Seite 5 von 20 Erste 12345678910 ... Letzte
Zeige Ergebnis 41 bis 50 von 200

Diskutiere im Thema Kein ADHS nur weil man Abitur hat? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #41
    Kyo


    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Kein ADHS nur weil man Abitur hat?

    Wapi schreibt:
    Wie fühlt/fühlte sich denn dein innerer Motivator auf die Aussage daß er sich sicher sei, daß die Übungen keine Auffälligeiten zeigen werden. Wie gings Dir danach?
    Ich hatte mich ja bereits vor dem Termin (u. a. hier im Forum) ausgiebig mit dem Thema ADHS beschäftigt, weil ich den Selbstverdacht auf ADHS schon hatte. Da ich mich selbst sehr gut kenne und mich in den beschriebenen Symptomen exakt wiederfinden konnte, war das für mich in gewisser Weise eine Antwort auf meine ganzen Schwierigkeiten, die mich von meinen "normalen" Mitmenschen unterschieden. All diese Symptome haben bei mir schon immer bestanden, nur waren sie nie so belastend wie während des Studiums. Denn ab da konnte ich nicht mehr die ganzen Symptome kaschieren oder Aufgaben, die mir schwer fallen, meiden. Zusätzlich bin ich "erwachsen" geworden, musste einen eigenen Haushalt führen und durfte nicht mehr im Chaos leben. Um meine kleine 30qm Wohnung aufzuräumen brauche ich mehrere Tage, weil ich Aufgaben unerledigt liegen oder mich schnell ablenken lasse. Außerdem bin ich "im Alter" weniger belastbar geworden und habe die Symptome viel stärker zu spüren bekommen. Mittlerweile leidet meine Aufmerksamkeit beim Zuhören von Freunden, die mir was erzählen wollen und nicht mehr nur beim Zuhören von Professoren.

    Wenn jetzt dann ein Arzt zu mir sagt, ich wäre vollkommen normal, weil ich trotz aller Schwierigkeiten ja mit den gesunden Menschen mithalten kann (Abi, Studium), fühle ich mich nicht verstanden und weiß, dass mir dadurch nicht geholfen werden kann.

    Wapi schreibt:
    An was erinnerst Du Dich aus der Schulzeit. Die Träumer erinnern ganz anderes als die Hyperaktiven oder noch mal ganz anders ist es bei zusätzlicher Ausprägung von Hochsensibilität und ggf. eher ängstlicher Ausprägung. Es ist echt ein sehr breites Spektrum. Dann fällt der Apfel nicht weit vom Stamm. ADS ist grundsätzlich zunächst eine Veranlagung die in der Familie vorkommt in unterschiedlich starker Ausprägung, von voll funktionsfähig bis verschroben. Gibt es andere Familienmitglieder, Geschwister, Eltern, Onkels, Tanten, Großeltern mit auffälligem Verhalten, bei denen Du Elemente von ADS sehen könntest?
    Während meiner Schulzeit war ich vor allem verträumt, habe aber auch sehr viel geredet und auch im Affekt, ohne darüber nachzudenken. Habe den Lehrer oft unterbrochen, bevor er seine Frage zuende stellen konnte und die Antwort unbedacht in die Klasse reingerufen. Das zeigte sich auch in meinen sozialen Kontakten: wenn ich in einer Gruppe unterwegs war, haben die alle miteinander geredet und ich hab geträumt und war außen vor, habe mich am Gespräch nicht beteiligt, geschweige denn zugehört. Oft habe ich impulsiv Dinge gesagt oder getan, die ich später bereut habe. Beides hat mir auf Dauer auch die guten/engen Freunde verjagt, ich war nur oberflächlich befreundet mit anderen, aber ansonsten ein Außenseiter. Stattdessen habe ich mich die meiste Zeit des Tages in meiner Gedankenwelt verloren. Habe teils stundenlange Tagträume gehabt und dadurch auch das Gefühl, wertvolle Lebenszeit verschwendet zu haben.

    Hausaufgaben habe ich selten gemacht, war aber dennoch gut im Stoff. Gelernt habe ich während der Schulzeit nur das nötigste, weil ich mich nie ruhig und konzentriert an den Schreibtisch setzen konnte für mehrere Stunden (mein Schreibtisch war sowieso begraben unter Chaos, Blättern und Krams), aber für gute Noten hat es gereicht. Im Lesen war ich generell viel zu langsam, im Schreiben hatte ich oft Flüchtigkeitsfehler, z.B. dass eine Silbe in langen Wörtern fehlt oder dass Buchstaben vertauscht wurden. Bei Klausuren war ich immer die letzte, die mit dem Lesen des Klausurtextes fertig war, während alle anderen schon ab dem Drittel meiner Zeit angefangen hatten, zu schreiben. Vielleicht lag es daran, dass ich jeden Absatz oder längeren Satz mehrmals lesen musste, bis ich ihn aufmerksam gelesen habe.

    In meinem direkten familiären Umfeld sehe ich ähnliche Symptome vor allem bei meinen beiden jüngeren Brüdern (teils viel ausgeprägter als bei mir) und bei meinem Vater. Auch er hat jedoch erfolgreich ein Studium absolviert.

