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Diskutiere im Thema Wirklich ADHS? Zweifel an der Diagnose im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 67

    Frage Wirklich ADHS? Zweifel an der Diagnose

    Hallo liebe Chaoten,

    ich bin neu, was das schreiben angeht, neu hier. Vor der eigentlichen Vorstellung also erstmal das, was mir wirklich unter den Nägeln brennt.
    ich bin 43 Jahre alt, habe zwei Kinder und wohne in Köln.

    Seit ca. 1,5 Std (alleine heute) lese ich mich hier durch das Forum und fange an (nicht erst seit dem Forum, aber das unterstreicht das noch einmal), an meiner Diagnose (gestellt von der Uni Köln) zu zweifeln.

    Wie gesagt lese ich jetzt schon seit ca. 1,5 Std. und mit der Konzentration klappt es bisher ganz gut. Zugegebener Maßen wird sie langsam weniger, aber den Sinn der Texte verstehe ich dennoch.

    Wenn ich mich also für etwas wirklich interessiere, fällt mir die Aufmerksamkeit mit ruhiger Umgebung nicht schwer, wenn ich mich hingegen nur krampfhaft versuche zu konzentrieren, weil es einfach sein muss (im Job, bei Streitgesprächen mit meinem Mann, bei Schulgeschichten meiner Kinder), komme ich auf keinen grünen Zweig.

    Ja, eine innere Unruhe habe ich auf jeden Fall und auch nicht zu knapp, aber wenn ich mich im Bekanntenkreis umhöre, kennen das auch viele andere.

    Ja, als Kind galt ich oft als unruhig, aber insgesamt kann ich mich recht wenig an meine Kindheit erinnern, was ich bei der Uniklinik auch so angab.

    Ich weiß aber noch, dass ich Hausaufgaben und so weiter selten gemacht habe, was mich aber auch nicht weiter gekratzt hat. Durch die Schule habe ich mich so durchgeschlingelt und gerade als Teenie war mir Spaß wichtiger als lernen. Was aber wohl auch vielen nicht ADHSlern so geht.

    Eine Teenie Freundin ist sich ohnehin sicher, dass ich ADHS habe, aber meine Tante, eine Erzieherin im Kindergarten, glaubt dies nicht. Das hat sie auch so bei der Uniklinik geäußert.

    Als sehr belastend empfinde ich meine Vergesslichkeit. Ich kann mir kurzfristig einige Dinge so gut merken, dass ich in der Klausur eine 1 schreibe, aber sobald ich aus der Prüfungssituation raus bin, weiß ich noch nicht mal mehr die Fragen, die gestellt wurden. Und einige Wochen später auch nicht mehr die Antworten. Wenn ich mein Mann z.B. etwas verletzendes zu mir sagt und ich mi fest vornehme, ihn nächsten Tag noch mal darauf anzusprechen, weiß ich am nächsten Tag nur noch, dass mich das Gesagte verletzt hat, aber nicht mehr, was er genau gesagt hat.

    Außerdem kann ich mich mit einer entsprechenden Geräuschkulisse in der Mehrzahl der Fälle auch nicht konzentrieren. Überhaupt empfinde ich Musik meistens als äußerst störend.

    Auch meine körperliche Aktivität kann ich locker auf einen ganzen Tag auf der Couch mit Fernsehen oder lesen begrenzen.

    Wenn ich allerdings eure Leidenswege lese, ist Konzentration ja quasi ausgeschlossen.

    Die Uniklinik hat niemanden aus meinem derzeitigen Umfeld befragt, nur meine Tante zu meiner Kindheit. Häufig musste ich Antworten, dass ich mich nicht erinnern kann, wie es damals war. Oft musste ich Dinge einschätzen, wo ich gar nicht wusste, was normal ist. z.B. (wahrscheinlich wurde die Frage gar nicht gestellt, aber ich kann mich an die Fragen nicht erinnern) wie gut meine Konzentration ist auf einer Skala von 1 bis 6. Woher soll ich das bitte wissen. Womöglich empfinde ich die als sehr gut, im Vergleich zum Durchschnitt ist die aber unter aller Kanone...

