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Diskutiere im Thema Warum verschreibt Arzt Strattera? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 32

    Warum verschreibt Arzt Strattera?

    Hallo zusammen,
    ich bin neu im Forum und beschäftige mich seit knapp 3 Monaten intensiv mit dem Thema.
    Kurz zu mir: ich studiere aktuell und hatte letztes Jahr Depressionen, die dadurch kamen, dass ich im Studium einfach für die Klausuren nicht lernen konnte. Ich hatte alles verstanden, aber das Lernen war mir einfach zu blöd. Klausuren waren dann schlecht und ich bekam schlechte Stimmung usw... mein Hausarzt konfrontierte mich damals zum ersten Mal mit dem Thema "ADS" und verwies mich zu einem Neurologen.
    Ich habe den Termin nicht wahrgenommen... dachte, das ich es selber hinbekomme. Meinen besten Freund habe ich es damals erzählt und er meinte, dass er doch ein paar Ritalin-Tabletten bei sich hätte: ich habe mir nichts dabei gedacht und mal probiert. Und plötzlich konnte ich am Stück über 60 Minuten lernen, ohne den Drang zu haben, einfach aufzustehen und irgendwas anderes zu machen. Aber ohne ärztliche Aufsicht wollte ich das Medikament nicht weiter einnehmen.

    Dann kam die nächsten Klausurenphase und wieder lief gar nichts. Trotz Zeitdruck usw. Nun hatte ich beschlossen zum Neurologen zu gehen. Er hat mir ein anderes Anti-Depressivum verschrieben und einen Test gemacht, wo ich verschiedene Fragen beantworten sollte. Beim zweiten Termin hat er zu mir gesagt, dass der Test definitiv Anzeichen von ADS zeigen würde und er mir deshalb Strattera verschreibt.
    Alles gut habe ich gedacht, nur die Sache ist so, dass ich wegen Strattera einfach sehr aggressiv werde und meine Stimmung verschlechtert sich. Ich werde das dem Arzt definitiv sofort mitteilen und Strattera nicht mehr einnehmen.

    Meint ihr, ich soll dem Arzt erzählen, das ich mal aus "Spaß" Ritalin probiert habe und das ohne Nebenwirkungen war? Gibt es einen bestimmten Grund, warum er mir Strattera verschreibt? Es hat doch sehr viele Nebenwirkungen im Vergleich zu anderen ADS-Medikamenten? Gibt es eine Möglichkeit den Abbau von Strattera zu beschleunigen? Ich will so schnell wie möglich das Zeug loswerden, kann gar nicht mehr rausgehen. Mich regt alles auf und bin einfach schlecht drauf. Vor der Einnahme heute morgen war das nicht so.

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.726

    AW: Warum verschreibt Arzt Strattera?

    Hallo Okay,

    warum dein Arzt Strattera verschrieben hat, musst du ihn schon selbst fragen, wir kennen doch deinen Arzt nicht.

    Ganz unabhängig von dir und irgendwelchen zusätzlichen Umständen in deinem Fall, die wir nicht wissen, ist Methylphenidat (Ritalin, Medikinet) bei ADHS erste Wahl. Strattera ist dann die Alternative für Leute, bei denen MPH nicht gut genug wirkt oder nicht vertragen wird. Das kann man natürlich erst wissen wenn man MPH ausprobiert hat.

    Sag doch deinem Arzt, dass du MPH verordnet haben möchtest. Ob du ihm deinen Selbstversuch erzählen solltest oder nicht können wir nicht entscheiden.

    Dass darin ein gewisses Risiko steckt, ist dir vermutlich auch schon aufgefallen. Dein Arzt könnte sich sagen: Einer, der "zum Spaß" MPH testet, der macht das eventuell mit diversen anderen Substanzen auch. Und das muss während einer MPH-Medikation unbedingt unterbleiben. Alkohol übrigens auch.

    Du bist andererseits wohl weder der erste noch der letzte, der so etwas gemacht hat und sich anschließend auf ADHS testen lässt, und das weiß dein Arzt vermutlich auch.

    By the way: Ist dein Freund selbst betroffen und nimmt MPH? Es ist in Ordnung, dass er dir zur Diagnose geraten hat und die Wirkung, die MPH bei ihm hat, beschreibt, aber dass er es weitergegeben hat ist nicht in Ordnung.