    Ich habe aber auch Zweifel, ob ich überhaupt ADHS habe. Bestimmt gibt es viele Menschen, denen es so geht wie mir, die aber gut damit klar kommen. Und sicherlich gibt es viel schwerere Fälle als mich, die viel eher eine Therapie brauchen. Aber der Weg, den ich gehen möchte in meinem Leben, nämlich erstmal ein erfolgreiches Studium zu absolvieren, ist für mich nicht machbar, weil mein Kopf nicht das tut, was er soll. Wenn ich wenigstens die Kontrolle über den Gedankenchaos in meinem Kopf hätte und meine Konzentration lenken oder beeinflussen könnte, würde ich mich nicht so machtlos fühlen.


    trödelig schreibt:
    Hi Kyo,

    mich macht das ehrlich gesagt wütend, wenn ich solche Aussagen höre oder lese.
    Ich habe auch ABI, aber es war ein harter und schmerzlicher Kampf, dies zu erreichen (das kann kein Nicht-ADS-ler nachvollziehen). Leider habe ich dennoch nicht den erwünschten Schnitt geschafft ... :-(
    Ich denke, ich weiß genau, wie du dich fühlst. Niemand glaubt mir, dass ich unerträgliche menschenmögliche Grenzen überschritten und mich bis zum bitteren Anschlag verausgabt habe, nur um die Prüfungen zu Beginn meines Studiums zu bestehen. Und es ging dann immer so weiter, weil ich das Studium nicht aufgeben wollte und dachte, ich wäre einfach nur "langsam" im Kopf.

    trödelig schreibt:
    Ansonsten könntest du - falls dir nach deinem Erlebnis noch danach sein sollte, wieder zu diesem Psychiater zu gehen - mal nachfragen, was er als den Hintergrund deiner Probleme ansieht und wie er sich vorstellen könnte dir zu helfen - oder hast du das schon gemacht?
    Er hielt mich einfach nur für normal/gesund, weil er keinen Krankheitswert erkennen konnte, denn dieser würde sich auch objektiv ausdrücken (kein Abi), und nicht nur subjektiv durch meine Beschwerden. Er hat mir angeboten, mir durch weitere Gesprächstermine zu helfen und mir vorgeschlagen, Gehirnjogging zu machen, um meine Konzentration zu bessern.

    trödelig schreibt:
    Wolltest du dann bei diesem Psychiater auch die Therapie machen oder bei einem Psychologen?
    Letztlich ist ne Diagnose ja nur ne Nummer, die man bekommt, damit der Therapeut mit der KK abrechnen kann.
    Die konventionelle ADS-Therapie muss nicht für jede das rechte sein. Interessant ist ja, was für DICH hilfreich ist, damit es dir besser / gut geht. Mir hat es z. B. geholfen, jemanden zur Seite zu haben, die mich gar nicht durch die ADS-Brille angeschaut hat, sondern durch eine Profizit-Brille. Das war zuerst gar nicht so leicht, weil ich noch so auf ADS gepolt war, aber hat mir letztlich geholfen. Denn je mehr Sichtweisen man auf seine Probleme hat, desto mehr potentielle Lösungsmöglichkeiten stehen einem zur Verfügung - und desto besser kann man bewerten und erfühlen, was für einen hilfreich ist und was nicht.

    Aber ich kann natürlich gut verstehen, wenn dich die Aussage dieses Psychiaters verletzt hat (mir ginge es so) und für dich deshalb die Zusammenarbeit mit ihm nicht mehr möglich ist. Das könntest du evtl. auch ansprechen und ggf. gäbe es eine Chance auf einen Neuanfang.

    Kurzum: Wenns dir um therapeutische Begeitung geht, ist die Chemie zum Thera / zur Beraterin das Entscheidende und die Diagnose eher zweitrangig. Natürlich brauchst du auch das Gefühlt, dass es dir hilft / dich weiterbringt. In den 5 probatorischen Sitzungen kann man beides herausfinden.
    Wenn dir aber ne Diagnose sehr wichtig ist, dann wäre so lange suchen, bis du ne ADS-Fachkraft gefunden hast der Weg. (Wobei ich ganz vorsichtig anmerken möchte, dass durchaus die Möglichkeit besteht, dass du evtl. keinen "ADS-Hirnstoffwechsel" hast, sondern es eine andere Ursache für deine Probleme gibt.)

    Liebe Grüße
    trödelig
    Danke für die Mitteilung deiner Erfahrung. Ich wollte bei diesem Psychiater vorerst einfach nur die Diagnostik machen lassen und mir dann - falls es positiv wäre - Gedanken darüber machen, bei wem ich mich weiter behandeln lasse.

