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Diskutiere im Thema Diagnose in der Kindheit, aber "bewußt" keine Medis? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 308

    Diagnose in der Kindheit, aber "bewußt" keine Medis?

    Hallo zusammen,

    auch auf die Gefahr hin, dass das hier schon gefragt wurde, ich hab nichts dazu gefunden:
    Hat jemand von euch die Diagnose in der Kindheit schon gehabt, aber keine Medis bekommen, weil die Eltern strikt dagegen waren?


    Also z.B. weil sie die Diagnose nicht für voll genommen haben, oder Therapie, "mal richtig austoben" für sinnvoller gehalten haben oder generell gegen Medis, speziell MPH waren
    Und wenn ja, wie steht ihr heute dazu?

    Gruß September

  2. #2
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.989

    AW: Diagnose in der Kindheit, aber "bewußt" keine Medis?

    Hallo,

    ich bin mir nicht ganz sicher,ob ich hier reinpasse,schlimmstenfalls bitte beschweren.

    Ich hatte keine gesicherte ADHS-Diagnose(die wurde hier regional augenscheinlich erst ab Mitte der 90er wirklich vergeben),sondern zunächst (ärztlich und psychologisch) eine MCD,dann HKS Verdachtsdiagnose.

    Beides wurde familiär komplett ignoriert,soweit das ging und wenn's zu richtig großen Schwierigkeiten kam,war "das Kind" halt "komisch"-wahlweise "unmöglich","unerträglich",o .a. .

    Die Konsequenzen hatte ich ebenfalls selbst auszulöffeln.

    Ich denke nicht mehr so oft darüber nach. Wenn,wünsche ich mir jedoch,es hätte Interventionen gegeben. Auch Medikamente. Ich würde meinen Kindern diese Hilfen nicht vorenthalten.

    LG v. Luftkopf

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 574

    AW: Diagnose in der Kindheit, aber "bewußt" keine Medis?

    Ich habe im Verlauf des Diagnoseverfahrens, während des Studiums, von meinen Eltern erfahren, dass der Schulpsychologe bereits den stark begründeten Verdacht gestellt hatte, dass ich sowohl ADHS, als auch eine Hochbegabung habe.
    Da meine Eltern aber strikt gegen Ritalin waren, kam diese Option gar nicht in Frage. Ganz nach dem Motto: Der Jung' ist klug genug, der kommt schon durch.

    Im Endeffekt hat diese Entscheidung größeren Schaden angerichtet, weil so viele Kompensationsstrategien entstanden sind, die mir jetzt das Genick brechen.

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 231

    AW: Diagnose in der Kindheit, aber "bewußt" keine Medis?

    Exul schreibt:
    Im Endeffekt hat diese Entscheidung größeren Schaden angerichtet, weil so viele Kompensationsstrategien entstanden sind, die mir jetzt das Genick brechen.
    wie war, wie war.

    thorsten

  5. #5
    Plaudertasche

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 1.112

    AW: Diagnose in der Kindheit, aber "bewußt" keine Medis?

    Hallo

    Bei mir wurde im Vorschulalter bereits eine ADHS (bzw damals POS) diagnostiziert und ich bekam eine Spieltherapie, jedoch keine Medis. Soweit so gut. Da ich im Weiteren in der Grundschule gute Leistungen erbrachte, schenkte man dem ganzen keine Beachtung mehr. Ich eckte zwar immer wieder bei meinen Mitschülern an, wurde gemobbt und auch zu Hause gab es aufgrund meiner ADHS die typischen Alltagsprobleme. Das wurde aber grosszügig ignoriert, weil von der Schule keine Beschwerden mehr kamen und mit zunehmendem Alter wurde ich auch zu Hause "pflegeleichter". Damit haben sie mir jedoch keinen Gefallen getan. Kann mich hier Exul nur anschliessen. Der Schaden, der aus der ungenügenden Behandlung und den schmerzhaften Erfahrungen entschanden ist, ist grösser, wie die Probleme durch die ADHS. Wobei ich davon überzeugt bin, dass mit mehr Verständnis und einem bedürfnisgerechteren Umgang auch einiges besser gelaufen wäre, unabhängig von einer Medikation.
    Geändert von Narya (28.09.2015 um 13:58 Uhr)

  6. #6
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: Diagnose in der Kindheit, aber "bewußt" keine Medis?

    Damals, wos bei mir aktuell war Anfang-Mitte der 90er Jahre, ist das Thema AD(H)S grade so in die Schulen durchgedrungen.

    Da musste man schon mega-mega-auffällig sein, mit großem Aggressionspotential oder einer extremen Hyperaktivität, damit da irgendwer was gemacht hat.

    Mein Psychologin fand mein allererstes Zeugnis so musterbeispielhaft für ADS, dass sie es sich gleich kopieren wollte, ihr Kommentar: "Mit diesem Zeugnis hätte man sie heutzutage sofort zum Kinder- und Jugendpsychiater geschickt!"

    Auch ich wurde mit den Jahren dann pflegeleichter - im Nachhinein gesehen lag das wohl eher daran, dass meine Eltern, besonders mein Vater, mit körperlicher Züchtigung und Drohungen "erzogen" haben und ich einfach aus Angst das getan habe was von mir erwartet wurde um möglichst nicht wieder aufzufallen - schön war das aber nicht.

    Angeeckt bin ich trotzdem auch noch - hauptsächlich in der Schule habe ich, wenn überhaupt, nur einzelne Kinder gehabt mit denen ich gespielt habe - aus der Schule kamen irgendwann auch keine Klagen mehr, weil ich auch dort irgendwann möglichst unauffällig war um ja nicht aufzufallen. Die schlechten Leistungen blieben, aber die wurden auf Lustlosigkeit und Renitenz geschoben, da ein Legastenietest negativ ausgefallen war... es herrschte die Meinung vor: "Wenn sie will, dann kann sie schon!"

    Daher sahen meine Eltern auch keine Veranlassung irgendetwas zu unternehmen - sie sind bis heute auch der Meinung, dass sie alles richtig gemacht hätten. Schließlich hätte ich doch studiert und außerdem würde ich einer geregelten Arbeit nachgehen...

    Was aber gut war bei meinen Eltern, dass ich (außer wenn ich mal wieder Hausarrest hatte) frei draußen rumtollen durfte. Ich war viel im Wald, am Bach oder später dann auch mit meinen Gassihunden unterwegs - das fand und finde ich schon toll dass das möglich war...

    Im Fernsehen, in einer Doku, habe ich mal von einem Jungen gehört, der bewusst keine Medikamente bekommen hat und eben viel zur Ergo- und Spieltherapie geht. Auch kommt diesem Kind wohl eine sehr hohe Empathie seitens des Elternhauses entgegen - was seiner Entwicklung natürlich auch zuträglich ist. Des Weiteren wurde da der Verdacht schon im Kindergarten geäußert und die Eltern sind sofort aktiv geworden.

    Ich weiß nicht ob mir Tabletten geholfen hätte - vielleicht schon, aber ein empathisches und verständnisvolles Umfeld mit viel Liebe und positiver Zuwendung hätte mir bestimmt bei weitem mehr geholfen...

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 36

    AW: Diagnose in der Kindheit, aber "bewußt" keine Medis?

    Hi,

    einen Verdacht hatte man bei mir als Kind auch - meine Eltern haben sich jedoch gegen eine Diagnose und Medikamente entschieden. Jetzt bin ich 30, und will das angehen. Es geht sicherlich auch ohne - aber wie es mit gewesen wäre oder sein kann, werde ich jetzt herausfinden...

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