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Diskutiere im Thema Kein ADHS nur weil man Abitur hat? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #181
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 542

    AW: Kein ADHS nur weil man Abitur hat?

    luftkopf33 schreibt:
    Ich werf' das hier-ganz politically incorrect-nochmal rein. Nicht,dass die Frage in der allgemeinen Aufregung untergeht.
    NIX ist erstrebenswert an der Diagnose, NIX ist erstrebenswert daran, jeden Tag ein Medikament zu nehmen. Ich gehör ja möglicherweise zu den "Unauffälligeren": Versteigere meine Diagnose meistbietend, samit Medis und Schwierigkeiten! Zum ersten, zum zweiten und zum .... Yes!!!

    Sorry, dass ich bis 40 irgendwie so durchgehalten habe. Hab aus irgendeinem Grund meinen unklar begründeten Optimismus dem Leben gegenüber nie ganz aufgegeben. Denn auch wenn deine Beziehung gerade zerbricht, ist da nicht gerade ien Festzen schöner musik aus dem Auto nebenan an dein Ohr gedrungen und der Fahrtwind fühlt sich saugut an beim irren Bergrunterasen mit dem Fahrrad... Affektlabilität kann auch geil sein, und völlig an der Realität vorbei gehen.
    Klar, man zweifelt ja auch an sich selbst und ob das wirklich sein kann, wenn man doch alles irgendwie noch hingekriegt hat, im Rückblick verschleiert sich das ja auch so schön..

    Mann, ich habe verdammt großes Glück gehabt, dass mein Mann nicht schon lang die Kurve gekratzt hat oder meine Freunde gesagt habe "So mal nicht, Liebe,such dir andere!" Ohne dass ich euch jetzt noch weitere Storys reindrück, manche sind mir doch zu privat oder ich bin damit alles andere als im Reinen: Ich bin halt froh, es wenigstens endlich zu checken und es jetzt schrittweise ein bisserl anders machen zu können.

    Mist ich sehe grade, das ist der dritte Beitrag von mir in Folge, ich glaube ich sollte mich mal ausklinken, langer Tag gewesen...
    Hoffe, ich werde nciht gelyncht wegen zu viel Ironie (darf man das hier?)
    Geändert von alice_s ( 7.06.2016 um 23:28 Uhr)

  2. #182
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Kein ADHS nur weil man Abitur hat?

    Es gibt keine andere Diagnose, die so sehr gewünscht wird. Nicht das man die Symptome haben will, aber nur bei ADHS fiebern so viele Leute der Diagnose entgegen, haben Angst das sie sie nicht bekommen, und bestehen so vehement auf nur diese Diagnose. Irgendwas muss da ja schon "erstrebenswert" sein.

    Ich glaube das liegt zum einen an den genannten Symptomen selbst, an der Hoffnung die manche in Stimulanzien setzen, und auch an der These was ADHS ist.

    ADHS lässt sich sehr leicht auf eine breite Masse anwenden, jegliche Probleme und auch andere psychische Störungen passen irgendwie rein. Es ist sehr leicht sich mit ADHS identifizieren zu können. Um so mehr man nachdenkt, um so mehr kann man ADHS in sein Leben interpretieren, die nur bei dieser Erkrankung so prominente Kompensation füllt gefällig die Lücken.

    Das so viele auf der Neurotransmitterthese rumreiten und diese auch als einzige Erklärung sehen, zeigt mir, das das auch ein Grund sein muss. Viele gehen immer noch davon aus, das psychische Erkrankungen irgendwie selbst verschuldet sind, das sie nicht richtig zu den Krankheiten gezählt werden, eine Änderung von einem selbst verlangt wird. Bei einem Problem was mehr oder weniger organisch ist, kann man halt nichts ändern. Man ist vor sich selbst und anderen entlastet, auch von der harten Eigenarbeit die in der Therapie ja so wichtig ist. Es erklärt anderen und sich selbst auch so schön alle Fehlschläge, die im Leben so aufgetreten sind, und entschuldigt schon im Voraus.
    Ausserdem ist ADHS so wie Asperger zur Zeit auch ein bisschen "hip". Nicht umsonst umweht diese beiden Erkrankungen der Hauch des überdurchschnittlich Intelligenten, des besonders Kreativen oder des Nerds. Ein bisschen Sheldon Cooper, Supersportler oder Silicon Valley-Star erträumen sich viele. Der verkannte underachiever eben.