    Nach Diagnosestellung war ich bei einem (angeblich auf ADHS spezialisierten) Therapeuten. Der bemängelte als erstes, dass die Uni kein EEG gemacht hat. Und bei meiner Vergesslichkeit, bräuchte ich doch sicher auch ein CT. Und ich sollte doch auch gleich mal überprüfen, ob ich mit der Vergesslichkeit eigentlich arbeitsfähig wäre.

    Also habe ich mich aufgemacht zu einer Neurologin (angeblich auch auf ADHS spezialisiert). Die hat sich während unseres Gespräches ihre Fingernägel betrachtet und über die Aussagen des Therapeuten gelächelt. Vergesslichkeit wäre schließlich ein Symptom von ADHS, ein EEG hat sie nur unter Protest gemacht, mich nur einmal nach dem TSH wert gefragt und ein CT ohne weitere Untersuchung kategorisch ausgeschlossen.

    Sie war dann doch verwundert, dass es bei der Uniklinik keine körperliche Untersuchung gab, hat sich dann überwinden können, bei mir wenigstens mal einen Streichtest zu machen (die Seitengleichheit soll überprüft werden indem sie gleichzeitig rechts und link über verschiedene Körperteile streicht) Sie war dann doch zunächst sehr überrascht, dass ich links weniger fühle als rechts, hat das dann aber mit einem Schulterzucken und 'och, dass ist dann halt mal so' abgetan. Als ich nicht sofort auf ihre Medikamente angesprungen bin, wurde ich belächelt und mir wurde gesagt, 'ja, ja, probieren sie es ruhig mit ihrem Therapeuten. Aber was soll der schon bringen, der kann auch nicht zaubern'....

    Ob andere Diagnosen ausgeschlossen wurden??? Kann ich nicht beurteilen. Ich weiß nicht, ob die Uniklinik irgendwelche speziellen Fragen hat, die für den Patienten nicht eindeutig, für die Ärzte aber schon sind. ???

    Was haltet ihr von dieser Art der Diagnosestellung? Ist hier irgendwas schief gelaufen? Fehlt eindeutig und ganz dringend etwas? Sind die Ärzte vielleicht schon betriebsblind (lesen im Zeugnis, dass man unangepasst und lebhaft war und schon hat man ADHS)?

    Ich bin gerade sehr verunsichert und wüsste gerne eure Meinung. Natürlich weiß ich, dass ihr (wahrscheinlich überwiegend) keine Ärzte seid und Ferndiagnosen sich eigentlich ohnehin verbieten, aber ich nagel euch ja auch nicht auf irgendwas fest. Ich hätte einfach gerne mal eure Meinung, weil ich einfach extrem verunsichert bin.

    Vielen lieben Dank schon mal für eure Hilfe!

    Espresso

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.927

    AW: Wirklich ADHS? Zweifel an der Diagnose

    espresso schreibt:
    Wenn ich mich also für etwas wirklich interessiere, fällt mir die Aufmerksamkeit mit ruhiger Umgebung nicht schwer, wenn ich mich hingegen nur krampfhaft versuche zu konzentrieren, weil es einfach sein muss (im Job, bei Streitgesprächen mit meinem Mann, bei Schulgeschichten meiner Kinder), komme ich auf keinen grünen Zweig.

    Wenn ich allerdings eure Leidenswege lese, ist Konzentration ja quasi ausgeschlossen.
    Huhu!

    Du widersprichst du aber schon ein wenig selbst ...

    Ich kann mich absolut super konzentrieren - manchmal sogar über Stunden -, wenn mich etwas interessiert. Da habe ich absolut kein Problem und zumeist ist dann auch die Umgebung völlig egal. Aber wenn mich etwas absolut nicht interessiert, bin ich raus aus der Nummer und dann ist es wurscht, wie ruhig es gerade ist. Blöd ist, dass man sich das eben nicht immer aussuchen kann ... - Ich habe nur ein Vorteil, dass ich mich wirklich für viele Sachen interessieren kann.