    Was Differentialdiagnosen angeht: Hatte mich ja anfänglich beim Hausarzt vor einigen Jahren gemeldet und dieser hat mich dann weiter an den ersten Psychiater überwiesen. Davor hat er natürlich sämtliche körperlichen Ursachen ausgeschlossen (Anämie, Mangel an Nährstoffen, Schilddrüse, etc.) und ich habe sogar drei Nächte im Schlaflabor verbracht, wo man u.a. einen nicht erholsamen Schlaf ausgeschlossen hat. Habe diesbezüglich schon einen langen "Werdegang", die Verdachtsdiagnose des Hausarztes war letztendlich ADHS und er überwies mich zum ersten Psychiater, der mich mit der Aussage "Kein ADHS bei Studenten" wegschickte. Er machte mich zudem wütend mit seinem "gut gemeinten Rat", dass das Studium scheinbar zu viel für mich ist und ich es abbrechen sollte. Dabei war das Studium mein größter Wunsch und es abzubrechen hätte mich nur in den tiefsten Abgründen der Depression geführt. Die nächsten drei Jahre hatte ich erstmal genug von Ärzten und habe es einfach ruhen lassen und die Beschwerden ertragen, weil ich mich einfach für weniger leistungsfähig hielt. Hatte dadurch dann ein ziemlich angeschlagenes Selbstwertgefühl entwickelt. Währenddessen habe ich mich natürlich weiterhin selbst informiert, auch über Differentialdiagnosen, und mein Eigenverdacht auf ADHS hatte sich immer mehr erhärtet.

  2. #42
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 275

    AW: Kein ADHS nur weil man Abitur hat?

    Danke für Deine ausführliche Antwort. Für die kurze Dauer im Forum kannst du bereits erstaunlich gut mit der Zitatroutine umgehen. Was Du erzählst kann ich gut nachvollziehen und Symptombilder im Verhalten erkennen. Kannst Du ggf. noch etwas präziser darstellen aus welchem Alter die Wahrnehmungen sind, oder wie konkret die frühe Kindheit in Grundschule war. Für Deinen Lebensbericht fällt Dir vielleicht auch die ein oder andere konkrete Geschichte ein. Ich empfehle das deshalb, da sich Symptome auch gerne behaupten lassen und Psychiater sind es ja nun auch gewohnt tagtäglich mit Patienten umzugehen, deren Verhaltensweise in der Psychologie als "Manipulation" bezeichnet wird. Dann ist man schnell bei der Vermutung, dass sich da einer fürs Studium Aufputschdroge auf Krankenschein holen will. Manchem Kopfmensch liegt das Abstrakte mehr, da weniger Verbindung zu Bauch oder Herz besteht und vielleicht auch anerzogen wurde dass Gefühle nicht gezeigt werden sollen. Nach Diktion, Rechtschreibung, Struktur und Abstraktionsgrad fällst du kognitiv erst einmal aus dem Raster des ICD. Dennoch kannst Du betroffen sein, aber dann in einer Form mit höherer Begabung. Wo liegen denn deine Begabungsbereiche. Hast Du da schon aus Sicht anderer besonderes Lob bekommen?

    Kyo schreibt:
    Wenn jetzt dann ein Arzt zu mir sagt, ich wäre vollkommen normal, weil ich trotz aller Schwierigkeiten ja mit den gesunden Menschen mithalten kann (Abi, Studium), fühle ich mich nicht verstanden und weiß, dass mir dadurch nicht geholfen werden kann.
    OK. Du fühlst dich nicht verstanden. Auf mich wirkt das bereits wie ein nachfolgende Bewertung. Was ist genau emotional mit dir passiert? In der Situation, als Du die Praxis verliest, später am Tag, in den folgenden Tagen? Du kannst das auch für dich klären.
    Wie geht es Dir überhaupt, wenn ich nach Emotionen frage?

    Kyo schreibt:
    Während meiner Schulzeit war ich vor allem verträumt. .......

    ....aber ansonsten ein Außenseiter. Stattdessen habe ich mich die meiste Zeit des Tages in meiner Gedankenwelt verloren. Habe teils stundenlange Tagträume gehabt und dadurch auch das Gefühl, wertvolle Lebenszeit verschwendet zu haben.
    Hast Du in allen Fächern geträumt? An welche Bilder erinnerst du Dich. Wurdest Du aus den Träumen gerissen? Ab welchem Alter kam das Gefühl, wertvolle Lebenszeit verschwendet zu haben? Waren die ausserschulischen Freunde die Du hattest älter als Du? Zu wem fühltest Du Dich hingezogen oder warst Du lieber ganz allein für Dich?

    Kyo schreibt:
    In meinem direkten familiären Umfeld sehe ich ähnliche Symptome vor allem bei meinen beiden jüngeren Brüdern (teils viel ausgeprägter als bei mir) und bei meinem Vater. Auch er hat jedoch erfolgreich ein Studium absolviert.
    Auch hier ist mir das zu abstrakt. Welche Verhaltensmerkmale meinst Du zu erkennen.