    Viele Grüße
    4. Klavierkonzert
    Geändert von 4.Kl.konzert (22.01.2016 um 22:01 Uhr)

  3. #3
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.977

    AW: Warum verschreibt Arzt Strattera?

    Hi okay,

    es ist möglich,dass der Arzt sich aufgrund der "Verdachtsdiagnose" zunächst für Strattera entschieden hat-zumindest interpretiere ich Deinen Text in Verbindung mit dem angegebenen Diagnosestatus in diese Richtung.

    Das ist nicht unüblich.

    Das der erste Tag so unangenehm war ist natürlich wirklich nicht schön,aber ich an Deiner Stelle würde dem Ganzen ein bisschen Zeit geben-und ja,mir ist klar,dass Geduld manchmal ein echtes Unwort sein kann.

    Auch MPH kann am Anfang sehr unschöne Nebenwirkungen verursachen-und durchaus auch dauerhaft,wenn man es nicht verträgt.

    Ansonsten hat mein Vorschreiber übrigens absolut Recht,was die Weitergabe verschreibungspflichtiger Medikamente angeht.


    LG v. Luftkopf

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.925

    AW: Warum verschreibt Arzt Strattera?

    Also manche verschreiben Strattera auch als Erstmedikament. Es kommt ja auch darauf an, was man wofür braucht und ein guter Arzt greift nicht automatisch zu etwas, sondern wägt ab, was am besten helfen könnte. Aber sicherlich gibt es auch weitere Gründe, warum man zuerst mit Strattera anfängt.

    Okay, zu deinem Problem.

    Ich war anfangs unter Strattera auch etwas ... sagen wir stimmungsinstabiler mit aggressiven Tendenzen. Bei mir war es die bessere Wahrnehmung, die ich schlecht vertragen habe und erst einmal sortieren und verarbeiten musste. Danach hat sich das wieder gelegt.

    Sicherlich fühlt man sich diesen Stimmungsschwankungen auch recht hilflos ausgeliefert, aber tatsächlich ist es ja so, dass man sich auch mit Medikamentation nicht nur auf das Medikament verlassen kann und darf. Man muss trotzdem an sich arbeiten, denn das Medikament ist keine Wunderpille und löst nicht wirklich Probleme. Wenn also das Strattera jetzt diese Tendenz (erst einmal?) verstärkt, dann solltest du da unbedingt daran arbeiten und wenn du es nicht alleine schaffst, dann mit Hilfe einer Therapie. Bedenke dabei, dass MPH z. B. nicht rund um die Uhr wirkt und du eben auch Lösungen für deine Probleme für die wirkungsfreie Zeit brauchst.

    Dann ist es generell so, dass jedes Medikament auch Nebenwirkungen haben kann. Ein Teil verschwindet davon aber zumeist wieder und beschränkt sich auf die Einstellungsphase oder einen Teil davon. Das kann man aber nur herausfinden, wenn man das auch über einen gewissen Zeitraum versucht. Ein einmaliger Versuch (oder wie lange nimmst du das Strattera schon?) ist keine Garantie dafür, dass es so bleibt! Weder beim MPH (nebenwirkungsfrei, denn du warst ja überhaupt noch nicht wirklich eingestellt) noch beim Strattera (evtl. Nebenwirkung vielleicht auch von der Wahrnehmung o. ä., was sich geben würde). Gerade Strattera ist ein Medikament, was etwas Zeit und ... sorry ... auch Geduld braucht bei der Einstellung. Allerdings braucht u. U. auch die Einstellung auf MPH etwas Geduld, denn die optimale Menge zu erreichen ist auch nicht immer so einfach und ggf. können sich auch bei der Aufdosierung noch Nebenwirkungen einstellen.

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 301

    AW: Warum verschreibt Arzt Strattera?