    Das viele wissen was Stimulanzien auch bei Gesunden leisten können, sollte eigentlich auch klar sein. Das Stimulanzien nur bei ADHSlern wirken ist eine Mär, die meist nur von ADHSlern verbreitet wird. Stimulanzien heissen nicht wegen ADHSlern so. Artverwandte Stoffe werden zur Leistungssteigerung nicht umsonst missbräuchlich eingenommen, Stimulanzien selbst ja auch. Natürlich ist auch das für einige verlockend. Egal ob ADHS oder nicht, eine nicht ganz unbegründete Hoffnung auf mehr Leistung bringen diese Medikamente so oder so.

    Natürlich gibt es auch noch Menschen, die unbedingt eine Diagnose haben wollen, weil bisherige psychiatrische Diagnosen irgendwie nicht passten oder ausreichten, und sie (begründet oder unbegründet) Hoffnung in diese Diagnose setzen, das ihnen die Behandlung besser hilft als bisherige.

    Wäre so das, was mir auf Anhieb vorschwebt, warum ADHS auch bei Patienten so einen Hype haben könnte.

  3. #183
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 68

    AW: Kein ADHS nur weil man Abitur hat?

    luftkopf33 schreibt:
    Das ist doch Unsinn. Sie sprechen niemandem ihr/sein Leid ab. Es wird lediglich gefragt,ob das Leid nicht häufig durch die (übersteigerten) Ansprüche der Leistungsgesellschaft entsteht und weniger aus der Unfähigkeit heraus,selbst alltägliches zu meistern.

    Beispiel Studium: Nicht jeder,der gern studieren möchte,ist auch für's Studium geeignet. Wenn es dann nicht klappt,liegt nicht automatisch eine behandlungsbedürftige Störung vor. Manchmal reicht schon eine etwas realistischere Selbsteinschätzung und entsprechendes Handeln und das Leid ist beendet.

    Und ja: Die nach liberaleren Kriterien diagnostizierten müssten dann wohl etwas anderes haben. So weit ist es aber noch lange nicht. Eben weil gar nicht klar ist,wer denn nun "Recht hat". Solange werden beide Standpunkte nebeneinander existieren und beide haben auch ihre Berechtigung.
    Das empfinde ich in der Formulierung dann allerdings auch so langsam als wirkliche Frechheit. Und klar falsch, unabhängig davon.

    Viele ADHSler*Innen werden gerade in kreativen Berufen glücklich, die ihnen gewisse Freiheiten erlauben, wenn trotzdem eine gewisse Leistung erbracht wird. Für die braucht es in unserer "Leistungsgesellschaft" oft ein Studium. In einem klassischen Ausbildungsberuf mit vielen Wiederholungen und wenig Abwechslung kämen sie naturgemäß schwerer zurecht.

    Dieser Antrieb, diese (traurige) Gewissheit reicht oft für Jahre. Man quält sich, man schafft, man funktioniert. Trotzdem! Weil man weiß, dass gar nix Anderes ginge. Viele Erwachsene haben in dem Alter ja, wie ich, nicht einmal ihre Diagnose. Sie wissen nur, dass es nicht anders geht.

    Wenn sie dann irgendwann wirklich nicht mehr können, müssen sie sich anhören, sie wären keine echten ADHSler*Innen? Sorry, aber dafür gibt es Tests. Frühere Auffälligkeiten sind für eine Diagnose obligatorisch. Schulische Probleme, die sich auch in Noten auswirken, hingegen nicht. Verräterische Bemerkungen unter "Beurteilung" hingegen... Wohl eher die Regel. Es ist nicht sachlich, zu ignorieren, dass es weitaus mehr und bedeutendere Kriterien für eine Diagnose gibt, als schulischen oder beruflichen Erfolg.

  4. #184
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.982

    AW: Kein ADHS nur weil man Abitur hat?

    alice_s schreibt:
    Meinst du mich??? Sorry, das mit dem genau hinschauen fällt mir immer wieder schwer...
    Ja,ich meinte Dich.

  5. #185
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.982

    AW: Kein ADHS nur weil man Abitur hat?

    alice_s schreibt:
    NIX ist erstrebenswert an der Diagnose, NIX ist erstrebenswert daran, jeden Tag ein Medikament zu nehmen. Ich gehör ja möglicherweise zu den "Unauffälligeren": Versteigere meine Diagnose meistbietend, samit Medis und Schwierigkeiten! Zum ersten, zum zweiten und zum .... Yes!!!