    Kyo schreibt:
    Ich habe aber auch Zweifel, ob ich überhaupt ADHS habe. Bestimmt gibt es viele Menschen, denen es so geht wie mir, die aber gut damit klar kommen. Und sicherlich gibt es viel schwerere Fälle als mich, die viel eher eine Therapie brauchen.
    Eines der schwerwiegenden Folgen mit vielfältigen Krankheitserscheinungen residualer Erwachsenen ADS ist das schwache Selbstwertgefühl, dass sich über die Jahre immer stärker ausprägen kann, vor allem bei Menschen, die einen hohen Leistungs- und Erwartungsanspruch an sich haben und sich dann massiv abwerten. Wenn du betroffen sein solltest, dann brauchst Du zu keiner Sekunde Deinen Wunsch nach Hilfe mit dem eines anderen hinsichtlich der Schwere zu vergleichen. Wenn es einem Erwachsenen ADS'ler auffällt, dass da etwas ist, was Unterstützung braucht, dann sind die Leistungsgrenze des Akkus meist schon massiv überschritten.
    Geändert von Wapi (21.02.2016 um 21:46 Uhr)

  3. #43
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Kein ADHS nur weil man Abitur hat?

    Mir hat mein Arzt mal gesagt, das es auch viele gibt, die Zeiten nicht richtig angeben/ angeben können. Es fällt auf, wenn z.B. jemand sagt, er hat jahrelang stundenlange Tagträume, aber in den Zeugnissen steht das dann nicht drin, das er nicht ansprechbar ist, träumt, oder nicht am Unterrichtsgeschehen teil nimmt.

    Man sollte also so genau wie möglich sein, "stundenlang" ist für die wenigen Auffälligkeiten über fast 20 Jahre sehr unwahrscheinlich. STundenlang "weg" sein, und dann aber auch nicht fähig das zuhause nach zu holen (man hat ja dann den ganzen Unterricht verpasst und weiss nicht mal was Thema war) weil man sich da nicht konzentrieren kann, würde sich irgendwo bemerkbar machen, entweder in Überforderung und Krankheit weil man sich trotzdem zwingt/gezwungen wird, oder in schlechten Noten.
    Auch das OFT Unterbrechen des Lehrers passt da nicht, denn entweder ist man weg, oder man unterbricht OFT und quatscht dazwischen.

    Gerade bei guten Psychiatern ist die genauigkeit und Stimmigkeit wichtig. Übertreibungen fallen da weitaus schlimmer ins Gewicht als Untertreibungen oder Vergessen.

  4. #44
    Kyo


    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Kein ADHS nur weil man Abitur hat?

    Wapi schreibt:
    Für die kurze Dauer im Forum kannst du bereits erstaunlich gut mit der Zitatroutine umgehen.
    Danke Liegt daran, dass ich mich mit 12 Jahren schon im Internet, vor allem - damals besonders beliebt - in Foren, herumgetrieben habe, habe mir dann aus großem Interesse daran mit 13 HTML selbst angeeignet und eigene Webseiten programmiert, viele Jahre ein eigenes Forum geführt, dann PHP angeeignet etc. Mein Umfeld dachte, aus mir wird mal ne große Informatikerin. Habe aber mit ca. 16 das Interesse daran verloren und nicht mehr programmiert.

    Wapi schreibt:
    Kannst Du ggf. noch etwas präziser darstellen aus welchem Alter die Wahrnehmungen sind, oder wie konkret die frühe Kindheit in Grundschule war.
    In der Grundschule hat das Träumen überwogen, habe damals schon sehr wenig Interesse an Erd- und Sachkunde gehabt und mich daher komplett abgekapselt während dieser Fächer. Da war ich ein verplantes Kind, habe oft meine Hefte und Sportsachen vergessen, nicht aufgepasst bei Ansagen etc.
    Während der 5.-7. Klasse habe ich weniger geträumt, aber in Bio, Geografie, Sozialwissenschaften und Geschichte, die mich leider nicht interessiert hatten, gar nicht aufgepasst, was ich heute teils sehr bereue. Hatte dementsprechend anfangs relativ schlechte Noten auf dem Gymnasium. Zu dieser Zeit war mein soziales Verhalten auffälliger als das Träumen. Da erinnere ich mich an unpassende emotionale Ausbrüche. Ein kleiner Auslöser konnte eine überschießende emotionale Reaktion meinerseits auslösen, habe mich z.B. übermäßig aufgeregt über Kleinigkeiten und bin vor Wut geplatzt. Im nächsten Moment war die Welt aber oft wieder in Ordnung und ich konnte mich über eine andere Kleinigkeit wieder übermäßig freuen. Hätte es damals natürlich auf die Pubertät geschoben, aber dieses emotionale Auf und Ab hat sich bis heute nicht mehr gelegt.

    Ab der 8. Klasse musste ein Schulwechsel her, weil meine Eltern mir nicht anders zu helfen wussten. Ich habe die Schule nämlich gemieden, weil ich insgesamt so schlecht und nur in wenigen Fächern, die ich mochte, gut war und die meisten Lehrer ein negatives Bild von mir hatten und mich als Problemkind sahen. Auf der neuen Schule hatte ich einen sehr guten Start, habe schnell Freunde gefunden und mich bemüht, diszipliniert zu sein, damit es nicht wieder so endet wie auf der alten Schule. Durch meine zuvor erwähnten Schwierigkeiten, meine Impulsivität zu kontrollieren und weil ich mich nicht an Gruppengesprächen beteiligen konnte und stattdessen in meiner gedanklichen Parallelwelt gelebt habe, während ich mit den Freunden unterwegs war, hielten diese Freundschaften nicht lange. Mit oberflächlichen "Freundschaften" habe ich mich dann durch das Abitur geschlagen.

