht mehr Energie kosten, als man aufbringen kann, denn sonst würde man permanent gegen seine Gesundheit arbeiten und das geht mit Sicherheit in die Hose.

    Es gibt viele und gute Strategien für ein AHDS-Management.
    So etwas lernt man in einer guten Thera oder von einem Coach.

    Einiges ist aber auch nicht erlernbar und wird dann eben anderweitig kompensiert werden müssen.
    Wer z.B. kein Kopfrechnen kann, nimmt halt einen Taschenrechner.

    Es ist bei ADHS so, dass man viele Dinge schwerer und langsamer erlernen oder automatisieren kann, dafür braucht man also mehr Zeit und Energie.
    Wenn man das weiß und berücksichtigen kann, ist das schon mal ein guter Punkt.
    Es gibt aber auch Dinge, da hilft alles nichts, die können wir nicht erlernen, egal wie sehr wir das wollen.
    Das muss uns aber nicht verzweifeln lassen, denn dafür gibt es ja das "ADHS-Management" oder wie Dr. Russell Barkley, ein bekannter ADHS-Fachmann, mal gesagt hat: viele "kleine Prothesen", also Hilfsmittel, die das, wir von innen heraus nicht können, "externalisieren".

    Aber für solche Sachen wie z.B. Strukturieren, Zeitplanung etc. die Dinge eben, die wir nicht lernen können, benötigen wir auch immer etwas Hilfe.

    Das ist auch ok!
    Aber es ist eben nicht so, dass wir am Ende einer Thera-Behandlung genau das Leben führen können, wie jemand ohne ADHS.
    Das muss aber auf keinen Fall bedeuten, dass es schlechter wäre .... eben nur etwas anders.

    Auch kann Dir eine Diagnose beim Studium nützlich sein, in Form von Nachteilsausgleichen.

    "Anders" muss nicht schlechter sein

    Es gibt hier auch etliche im Forum, die Dir da konkretere Infos zu Studium und ADHS geben können.

    Liebe Grüße
    Fliegerlein

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Erfahrungen/ Veränderungen durch eure Therapie

    Hallo Fliegerlein

    Danke für die Antwort!

    Ja also ich habe letztens einen Fragebogen ausgefüllt mit so einem Selbstcheck und ich merke einfach bei jeder Sache, dass ich das einfach bin... Meine Mutter meinte damals schon beim Lesen von Cordula Neuhaus "Das Träumerchen", dass sie das Gefühl hatte, ihr Kind würde da beschrieben werden . Das hat sich offensichtlich nicht verändert....

    Ich würde definitiv auch Medikament in Betracht ziehen, mittlerweile sehe ich das etwas gelassener. Ich weiß, dass es nicht die perkte Entscheidung ist, selbst, wenn ich mir das wünschen würde Deswegen würde ich es immerhin ausprobieren wollen.

    Genau das ist mein Problem ... ich kämpfe richtig dagegen an. Für Klausuren lerne ich nächtelang, aber ich vergesse selbst die interessantesten Dinge wieder nach mindestens einem halben Jahr. Das Ganze ist frustrierend.

    Kopfrechen kann ich tatsächlich nicht Habe Nachhilfeunterricht im 1x1 zweimal die Woche gehabt, selber auswenig gelernt, und mit meinen Eltern Spiele gemacht. Jedes Zimmer war eine Reihe ;D mein Freund macht sich darüber lustig, aber er ist dafür super im Kopfrechnen, da ruh ich mich aus. Letztens habe ich sogar beim Rummycup einen Taschenrechner gebraucht, weil ich einfach nicht zusammenrechen konnte wieviel Punkte ich habe.

    Mit Taschenrechner klappt Mathe dann aber super ;-) ( von 5 in der fünften Klasse Realschule, auf 1 in der zwöften auf dem Gymnasium)

    Mein Freund ist für mich ein wahrer "Glücksgriff" und so viel wie ich ihm abverlange habe ich hin und wieder schon Angst, dass es ihm irgendwann zu viel wird. Er meint, dass einige Sachen hart sind, aber er liebt mich so sehr, dass es da schon mehr brauche, um mich zu verlassen. Meiner Einschätzung nach kommt er einigermaßen damit klar, aber natürlich wünschte er sich ein paar Dinge leichter
    Aber ich will halt keine Belastung sein ... für niemanden.

