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Diskutiere im Thema Kann ein reizarmer Lebesstil die Medikamente ersetzen? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #61
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Kann ein reizarmer Lebesstil di eMedikamente ersetzen?

    @Brrzz

    Was ist so schlimm an Mitleid?

    Natürlich habe ich auch Mitleid mit meinen Mitmenschen, wenn ich z. B mitbekomme, dass eine begabte wunderschöne junge Frau nach Missbrauch in die Kindheit für ihr ganzes Leben schwerst beeinträchtigt bleibt.
    Oder wenn ich andere unglückliche Menschen sehe



    Für mich ist auch Selbstmitleid nach jahrelangen Selbsthass ein Riesenfortschritt, eventuell schaffe ich es auch irgendwann bis Selbstliebe.

    Ich bin in einer Gesellschaft geboren, wo Mitleid und Selbstliebe verteufelt wurde.
    Diese Gesellschaft hat auch GULAG geschaffen.

    Ich bin definitiv für Mitleid und Mimimimimi

  2. #62
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Kann ein reizarmer Lebesstil di eMedikamente ersetzen?

    Ich weiss gar nicht wieso du immer und immer wieder eine andere Lebensart und deren Beschreibung mit Mitleid und Mimimi vergleichst?

    Bei virtuellen Kontakten kann ich jederzeit raus, mich erholen, mich zurücknehmen, und das von mir aus im 5 Minutentakt. Das ist bei realen Kontakten so nicht möglich.

    Und nein, es wird nicht eingetauscht, sondern aufgebaut. Aufgrund der Belastungsproblematik sind ja eben kaum reale Kontakte auf Dauer möglich. Und das vornehmlich von der Seite der Kontakte. Ist ja auch verständlich, keiner will ständig Rücksicht nehmen.

    Das es bei eineigen Likes gibt, hat auch oft damit zu tun, das man eben gleiche Erfahrungen gemacht hat. Du schreibst vielleicht nicht vor wie jemand handeln soll, aber du wertest durch deine Wortwahl sehr verletzend ab. Wie Pepperpence schreibt haben hier auch Leute teilweise jahrzehntelang mit etlichen Therapien und Medikamenten versucht die reale Welt auszuhalten. Wenn das aber irgendwann trotzdem nicht gefruchtet hat, und man den reizärmeren Weg ausprobiert und merkt das man dadurch viel mehr Kraft und Ressourcen hat, was ist daran Mimimimi? Wenn man das als positive Wandlung hier schreibt? Wo ist es Mitleid, wenn andere, die gleiches erlebt haben da zustimmen?

    Rückzug ist auch ein Weg, keine Aufgabe. Denn in meinem Fall musste ich z.B. mit Hilfe der Therapie sehr schmerzhaft erlernen, das es mir nicht gut tut immer das zu machen, was ich gerne möchte, solange ich möchte, denn die Erholungsphasen sind bei mir ungleich länger, was mir in der Zeit wiederum die Kraft für weitere Interaktionen raubt. Also dosiere ich lieber, gehe nicht mehr über Grenzen, sondern bis zur Grenze, und somit habe ich in der Summe viel mehr vom Leben, vielfältiger und bewusster. Das beinhaltet aber auch Verzicht und Vorausplanung, und gerade der Verzicht ist auch manchmal schmerzhaft und ungerecht.

    Dir tut ein See gut, anderen die Möglichekit des sofortigen Rückzugs ins Heim vom Internet.


    Und das mit der RUdelbildung ist auch wieder ein Abwerten. Ich zumindest versuche trotz deiner wirklich teils erniedrigenden abwertenden Kommentare trotzdem dir mein WIssen, meine Sichtweise näher zu bringen und ruhig zu bleiben.
    Geändert von creatrice (29.01.2016 um 12:31 Uhr)

  3. #63
    Pepperpence

    Gast

    AW: Kann ein reizarmer Lebesstil di eMedikamente ersetzen?

    Bei so ganz extrem missionarischem Eifer frage ich mich oft was wohl wirklich dahinter steckt.
    Ganz ehrlich Brrzz, die reale Naturburschin als die Du Dich hier darstellst kannst Du momentan ja eher nicht sein, sonst würdest Du kaum 24/7 im Netz hängen und Dich in zahllose Diskussionen verwickeln.
    Da scheint mir der Frust über das eigene Leben vielleicht die Triebfeder zu sein und in dem Fall finde ich es wirklich nicht schön andere mit runterzuziehen. Denn das tust Du. Motivation und Zuspruch sieht für mich anders aus, für mein Empfinden versuchst Du den Leuten ein schlechtes Gefühl in Bezug auf ihr Leben zu vermitteln. Letztendlich ist das die aggressive Form des "Mimimimimi" weshalb ich für mich beschlossen habe, DIr kein Futter mehr in Form von Diskussionsbeiträgen zu geben. Für mich ist an dieser Stelle Schluß.