    Wapi schreibt:
    Für Deinen Lebensbericht fällt Dir vielleicht auch die ein oder andere konkrete Geschichte ein. Ich empfehle das deshalb, da sich Symptome auch gerne behaupten lassen und Psychiater sind es ja nun auch gewohnt tagtäglich mit Patienten umzugehen, deren Verhaltensweise in der Psychologie als "Manipulation" bezeichnet wird. Dann ist man schnell bei der Vermutung, dass sich da einer fürs Studium Aufputschdroge auf Krankenschein holen will.
    Verstehe. Habe jetzt Details bewusst ausgelassen, um die Anonymität zu wahren, aber beim Psychiater war ich natürlich konkreter, so weit er mir den Raum zum Erzählen gab. Manchmal scheint mir diese Angst der Ärzte, dass Studenten manipulieren könnten, der Grund dafür zu sein, warum es mir als Studentin erschwert wird. Das ist schade, wenn das den Blick von echten Symptomen ablenkt :/

    Wapi schreibt:
    Wo liegen denn deine Begabungsbereiche. Hast Du da schon aus Sicht anderer besonderes Lob bekommen?
    Ich bin ein sehr kreativer Mensch und dadurch künstlerisch sehr begabt. Habe schon sehr viel Lob erhalten bezüglich meiner Fähigkeiten im Malen (mit Öl-Farben), Zeichnen und als Kind auch basteln (habe ab irgendeinem Alter das Interesse daran verloren und damit aufgehört). Für meine Kunst-Bilder in der Schule bekam ich immer 15 Punkte und sie hingen überall in den Schulfluren. Heute übernehme ich außerdem den Mediendesign für einige Uni-AGs, da ich ein kreatives Auge und das Handling dafür habe (durch meine Erfahrung mit Webdesign und Programmieren habe ich zwangsläufig mit Photoshop umgehen gelernt).
    Sprachen waren ebenfalls eine Art Hobby von mir, weshalb ich viele sprachliche Fächer belegt habe und sehr gut darin war. Hat letztendlich meinen Abi-Schnitt stark aufgebessert.


    Wapi schreibt:
    OK. Du fühlst dich nicht verstanden. Auf mich wirkt das bereits wie ein nachfolgende Bewertung. Was ist genau emotional mit dir passiert? In der Situation, als Du die Praxis verliest, später am Tag, in den folgenden Tagen? Du kannst das auch für dich klären.
    Wie geht es Dir überhaupt, wenn ich nach Emotionen frage?
    Ich hatte das Gefühl gehabt, meine Zeit verschwendet zu haben, weil nichts bei dem Termin rauskam, obwohl ich ihn sehnlichst erwartet hatte. Mich hat außerdem enttäuscht, dass der nächste Termin erst so spät ist. Mir fehlt ein wenig die Geduld, weil ich bis dahin mit den Beschwerden weiterleben muss und weil ich weiß, dass meine Laune vielleicht bald wieder umschlagen wird und ich mir denke "leb einfach damit, anderen geht es schlechter, sei lieber froh". Jetzt bin ich noch motiviert, den Ärzten hinterher zu laufen, bis ich Gewissheit habe, was mit mir ist.



    Wapi schreibt:
    Hast Du in allen Fächern geträumt? An welche Bilder erinnerst du Dich. Wurdest Du aus den Träumen gerissen? Ab welchem Alter kam das Gefühl, wertvolle Lebenszeit verschwendet zu haben? Waren die ausserschulischen Freunde die Du hattest älter als Du? Zu wem fühltest Du Dich hingezogen oder warst Du lieber ganz allein für Dich?
    Geträumt habe ich während der Schulzeit eher in Fächer, die mich nicht interessiert haben. Während der Uni träume ich in allen Vorlesungen, egal, wie interessant ich sie finde. Das habe ich aber auch gar nicht mehr unter Kontrolle, mein Kopf ist voller Gedanken, die mich jederzeit ablenken können und dann ehe ich mich versehe, habe ich eine halbe Stunde "geträumt". Was ich damit meine ist, dass ein Gedanke aufploppt und dann meine volle Aufmerksamkeit bekommt, ich mich in belanglose Gedanken verliere (wie eine Art Assoziationskette) und dann erst spät realisiere, dass ich von meiner gegenwärtigen Tätigkeit abgekommen bin.

    Dieses "aus den Träumen gerissen" habe ich selten erlebt, weil ich doch auf bestimmte Stichwörter (hauptsächlich meinen Namen) sofort reagieren konnte. Dann war ich aus der Traumwelt raus und wieder anwesend, hat jedoch nicht lange gedauert, bis ich wieder in die Traumwelt abgetaucht bin.