    Ich glaube mein Papa hat das so ähnlich wie ich (als ich ihm davon erzählt habe war er ganz erstaunt, dass er das auch alles kennt - ist ja nicht so, als wenn Mama ihm das dreihundert mal sagt ) ... meine Mutter ist diejenige, die für 3 AD(H)Sler und für sich mitdenken musste und sie ist daran ziemlich kaputt gegangen. Das gleiche will ich meinem Freund nicht antun ...

    Zur Zeit versuche ich in meiner freien Zeit der Semesterferien nicht zu "versumpfen".

    Ist man nach einer erfolgreichen Therapie denn auch gefühlsmäßig "fester". Unter jedem gerníngsten Druck muss ich weinen .. also selbst wenn ich mal nicht traurig bin. Und meine Stimmungsschwangungen sind echt extrem.

    Und kann ich mich dann erfahrungsmäßig besser konzentrieren? Ich würde gerne Freunde nicht ständig fragen müssen was sie studieren/arbeiten und Gesprächen endlich richtig zuhören können. Vielleicht sogar mal teilweise wiedergeben können. Das Vergessen ist bei mir glaube ich schon sehr stark ausgeprägt .

    Gibt es denn ein "Ende" der Therapie? Ich habe ein bisschen Sorge, dass, "sobald mir keiner mehr sagt, was ich machen soll, ich wieder in alte Strukturen falle" (platt ausgedrückt).

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Erfahrungen/ Veränderungen durch eure Therapie

    Trira schreibt:
    Genau das ist mein Problem ... ich kämpfe richtig dagegen an. Für Klausuren lerne ich nächtelang, aber ich vergesse selbst die interessantesten Dinge wieder nach mindestens einem halben Jahr. Das Ganze ist frustrierend.
    Da liegt auch einer der Knackpunkte ... man kämpft dagegen an.
    Das funktioniert aber nicht, denn sorgt nur, genau wie Du es beschreibst, für mehr Frust.
    Die Kunst liegt glaube ich, darin es zu akzeptieren.

    Mir hat mal jemand gesagt, ich müsse meine ADHS zu meinem Freund machen und ich habe ihm entgegnet, dass die nie mein Feund sein wird.
    Das ist auch so, aber ich habe sie akzeptiert und damit auch mich und meine Beeinträchtigung.
    Der Unterschied liegt darin, dass ich nicht mehr versuche, die Dinge so zu machen, wie andere und dabei unglaublich viel Energie zu verbrauchen ohne Ergebnisse zu erzielen, sondern ich weiß halt, dass ich etwas so nicht kann ... aber dafür eben andes.

    Das hat ein wenig gedauert, aber seitdem funzt es ganz gut.

    Trira schreibt:
    Kopfrechen kann ich tatsächlich nicht Habe Nachhilfeunterricht im 1x1 zweimal die Woche gehabt, selber auswenig gelernt, und mit meinen Eltern Spiele gemacht. Jedes Zimmer war eine Reihe ;D mein Freund macht sich darüber lustig, aber er ist dafür super im Kopfrechnen, da ruh ich mich aus. Letztens habe ich sogar beim Rummycup einen Taschenrechner gebraucht, weil ich einfach nicht zusammenrechen konnte wieviel Punkte ich habe.

    Mit Taschenrechner klappt Mathe dann aber super ;-) ( von 5 in der fünften Klasse Realschule, auf 1 in der zwöften auf dem Gymnasium)
    So geht es mir auch (Dyskalkulie)
    So kann ich auch damit leben und es ist gut.
    Ist manchmal ein bisschen doof, wenn es mal darum geht, z.B. im Restaurant Trinkgeld zu geben, weil ich das nicht so schnell ausgerechnet bekomme, aber da bezahlt dann halt meine Frau.



    Trira schreibt:
    Aber ich will halt keine Belastung sein ... für niemanden.
    Willkommen im Club.
    Ich denke auch nicht, dass wir Belastungen sind .... aber so ganz ohne Hilfe von Außen geht es auch nicht.
    Es geht ja auch nicht darum, dass man uns alles abnimmt, aber ein wenig Hilfe ist eben doch nötig.

