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Diskutiere im Thema Diagnose to go? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 49

    Diagnose to go?

    Hey,

    ich spiele schon länger mit dem Gedanken, mein ADHS diagnostizieren zu lassen. In letzter Zeit nehmen die Folgen zu, vor allem das schnelle Abgelenktsein und ich befürchte, dass im Moment noch eine depressive Phase läuft. Ich kann mich noch weniger als sonst aufraffen, sitze manchmal stundenlang und vermeide zu tun, was ich tun sollte. Im Moment schiebe ich wieder alles auf die letzte Minute ... und langsam steigt die Angst, dass es mir irgendwann (vor allem finanziell) das Genick bricht.

    Heute komme ich also vom Kiosk und gehe an der Praxis eines "Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie" vorbei, die mir schon von einer Freundin empfohlen wurde, die dort (wegen etwas anderem) in Behandlung ist. Ganz im Sinne meines ADHS dachte ich mir: "Jetzt oder nie", ging rein und fragte, wie das ablaufen würde, wenn ich wg. meines ADHS' gerne mal reden würde.

    Ich hatte natürlich mit einer Überweisung vom Hausarzt und ewiglich langen Wartelisten gerechnet, aber zu meiner Verwunderung lud sie mich gleich zur nächsten offenen Sprechstunde ein. Dort sollte mit einem Vorab-Gespräch der Bedarf geklärt werden und dann bei Bedarf Termine für die Diagnostik gefunden werden. Diese Termine wären "wenn es mal etwas länger dauert" etwa in zwei bis vier Wochen.

    Das kommt mir doch alles etwas schnell vor.

    Nun mache ich mir etwas Sorgen, ob die Diagnose ADHS vielleicht schon ein bisschen zu sehr in der Gesellschaft angekommen ist. ;-) Ist ADHS inzwischen so von den Krankenkassen anerkannt, dass man als Psychiater da so eine schnelle Vorgespräch-Test-Medikamente-Sache draus machen kann? Ich fühle mich ein bisschen, wie bei'm Impfen. "Da muss er Arzt Sie gar nicht sehen. Da kommt schon die Schwester, Pieks, Pflaster, wir rechnen direkt mit der Krankenkasse ab, schönen Tag noch."

    Ich meine, ein Psychiater, der einfach so einen Platz für einen (Kassen-)Patienten frei hat, ist doch schon merkwürdig, oder?

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.728

    AW: Diagnose to go?

    Hallo Some Guy,

    ob das merkwürdig ist, möchte ich nicht beurteilen. Allerdings sind Fachärzte, die etwas von ADHS verstehen und sich auf eine Diagnose einlassen, immer noch nicht allzu häufig.

    Das Kriterium, dieser sei dir schon von einer Freundin empfohlen, die dort (wegen etwas anderem) in Behandlung ist, würde mir da nicht genügen. Das heißt, dass der Arzt (vermutlich) deiner Freundin gerecht wird. Die aber, wie du selbst sagst, etwas Anderes hat.

    (Leitliniengerechte) ADHS-Diagnostik lohnt sich für einen Arzt nicht. Er kriegt seinen Aufwand nicht von der Kasse wieder.

    Die einen Ärzte nehmen daher zusätzliches Geld vom Patienten. Die anderen steigen (unter Anderem deswegen) gar nicht tiefer in das Thema ein. Vereinzelt soll es auch Ärzte geben, die einem ein paar Fragebögen in die Hand drücken und sich einbilden, das sei eine Diagnose.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Diagnose to go?

    Hi,

    ich kann deinen Gedanken verstehen, aber vielleicht bist du da zu skeptisch. Eine lange Wartezeit ist nicht gleichbedeutend mit Qualität und ob die Diagnostik des Arztes die Kriterien der Leitlinien erfüllt kannst du nur beurteilen wenn du mit einem Untersuchungsprozedere durch bist.

    Eventuell ist das System der Terminvergabe bei deinem Arzt auch nur etwas anders als die meisten. In der Facharztpraxis wo ich Patient bin beispielsweise werden die Erst-Termine nach einem Wochenkontingent vergeben (für Folgetermine, wenn man fester Patient der Praxis ist, gilt das nicht - man bekommt direkt nach seinem Besuch einen neuen Termin in X Tagen, Wochen, Monaten). Soll heißen, es gibt für jede Kalenderwoche ein festes Kontingent von X Terminen, wenn dieses dann für die aktuelle Woche voll ist heißt es für Anrufer Y welcher sich zu spät gemeldet hat "Sorry, ruf am Montag zur neuen Terminvergabe an.". Gestern war Montag, deshalb mein Gedanke in die Richtung.