    Als Kind/Jugendliche hat es mich nicht gestört, wenn ich zuhause z.B. stundenlang nur geträumt habe. Wenn ich nach der Schule z.B. mich hingesetzt habe und eigentlich fernsehen wollte, aber ein Gedanke mich in dem Moment ablenkt, dann saß ich manchmal 2-3 Stunden vor dem ausgeschalteten Fernseher und habe mich statt vom Nachmittagsprogramm von meinen ebenso belanglosen Gedanken berieseln lassen. Erst mit Beginn des Studiums konnte ich diese Stunden zeitlich nicht mehr aufbringen, doch hatte ich oft nicht die Wahl, weil mir wie gesagt jegliche Kontrolle darüber fehlt.


    Wapi schreibt:
    Auch hier ist mir das zu abstrakt. Welche Verhaltensmerkmale meinst Du zu erkennen.
    Ich werde wieder aufgrund der Anonymität etwas weniger konkret darauf eingehen, aber hoffe, das reicht, um es grob einzuordnen: Meine beiden jüngeren Brüder haben und hatten viel größere Schwierigkeiten als ich mit dem Lernen in der Schule. Sie sind genauso chaotisch, finden ihre Sachen nicht wieder, vergessen ständig Dinge (Schlüssel, Handy, Hausaufgaben, etc.), einer von ihnen hat eine ausgeprägte Hyperaktivität, wie ich sie bei mir nicht erkenne (ich wippe nur manchmal oder zapple mit den Füßen) und sie sind mehrmals aufgrund schlechter Noten sitzengeblieben. Wenn man sie aber kennt, erkennt man auch wie intelligent sie eigentlich sind, doch ihre schlechten Noten beziehen sich auf ihre schlechte Organisation (Hausaufgaben vergessen, ständig zu spät zum Unterricht, erst eine Nacht vorher dran denken, dass man morgen ja eine Klausur hat usw). Einer von ihnen hat aufgrund seines Desinteresses in der Schule einen IQ Test bei einer Psychologin abgelegt und überdurchschnittliches IQ gezeigt. Es kann natürlich auch einfach sein, dass meine Brüder faul sind. Aber da ich nicht faul bin/war und dennoch einen begründeten Eigenverdacht auf ADHS habe, sehe ich das Verhalten meiner Brüder mit skeptischeren Augen.


    @creatrice: Danke für den Hinweis und sorry für die Ungenauigkeit. Die stundenlange Träumerei bezog sich hauptsächlich auf meine Zeit zuhause (s.o.). Während des Unterrichts war ich immer dann weg, wenn ich nicht angesprochen wurde (also die meiste Zeit bei Frontalunterricht) und wann immer mein Name fiel, war ich sofort wieder da. Oft habe ich aber z. B. nicht die Frage gehört bzw. mitbekommen, wenn mein Name erst danach fiel, dann habe ich noch einmal nachgefragt, was mir sehr unangenehm war. Weil es mir so peinlich war, erinnere ich mich noch genau an diese Situationen.

  5. #45
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 455

    AW: Kein ADHS nur weil man Abitur hat?

    Hallo Kyo,

    als ich deine Beiträge gelesen habe, erinnerte ich mich an mich. Ich habe zwar keine Diagnose, aber starken Eigen-Verdacht auf ADS (meine Söhne haben beide Diagnose) vom Hypotyp. Verträumt, Einzelgängerin, Außenseiterin, verpeilt, vor unangenehmen Aufgaben gedrückt. alles auf den letzten Drücker gelernt, meinen Haushalt hab ich immer noch nicht richtig im Griff, ähem ...

    Aber Abi, zweimal studiert, Dipl und Magisterabschluss, leite eine Bibliothek mit mehreren Mitarbeitern und überhaupt hab ich in allem Erfolg, was mir liegt und Spaß macht. Definitiv nicht Hausarbeit.
    Ich hab mich immer anders gefühlt und erst seit meine Söhne Diagnose haben, drüber nachgedacht, dass ichs auch haben könnte. Das ADS. Naja, ziemlich sicher.

    Hab über Diagnose nachgedacht. Aber warum? Dachte ich mir. Komm doch zurecht. Bis auf den Haushalt. Und hab die Kinder auch mal ohne Schultasche in die Schule geschickt (nur einmal).
    Ich dachte mir dann: Ich komm einigermaßen zurecht. Bis auf den ... Okay ... Witz beiseite. Hab Coachingbücher gelesen, schon mit ca. 10 Jahren instinktiv Zeitpläne und Todolisten geschrieben und mich schon als Kind selbst versucht zu coachen - mehr schlecht als recht, aber die Erfahrung mit dem Selbstcoachen nahm zu und meine Erfolge damit auch. Überall liegen Listen.

    Immer wieder hatte ich schon das Gefühl: Ich bin anders. Ich bin toll. Ich mach das prima. Auch schlechte Noten haben mich nie runtergezogen, ich wusste, es gibt Fächer, da bin ich gut. In allem kann man eh nicht gut sein. Keine Ahnung, woher mein Selbstvertrauen kam. Hat mein jüngerer Sohn auch. Den erschüttert kaum was. Ist wohl angeboren.

