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Diskutiere im Thema Diagnose-Segen oder Fluch im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 72

    Diagnose-Segen oder Fluch

    Ich habe noch keinen Fachmann aufgesucht. So über den Weg bin ich mir auch noch nicht sicher. Ich bin mir auch nicht sicher ob ich es überhaupt so genau wissen möchte, was mit mir wirklich nicht in Ordnung ist. Ich bin mir aber sicher, dass etwas nicht in Ordnung ist.


    Ich habe Angst vor Stigma. Und ich habe Angst vor Fremdanamnese. Ich habe immer Panik, wenn ich von anderen bewertet werden muss. Und noch mehr Panik, wenn ich mich selbst bewerten muss. Das fällt meistens sehr schlecht aus.

    Und dann, Diagnose und was nun?

    Geht es Euch besser, wenn ihr wisst, das ist es?

    Ich habe seit meiner Kindheit Schwierigkeiten. Jedoch, habe ich viele auch ohne Behandlung überwunden. Ich habe viele Kompensationsstrategien entwickelt, die ich nicht mehr missen möchte.

    Jedoch wünsche ich mir nichts mehr als Ruhe und Ordnung in meinem Leben.

    Bei den Mitlesern, die es im Erwachsenenalter diagnostiziert bekommen haben: Wie seid ihr damit umgegangen? Dem Arbeitgeber und Freunden mitgeteilt? Hat das Verhältnisse beeinflusst?

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 543

    AW: Diagnose-Segen oder Fluch

    Bei mir wurde es vor kurzem Diagnostiziert.
    Ich habe einige Jahre damit verbracht die Dinge unter denen ich leide zu verändern. (aggressiv/impulsiv...) Leider ohne Erfolg, ich habe alles mögliche in mir verändern können, mit Therapien und anderem aber diese Dinge bekam ich bislang nicht in den Griff.

    Für mich war die Diagnose ein Segen, so eröffnen sich für mich neue Wege damit ich das was mich stört in den Griff zu bekommen. Und das wünsche ich mir.
    Und es war kein Bewertet werden, kein Stigma, es war für mich ein AHA-Erlebnis.

    Du bleibst ja die Person die Du gerade jetzt bist, das ändert doch keine Diagnose.
    Diagnose ist doch ein Wort für das was sowieso schon vorhanden ist
    Aber ein Schritt zur Annahme von sich selber.

    Und ich kann verstehen das Du Angst hast ob du es hast, oder nicht. Und die Wünsche was zu verändern.
    Paar freunde wissen es von mir, aber ich hausiere damit nicht. Es geht im Grunde keinen was an, was bei mir in der Krankenakte steht.
    Oder laufen die mit Bandscheibenvorfall oder künstliche Knie überall rum und erzählen es jedem?...Nein ich denken nicht

  3. #3
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 48

    AW: Diagnose-Segen oder Fluch

    Das finde ich recht einfach: Wenn du deine Diagnose/n für dich behältst, dann bist du auch keinem Stigma unterworfen. Behandelnde Ärzte behandeln deine Unterlagen vertraulich.

    Wenn es dir nicht gut geht (-> Stimmung: "beschissen"), dann klingt das für mich so, dass du nicht alles kompensieren kannst. Da würde ich also schon eine Fachperson aufsuchen. Deine Bedenken kannst du ihr durchaus mitteilen.

    Mich persönlich belastet die ADHS-Diagnose nicht (eine andere aber schon). Aber sie gibt mir auch nichts. Nur eine höhere Gelassenheit bei meinen Problemen, schließlich ist es nun irgendwie normal, die zu haben.

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.726

    AW: Diagnose-Segen oder Fluch

    kräuterfrau schreibt:
    Ich muss zugeben, Skrupel zu gehen und zu sagen, ich glaube ich habe ADS sind groß.
    (Der Satz ist aus deinem Vorstellungsthread.)

    Hallo Kräuterfrau,

    die Frage ist schon, was will ich mit einer Diagnose anfangen. Ja, es ist gut Bescheid zu wissen und es entlastet auch, aber rechtfertigt das allein den Aufwand?

    Der wesentliche Vorteil der Diagnose und die Hauptmotivation dafür ist für mich und die meisten Anderen hier, eine zielgerichtete Behandlung zu bekommen. Und die bringt mir (und meiner Familie) sehr viel.

    Die Diagnose, um es jemand anders, also bspw. Arbeitgebern oder Freunden zu sagen und von diesen eventuell Verständnis und Erleichterungen zu bekommen- da erhoff dir nicht viel von. Ich würde davor sogar ausdrücklich warnen. Ich habe meine Diagnose seit fast 12 Jahren, aber in meinem Umfeld wissen davon nur Wenige. Meine Frau und meine Kinder natürlich, aber schon Eltern, Schwiegereltern oder Geschwistern würde ich das nicht auf die Nase binden, und im Arbeitsumfeld schon gar nicht.