    Auch wenn es schwer fällt, grübel erstmal nicht zu viel nach. Eine gewisse Skepsis ist sicherlich nur gesund und gehört zu Menschenverstand, aber als ich in deiner Situation der Diagnostik war habe ich auch unendlich viel angezweifelt und manchmal (völlig unbegründet und unreflektiert) zweifel ich heute noch an meiner Diagnose.

    Eine Frage noch und ich hoffe es ist nicht zu unhöflich von mir, aber du hast ja geschrieben:
    ich spiele schon länger mit dem Gedanken, mein ADHS diagnostizieren zu lassen.
    Du scheinst dir ja schon, wenn ich nichts überlesen habe, auch ohne ärztliches Diagnose ziemlich sicher zu sein, dass du eine ADHS hast. Durch eine Testung wird dies natürlich jetzt auf den Prüfstand gestellt und könnte positiv oder negativ ausfallen. Im Ergebnis fühlt man sich entweder bestätigt oder man steht wieder vor dem nichts und nur ein großes Fragezeichen bleibt. Solche Sorgen können verständlicher weise zur Vermeidung verleiten.
    Ich weiß, ich interpretiere hier sehr viel und frei, aber wenn die Hypothese etwas zutrifft, dann lass dich einfach auf die Untersuchung ein. Zieh einfach hinterher deine Schlüsse draus und mach das Unterfangen nicht schon im Vorfeld klein. Das ist es nämlich nicht. Aber so wichtig ist es auch nicht... hmm.. ich komm langsam durcheinander.

    Hoffe das hilft dir, irgendwie, tschüssi und gutes Gelingen

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 142

    AW: Diagnose to go?

    Hallo,

    also ich finde, das klingt erst mal gut. Viele Praxen machen erst einmal Vorab-Gespräche um herauszufinden, ob überhaupt getestet werden muß.

    Deine Skepsis kann ich aber verstehen. Bei mir lief es ähnlich oder sogar noch "schneller".

    Ich rief an, um mal Infos zu bekommen wie lange die Wartezeiten sind. Dann hatte ich relativ zügig einen Termin bekommen (ich glaube, es waren 3 Wochen).

    Dort gab es dann 3 Bögen (2 für mich, 1 für meinen Mann) und ein Gespräch + EEG. Diagnose gab es direkt im Anschluß. Also tatsächlich Diagnose to go.

    Du kannst auch hier im Forum nachlesen, daß ich total verdattert war. Ich hab dann auch nochmal ein Gespräch mit dem Arzt gehabt zur Auswertung der Bögen.
    Er fand alles in allem so eindeutig, daß er keinerlei Zweifel an meiner ADHS hatte.


    Ich glaube, es hängt auch sehr an der Erfahrung des Arztes. Meiner macht zum Beispiel keine IQ Test oder Konzentrationstest. Das würde bei Kindern eher Sinn machen.

    Geh doch bei diesem Arzt mal durch die Diagnostik, vielleicht bist Du ja positiv überrascht.

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 49

    AW: Diagnose to go?

    Hey,

    danke für die Tipps. Die nötigen Schritte für die Diagnose habe ich mir schon durchgelesen. Aber wie schon geschrieben, weiß man das natürlich erst hinterher. ;-) Mich hatte nur die kurze Zeit bis zum Termin gewundert. Von anderen kenne ich das, dass sie mit Überweisung vom Hausarzt ein halbes Jahr auf einen Termin warten.

    Ob der Arzt "gut" ist, kann ich natürlich nicht beurteilen. Aber da sie da zufrieden ist, sich von ihm gut verstanden fühlt und das drumrum stimmt (nimmt sich genug zeit, macht im notfall auch kurzfristig termin, etc), wüsste ich nicht, warum ich nicht auch erstmal dort hingehen sollte. ;-)

    Knackbaron schreibt:
    Du scheinst dir ja schon, wenn ich nichts überlesen habe, auch ohne ärztliches Diagnose ziemlich sicher zu sein, dass du eine ADHS hast.
    Ein Bekannter von mir ist praktizierender Psychologe. Er hat es nicht diagnostiziert, aber mir nahegelegt, da mal nach gucken zu lassen. ;-) Sicher bin ich mir natürlich nicht, die Symptome stimmen, aber es könnte eben so gut eine Depression sein. Ich bin ja kein Fachmann ...