    Und das ist überhaupt kein Ausschluss, das ist sogar recht "normal" bei AD(H)S und wenn es ganz arg ist, nennt man das auch Hyperfokus und das ist nicht immer gut, weil neben einem die Welt untergehen könnte und man bekäme es nicht einmal mit. Dabei kann man leicht Raum und Zeit vergessen oder auch über seine Kräfte gehen.

    Dein Problem - entschuldige meine Direktheit - ist gerade, das "ein bisschen AD(H)S" in jedem Menschen steckt, es aber bei "echtem AD(H)S" eben durchaus zu einer Belastung wird. Und jetzt überlege mal, ob die Konzetration oder der Mangel davon im Job, beim Streitgespräch oder auch bei Schulgeschichten nicht doch belastend ist? - Nur um bei diesem Thema zu bleiben. - Ich nehme doch mal an, du wärst nicht auf die Idee gekommen, nach irgendwas zu suchen, wenn du nicht durchaus eine gewisse Problematik gesehen hättest. Ich meine, man sucht ja nicht nach einer Diagnose aus Jux und Tollerei, oder?


    Dazu sollte man vielleicht erwähnen, dass hier im Forum ja eben überwiegend die Leute sind, die Probleme haben. Manche davon sind auch sehr heftig, das ist wahr. Aber das ist ja u.a. der Sinn dieses Forums, der Austausch und vielleicht gegenseitige Hilfe zu finden.

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 305

    AW: Wirklich ADHS? Zweifel an der Diagnose

    espresso schreibt:

    Wenn ich allerdings eure Leidenswege lese, ist Konzentration ja quasi ausgeschlossen.

    ...


    Was haltet ihr von dieser Art der Diagnosestellung? Ist hier irgendwas schief gelaufen? Fehlt eindeutig und ganz dringend etwas? Sind die Ärzte vielleicht schon betriebsblind (lesen im Zeugnis, dass man unangepasst und lebhaft war und schon hat man ADHS)?

    Ich bin gerade sehr verunsichert und wüsste gerne eure Meinung. Natürlich weiß ich, dass ihr (wahrscheinlich überwiegend) keine Ärzte seid und Ferndiagnosen sich eigentlich ohnehin verbieten, aber ich nagel euch ja auch nicht auf irgendwas fest. Ich hätte einfach gerne mal eure Meinung, weil ich einfach extrem verunsichert bin.

    Vielen lieben Dank schon mal für eure Hilfe!

    Espresso
    Hallo Espresso, da hast du ganz recht, niemand hier wird eine Diagnose bestätigen oder widerlegen können/wollen

    Dein obiger Satz ... "Konzentration ja quasi ausgeschlossen" ist mir gleich aufgefallen. ADHS bedeutet nicht, dass man sich nicht konzentrieren kann.
    Man kann sich durchaus konzentrieren, manchmal sogar überdurchschnittlich gut, nur - um es mal salopp zu sagen - man kann sich meist nicht aussuchen, worauf, und das ist das Problem.

    Was mich mal interessieren würde, da du ja scheinbar wirklich daran zweifelst, ADHS zu haben, wie bist du da überhaupt auf die Idee gekommen bzw. aus welchem Anlass wurde deine Untersuchung überhaupt vorgenommen?

    Gruß September
    die auch vor vielen Jahren noch dachte, ADHS haben nur diese wilden kleinen Jungs, das hat nix mit mir zu tun - ich kann stundenlang auf der Couch liegen und lesen

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 67

    AW: Wirklich ADHS? Zweifel an der Diagnose

    Hallo September,

    vielleicht ist das auch noch mein Problem, dass ich auch noch zu sehr an die wilden, kleinen Jungs denke...
    Habe vor einigen Jahren mal einen Bericht darüber gesehen, den ich immer noch im Kopf habe und von diesem armen Kind bin ich wirklich Lichtjahre entfernt.