    Sorry, dass ich bis 40 irgendwie so durchgehalten habe. Hab aus irgendeinem Grund meinen unklar begründeten Optimismus dem Leben gegenüber nie ganz aufgegeben. Denn auch wenn deine Beziehung gerade zerbricht, ist da nicht gerade ien Festzen schöner musik aus dem Auto nebenan an dein Ohr gedrungen und der Fahrtwind fühlt sich saugut an beim irren Bergrunterasen mit dem Fahrrad... Affektlabilität kann auch geil sein, und völlig an der Realität vorbei gehen.
    Klar, man zweifelt ja auch an sich selbst und ob das wirklich sein kann, wenn man doch alles irgendwie noch hingekriegt hat, im Rückblick verschleiert sich das ja auch so schön..

    Mann, ich habe verdammt großes Glück gehabt, dass mein Mann nicht schon lang die Kurve gekratzt hat oder meine Freunde gesagt habe "So mal nicht, Liebe,such dir andere!" Ohne dass ich euch jetzt noch weitere Storys reindrück, manche sind mir doch zu privat oder ich bin damit alles andere als im Reinen: Ich bin halt froh, es wenigstens endlich zu checken und es jetzt schrittweise ein bisserl anders machen zu können.

    Mist ich sehe grade, das ist der dritte Beitrag von mir in Folge, ich glaube ich sollte mich mal ausklinken, langer Tag gewesen...
    Hoffe, ich werde nciht gelyncht wegen zu viel Ironie (darf man das hier?)
    Nicht gleich verkloppen bitte. Ich habe nur elli's interessante Frage nochmal aufgegriffen,da ich selbst ihre Wahrnehmung teile. Mehr nicht. Wenn für Dich nichts erstrebenswertes an der Diagnose ist,brauchst Du Dich doch auch gar nicht angesprochen fühlen.

    UND

    @eigenartig. Ich bin es langsam wirklich leid...bitte mal meine Beiträge in diesem Thread komplett lesen. Ich schreibe ausdrücklich,dass die Abiturkeule als Ausschlusskriterium nicht geht.

    Ich stelle auch nirgendwo das "Recht auf Studium" infrage oder dessen wahrgenommene Notwendigkeit-auch wenn die argumentative Verknüpfung "vieler ADHS'ler" mit kreativen Berufen keineswegs eine unverrückbare Tatsache ist. Ich gebe lediglich ein Beispiel für durchaus begründete Zweifel,die unter Fachleuten verbreitet sind.Das auszusprechen ist keine Frechheit.
    Geändert von luftkopf33 ( 8.06.2016 um 07:42 Uhr)

  6. #186
    *schnüff*

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 2.168

    AW: Kein ADHS nur weil man Abitur hat?

    Ich füge dem Folgenden nachträglich den Ironiemodus zu. Dies ist ein überspitzt geschriebenes Gegenbeispiel zu bisherigen Argumentationen.
    Es ist als Sarkasmus gemeint!



    Wenn ich hier im Forum die ADHSler versuche zu vergleichen, erkenne ich (von außen, daher völlig subjektiv) z.B. Unterschiede im Bildungsniveau, im Charakter, in der Schreibhäufigkeit, in der Interessenlage, im persönlichen Umfeld und Lebenshintergrund.

    Wenn man regelmäßiger Nutzer hier ist, erfährt man eine Menge über einzelne Mitchaoten und hat ein relativ grobes, aber wahrscheinlich gar nicht mal so untreffendes Bild. Bei den meisten (vor allem Vielschreibern) sehe ich (ohne auf ganz konkrete Sachverhalte zu schließen) das Vermögen, über gute, oft sogar überdurchschnittlich gute Fähigkeiten, so gut durchs allgemeine tägliche Leben zu kommen, dass sie zumindest keine schwerst betroffenen ADHSler sind.
    Die Schwierigkeiten im Hintergrund sehe ich natürlich nicht - das was es möglicht macht, hier vielschichtig und adäquat mitzureden, sind aber sichtbar vorhandene exekutive Funktionen auf verschiedensten Ebenen.

    Ich wage zu sagen, wer im Bereich der hierzu benötigten Fähigkeiten so gut funktioniert, kann demnach im normalen Leben ebenso Gebrauch davon machen. Jedenfalls mindestens soweit, dass er allein lebensfähig ist.

    Die einzelnen Einschränkungen in anderen wichtigen Lebensbereichen können nicht extrem eingeschränkt sein, zumindestens wäre mir schleierhaft, wie das begründet sein sollte.

    Nun haben ja aber davon abgesehen alle mehr oder weniger ausgeprägte Schwierigkeiten in unterschiedlichen Lebensbereichen, die vom Neurotypiker abweichen. Klar.
    Doch welche fehlenden Funktionen sind das, die einen schweren ADHSler zum schweren machen?
    Sicherlich die, die in ihrer Ausprägung so stark sind, dass sie in den meisten lebensnotwendigen Bereichen zu schweren Defiziten führen.

