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Diskutiere im Thema ADS Diagnose - iq von 100 und Zweifel an allem?! im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3

    Böse ADS Diagnose - iq von 100 und Zweifel an allem?!

    Hallo ihr Lieben,
    ich hoffe ich bin hier richtig. Ich bin hier noch relativ neu und war bis jetzt nur ein stiller leser... aber kommen wir direkt zur Geschichte, die mich sehr bedrückt und hoffe hier auf ein wenig Support..

    Mein Leben lang dachte ich schon das ich nicht "normal" bin. Das ganze hatte schon im Kindergarten angefangen -> Ich war immer mehrere Stunden(!) zu spät gewesen, weil ich schlafen wollte und keine Lust hatte auf Kontakt mit anderen Mitmenschen.
    Gleiches auch in der Grundschule. Ich war schon immer lieber alleine und kam eigentlich jeden Tag zu spät, da ich sehr unmotiviert war. Die Schule habe ich vom ersten Moment auch nie ernst genommen und NIE. NIE. NIE. Hausaufgaben gemacht. Ernsthaft. Nicht die kleinste Aufgabe. Die Grundschullehrer haben sich natürlich mehrmals bei meiner Mutter (alleinerziehend) beschwert, aber mir war das so egal in diesem Alter gewesen. Ich wollte einfach nur Spielen und hatte keinen Nerv und keine Lust mich vor die Hausaufgaben zu setzen. Und wenn ich mal in der Schule war (hatte auch immer übelst viele Fehlstunden) dann habe ich alles andere als aufgepasst.

    Und natürlich kam sowas wie ich dann auch noch aufs Gymnasium (Hatte eine Realschulempfehlung, habe allerdings einen Test an einem Gymnasium gemacht und wurde angenommen, da ich anscheinend sehr gute Ergebnisse geliefert hatte). Nach 4 Jahren Ferien habe ich allmählich kapiert gehabt, dass ich ein bisschen was tun musste. Aber nur ein bisschen. Meine Fehlstunden blieben enorm und ich kam in die Pubertät. Große Selbstzweifel, Selbstmordgedanken, Unlust und Depressionen kamen dazu. Wunderbar..bis zur 8/9ten Klasse war ich dann nur noch eine leere Hülle, die zu Klausuren erschienen war und das mindestese an den Tag gelegt hat. Alltägliche Dinge wie duschen oder sich anziehen? Ein richtiger graus! Das ganze ging so weit, dass ich einen Selbstmordversuch gestartet hatte und der Klinik gelandet war. Erst Geschlossene.Dann 2 Monate offene.

    Das war wahrscheinlich eine sehr gute Entscheidung gewesen da zu bleiben. Draußen angelangt war ich ein neuer Mensch -> bis heute (11 Klasse) keine Selbstmordgedanken ect mehr. Mir geht es sehr gut seit 2/3 Jahren jetzt ungefähr. Ich habe angefangen für die Schule zu arbeiten, mich an Hausaufgaben zu setzen und mich am Unterricht zu beteiligen.

    Dann fingen natürlich neue Probleme an. Ich stellte fest, dass ich keine Hausaufgaben machen konnte ehe mein ganzes Zimmer ordentlich war. Dann saß ich an den Hausaufgaben und konnte nicht lange daran arbeiten. Um etwas ordentliches abzuliefern muss ich 6 Stunden daran sitzen. Bewusstes Aufpassen im unterricht? Kaum Möglich - ständig werde ich in meine Gedanken hineingezogen und verschwinde in einer anderen Welt. Klausuren die mehr als 2 Stunden gingen -> der reinste Horror

    Kurze wichtige Information:

    wie ich mich selbst wahrnehme: Freundlich, hektisch, chaotisch, witzig(böser Humor), aufgedreht und doch sehr introvertiert und sehr unselbstbewusst und unsicher
    wie andere mich wahrnehmen: Selbstbewusst, ordentlich (WTF), Sarkastisch, frech, freundlich, hat ihr Leben im Griff

    Die Oberstufe war/ist leider kein Zuckerschlecken mehr und die frühere glatte 1 in Bio, Physik und in Chemie ging ohne Lernerlei schnell auf ein Defizit.Physik und Chemie wurden deshalb schnell abgewählt und aus dem Weg geschafft. Biologie lerne ich eine Nacht zuvor und schreibe trotzdem sehr gute Noten. Meine Biolehrerin ist begeistert von mir.