    Trira schreibt:
    Ist man nach einer erfolgreichen Therapie denn auch gefühlsmäßig "fester". Unter jedem gerníngsten Druck muss ich weinen .. also selbst wenn ich mal nicht traurig bin. Und meine Stimmungsschwangungen sind echt extrem.
    Mir ging es ähnlich, sehr ähnlich sogar und ich kann sagen: Ja ... ist man.
    Da hat sich vieles zum Positiven verändert, was auch daran liegt, dass ich viele Dinge eben einfach akzeptieren kann und es mir nicht gleich wieder den Boden unter den Füßen reißt, wenn ich etwas nicht so hinbekomme wie andere.
    Das hilft unglaublich viel.
    So jedenfalls sit meine Erfahrung.

    Trira schreibt:
    Und kann ich mich dann erfahrungsmäßig besser konzentrieren? Ich würde gerne Freunde nicht ständig fragen müssen was sie studieren/arbeiten und Gesprächen endlich richtig zuhören können. Vielleicht sogar mal teilweise wiedergeben können. Das Vergessen ist bei mir glaube ich schon sehr stark ausgeprägt .
    Das kann ich leider nicht beantworten.
    Bei mir ist das nach wie vor nicht besser geworden.
    In einigen Punkten schon, aber generell ist die Zerstreutheit und Vergesslichkeit immer noch die gleiche, ... aber das kann bei jedem anders sein.
    Aber auch da hat sich mein Umgang damit verändert.
    Zum Einen kompensiere ich vieles, vor allem mit einem Notizblock und einem Buchkalender, bzw. na klar mit dem Smartphone und zum Anderen ist es auch hier die Akzeptanz, sich deswegen nicht minderwertiger zu fühlen, sondern sich selbst eingestehen zu können, dass es hier nun mal Beeinträchtigungen gibt.

    Trira schreibt:
    Gibt es denn ein "Ende" der Therapie? Ich habe ein bisschen Sorge, dass, "sobald mir keiner mehr sagt, was ich machen soll, ich wieder in alte Strukturen falle" (platt ausgedrückt).
    Ja und Nein ....
    Ein Ende der Therapie:
    Ja, das schon.
    Auch wenn man vielleicht irgendwann mal sagt, dass man wieder gut eine haben könnte.
    Aber das ist dann was anderes, sozusagen eine "Auffrischung" und schon mal viel wert, weil man dann gelernt hat, auf sich selbst zu achten und zu hören und rechtzeitig zu erkennen, dass es gerade nicht mehr so gut läuft und sich das auch einzugestehen.

    Anders ist es aber mit dem "Coaching".
    Egal ob das nun ein Coach oder ein Lebenspartner ist.
    Einige Dinge gibt es eben, die bleiben einem erhalten und die müssen mit äußerer Hilfe kompensiert werden.

    So wie ein Rollstuhlfahrer seinen Rollstuhl immer brauchen wird, aber das ist ok, denn das ist seine Art der Mobilität, auch wenn er immer wieder mal auf fremde Hilfe angeweisen ist.

    Es hilft schon ungemein, um all das zu wissen.
    Auch und besonders für das Umfeld, den Lebenspartner, weil man dann viel gelassener damit umgehen kann

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Erfahrungen/ Veränderungen durch eure Therapie

    Fliegerlein schreibt:
    Da liegt auch einer der Knackpunkte ... man kämpft dagegen an.
    Das funktioniert aber nicht, denn sorgt nur, genau wie Du es beschreibst, für mehr Frust.
    Die Kunst liegt glaube ich, darin es zu akzeptieren.

    Mir hat mal jemand gesagt, ich müsse meine ADHS zu meinem Freund machen und ich habe ihm entgegnet, dass die nie mein Feund sein wird.
    Das ist auch so, aber ich habe sie akzeptiert und damit auch mich und meine Beeinträchtigung.
    Der Unterschied liegt darin, dass ich nicht mehr versuche, die Dinge so zu machen, wie andere und dabei unglaublich viel Energie zu verbrauchen ohne Ergebnisse zu erzielen, sondern ich weiß halt, dass ich etwas so nicht kann ... aber dafür eben andes.

    Das hat ein wenig gedauert, aber seitdem funzt es ganz gut.
    Nur leider muss man das gelernte Wissen ja auch wieder abrufen können ...