    Die Fähigkeit, hier konsequent und intelligent, regelmäßig und breitgefächert aktiv zu sein und am sozialen sowie kulturellen Leben außerhalb des Forums teilzuhaben, setzt meiner Meinung nach exekutive Funktionen voraus, die "zum Leben reichen" sollten.
    Eine schwere ADHS-Ausprägung, wie sie angeführt wurde, ist für mich! da weder erkenn- noch nachvollziehbar.

    Die Schwierigkeiten auf bestimmten anderen Ebenen werden minder oder stärker ausgeprägt sein, aber welche davon sind dann das "schwere" ADHS?
    Wenn die Funktionen, die ein schweres lebenseinschränkendes ADHS ausmachen, derart ausgeprägt sind, kann ich mir eine wie oben beschriebene Beteiligung hier nicht vorstellen.


    Also stelle ich jetzt mal eine ähnlich klingende These wie die der Ausgangsfrage in den Raum: Hier im Forum ist keiner der beschriebenen Aktiven schwerer ADHSler.



    Jetzt gibt's - ich bin dann mal weg...
    Geändert von Schnarchnase ( 8.06.2016 um 11:31 Uhr)

  7. #187
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 476

    AW: Kein ADHS nur weil man Abitur hat?

    Mein Senf dazu:

    Ich fand die Diagnose für mich tatsächlich "erstrebenswert", weil ich schon seit meiner Kindheit immer das Gefühl hatte, anders zu sein und nicht verstanden zu werden. Ich habe in der Vergangenheit schon öfter nach Hilfe gesucht, nichts hat langfristig geholfen. Mein Leben war geprägt von emotionaler Instabilität, Einsamkeit, weil anders und immer wieder Angst. Angst verrückt zu sein z.B.. Als ich dann letztes Jahr die Diagnose bekam, war das für mich eine extreme Erleichterung: Siehste, bist ja doch nicht einfach nur faul und/oder verrückt. Und ich glaube das geht vielen anderen auch so.Die Leidenswege sind oft lang und mit regelrechten Odysseen durch Arztpraxen verbunden. Man will doch irgendwann einfach mal Klarheit haben und "das Kind beim Namen nennen".

    Ob es jetzt auch viele gibt die sich die Diagnose "wünschen" obwohl sie es gar nicht haben? Da bin ich vielleicht zu naiv, aber das kann und will ich mir irgendwie nicht vorstellen. Es sei denn es dient tatsächlich "nur" um an die Stimulanzien zu kommen. Welchen anderen Grund sollte es da geben?

    Den Zusammenhang zu der Frage, ob ein bestandenes Abitur ein Ausschlusskriterium für ADHS ist sehe ich ehrlich gesagt aber nicht.

    Und um zu diesem eigentlichen Thema zurückzukommen: Ich denke auch, dass das totaler Quatsch ist. Und ich denke auch, dass ein bestandenes Abitur nichts über den Schweregrad einer ADHS aussagen kann. Ein Arzt der diese Fakten zur Diagnose heranzieht, hat meines Erachtens keine Ahnung und sollte keine ADHS Diagnosen stellen.

  8. #188
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 476

    AW: Kein ADHS nur weil man Abitur hat?

    Schnarchnase schreibt:
    Wenn ich hier im Forum die ADHSler versuche zu vergleichen, erkenne ich (von außen, daher völlig subjektiv) z.B. Unterschiede im Bildungsniveau, im Charakter, in der Schreibhäufigkeit, in der Interessenlage, im persönlichen Umfeld und Lebenshintergrund.

    Wenn man regelmäßiger Nutzer hier ist, erfährt man eine Menge über einzelne Mitchaoten und hat ein relativ grobes, aber wahrscheinlich gar nicht mal so untreffendes Bild. Bei den meisten (vor allem Vielschreibern) sehe ich (ohne auf ganz konkrete Sachverhalte zu schließen) das Vermögen, über gute, oft sogar überdurchschnittlich gute Fähigkeiten, so gut durchs allgemeine tägliche Leben zu kommen, dass sie zumindest keine schwerst betroffenen ADHSler sind.
    Die Schwierigkeiten im Hintergrund sehe ich natürlich nicht - das was es möglicht macht, hier vielschichtig und adäquat mitzureden, sind aber sichtbar vorhandene exekutive Funktionen auf verschiedensten Ebenen.