  4. #64
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 301

    AW: Kann ein reizarmer Lebesstil di eMedikamente ersetzen?

    Ich stelle mir gerade vor, ich würde im Buch "ADHS-Im Erwachsenenalter" von Krause und Krause auch lesen, dass alle mit
    ADHS krank sind, dass sie viel Mitleid brauchen, dass sie alle recht haben, die Gesellschaft zu verteufeln, dass man mit ADHS
    keine Chancen auf ein gutes und möglicherweise sogar erfolgreiches Leben hat und dass man durch Medikation nur Illusionen
    von Gesundheit schafft und dass Rückzug die Lösung aller Probleme ist.

    Ihr schafft Euch eine eigene Realität geprägt durch Komorbidität, die mein Mitleid hat. Diese Komorbiditäten beschreiben aber
    beim allerbesten Willen nie und nimmer den Schweregrad von ADHS, der sich in der Stärke der Ausprägung der eigentlichen
    Symptome von ADHS definiert.

    Ich kämpfe um Anregungen und für positive Gedanken zu ADHS. Ihr seid meine Gegenspielerinnen, denn Ihr wollt lieber Mitleid
    und Anerkennung und kocht unbewusst einen Eintopf aus allem möglichen und serviert es als ADHS. Denkt doch mal darüber
    nach, ob Eure Intoleranz und Inakzeptanz nicht möglicherweise nur Euch selbst befriedigt und anderen Hoffnung nimmt und
    Angst macht.

  5. #65
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Kann ein reizarmer Lebesstil di eMedikamente ersetzen?

    Noch mal ganz ruhig, wo liest du das ich Mitleid möchte? Und darauf würde ich wirklich gern mal eine KONKRETE Antwort. Woher weisst du, das meine Probleme die ich hier beschreibe mit einer Komorbidität zusammenhängen? Mir haben diese Probleme die ich hier aufzähle (z.B. kräftezehrendes Gewusel, Ortsänderung etc) sowohl Arzt als auch Thera zu ADHS gezählt. Deswegen bekam ich ja auch u.a. die DIagnose ADHS und nicht nur die Komorbidität.

    Ich verteufel auch keine Gesellschaft, wo? Ich tue das, was mir gut tut. Wer sagt das Rückzug die Lösung aller Probleme ist?


    Ich würde es wirklich schön finden, wenn du mal nach konkreten Aussagen suchst, die deine Argumentation unterstützen.


    Hier wird von niemandem ausser von dir Intoleranz ausgesprochen, denn es wird auch dein Weg vollkommen akzeptiert. Du akzeptierst nur leider nicht andere STrategien. DIe werden bei dir generell als falsch und negativ bezeichnet. Und das, wirklich nur DAS finde ich ungerecht und unreflektiert. Du setzt dich damit über eigene Erfahrungen und auch Empfehlungen von Fachpersonal der jeweiligen Menschen hinweg. Es geht nicht um entweder oder, sondern darum, das du permanent andere Wege nieder machst, mit Argumenten, die gar nicht real sind.

    Wenn du Rückzug negativ findest für dich, ist das doch ok, für mich war es sehr positiver Schritt in ein glücklicheres Leben, und das ohne Illusion. Du kannst jetzt natürlich wieder annehmen ich würde mir was vormachen, aber das tue ich nicht, und es ist schade, das du nicht akzeptieren kannst, das man anders als du glücklich sein kann.

  6. #66
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Kann ein reizarmer Lebesstil di eMedikamente ersetzen?

    Es gibt einen großen Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl .
    Und ich habe das Gefühl, als würde das hier und da ein wenig verwechselt.

    Ich habe nicht viele Forenmitglieder kennengelernt, die Mitleid wollen, Mitgefühl dagegen hat schon viel geholfen und vielen den Weg in die Akzeptanz der Situation bereitet.