    Immer kam ich irgendwie davon ohne etwas tun zu müssen. Irgendwann hatte ich ein sehr langes Gespräch mit meinem Mathe Nachhilfelherer, der sich dauernd geärgert hat, dass ich alles vergessen würde. Er meint ich sei einer seiner besten Schüler, da ich ohne Probleme schwierige Aufgaben lösen kann nach einer kurzen Einleitung- Allerdings vergesse ich sie fast komplett bis zur nächsten Stunde und mache nie was außerhalb der Nachhilfe dafür. Irgendwann empfahl er mir mich auf ads prüfen zu lassen - Ich las die Symptome und weiteres und erschrack, da sie so gut auf mich passten.

    Nach 3 Monaten gekämpfe bekam ich einen Termin beim Therapeuten und schwörte zu mir selbst so ehrlich und auf dem Punkt genau zu bleiben wie es nur ginge, da ich keine Fehldiagnose haben wollte.
    Im ersten Gespräche stellte ich mich vor in Begleitung einer Betreuerin (wohne alleine in einem Apartment, da meine Mum auch einiges nicht auf die Reihe bekommt). Erzähle von meinen Problemen und meinem Verdacht. Direkt im nächsten Termin sollte ich einen IQ Test machen. Gesagt getan

    ...Ich war ein wenig verwirrt da der Test mit Allgemeinfragen anfing. Von leichten Fragen wie auf welchem Kontinent Brasilien lag bis zu Fragen wo eine !"§$%&/( Wüste lag, dessen Namen ich nie gehört habe. Im ganzen fande ich den Test sehr einfach und konnte fast alles sicher beantworten.. Allerdings kamen wenige Probleme auf wie so eine Mathe Frage die ich eben zusammenfasse "Ein Duzend mal 0,39" ...okay. Tut mir Leid. Ich hatte zur Hölle keine Ahnung was ein Duzend (ja 12) als Zahl sein sollte. Dann wurden mir Zahlenabfolgen genannt die ich wiederholen sollte ... mir ran das Wasser im Mund zusammen, weil ich solche liebte. Ich dachte, da ich ja den Test für Erwachsene mache kämen Abfolgen mit mehr als 7 Zahlen vor, da 7 Zahlen auf einmal für mich selbstverständlich direkt zu merken sind. Nun denn. Ich bekamm 4 oder 5 zahlen gennant und während ich mir Eselsbrücken im Kopf gebildet habe um mir so viele Zahlen zu merken war ich total blaff, weil es nicht mehr waren. Und vergas plötzlich alles. Total peinlich. Bei der zweiten Abfolge dachte ich mir okay hör zu und denk nicht zu kompliziert. Sie fing an "6..3...8" UND ICH WAR WEG. Ich ärgerte mich so über die Abfolge das ich nicht mehr zugehört hatte "423". Ich konnte immer das Ende und den Anfang wieder geben, aber nie die mitte. Und da ich mich dann so über die zweite Abfolge geärgert habe war ich mit meinen Gedanken ganz woanders und habe alles andere als aufgepasst. Im Unterricht hatten wir 1 Woche vorher einen Test gemacht und ich konnte mir 11 Zahlen und drei unabhängige Buchstaben ohne Probleme merken.
    Ebenfalls war ich total stolz bei Wort Gruppen und Umschreibungen von Wörtern, da ich mich dort so richtig austoben konnte.