    Ich wage zu sagen, wer im Bereich der hierzu benötigten Fähigkeiten so gut funktioniert, kann demnach im normalen Leben ebenso Gebrauch davon machen. Jedenfalls mindestens soweit, dass er allein lebensfähig ist.

    Die einzelnen Einschränkungen in anderen wichtigen Lebensbereichen können nicht extrem eingeschränkt sein, zumindestens wäre mir schleierhaft, wie das begründet sein sollte.

    Nun haben ja aber davon abgesehen alle mehr oder weniger ausgeprägte Schwierigkeiten in unterschiedlichen Lebensbereichen, die vom Neurotypiker abweichen. Klar.
    Doch welche fehlenden Funktionen sind das, die einen schweren ADHSler zum schweren machen?
    Sicherlich die, die in ihrer Ausprägung so stark sind, dass sie in den meisten lebensnotwendigen Bereichen zu schweren Defiziten führen.

    Die Fähigkeit, hier konsequent und intelligent, regelmäßig und breitgefächert aktiv zu sein und am sozialen sowie kulturellen Leben außerhalb des Forums teilzuhaben, setzt meiner Meinung nach exekutive Funktionen voraus, die "zum Leben reichen" sollten.
    Eine schwere ADHS-Ausprägung, wie sie angeführt wurde, ist für mich! da weder erkenn- noch nachvollziehbar.

    Die Schwierigkeiten auf bestimmten anderen Ebenen werden minder oder stärker ausgeprägt sein, aber welche davon sind dann das "schwere" ADHS?
    Wenn die Funktionen, die ein schweres lebenseinschränkendes ADHS ausmachen, derart ausgeprägt sind, kann ich mir eine wie oben beschriebene Beteiligung hier nicht vorstellen.


    Also stelle ich jetzt mal eine ähnlich klingende These wie die der Ausgangsfrage in den Raum: Hier im Forum ist keiner der beschriebenen Aktiven schwerer ADHSler.



    Jetzt gibt's - ich bin dann mal weg...
    Also das mein Liebe, halte ich persönlich für eine mehr als gewagte These. Nur weil man sich gut ausdrücken kann und in der Lage ist in einem Forum zu lesen und adäquat zu antworten, sagt das noch lange nix über den Schweregrad aus. Das zu behaupten ist meines Erachtens genau so ein Quatsch, wie zu sagen, jemand der Abitur hat, kann einfach kein ADHS haben.
    Du weißt ja zum Beispiel gar nicht, wie lange jemand braucht, um einen Text zu lesen und/oder einen zu erstellen.

  9. #189
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 144

    AW: Kein ADHS nur weil man Abitur hat?

    kein ADHS , weil man Abitur hat...?

    Also ich für mich glaube, wenn man es zu meiner Schulzeit erkannt hätte und es schon Thema und Medikamente,
    ich also die optimale Versorgung bekommen hätte...wie bestimmt viele hier?!

    Hilfe von allen Seiten...sozusagen..plus nicht in der DDR groß geworden zu sein, in einer Umgebung ,die Staat
    und Diktatur ablehnten...also nicht angepasst lebten, hat das für mich alles nur verschlimmert.

    Wenn das alles anders gewesen wäre....dann wäre ich heute vielleicht eine tolle Ärztin

    ....aber hätte, wäre..wenn...

    aber ich werde es hoffentlich auch so schaffen, noch meine kleine Lücke für mein berufliches Glück/Erfolg zu finden


    ----Ärzte die solche Thesen aufstellen, sind meiner Meinung nach, auf keinen Fall die Richtigen, die ADS/ADHS behandeln sollte------

  10. #190
    *schnüff*

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 2.168

    AW: Kein ADHS nur weil man Abitur hat?

    LadyCuckooo schreibt:
    Also das mein Liebe, halte ich persönlich für eine mehr als gewagte These. Nur weil man sich gut ausdrücken kann und in der Lage ist in einem Forum zu lesen und adäquat zu antworten, sagt das noch lange nix über den Schweregrad aus. Das zu behaupten ist meines Erachtens genau so ein Quatsch, wie zu sagen, jemand der Abitur hat, kann einfach kein ADHS haben.
    Du weißt ja zum Beispiel gar nicht, wie lange jemand braucht, um einen Text zu lesen und/oder einen zu erstellen.

    Im aktiven Austausch merke ich ziemlich genau, wie schnell ein Antwortbeitrag da steht, wie fundiert das Geschriebene ist, wie es zum Beitrag davor passt.
    Wer also schnell lesen kann, was da steht, es verarbeiten und dazu ausführlich, strukturiert sowie aussagekräftig antworten kann, hat in diesem Bereich nicht wirklich enorme Schwierigkeiten.

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