    Es ist aber gut zu hören, dass du positive Erfahrungen gemacht hast. Ich sehe für mich grade recht schwarz und das gibt neuen Mut, an der Sache dran zu bleiben .

    Scheinbar ist grade auch die eigene Akzeptanz sehr wichtig.

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 119

    AW: Erfahrungen/ Veränderungen durch eure Therapie

    Liebe Trira
    bei mir ist die Diagnose mit über 40J. erst 1 Jahr alt, i Zusammenhang mit einer Erschöpfungsdepression.

    In der Schilderung mit Deinen Schwierigkeiten im Studium erkenne ich mich selbst 8von damals) wieder. Distress mit lernen für Prüfungen kombiniert mit einem immer schlechter werdenden Gedächtnis, das habe ich noch hautah in Erinnerung, alle Lehrveranstaltungen fand ich interessaant, beim Lernen blockierte ich.

    Damals habe ich alles durch extreme Leistung bis über die Belastbarkeitsgrenze geschafft, indem ich mich extrem gepusht habe, was heute nicht mehr geht.
    .
    Zeit- un Organisationsplanung kan man sich häufig schlecht alleine beibringen, gerade wenn man ADHS hat. Ich favorisiere, dass Du Gleichgesinnte suchst, vielleicht in einer Selbsthilfegruppe (vielleicht sogar studentisch)

    Oder eine ADHS-skills-Gruppentherapie. Ich mache so eine und bin begeistert. Man lernt Methoden, z. B. zu Zeitplanung und Prioritätensetzung kennen, probiert diese aus und in der Grupe reflektiert man dann was bei wem wie und warum gut funktioniert und was nicht. Dadurch erwirbt man sehr viele Methoden und vor allem man lernt, wi mann vielleicht auch ohne Medikation seine Probleme in den Griff bekommen kann.

    Nur Mut zur Therapie

    Microskulpt

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Erfahrungen/ Veränderungen durch eure Therapie

    Hallo Microskulpt

    Danke für die Antwort Kann man in so einer Gruppe auch ohne eine neue Diagnose mitmachen? An die alte komme ich leider nicht mehr ran, da der Arzt nicht mehr tätig ist und die Unterlagen nach 10 Jahren vernichtet wurden... eine neue Diagnose zu bekommen wird schwer, vor allem, weil ich jetzt seit ein paar Wochen wegen meinem Hashimoto eingestellt werde.

    Ich habe immer wieder Phasen, bei denen ich motiviert bin mich gut zu organisieren.. das Problem ist nur, dass ich nach einiger Zeit einfach damit aufhöre .. entweder weil ich einfach zu faul bin oder weil ich es vergessen habe. In letzter Zeit komme ich mir immer dümmer vor, weil ich die einfachsten Dinge vergesse. Wir waren grade im Urlaub und ich hab einfach mal vergessen das Licht auszuschalten. Weil ich unkonzentriert bin sind mir in den letzten sechs Monaten 8 Gläser kaputt gegangen.. Diese Liste könnte ich ewig weiterführen . Als würde mein Kopf auf Sparflamme stehen

    Was ich damit sagen will ist, dass ich das Gefühl habe, dass solche Gruppen mir nur für einen Moment helfen... und danach leider nicht mehr. Finden solche Treffen einmal in der Woche statt?


    Trira

  8. #8
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 119

    AW: Erfahrungen/ Veränderungen durch eure Therapie

    Hallo Trira


    eine alte Diagnose müsste reichen und wenn Du einfach deine Schwierigkeiten schilderst, dann dürfte es einem geschulten Psychologen glasklar sein, auch welche Bereiche sich vielleicht verändert bzw. verschoben haben in eine andere Richtung. Vielleicht hat die Krankenkasse noch irgendeine Notiz?
    Ganz typisch sind diese Phasen, in denen man mit Eifer versucht und mit Disziplin, die Schwächen zu kompensieren, dann ist es häufig so, dass einem irgendwann dafür die Kraft fehlt, weil es einfach zu monoton und stupide wird und man die Zeitersparnis durch den Mehraufwand nicht mehr sieht.
    Weil man das perfekte Planungstool erwartet, was es jedoch nie gibt und nie geben wird.
    Ich bin genauso wie Du...........

