Hallo

Ich hatte in der Schule bereits grosse Auffälligkeiten. Nach dem Kindergarten hies es ich müsse die Einführungsklasse besuchen. So zu sagen 2x die 1. Klasse machen da ich noch nicht bereit sei für die Schule. Die Einführungsklasse besuchte ich ohne Probleme. Schwierigkeiten gabs dann in der 2. bis 6. Klasse. Meine Noten waren mal alle gut, dann wieder alle schlecht. Es wurde auch diskutiert dass ich evtl. unterfordert sei und es womöligch besser sein könnte wenn ich ins Gymnasium gehen würde. Das war glaube ich in der 4. oder 5. Klasse. Nichts destotrotz schaffte ich dann die 3. beste Aufnahmeprüfung für die Oberstufe ich konnte es selbst irgendwie nicht glauben, aber gut. Konnte mich dann mit Müh und Not 2 Jahre lang in der Bezirkschule halten. Hatte dann irgendwie die Schnaue voll und ging dann in die Sekundarschule. Da war es irgendwie auch nicht besser

Die Lehrstellensuche gestaltete sich dann auch eher schwierig. Ich wollte eine Ausbildung als Kaufmann machen. Fand dann eine Lehrstelle brach diese aber wieder ab. Durfte dann im gleichen Betrieb eine Ausbildung zum Lastwagenführer machen. In der Berufsschule hatte ich wieder die gleichen Probleme wie zuvor in den obligatorischen Schuljahre. Hörte auch oft ich sei zu faul und wolle einfach nicht... ich glaube sowas kennen die meisten Chaoten?! Im 3. Lehrjahr hatte ich dann einen schweren Arbeitsunfall. War dann 1.5 Jahre Arbeitsunfähig, durfte wieder lernen zu laufen und war 1 Jahr lang im Krankenhaus/Rehaklinik. Begleitet wurde diese Zeit von einer Depression und Suchterkrankung. Heute ist mir klar wieso ich damals so viel Speed konsumierte. Es ging mir einfach besser damit. Ich war ruhiger, konnte mich besser konzentrieren, konnte angefangenes zu Ende führen, hatte mich selber besser unter Kontrolle... Die Ausbildung konnte ich nicht beenden, war aber noch bei einigen Transportunternehmer als Lastwagenführer angestellt, verlor aber dann meinen Führerschein wegen Fahren unter Betäubungsmitteln. So versuchte ich dann wieder Fuss zu fassen im Büro. Arbeitete in Call Centern oder bei Versicherungen im Backoffice. Leider gabs auch da so einige Probleme. So folgte dann der Gang zum RAV und später die Anmeldung beim Soz.

Letztes Jahr nahm ich einen erneuten Anlauf um die Ausbildung zum Lastwagenführer abzuschliessen. Unter anderem musste ich eine Vertiefungsarbeit über das Alphorn schreiben. Mir selber ist aufgefallen dass ich keinem Arbeitsplan folgen kann und häufig was anfange aber dann nicht zu Ende bringen kann, sondern schon wieder an was anderem arbeite. Auch sind mir viele Flüchtigkeitsfehler aufgefallen, sowie dass meine Konzentrationsfähgkeit nicht wie bei anderen ist vor 9 Monaten lernte ich dann meine Freundin kennen. Sie unterstützte mich tatkräftig bei meiner Arbeit und war auch eine grosse Stütze und Antrieb für mich. Ihr fiel auf dass ich oft nervös, zapplig, verträumt war/bin. Auch dass wenn ich einkaufen gegangen bin, trotz Einkaufszettel, meistens 1 bis 3 Sachen nicht eingekauft wurden. Sie fragte mich dann ob mir dies auch aufgefallen sei und ob mit mir alles in Ordnung sei. Ich sagte ihr dann dass ich evtl AD(H)S haben könnte, da dies schon bei meinem Bruder diagnostiziert wurde. Darauf drang sie mich doch checken zu lassen. Gesagt, getan. Die Diagnose habe ich nun seit 2 Wochen und bin nun echt erleichtert. So vieles macht nun Sinn