    Dann der Schock. In der nächsten Therapiestunde bekam ich das Ergebnis: "IQ von 100. Arbeitet unterdurchschnittlich langsam und braucht viel Zeit (Ich habe meine Antworten wie bei einem Quiz raus geschrien, weil ich dachte mir renne die Zeit davon und war am Ende sogar 40 Minuten zu früh fertig!). Derzeitgige Erkenntnis: Mit der Wohn- und Schulsituation überfordert.

    Meine Betreuerin suchte darauf ein Gespräch mit mir und meinte zu mir sie würde denken, dass ich absichtlich die Ergebnisse verfälscht habe, um an die Medikamente zu kommen die ich jetzt verschrieben bekommen habe (Medikinet retard) und sie das gar nicht glauben kann. Ich habe zwar mit ihr darüber gesprochen, dass es nicht so wäre und ich mir den Arsch aufgerissen hätte dafür, aber nun stehe ich irgendwie wie eine Idiotin dar. Nicht für andere. Sondern für mich.

    Habe ich mir in der Schule bis zur Oberstufe nur durchgemogelt mit guten Noten auf gut Glück und kommt es jetzt raus das ich einfach zu dumm bin für die Oberstufe? Habe ich überhaupt ADS? Bin ich nicht einfach dumm? Also zu dumm für das Gymnasium...Ist ein Studium überhaupt das richtige für mich, obwohl ich es will?

    Obwohl die Medikammente Wirkung zeigen und ich mich ohne Unterbrechungen an die Hausaufgaben setzen kann und keine 6 Stunden mehr brauche fühlt es sich so sinnlos an weiter zu machen. Nur wegen diesem Ergebniss...Ich Zweifel auf einmal selbst an ADS zu haben. Oder ist es wie mit meiner Brille? Ich bin bewiesen Kurzsichtig mit -1,5 Dioptrin, allerdings hatte ich ein Jahr gebraucht um das zu akzeptieren, da meine Mutter und meine beste Freundin meinten ich würde nur so "tun". Ich bin total unsicher un verzweifelt...Es scheint alles so Sinnlos, wenn ich doch zu dumm dafür bin. Jetzt habe ich totale Angst vor allem. Was empfehlt ihr mir an meiner Stelle zu tun? Ich bin so kaputt

    Tut mir sehr Leid für den langen Text !

  2. #2
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: ADS Diagnose - iq von 100 und Zweifel an allem?!

    Also nur weil dein iq 100 ist heißt das erst mal nicht das du "Dumm" bist. Lass dich nicht von anderen Personen beeinflussen. Mir sagt man bis heute das ich kein ADS hätte sondern nur Faul und keine Lust auf nix habe. Bei der Diagnose kam raus ADS, Depression, Persönlichkeitsstörung da ich eine "Unsichere" Person bin.Nach dem meine Diagnose klar war und ich Ritalin bekommen habe hat sich vieles geändert jetzt Studiere ich Physik. Ich höre auf keinen sei es Eltern oder Freunde. Da sie nicht in deiner Lage sind können sie es auch nicht verstehen. Versuch es mit einer anderen Betreuerin du brauchst keinen der dir Vorwürfe macht sondern einen der dich aufbaut. Nein du hast dich auch bestimmt nicht durch gelogen. Ich bin Kritisch gegen über IQ-Test da sie eine vorgegebene Logik haben. Bei mir wurde im Vorschultest ein überdurchschnittlicher IQ ermittelt hatte Sprachstörungen war bei 2 Logopäden da wurde auch überdurchschnittlich. Meine ADS Diagnose kam recht spät mit 17 war da sehr Deppresiv auf grund Privater Probleme da hatte ich einen IQ von 80 ? Bin ich jetzt Dumm und nicht in der Lage zu Studieren ? Bewerte den IQ test nicht so über.

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: ADS Diagnose - iq von 100 und Zweifel an allem?!