    Keiner hat die Absicht, ADHS nur als das Böse und Schlechte zu sehen, aber viele sind im Laufe der Jahre und mit ihren Erfahrungen und auch im Austausch mit den Anderen und auch durch die Erkenntnise der Fachwelt nun mal auch realistischer geworden und sehen nicht alles durch die rosarote Brille, aber eben auch nicht schwarz, sondern sehen, und das halte ich für den gesündesten aller Wege, den goldenen Mittelweg.


    ADHS definiert die Beeinträchtigungen, die man dadurch hat.

    Wie wäre es mit dieser Sichtweise?:
    Die Stärken, die ein jeder hat, sind die eines jeden selbst und man kann auch sagen, dass man sie nicht wegen der ADHS hat, sondern trotz der ADHS .

    Natürlich kann man mit ADHS Erfolg haben, aber man muss auch zugeben, dass jene, die durch diese Störung kein Leid haben, auch nicht der Diagnose und der damit verbundenen Hilfen bedürfen.
    Das bedeutet nicht, dass sie nicht von ADHS betroffen sind, denn diese Störung steht nun mal auch immer im Zusammenspiel mit dem Umfeld und in dem richtigen Umfeld, in der richtigen Nische, kann das super funktionieren.
    Das ist aber leider nicht der Normalfall.
    Und wehe, die Nische bricht weg...

    Viele hier haben einen schweren Leidensweg hinter sich, ausgelöst durch ihre ADHS, egal ob und wieviele Komorbiditäten sich in Folge davon dazugesellt haben, was schon mal zeigt, dass man eine ADHS durchaus ernstnehmen sollte, denn sie ist die Ursache für ebendiese zusätzlichen Erkrankungen.

    Insofern ist es doch weise, sich ihrer bewusst zu sein und zu wissen, was sie anrichten kann und wie und warum .... das ist keine Schwarzmalerei oder die Suche nach Mitleid, das ist schlicht der pragmatische Umgang mit ADHS, um gerade eben solche weiteren Folgeprobleme NICHT noch zusätzlich an die Hacken zu bekommen....

    Anyway ...
    Jeder findet seinen Weg und jeder braucht seinen Umgang damit, wie er seine ADHS sieht.
    Das Bild mag sich im Laufe der Zeit verändern .... wer anfangs damit konfrontiert wird, sieht ADHS oftmals als Bringer von Stärken an und das ist auch gut und (teilweise überlebens-) wichtig und richtig.
    Diese Sichtweise kann für viele der Strohhalm sein, an dem man selbst und sogar das eigene Leben hängt.
    Manch einer kommt dann mehr und mehr zu einem anderen Bild, das, in dem die Beeinträchtigungen der ADHS zugeschrieben werden, und die Stärken sich selbst ... damit wächst das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl und man fängt an, die ADHS zunehmend zu akzeptieren.
    Das muss aber auch nicht auf jeden zutreffen.

    Jeder findet da seine Sichtweise ... und das ist auch ganz gut so.
    Allerdings sollten wir alle schauen, dass wir nicht versuchen, anderen unsere Sichtweise "aufs Auge zu drücken" und sollten die der anderen akzeptieren.
    Wenngleich auch in einem gewissen, goldenen, mittleren Rahmen.
    ADHS als den großen Bringer von Stärken und Vorteilen zu sehen und Betroffene als die "Übermenschen" zu betrachten und darzustellen (ja, ... das hatten wir alles schon), bringt genausowenig, wie das gegenteilige Modell.
    Ersteres kann sogar noch schlimmer sein, da damit ein Bild in der Öffentlichkeit erzeugt wird, als wären wir doch ach so toll und sich die Gesellschaft dann, zurecht, fragt, wofür wir denn dann bitte die ganze viele Hilfe brauchen, für die schon seit vielen Jahren so hart gekämpft wird.
    Da heißt es auch mal, an die Gesamtheit der ADHS-Betroffenen zu denken und auch das mit zu berücksichtigen.

    Die Kurzfassung:
    Wie wäre es denn mal mit ein klein wenig mehr Besonnenheit in dieser leidenschaftlich und emotional geführten Unterhaltung?
    Geändert von Fliegerlein (29.01.2016 um 15:43 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  7. #67
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.984

    AW: Kann ein reizarmer Lebesstil di eMedikamente ersetzen?