    Und tatsächlich habe ich irgendwie, nach dem lesen einiger Beiträge, gedacht, dass sich ADHSler gar nicht konzentrieren können.

    Ich bin selber auf die Idee gekommen, weil ich vor allem meine Vergesslichkeit als sehr störend empfinde. In den letzten Jahren habe ich häufiger den Job gewechselt und musste mir von den neuen Kolleginnen immer wieder sagen lassen: "aber das habe ich dir doch schon zwei mal erklärt, warum weißt du das denn immer noch nicht." und ich immer gedacht habe: "ach echt, hab ich noch nie von gehört...???". Auf der Suche nach Ursachen bin ich damals (vor fast zwei Jahren) auf eine ADHS Seite gestoßen, wo man einen kleinen Test machen konnte und ich mich im Ansatz auch wiedererkennen konnte. Aber im Vergleich zu anderen hier, habe ich, meines Erachtens nach, eben nur sehr schwach ausgeprägte Symptome.

    Vielleicht ist das aber auch reines verleugnen. Wie war das mit den 5 Phasen bis man etwas akzeptiert...? :-)

    Schönen Gruß

    Espresso

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 67

    AW: Wirklich ADHS? Zweifel an der Diagnose

    Hallo Chaos Queeny,

    hmm, hatte dir irgendwie schon geantwortet, aber die Antwort taucht hier nicht auf. Habe ich mich wohl verklickt.

    Also erstmal: ich bin ein absoluter Fan von Direktheit, indirekte Kommunikation ist mir zu anstrengend! Insofern: immer raus damit!

    Mich interessieren vordergründig auch erstmal viele Sachen, aber sobald ich an der Oberfläche gekratzt habe, verschwindet das auch schnell wieder. :-)

    Hyperfokus (tolles Wort übrigens) kann ich auf jeden Fall ausschließen. Dazu stören mich Geräusche zu sehr. ;-)

    Klar ist das belastend, aber ich dachte halt, andere Leute haben auch so ihre Probleme ich wollte nicht auf hohem Niveau jammern, wo es doch offensichtlich noch viel schlimmere Fälle von ADHS gibt. Ich fand meine Probleme, im Vergleich zu dem, was ich hier so gelesen habe, so klein, dass ich dachte, bestimmt ist es das doch nicht. So schlimm is' es ja gar nicht.

    Zu dem, dass ich mir selber widersprechen würde: das Zitat habe ich mir noch mal durchgelesen, kann aber keinen Widerspruch finden: Hilfst Du mir bitte noch mal auf die Sprünge?
    Habe schon lange gemerkt, das meine Ausdrucksweise von der anderer Menschen öfters mal abweicht.

    Danke schon mal und schönen Gruß
    Espresso

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.927

    AW: Wirklich ADHS? Zweifel an der Diagnose

    Okay, ich bin leider für meine Direktheit manchmal eher berüchtigt, als berühmt. Aber manchmal kann ich einfach so schwer drumherum reden ...


    Du jammerst nicht auf hohem Niveau, wenn du deine Probleme beschreibst und nach Hilfe suchst.

    Ich sag mal ganz profan, der, der sich einen halben Daumen abschneidet ist ja auch nicht wirklich besser dran, als der, der sich den ganz abgeschnitten hat und selbst, der, der ihn sich arg angeritzt hat, wird vielleicht nicht die "gleichen Schmerzen" haben, aber zumindest für eine Weile ähnliche Auswirkungen.

    Und wenn du sogar bis in die Diagnostik gegangen bist, dann hast du eindeutig Probleme und fast ein jeder hier freut sich mit dir, wenn sie wirklich nicht so schwerwiegend sein sollten und / oder du (dadurch?) (schnellere?) Hilfe bekommen kannst. - Mach dir also da mal keine Sorgen, das ist ja hier kein Wettbewerb, wer am stärksten oder schwächsten betroffen ist. - Hoff ich zumindest.