    Ich werd mal den Test machen und sehen, was rauskommt.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Diagnose to go?

    someGuy schreibt:
    Ich werd mal den Test machen und sehen, was rauskommt.
    Find ich sehr gut! Mach das, dann bist du schlauer! ;-D

  7. #7
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.212

    AW: Diagnose to go?

    @someGuy -
    In letzter Zeit nehmen die Folgen zu, vor allem das schnelle Abgelenktsein und ich befürchte, dass im Moment noch eine depressive Phase läuft. Ich kann mich noch weniger als sonst aufraffen, sitze manchmal stundenlang und vermeide zu tun, was ich tun sollte. Im Moment schiebe ich wieder alles auf die letzte Minute ... und langsam steigt die Angst, dass es mir irgendwann (vor allem finanziell) das Genick bricht.
    Schon das ist ein Grund, einen Arzt aufzusuchen!

    Und eine ADHS-Diagnose dient ja auch dazu, andere Leiden auszuschließen.

    Wäre doch schön, wenn die Jahrzehnte langen Bemühungen der Selbsthilfeorganisation dazu führen, dass sich die
    Versorgungslage für ADHS-Betroffene bessert.

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 49

    AW: Diagnose to go?

    Ok, ich hatte gerade mein Vorabgespräch und fühle mich nun tatsächlich "to go".

    Ich habe ca. 90 Minuten gewartet und war dann 20 Minuten bei ihr. Sie hat mir kurz den Ablauf erklärt, ich bekomme Anfang der Woche Blut abgenommen und soll mich selber um ein MRT kümmern. Dann gibt es zwei Termine (in zwei und in sechs Wochen).

    Der erste Termin soll ca. 20 Minuten dauern und die "Testung" beinhalten. Ich habe den FPI-R Fragebogen mitbekommen, den ich ausfüllen soll. Ich wurde gebeten Schulzeugnisse aus der Grundschule mitzubringen, obwohl das wohl optional sei. Es werden keine Bezugspersonen (weder ehemalige, noch aktuelle) dabei sein. Schon komisch. Den Test wird nicht sie, sondern "eine Kollegin" durchführen.

    Beim zweiten Termin wird dann das Ergebnis besprochen. Die Ärztin hat schon jetzt ziemlich Werbung für die medikamentöse Behandlung gemacht. Sagt, dass sie schon viele Patienten betreut, die die Medikamente sehr individuell nehmen (immer, nur zum Arbeiten, nur wenn Symptome sich verschlechtern), aber das wohl die meisten von ihrer neuen Leistungsfähigkeit begeistert sind.

    Alles in allem schon alles sehr komprimiert.

    Ich werde beim nächsten Termin mal in der Selbsthilfegruppe vorbeigucken und mich umhören, wo die anderen hingehen. ;-)

  9. #9
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.212

    AW: Diagnose to go?

    Hast du denn deine Befürchtung wegen depressiver Phase angesprochen?

    Hast du eine Strategie, wie du aus deiner geschilderten momentan Lethargie alleine raus kommst?

    Ich war am Wochenende bei einer Veranstaltung in punkto ADHS, habe jetzt leider keine Zeit, dir
    Zahlen zu schreiben, aber ADHS-Medikamente sind nun einmal sehr wirksam bei ADHS ..........

    Möchtest du gerne, dass dich die Ärztin ein halbes Jahr warten lässt?

    Immerhin wird bei dir auch ein MRT gemacht, das gab's bei mir nicht.

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 49

    AW: Diagnose to go?

    Wg. der depressiven Phase habe ich angesprochen, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass sie viel Notiz davon genommen hat.

    Eine Strategie habe ich nicht, nein. Resignation steht im Moment auf dem Plan ...

    Ich denke auch, dass die Medikamente sehr wirksam sind. Nur hätte ich natürlich gerne abgeklärt, dass gegen das richtige medikamentiert wird. ;-) Ich könnte mich mit der Mehrheit meiner Symptome genauso gut bei der Depression einordnen.

    Grüße

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