    Es geht auch wirklich nicht darum,einen Umgang mit ADHS zu verteufeln und ja,es geht um die Ausprägung der ADHS-auch ohne Komorbiditäten- und den Umgang mit eben diesen Symptomen;das haben hier schon sehr geduldige Menschen versucht,Dir zu erklären und auch ich erwähnte diese Tatsache bereits. Allerdings ist das Verfassen langer,sachlicher Texte nicht meine Stärke,ich schreibe eher kurz(manchmal zu kurz)und knapp.Ich für meinen Teil möchte auch kein Mitleid,höchstens mal Mitgefühl in schweren Zeiten.

  8. #68
    ellipirelli

    Gast

    AW: Kann ein reizarmer Lebesstil di eMedikamente ersetzen?

    Brzzzz--- eigene Aufwertung durch Abwertung Anderer(Meinungen)??

  9. #69
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 301

    AW: Kann ein reizarmer Lebesstil di eMedikamente ersetzen?

    Fliegerlein,

    ich mag es nicht, dass Du ADHS immer verweiblichst.



    pepperence,

    Du nennst es missionarischen Eifer, ich nenne es Idealismus, Mitgefühl und einen jung gebliebenen Versuch die Welt zu verbessern. Wenn es wärmer wird, dann gehts wieder vermehrt raus in die Natur und ich halte meine finanziellen Mittel gerade zusammen, um das finanzieren zu können, auch wenn ich mich in meinem Wunsch einschränke, mich in den Bergen im Tiefschnee abseits der Massen auszutoben und das Kind in der Frau rauszulassen. Ich habe sicher keinen Frust auf das Leben. Mich frustet aber, dass ich es mir gerade nicht leisten kann, meiner Lust nachzugeben.



    luftkopf,

    mein Mitgefühl hast Du. Ich weiss aber nicht, ob ich es schon mal schriftlich formuliert habe, weil ich mich leider zu sehr von anderen Beiträgen triggern lasse.



    ellipirelli,

    danke für die Diagnose, aber ich bin nicht der sich mit anderen vergleichende Typ, auch wenn das in der weiblichen Natur liegt. Ich gebe mir Mühe konstruktiv zu sein.



    creatrice,

    Du beziehst vieles auf Dich selbst, womit Du nicht gemeint bist so lange es allgemein gemeint ist. Damit provozierst Du aber, dass man Dich irgendwann meint und dann wird es persönlich. Ich kenne das nur zu gut von meinen Mädels, stelle das Phänomen aber hauptsächlich bei denen fest, die sich mal in die Hände eines Therapeuten begeben haben. Was dahinter steckt weiss ich nicht, wirklich konkret kann ich da nicht werden, ich kann nur aus der Erfahrung mit meinem Umfeld mutmassen, dass es eine zu sehr ich-bezogene Art zu denken ist, möglicherweise eine verarbeitungsbedingte Ausprägung der konvergenten Ego-Zentrik. Das kann ich nicht ändern und das will ich nicht ändern, weil das leider immer nur im Streit endet. Ich habe den kompletten Thread nochmals quer gelesen und bin froh, dass der allgemeine Tenor dahin geht, dass die Mehrheit einen temporären Rückzug gut heisst, um Kraft zu sammeln und dass man es bevorzugt sich sein Leben so einzurichten, dass man sich weniger Reizen aussetzt, die einen triggern, treiben und innere Unruhe stiften. Die Mehrheit kann es sich nicht vorstellen, sich zu isolieren, dafür sich aber bewusst auf kleine Veränderungen einzulassen. Wer schon mal einen dauerhaften Teilrückzug aus einer Gemeinschaft gemacht hat, was in objektiver Betrachtung einem paradoxen Verhalten entspricht, der wird es irgendwann bedauern und die Vergangenheit vor diesem Rückzug vermissen. Der Kampf um Resozialisierung und um Reintegration ist kein leichter und er ist schwer als einfach zumachen, loslassen und sich zurückziehen. Dieser Kampf ist schwer, weil weil er subjektiv als paradox wahrgenommen wird. Du schiesst Dich auf mich ein, stellst Deine persönliche Betrachtungsweise über die der Allgemeinheit, nicht nur der Allgemeinheit der Gesellschaft, sondern auch der Allgemeinheit in diesem Thread, die die Dinge lieber laufen lässt, etwas lockerer sieht, sich nicht angegriffen fühlt.