    Naja, du schreibst einerseits, dass du dich eben gut konzentrieren kannst, wenn u.a. die Voraussetzungen dafür stimmen und andererseits hast du offenbar grosse Probleme damit, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen und ein Stück weiter, dass Konzentrationsmangel eine Vorraussetzung für AD(H)S ist und das der bei dir ja nicht vorliegen würde. - Allerdings liegt der ja genau doch bei dir vor, denn du kannst dir ja weder immer aussuchen, worauf du dich zu konzentrieren hast, noch die Rahmenbedingungen bestimmen und unterliegst also eher einem Konzentrationsmagel als einer zufriedenstellenden Konzentration, wenn man das dann vermutlich in Realation zueinander betrachtet.

  7. #7
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 305

    AW: Wirklich ADHS? Zweifel an der Diagnose

    Hallo Espresso,

    wenn ich an meine eigene "Erkenntnisphase" zurückdenke, und das ist jetzt so 10 Jahre her, fallen mir viele Hochs und Tiefs ein, zum einen Erleichterung, endlich wußte ich, warum ich "so" bin, andererseits auch die unschöne Erkenntnis, das ist jetzt für immer, keine dumme Angewohnheit, die ich mir abtrainieren kann oder irgendwas in der Art.
    Das zu akzeptieren war nicht so leicht.
    Selbst die positiven Seiten zu entdecken und anzuerkennen ist immer wieder eine Herausforderung.

    Und immer wieder gibt es Phasen, in denen ich monatelang irgendwie zurechtkomme und ADHS überhaupt kein Thema ist, dann wieder Phasen, in denen ich festgefahren bin und gar nichts mehr geht und ich wieder von vorn anfangen muß.
    Und so wie viele hier habe ich schon verschiedene Medikamente und andere Behandlungsformen versucht, manches hilft, manches nicht, man weiß es immer erst wenn es funktioniert - oder eben auch nicht....
    Also was ich eigentlich sagen/fragen will, nur so als Anregung und eher theoretisch, also ich erwarte jetzt keine Antwort, was willst du mit dem Wissen anfangen - was würde die Erkenntnis Diagnose stimmt oder stimmt vielleicht doch nicht - an deinem Leben ändern?
    Gruß September

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 67

    AW: Wirklich ADHS? Zweifel an der Diagnose

    Hallo September,

    vielen Dank, dass Du mir diesen Einblick gewährst! Bin manchmal noch etwas weinerlich, wenn ich merke, dass es andere Menschen gibt, denen es nicht soviel anders geht wie mir.

    Manchmal bin ich mir ganz sicher, dass ich es mit Medis probieren will und dann denke ich wieder, dass ich jetzt ja über 40 Jahre auch ohne durchs Leben gekommen bin, da werde ich die restlichen 40 doch wohl auch noch ohne schaffen.
    Ich arbeite im medizinischen Bereich (nichts mit ADHS) und sehe viele Patienten mit totalem Nierenversagen aufgrund von Medikamenten. Und ich habe einfach auch Angst vor den Nebenwirkungen. Auch wenn die Neurologin das als absurd abgetan hat...
    Die Zeit wird sicher noch einige Erkenntnisse bringen und mich auch zu einer Entscheidung führen.

    Vielen Dank Dir und auch Queeny für die Unterstützung!

    Lieben Gruß

    Manuela

  9. #9
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.727

    AW: Wirklich ADHS? Zweifel an der Diagnose

    Hallo Espresso und herzlich willkommen,

    nein, dass Konzentration quasi ausgeschlossen ist, stimmt so nicht. Manche ADHS-ler haben auch erfolgreich studiert bevor sie von ihrer Diagnose wussten, das wäre ohne Konzentration nicht einfach. Eher dass man die Konzentration nicht steuern kann, vor allem wenn es einen nicht packt.

    Ich gehe schon davon aus dass die Diagnostik gründlich war. Gerade Unikliniken gelten als nicht vorschnell und bejahen ADHS im Zweifel eher nicht.

    EEG und CT gehören nicht zur leitlininiengerechten Diagnostik, wohl aber ein Fremdbeurteilungsfragebogen, und zwar auch für die aktuelle Symptomatik, nicht nur die in der Kindheit.