    Ein IQ von 100 ist so ziemlich der mittelste Durchschnitt. Damit kannst du rein vom IQ natürlich studieren. Vielleicht fällt es dir ein bisschen schwerer als jemandem mit einem überdurchschnittlichen IQ, aber die sind die Minderheit.
    Sprich die Mehrheit wird auch einen IQ von rund 100 haben.

    Vielleicht war dieser Test auch tagesabhängig eher schlecht, so oder so ist 100 aber keine Dummheit.

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 2.054

    AW: ADS Diagnose - iq von 100 und Zweifel an allem?!

    Hallo MrsIForgot.

    Schöner Nick! Vergiß am Besten den IQ-Test! Ich halte die meisten davon für unbrauchbar. Zumal bei nicht gleich bleibenden Testbedingungen.
    Der IQ sollte ja bei jedem Test gleich sein. Ist er aber nicht.

    Wenn du es trotz wenigem Lernen und vielen Fehlzeiten bis zur Oberstufe geschafft hast, dann spricht das eher für eine hohe Intelligenz, zumindest über den durchschnittlichen 100. Gegen Ende und zur Abi-Prüfung wird es allerdings etwas schwerer. Da ist es doch gut, ein paar Fakten parat zu haben. Ich hab auch 2 Wochen vor der Prüfung mal in mein Biologiebuch geschaut. Mehr wäre sicher besser gewesen. Da ich nicht vor hatte zu studieren, reichte es mir, ganz knapp zu bestehen. Mit Medikation hätte ich vielleicht tatsächlich lernen können. So konnte ich mir nur für mich interessante Dinge merken.

    Ich schätze, mit Medikation stehen deine Chancen recht gut, das mit dem Studium hin zu bekommen. Laß dich von deiner Betreuerin nicht runterziehen. Sie ist (wahrscheinlich) keine medizinische Fachperson und weiß nicht, was es bedeutet ADS zu haben. Nur wenige Nichtbetroffene können das wirklich nachvollziehen.

    Ich wünsche dir viel Erfolg.

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 236

    AW: ADS Diagnose - iq von 100 und Zweifel an allem?!

    Ein IQ-Test hat höchstens eine Aussage für die Psychiater oder Psychologen.
    Als Patient sollte man das Ergebnis nicht ernst nehmen.

    Man sollte eher danach schauen, was man bisher schon geschafft hat und mit welchem Aufwand. Wenn du das Abi mit durchschnittlichen Noten geschafft hast, oder mit wenig Lernaufwand, dann kannst du ein Studium in Angriff nehmen.

    Ich habe auch mehr oder weniger professionelle IQ-Tests hinter mir. Ein Pseudotest in der Schule, ein kurzer Screening-Test bei der AD(H)S-Diagnose, ein Test beim Arbeitsamt. Testergebnisse von etwa 100 bis 106. Trotzdem habe ich einen Abschluss als Dipl. -Ing. .

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 68

    AW: ADS Diagnose - iq von 100 und Zweifel an allem?!

    IQ-Tests messen den IQ. Mit Schlauheit hat das wenig zu tun. Deine Schulgeschichte klingt sehr nach meiner. Ich hatte damals aber keine Diagnose. Der Wechsel von der Grundschule auf ein Gymnasium hat sich signifikant positiv auf meine Noten ausgewirkt und ich war bis zum Abi gut dabei, ohne je viel zu tun. Durchgemogelt hab ich mich nie, es fiel mir bloß leicht. Studium war nicht meins. Zu unstrukturiert. Drei mal angefangen, nie was abgeschlossen. Aber viel gelernt, ich hab mich in bestimmte Themen sehr verbissen. Jetzt hab ich einen interessanten Lebenslauf und einen Job, den ich mag, in dem ich meine Stärken zeigen kann und meine Schwächen nicht so ins Gewicht fallen. Mach, was sich für dich am besten anfühlt. Wenn dir die Diagnose und die Medikamente helfen - gut!

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