    Ich wünsche mir nichts anderes als mehr Beiträge von Menschen, die nicht nur schwarz malen, die auch mal positives berichten können, die im Leben stehen, die Erfolge haben, sich nicht nur kurz halten und Mitleid (blubb) oder Mitgefühl (blubb) äussern. Ich will mehr über den positiven Umgang mit ADHS lesen, weil ich seit meiner eigenen Diagnose vor nur etwas mehr als zwei Jahren auch einen Prozess durchmache, der nicht leicht ist, weil ich das Internet nutzt und bedingt durch das Internet, das nur Daten in Form von Meinungen jeglichen Spektrums enthält und keine Informationen bereitstellt. Ja, ich lasse da nicht locker. Ich fand es äusserst inspirativ, dass hier aus dem nichts jemand vorbeischaut, der 15 Jahre Stimulanzien nimmt und mit dem ADHS klarkommt. Das hatte eine Hauch von Realität, die sich nicht dem virtuellen hingibt. Hey, es gibt auch noch ein anderes ADHS? Es geht nicht mal um Mitleid oder Mitgefühl, es kann aber auch nicht sein, dass Betreuung, Behindertenausweis, Frührente, Dauerarbeitslosigkeit, Erwerbsunfähigkeit und Komorbiditäten, also all die Probleme zu denen ADHS führen kann, zu sehr im Mittelpunkt stehen und dass dadurch der Rest der ADHSler abgeschreckt wird hier teilzunehmen. Wenn man vermutet, dass von mir aus 10% der Menschen von ADHS betroffen ist, dann sind es von diesen aber wahrscheinlich auch wiederum nur 10%, die mit den Folgen und Problemen von ADHS nicht zurecht kommen. Wenn jetzt auch noch eines der hierzulande grössten Foren zu ADHS die negativen Seiten, die Leidenswege oder die Problematik anstelle der positiven Seiten, der Erfolgsgeschichten oder der Lösung durch Akzeptanz der Ursache und Medikation oder Selbstmedikation der Symptome in den Vordergrund stellt, dann sehe ich in der Dynamik des Internets eine Randgruppe des ADHS, eine Art Parallelgesellschaft, die sich als Kern betrachtet und das dadurch für andere frisch diagnostizierte eher eine Gefahr als eine Hilfe darstellt. Der Sinn des Lebens ist, dass es einem gut geht und dass man für sein Glück kämpft. Ich suche die offene Diskussion auch abseits der Lehrmeinung. Ich bin so frei und nehme mir die Zeit, nicht nur meine Standpunkte einzubringen, sondern divergente Erfahrungen eines vielfältigen, aber auch durchsetzten Lebens zu verknüpfen, um dem ein oder anderen eine mögliche Anregung zu geben.

    In Krause und Krauses ADHS im Erwachsenenalter finden sich viele Fallbeispiele, keines davon ist negativ, alle sind positiv. Das Buch wird als Standardwerk betrachtet, weil es auch den behandelnden Ärzten Hoffnung spendet, ihren Patienten helfen zu können. Es ist keine Krankheit, das negative auszublenden. Es ist normal das positive hervorzuheben. Es ist aber eine Krankheit immer nur das Negative zu sehen, das positive abzulehnen und die Allgemeinheit zu verachten. Wenn Ihr von mir verlangt, dass ich Mitgefühl und Mitleid aufbringe, dann verlange ich von Euch als Randgruppe der Negativbetrachter des ADHS, dass Ihr Euch der gesellschaftlichen Allgemeinheit und auch der nicht im Forum vertretenen ADHS-Allgemeinheit öffnet, Dinge nicht nur an Euch selbst messt und vorallem, dass Ihr nicht die Allgemeinheit brandmarkt und verabscheut, auch wenn Ihr das Gefühl habt, dass Euch die Allgemeinheit das gleiche antut. Das tut sie nicht! Das findet nur in Euren Köpfen statt!

    Die Realität psychiatrischer und neurologischer Patienten sehe ich immer im Wartezimmer meiner Ärztin, machmal bis zu 20 Menschen jeglichen Alters, jeglicher Nationalität und ich habe Mitleid und Mitgefühl, man verlangt es aber nicht von mir und ich bin froh, wenn ich diese Praxis wieder verlasse und mich meinem Leben widmen kann, weil ich all diese Menschen da draussen, ihre Mehrheit als meine Gesellschaft wahrnehme, in der ich funktionieren will. Wären die Patienten in der Praxis meine Gesellschaft, dann könnte ich auch aufgeben und mich in die Klappse begeben.