    Mit der Erfahrung meiner Söhne, dem Rückblick auf mein Leben und dem jetzigen Stand der Dinge und ca. zehn Fachbüchern über ADS: Nee, ich lass mich nicht diagnostizieren, ich komm schon zurecht. Mein Leidensdruck ist nicht groß genug. Langer Worte kurzer Sinn: Wenn du HIlfe willst, such sie dir, gib nicht auf. Aber versuche vielleicht auch, dich selbst zu coachen, gute Freunde zu fragen, ob sie dir dabei helfen. Und noch was: Alles, was du gern magst, müsste gut laufen, Wegen Hyperfokus. Hab mir für die Berufswahl auch ne Checkliste gemacht, was mich am längsten fesseln kann, damit mir nicht langweilig wird: Bei mir war das Ergebnis: Bibliotheken sind abwechslungsreich :-) Habs nicht bereut. Suche DEINEN Weg. Hör auf dein Bauchgefühl, egal was dazu gehört. Psychologen, Medikamente, Therapie ... Immer aus dem Bauch heraus.

    Alles nur meine Worte und Gefühle. Soll nur ein Ratschlag sein. Schmeiß alles weg davon, was du doof findet.

    Oh, ich sehe, du hast nochmal geschrieben. Du schweifst in Gedanken auch in interessanten Vorlesungen weg, ... Dann ist der Redner nicht gut. Vielleicht bist du wie ich eher der autodidaktische Typ, ich hab 90 % aus FAchbüchern gelernt. Hatte meine besten Noten in Themen, bei denen ich keine einzige Vorlesung besucht hatte ... Der Weg ist egal, solange er zum Ziel führt.

    Und toi toi toi! Ich geh jetzt ins Bett. Die Küche mach ich morgen ...

    LG Lydia

  6. #46
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 179

    AW: Kein ADHS nur weil man Abitur hat?

    Ich bin durch mein ADHS in der Aufmerksamkeit behindert, zum studieren reicht es egal welches Fach nicht, oder um eine Einkaufsliste gedanklich zu erstellen und kann ebenso Umgebungsgespräche nicht ausblenden.
    Trotzdem habe ich Abitur bekommen. Nur wo und wie ist die Frage. Wo war ein anspruchsloses Fachgymnasium.

    In Deutsch konnte ich Goethe-Faust nicht lesen, trotzdem habe ich im Unterricht den Inhalt mitbekommen. In der Klausur habe ich einfach Sätze aneinandergereiht um mich immer wieder auf die Aufgabenstellung bezogen. Ich bekam dann meist eine 4.
    Abgesehen davon konnte ich noch nicht einmal Deutschgramatik lernen.

    In Mathe war trotz sehr guter Begabung nichts mehr drinnen, da man nun etwas durchdenken musste. Meine Noten waren zwischen 4-5 und ich konnte aber mit meinem anderen Leistungskurs ausgleichen. In der Realschule war ich Klassenbester in Mathematik, da man dort nur draufschauen musste und die Lösung wusste. Behandelt wäre ich auch dort der beste gewesen.

    Spanisch konnte ich überhaupt nicht erlernen, da ich keine Vokabeln durch das ADHS einfach so lernen konnte. Meine Mitschüler waren genervt von meiner "mangelnen Übungsbereitschaft", so wirkt es wohl auf Beobachter. Aber es musste nur 2 mal eingebracht werden und ich konnte ausgleichen.

    Englisch konnte ich so wenig, dass man mich auf die Hauptschule schicken wollte, da ich auch dort weder Vokabeln noch Gramatik lernen konnte. In der 11. Klasse wurde es dann kritisch, ich wurde fast von Englisch Lehrer gemobbt. Dann schaute ich aber englische Filme mit Untertiteln und da ich gut begabt bin konnte ich plötzlich schreiben und sprechen.

    Eigentlich konnte ich gar nichts und erreichte nur abitur, da ich eben durch das ADHS keine Gespräche in der Umgebung ausblenden kann. So hörte ich alles was der Lehrer sagte auch wenn ich es nicht gewollte hätte und schrieb dies in den Klausuren hin.
    Allerdings bekam ich auch jedesmal extreme Nackenschmerzen durch die Anspannung.

    Ich denke es ist eher die Regel als intelligente ADhSler unbehandelt zu bleiben und nach dem Abitur im Studium zu merken, dass man eigentlich gar nicht lernen kann.

  7. #47
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 16

    AW: Kein ADHS nur weil man Abitur hat?

    Also meine Psychiaterin war überhaupt nicht erstaunt über mein Abitur. Sie wollte lediglich wissen wie das zustande kam und hat wirklich viele Tests gemacht bis zur entgültigen Diagnose inklusive körperliche um andere Dinge auszuschließen. Nur wegen dem Abitur ADHS auszuschließen erscheint mir sehr abstrus...

    Es ist in vielen Studien nachgewiesen, dass ADHS in Verbindung mit einem hohen IQ oft spät diagnostiziert wird, eben weil die Betroffenen es oft auch ohne lernen schaffen...
    Ich schließe mich den Anderen an, such dir einen neuen Psychiater^^

  8. #48
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 16

    AW: Kein ADHS nur weil man Abitur hat?