    Ich möchte nicht als psychisch krank angesehen werden. ADHS hat leider keinen guten Ruf, sehr viele Leute halten es für eine Modediagnose.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 201

    AW: Diagnose-Segen oder Fluch

    Ich kann dich da nur zu gut verstehen.
    Bei mir kam der Verdacht vor 15 Jahren, bin dann los zum testen lassen, das ist aber total im Chaos verlaufen die waren mit ihrem Zentrum am Anfang und irgendwie war das was mir gesagt wurde was anderes wie das was sie geschrieben haben.... irgendwann wollte ich nicht mehr Un fing an zu vergessen und zu verdrängen. Ich wollte auch nicht mehr dran denken. Bis mein neuer Job kam und damit alles mögliche mit ich Probleme habe aber geballt. Konnte nichts mehr kompensieren, wurde total depressiv und bekam schmerzen.
    Auf hartnäckig meiner Therapeutin hab ich mich testen lassen und: Volltreffer !
    Mir tut es gut Gewissheit zu haben. Sehe vieles klarer, Dinge machen plötzlich Sinn, ein Stück Druck ist weg, ich kapiere so langsam das ich nicht din Versagerin bin wie geglaubt, meine Chefin hat immer gesagt ich setzt mich zu sehr unter Druck und ja, sie hatte recht. Auch wenn es nicht bewusst war.
    Mir gibt die Diagnose die Chance auf Hilfe oder zumindest Unterstützung klar daß man nicht zum Arzt geht RP holen Tabletten einwerfen und fertig! Aber ich habe die Möglichkeit und Chance was zu machen, ohne Gewissheit hast du sie nicht.

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.649

    AW: Diagnose-Segen oder Fluch

    Bei mir wissen es einige,auch im Job-aber nur die denen ich zugetraut habe damit was anfangen zu koennen.würde damit nicht hausieren gehen,bin mit der Dummheit u.Unkenntnis einiger auch schon auf die Nase gefallen damit.
    Meistens erwaehne ich mittlerweile einzelne Symptome statt der Diagnose wenn's situativ passt,aber nur als Erklärung nie als Entschuldigung.

  7. #7
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 72

    AW: Diagnose-Segen oder Fluch

    Muss man es bei Betriebsärzten angeben? Die Untersuchungen sind im Bereich, wo ich arbeite Pflicht. Das bereitet mir große Bauchschmerzen. Ich möchte Klarheit und eventuell erprobte Bewältigungsstrategien. Erleichterungen nicht. Immerhin bin ich trotzdem gut weiter im Beruf gekommen und im Haushalt auch.

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.726

    AW: Diagnose-Segen oder Fluch

    Nein, ich vermute nicht, soweit es dich im Beruf nicht beeinträchtigt, aber das solltest du mit rechtskundigeren Leuten klären und dich nicht auf Leute in diesem Forum verlassen.

    Allerdings selbst wenn es der Betriebsarzt erfährt, darf dieser es nicht ohne deine Zustimmung dem Arbeitgeber mitteilen.

    Ich sehe eher ein Problem darin, dass du bisher nur "Klarheit und eventuell erprobte Bewältigungsstrategien" anstrebst. Denn eine ADHS, die medikamentös gut eingestellt ist, ist eventuell besser nach außen zu verkaufen als eine ADHS, die zwar diagnostiziert ist, aber bei der du auf eine Behandlung bewusst verzichtest.

    Außer natürlich die Bewältigungsstrategien reichen aus. Aber ich lese in deinem Vorstellungsthread von Überschuldung, einem anspruchsvollen Job bei 1 1/2-jährigem Kind, vier Stellen in fünf Jahren und in deinem aktuellen Job (?) Schwierigkeiten Unterlagen zu ordnen. Es gehe dir inzwischen besser, aber dennoch klingt das nicht danach dass das für eine wirklich effektive Behandlung (die du nicht nur dir, sondern auch deinem Kind gut täte) wirklich ausreicht.

    Sorry, ich will dir nichts aufschwatzen. Ist ja auch verständlich, dass du dich vor einer Diagnose nicht festlegen möchtest. Ich wünsche dir bzw. euch wirklich, dass deine neue Partnerschaft und deine jetzige Stelle halten. Und selbst wenn du das auch ohne Medikamente und Therapien schaffen könntest, wäre das dennoch viel anstrengender als mit.

    Ob du ADHS hast oder nicht (und ob du dadurch für deine Tätigkeit geeignet bist oder nicht), kannst du eh nicht beeinflussen, sondern nur ob es (wenn du es hast) durch eine Diagnose "offiziell" wird. Das zu vermeiden würde dich von effektiver Hilfe abschneiden, und das ist es nicht wert, auch wenn es Nachteile auf der anderen Seite haben sollte.

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