    Es tut mir aufrichtig leid, wenn meine nicht wenigen Zeilen für den ein oder anderen hart klingen, wenn sie verletzend wirken. Ich meine es nicht böse, ich bringe mich nicht in Diskussionen ein, um Menschen weh zu tun. Ich umgebe mich sicherlich seit bald drei Jahrzehnten immer wieder mit schwachen Menschen, sie ziehen mich so sehr an, dass ich mich auf Beziehungen mit Schwachen einlasse, weil ich die Schwächen und den Makel liebe. Ich habe aber auch retrospektiv, was ich immer wieder durch kurzzeitigen Rückzug selber mit mir ausmache anstatt mit Therapeuten oder mein Umfeld zu belasten, aus meinem Gefühlsleben gelernt, dass das Starke stützend ist, dass meine starken Partner auch durch Konfrontation und Reibung mehr gebracht haben als meine schwachen Partner, mit denen ich mich subjektiv mehr austobte und auslebte, die mit objektiv schadeten und nur Kraft raubten. Kraft, die ich gerne in Form von Mitgefühl, Verständnis und Hilfe mit meinem Gegenüber teile, wenn ich davon einen Überschuss habe. Kraft, die ich aber auch in mir bündeln muss, um die Stärke zu haben in der gesellschaftlichen Allgemeinheit überleben zu können.

    Mich ärgert es direkt, dass ich mich von Euch einzelnen, da darf sich angesprochen fühlen wer will, die als Randgruppe des ADHS negativ denken, die ihre Diagnosen in Frage stellen und bei denen möglicherweise die Komorbiditäten das ADHS überwiegen, schon wieder so triggern lasse und dass ich auf den Reiz anspringe mich hier so ausführlich zu äusser, wo ich genau weiss, dass es mir sowieso nur um die Ohren fliegen wird, weil man sich nicht die Perlen, sondern die Erbsen daraus picken wird. Mich ärgert es auch, dass ich meine heutige Medikation und die Zeit, die ich gerade habe nicht dazu nutze, Krause und Krause zu lesen, was ich seit gestern habe und seit heute nacht überfliege, sondern dass ich mich der Impulsivität hingebe und mich auf diese Diskussion einlasse, die mir wieder mehr Kraft raubt als sie mir gibt!



    Kurz und knapp: Blubb, blubb und nochmals blubb!



    PS: Ich sollte mir Internet-Verbot erteilen, es artet aus. Die Textlänge ist ja schrecklich. Scheiss Hyperfokus!
    Geändert von Brrrzz (29.01.2016 um 17:19 Uhr)

  10. #70
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Kann ein reizarmer Lebesstil di eMedikamente ersetzen?

    Brrrzz schreibt:
    Fliegerlein,

    ich mag es nicht, dass Du ADHS immer verweiblichst.


    Ich glaub, langsam geht's echt los ....

    ICH verweibliche hier gar nichts ... das ist das korrekte Personalpronomen für den Begriff, denn er steht für Aufmerksamkeits Defizits Hyperaktivitäts Störung!

    Und es heißt wohl kaum "Das Störung"...
    Also:
    Ich verweibliche gar nichts, ich verwende lediglich, wie viele andere ebenfalls, auch in der Fachwelt, das korrekte Personalpronomen.

    Ob Du das magst oder nicht, ist vollkommen egal .... das ist schlicht und ergreifend die korrekte Wortwahl.
    Es sagt ja auch keiner "das ASS" ... denn auch hier steht das "S" für Störung, eben Autismus Spektrums Störung ....
    (wobei ich befürchte, dass das jemanden, der wissenschaftliche Erkenntnisse und Fakten nicht anerkennt und mit dem generalisierten Totschlagargument "Ich traue keiner Studie, die ich nicht selbst gefälscht habe" negiert und von sch weist, nicht sonderlich beeindrucken, geschweige denn überzeugen wird ....)


    und NEIN, das "S" steht nicht für Syndrom ... da reicht ein Blick in die DSM und in die ICD Definitionen ...
    ADHS ist ein Syndrom, aber der Begriff ist nicht Teil der Abkürzung...

    Himmel nein .... jetzt kommt mir nicht noch mit so 'ner Emanzennummer .... ehrlich ... oder soll das einfach nur eine Ablenkung sein ... nach dem Motto Angriff ist die beste Verteidigung?


    Also so langsam frag ich mich wirklich, ob das hier noch weiter Sinn macht ...
    Geändert von Fliegerlein (29.01.2016 um 19:11 Uhr)

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