    Extrem wichtig ist, ganz viel für einen Ausgleich zu tun, d.h. Zeit in der Gedanken und Gefühle einfach rumschwirren können und dürfen und in der nichts zielgerichtet sein muss. Da brauche ich immens viel davon, am besten geht es, wenn ich beim wandern in den Bergen unterwegs bin.

    Zu den Gruppen. Ich denke, Gruppen geben einen Impuls, d.h. wenn Du jede Woche ein halbes Jahr in eine Gruppe gehst, dich etwas auf das Gruppentreffen vorbereitest, indem Du eine Methode ausprobiert, entweder eine neue oder eine alte etwas lässiger und weniger perfektionistischer umsetzt, dann kommen auch Erfolgserlebnisse. Und um die geht es. Denn nur, wenn ich darüber lachen kann dass ich ein schlechtes Gedächtnis habe, dann aber weiss, dass ich den Namen einer Person gleich aufschreibe, um ihn nicht zu vergessen, dann habe ich ein Tool, welches mir hilft.

    Ich bin in einer Skill-Gruppe die einmal in der Woche, 22 Termine lang geht, je 1,5 h.
    Bei Selbsthilfegruppe würde ich ganz deutlich auf eine professionelle Moderation durch einen Pädagogen/Psychologen achten, bei Menschen mit der Symptomatik ist eine Moderation eine Kunst oder kann ganz schön stressig werden.

    Ich glaube, wenn manb sich bewusst macht, dass man immer an seiner Baustelle etwas weiter feilt, das Fundament stabil ist und nur die Stellschrauben verfeinert, dann ist eine Veränderung auch einfacher möglich, weil man kein wunder erwartet.

    Trira[/QUOTE]

  9. #9
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 119

    AW: Erfahrungen/ Veränderungen durch eure Therapie

    Liebe Trira

    Und noch ein Punkt.

    WIR hassen Routinen und immer gleiche Abläufe, oder?

    Ich persönlich finde Checklisten so stupide, aber abhaken mit rotem Stift wieder genial, oder durchstreichen als erledigt noch genialer......

    Aber es gibt andere Formen, in denen eine Checkliste gar nicht als Checkliste wirkt, wenn Sie z. b. in Form eines Mind Maps ist oder auf einer Magnettafel ein paar farbige Punkte.
    Dann lebt ein farbiges Cluster, welches Spass macht.

    Es ist elementar herauszufinden, was Dir und nur Dir Spass macht, vielleicht die Magnettafel, vielleicht die Eieruhr, vielleicht das App., vielleicht der klassische Notizblock.vielleicht Notizzettel in mintgrünem Querformat...... wichtig ist, dass Du Deinen eigenen lustvollen Weg findest, und manchmal braucht es halt etwas.......

    Microskulpt

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Erfahrungen/ Veränderungen durch eure Therapie

    Hallo Microskulpt,

    das mit den Checklisten hab ich schon abundzu mal ausprobiert, habe eine Übersicht welche Seminare ich für mein ganzes Studium brauche und habe. Letztes Semester hatte ich extrem viel schon zwischendurch abzugeben, da hab ich mir einen Zeitstrahl gemacht, an dem ich mich entlang hangeln konnte. Das hat super funktioniert und auch dort fand ich es toll, sobald ich etwas durchstreichen konnte .

    Normalerweise schreibe ich mir Termine immer in meinen Handy Kalender. Wenn ich etwas notieren will in meine Notiz-App im Handy. Jegliche Zettelnotizen gehen bei mir leider schnell verloren, vllt sollte ich mir mal ne Pinnwand oder sowas holen .

    Wegen der Diagnose: Ich habe letztens mal dazu im Internet recherchiert und da stand, dass die Aufbewahrung auch bei der Krankenkasse nur 10 Jahre sind ... würde ja bedeuten, dass die das auch nicht mehr haben.

    Zu den Gruppen: Zur Zeit habe ich nur noch meine Hausarbeiten im Kopf, mich mit anderen Dingen zu beschäftigen fällt mir dabei schwer (Abgabe rückt näher ). Aber könnte mir vorstellen, das demnächst zumindest mal auszuprobieren ... wie findet man denn Gruppen in der Nähe?

    Liebe Grüße
    Trira

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