    okay2016,

    das solltest Du eigentlich mit Deinem Arzt klären, zumal Dein Arzt von Dir persönliche Schilderung über die Wirkung von Strattera hören will.
    Ritalin ist ein sehr starkes Medikament und der verantwortungsvolle Arzt verschreibt das nicht prophylaktisch bei "Anzeichen von ADS", sondern
    erst bei einer gesicherten Diagnose von AD(H)S, wofür es auch vorgegebene Testverfahren gibt. Dieses Prozedere ist auch im Interesse aller
    Patienten mit der Besonderheit ADHS, weil Ritalin ein Potential zum Missbrauch hat und der Ruf von Ritalin leidet neben möglicher zu freizügiger
    Verschreibung bei auffälligen Kindern auch durch "Patienten" die Gehirndoping betreiben wollen. Ob Du dem Arzt frei heraus erzählst, wie das
    Dir unter Verstoss gegen das Arzneimittelgesetz geschenkte Ritalin wirkte und Du eine mögliche Verschreibung beschleunigst oder ob Du dem
    Strattera erstmal eine Chance gibst, wann Deine Diagnose steht und wie Du Dich darüber dem Arzt mitteilst, das liegt in Deinen Händen.
    Strattera hilft vielen bei ADHS. Der Arzt behandelt jedenfalls ein ADHS nach Erfahrung und Gewissen, anstatt einen durch Prüfungen zu schieben.
    Stell Dir mal vor, Du hättest kein ADHS und das Ritalin würde Dir zum weitaus höheren Preis einer Hirnschädigung bisschen beim Lernen helfen.

    Ich bezweifle ernsthaft, dass jemand mit ADHS bei der Ersteinnahme von Ritalin ein "intensives Lernerlebnis" hat, zumal das Medikament entweder
    nicht wirkt oder so stark ist, dass man sich erst daran gewöhnen muss, ausser man hat es von jemandem, der es selbst missbraucht und einem
    Anwendertipps zum Gehirndoping gibt ...

    Nix für Ungut, aber zum Telefon!
    Geändert von Brrrzz (22.01.2016 um 23:59 Uhr)

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 32

    AW: Warum verschreibt Arzt Strattera?

    Ja gut, über das "Probieren" von Medikamenten brauchen wir wohl uns nicht streiten, das ist es dumm war, habe ich auch mittlerweile eingesehen.
    Bei mir bleibt wohl nichts übrig, als einen früheren Termin beim Arzt wahrzunehmen und zu sagen, dass ich entsprechend sehr schlecht auf Strattera reagiere. Vielleicht weiß er eine Lösung.

  7. #7
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Warum verschreibt Arzt Strattera?

    Hi,
    will auf jeden Fall zuerst mit Strattera versuchen, gerade wegen all die enschränkungen, die MPH mit sich bringt.
    Und weil es kein BTM ist.

    Vergangenes mal habe ich es mit Strattera abgebrochen, da ich agro wurde.
    Jetzt ist es kein Hindernis mehr, ich arbeite nicht mehr und kurzfristige agressive Phase kann ich auf meinem Sandsack abreagieren

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 32

    AW: Warum verschreibt Arzt Strattera?

    Wie lange sollte ich es eurer Meinung nach versuchen? Wann hören die Nebenwirkungen auf? Bei mir ist es so, dass die Nebenwirkungen wie Aggressionen, Müdigkeit und depressive Verstimmung eher zunehmen. Ich kriege kaum noch was auf die Reihe.

    Stimmt, daran könnte es liegen, dass es kein BTM ist. Aber generelle Frage: bevor ich ein anderes Medikament, wie Ritalin, verschrieben bekomme, muss ich wohl zuerst eine gesicherte Diagnose haben, d.h. nochmal Tests mit weitere Terminen/Zeitaufwand usw. oder?

  9. #9
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.977

    AW: Warum verschreibt Arzt Strattera?

    Das ist richtig. Ohne ordentliche Diagnose kein BTM.
    Der Zeitaufwand ist allerdings sehr unterschiedlich und hängt stark davon ab,wohin Du Dich wendest und den Wartezeiten,die da herrschen.

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 32

    AW: Warum verschreibt Arzt Strattera?

    Danke für die schnelle Antwort. Mein Arzt hat mir einen anderen Arzt empfohlen bzgl. ADS, aber der ist immer komplett ausgebucht, so dass ich bis zu drei/vier Monate auf einen Termin warten muss.
    Unabhängig für von mir und meiner Gewissheit: für wen sonst ist die Diagnose wichtig? Ist die Diagnose wichtig, damit er mir überhaupt ein BTM ausstellen kann oder dass die Krankenkasse die Kosten übernimmt? Wenn es sein muss, würde ich dann die drei Monate erstmal selbst bezahlen (wenn es nicht über 100,- EUR p. Monat kostet), anstatt mich weiterhin mit Strattera und den Nebenwirkungen rumzuschlagen.

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