    Was möchtest du mit einer Diagnose denn anfangen? Welche Schwierigkeiten hast du außer deiner Vergesslichkeit?

    Angst vor Nebenwirkungen musst du nicht haben, und 40 Jahre wäre nicht zu spät um mit Medis anzufangen.

    Und zwar weil die möglichen Nebenwirkungen* gegenüber den möglichen Wirkungen völlig vernachlässigbar sind. Damit meine ich bspw. alleine die höhere Wahrscheinlichkeit als (unbehandelter) ADHS-ler bei einem Unfall durch Nachlässigkeit verletzt oder getötet zu werden. Und die Folgekrankheiten, die man durch den Stress bekommt, den ein ADHS-Leben (unbehandelt) mit sich bringt.

    * Wenn man bestimmte Gegenanzeigen vorher ausgeschlossen hat.

    Ich habe noch nie davon gehört, dass jemand Nierenversagen auf Grund von Stimulanzien in bei ADHS üblicher Dosierung bekommen hätte.

    Wenn sich die Lebensqualität wie bei mir (ich war 38, das war vor 11 Jahren) so deutlich durch die medikamentöse Behandlung verbessert, gerade auch im Privatleben was ich gar nicht erwartet hatte, lohnt sich ein Behandlungsbeginn auch mit über 70.

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.927

    AW: Wirklich ADHS? Zweifel an der Diagnose

    Ich bin auch über 40 und habe mit den Medikamenten jetzt erst angefangen. Einige hier im Forum waren sogar noch älter. Manchmal erreicht man unter Umständen halt einen Punkt, wo man alleine oder mit anderen (Therapie)Versuchen nicht weiterkommt. Es ist ein möglicher Weg - kein Muss!

    Ich habe selbst jetzt ein paar Jahre auch immer gedacht: "Nee, das brauchst du nicht, du schaffst es auch so!", aber mein Alltag und die Erfahrungsberichte hier haben mir gezeigt, dass ich es vielleicht doch etwas leichter im Leben haben könnte, denn vielleicht muss ich auch nicht immer mit dem Kopf durch die Wand, wenn daneben doch eine Tür ist. An ein paar Stellen kam ich nämlich einfach nicht mehr wirklich weiter, wenn ich ehrlich bin. Das war mein Punkt. Wie es langfristig weitergeht, wird die Zeit zeigen ...

    Ängste sollte man schon ernst nehmen, glaube ich. Und jedes Medikament hat ja nun mögliche Nebenwirkungen oder es besteht auch die Gefahr, dass es zu Schädigungen kommt. Das abzuwägen ist sicherlich nicht verkehrt. Weisst du denn, welche Medikamente die Ursache für die Erkrankungen deiner Patienten ursächlich sein könnten? Manchmal kann man es ja vielleicht doch ausmachen, weil ein Medikament einer Langzeitbehandlung zugeordnet werden kann oder so was ... - Mir ist jetzt kein Mensch bekannt, der aufgrund einer AD(H)S-Medikamentation körperlich "nachhaltig" erkrankt ist. Aber das hat natürlich nicht ganz so viel zu sagen ... - Andererseits habe ich schon viel über die Folgen von unbehandeltem AD(H)S gehört und das teilweise von Menschen, die ich kenne oder kannte. Aber behandelt heisst ja nicht zwangsläufig medikamentös.


    Ich denke, komm erst einmal an - hier im Forum und vielleicht auch in deiner Diagnose und lass das Alles erst einmal sacken. Das Ganze ist ein Prozess, ein Weg und der kann vielfältig aussehen, also lass dir die Zeit, die du brauchst, um deinen zu finden. - Als ich das erste Mal mit AD(H)S konfrontriert wurde, da stürmte auf mich auch eine ganze Menge ein und das zu sortieren, zu verarbeiten und auch zu werten (wobei man nicht jeder Quelle unbedingt blind vertrauen sollte), das ist ein ganzes Stück Arbeit.

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