    Hallo Kyo,

    nachdem ich jetzt alle Beiträge vor und nach meinem letzten Beitrag gelesen habe, teile ich den Verdacht, dass die ADS-Diagnose zu dir passt.

    Grundsätzlich finde ichs gut, dass neben Psycholginnen und Psychiatern, die schnell eine ADS-Diagnose stellen, auch die anderen gibt. So eine Diagnose und ihre Konsequenzen ist ja nicht nur vorteilhaft. Auch dass sie aufgrund von psychischen Problemen nicht gleich bei einer krankheitswertigen Störung sind kann auf einen differenzierten Blickwinkel hinweisen. Dass du dich bei der Art und Weise, wie der Psychiater dich abgefertigt hat, unverstanden gefühlt hast, kann ich allerdings gut nachvollziehen. Evtl. ist er selbst etwas unsicher bzgl. des Themas ...

    Aus dem Bauch heraus stelle ich die Vermutung auf, dass Konzentrationstraining und Gehirnjogging für die Katz sein werden. Das geht im Grunde an deinen Problemen vorbei.
    Was mir ins Auge gestochen ist, sind deine Selbstwertprobleme. Hier würde ich ansetzen: Du brauchst überschaubare und erreichbare Ziele, die dir bewältigbar erscheinen. Du musst das Leben dürfen, was DIR wichtig ist. Es ist dir sicher hilfreich, wenn du deine Stärken erkennen, nutzen und ausbauen kannst. Dafür braucht es Mut und das Zutrauen in dich selbst.

    Du hast dich lange genug mit deinen Problemen herumgequält, es muss sich so schnell wie möglich etwas verändern.
    Psychologen und Psychiater haben lange Wartezeiten. In Beratungsstellen dagegen kann man oft schon in 2 - 3 Wochen einen Termin bekommen. Zudem können sie dir ohne einen pathologischen Befund helfen. Vllt wäre das zumindest eine Übergangslösung, bis du einen Diagnostiktermin hast? Es könnte dir helfen an der Stange zu bleiben und du bist nicht mehr alleine mit deinen Problemen.

    Es gibt z. B. von Studentenwerk getragene Beratungsstellen. Die haben auch oft zielgruppenspezifische Gruppenangebote. Es kann ungemein helfen, zu sehen, dass Andere ja auch Probleme haben (selbst wenn diese ganz anders gelagert sind, als die eigenen), denn dann fühlt Mensch sich oft nicht mehr alleine.

    Liebe Grüße
    trödelig

  9. #49
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 275

    AW: Kein ADHS nur weil man Abitur hat?

    Liebe Kyo, bist Du nun was das Thema einer alternativen Diagnostikmöglichkeit in Berlin betrifft schon näher gekommen? Ab 10 Posts die Du geschrieben hast ist es möglich auch private Nachrichten zu erhalten. Aus Gründen der Vermeidung von Werbung, ist es im Forum nicht erlaubt Ärzte und Therapeuten direkt zu benennen. Mit 9 Posts hast Du ja den Bereich bald erreicht. Ansonsten empfehle ich Dir, geh doch zum Berlintreffen am 1. Samstag des Monats. Der Austausch dort als auch das gegenseitige Spüren über das Ticken der anderen, hilft einem auch bei der eigenen Klarheit ob man zum Stall gehört.

    https://adhs-chaoten.net/mitgliedert...loaded-41.html

  10. #50
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.727

    AW: Kein ADHS nur weil man Abitur hat?

    Kyo schreibt:
    Er hielt mich einfach nur für normal/gesund, weil er keinen Krankheitswert erkennen konnte, denn dieser würde sich auch objektiv ausdrücken (kein Abi), und nicht nur subjektiv durch meine Beschwerden.
    Ah so. Er möchte erst einmal abwarten bis sich der Krankheitswert objektiv ausdrückt. Das heißt das Kind muss in den Brunnen gefallen sein.

    Wenn du dein Studium nicht beendet hast, du die achte Stelle verloren hast, deine Ehe gescheitert ist, das Jugendamt dir dein Kind weggenommen hat, dann darfst du wiederkommen.

Seite 5 von 20 Erste 12345678910 ... Letzte

Ähnliche Themen

  1. ich glaube das adhs nicht offiziell anerkannt wird weil ?
    Von katerkarlos im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 82
    Letzter Beitrag: 12.09.2014, 20:16
  2. Endlich mal ein Erfolgserlebnis - Abitur 2013
    Von Pfannkuchen im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
    Antworten: 9
    Letzter Beitrag: 21.12.2013, 22:16
  3. Job gekündigt, weil ADHS vorliegt, doch eben nicht deshalb...
    Von Xyrx im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
    Antworten: 22
    Letzter Beitrag: 10.10.2013, 20:58
  4. AD(H)S und Abitur- Habt ihr Tipps?
    Von Lihibra im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
    Antworten: 22
    Letzter Beitrag: 19.12.2012, 15:33
  5. Diagnose ''Ja aber sie haben das Abitur hingekriegt''
    Von hidden im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
    Antworten: 24
    Letzter Beitrag: 11.07.2010, 19:14
Thema: Kein ADHS nur weil man Abitur hat? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum