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Diskutiere im Thema Wie seid ihr zu einer Diagnose gekommen? (Erwachsene) im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren f√ľr ADHS / ADS und nicht-medikament√∂se Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #21
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 261

    AW: Wie seid ihr zu einer Diagnose gekommen? (Erwachsene)

    Hallo,

    bei mir war es auch ein langer Weg bis zur Diagnose.
    Da ich dieses alles ungern nochmal schreiben und diesen Thread hier auch nicht "vollm√ľllen" m√∂chte, kannst du das ganze gerne hier nachlesen.

  2. #22
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.977

    AW: Wie seid ihr zu einer Diagnose gekommen? (Erwachsene)

    Verzeihung bitte,wenn jedoch der Beginn der Auff√§lligkeiten in der fr√ľhen Kindheit wegf√§llt,lassen sich die Symptome kaum noch korrekt zuordnen,da es viele √úberschneidungen z.B.mit Pers√∂nlichkeitsst√∂rungen gibt,welche sp√§ter "ausbrechen".

    Der Wegfall dieses Kriteriums wäre also,imho,katastrophal.

  3. #23
    seit 01.12.2012

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 113

    AW: Wie seid ihr zu einer Diagnose gekommen? (Erwachsene)

    luftkopf33 schreibt:
    Verzeihung bitte,wenn jedoch der Beginn der Auff√§lligkeiten in der fr√ľhen Kindheit wegf√§llt,lassen sich die Symptome kaum noch korrekt zuordnen,da es viele √úberschneidungen z.B.mit Pers√∂nlichkeitsst√∂rungen gibt,welche sp√§ter "ausbrechen".

    Der Wegfall dieses Kriteriums wäre also,imho,katastrophal.
    Ich denke, das dadurch erst die Personen in den Genuss einer ADHD- Behandlung kommen, die sich erst sehr sp√§t diagnostizieren lassen (Bsp. Alter 40+). Da gibt es oft niemanden mehr, der Aufschluss √ľber das Verhalten in der Kindheit geben k√∂nnte (Bsp. Eltern dement oder tot. Ebenso die Lehrer oder Erzieherinnen von damals). oft wissen die betreffenden dies ja selber nicht mehr, wie sie damals auf andere in der Schule oder Kindergarten gewirkt haben).

    Die könnten dann auch von den ADHS- Medis profitieren.

    Zudem denke ich, das eine " Lebensgeschichte" mehr und genaueren Aufschluss einer m√∂glichen ADHS aufzeigt und zu einer sichereren Diagnose f√ľhrt, als man sie je bei Kindern stellen k√∂nnte.

    Denn Kinder können in Ihrem Alter wohl kaum schon eine entsprechende "Lebensgeschichte" aufweisen, die eine etwaige ADHS widerspiegelt.

    Das es im Kindesalter dann eher zu eine Fehldiagnose kommen kann, könnte ich mir persönlich vorstellen.

    Aber das ist meine ganz pers√∂nliche aktuelle Meinung dazu, und ich will nicht behaupten, das ich an die nichts kommen lassen w√ľrde. Aktuell sehe ich dies aber so.
    Geändert von nando (10.09.2015 um 16:32 Uhr)

  4. #24
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Wie seid ihr zu einer Diagnose gekommen? (Erwachsene)

    Wie die Jungfrau zum Kind....

    Meine Diagnose habe ich mir selbst erstellt...

    Es ging damit los das ich wegen meines Kindes mit im Kinderklinikum diagnostiziertem (Damals HKS) ADHS von Pontius zu
    Pilatus rennen musste.. Psychologe, Verhaltenstherapie, Ergotherapie etc.
    Bei seiner 1. Klasse in der Schule musste ich Ihn mit viel Phantasie das Alphabet bildlich machen was mir gut gelungen ist.
    Danach Stunden um Stunden um ihm den Lernstoff auf zu bereiten und ihn runter zu bringen da durch seine Blockade
    der ganze Kerl aufgebracht war...
    Lange Rede kurzer Sinn... Das ganze war ein Deja Vu...

    Meine damalige Verzweiflung beim Versuch den Lernstoff zu verstehen, die Probleme mit den Mitsch√ľlern, die Tagtr√§umereien
    die mir seitens der Lehrer einen unschönen Spitznamen einbrachten....
    Eine Odyssee der Kindheit... Verständnisslosigkeit aus der Erwachsenenwelt.
    Kurz zur Erkl√§rung... Ich bin in S√ľdamerika geboren und aufgewachsen was das ADHS durch die
    starke Strukturierung des Schulsystems und durch die Freiheit draußen auf der Straße etwas verschleiert/abgemildert hat.

    √úbrigens wurde mir vom Arzt meines Sohnes mitgeteilt das ADHS vererbt wird!!! Also meine Frau ist ganz O.K. bleibt also nur noch einer.

    In Behandlung bin ich erst seit einem Halben Jahr mit Strattera wegen Herz-Kreislauf Anomalien bedingt durch das ADHS.

  5. #25
    F√ľhlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 304

    AW: Wie seid ihr zu einer Diagnose gekommen? (Erwachsene)

    Das Problem mit dem Auftreten in der Kindheit ist ja, dass es bei vielen Erwachsenen schlicht und einfach heute nicht mehr feststellbar ist.
    Das bedeutet aber nicht, dass es keine Symptome gab.
    Und auch heute gibt es noch so viele, die mögliche Symptome ignorieren oder ganz anders interpretieren.

    Ich denke, erstens, dass da noch viel geforscht wird und die Diagnosekriterien sich wohl noch oft ver√§ndern und weiterentwickeln werden und zweitens, dass wir wohl damit leben m√ľssen, dass immer ein gewisser hoffentlich kleiner Prozentsatz an Fehldiagnosen in beiden Richtungen m√∂glich sind, und das betrifft ja nicht nur ADHS.

  6. #26
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.977

    AW: Wie seid ihr zu einer Diagnose gekommen? (Erwachsene)

    nando schreibt:
    Ich denke, das dadurch erst die Personen in den Genuss einer ADHD- Behandlung kommen, die sich erst sehr sp√§t diagnostizieren lassen (Bsp. Alter 40+). Da gibt es oft niemanden mehr, der Aufschluss √ľber das Verhalten in der Kindheit geben k√∂nnte (Bsp. Eltern dement oder tot. Ebenso die Lehrer oder Erzieherinnen von damals). oft wissen die betreffenden dies ja selber nicht mehr, wie sie damals auf andere in der Schule oder Kindergarten gewirkt haben).

    Die könnten dann auch von den ADHS- Medis profitieren.

    Zudem denke ich, das eine " Lebensgeschichte" mehr und genaueren Aufschluss einer m√∂glichen ADHS aufzeigt und zu einer sichereren Diagnose f√ľhrt, als man sie je bei Kindern stellen k√∂nnte.

    Denn Kinder können in Ihrem Alter wohl kaum schon eine entsprechende "Lebensgeschichte" aufweisen, die eine etwaige ADHS widerspiegelt.

    Das es im Kindesalter dann eher zu eine Fehldiagnose kommen kann, könnte ich mir persönlich vorstellen.

    Aber das ist meine ganz pers√∂nliche aktuelle Meinung dazu, und ich will nicht behaupten, das ich an die nichts kommen lassen w√ľrde. Aktuell sehe ich dies aber so.
    Nat√ľrlich ist das Fehlen solcher direkter "Zeitzeugen" f√ľr √Ąltere ein Problem. Keine Frage.
    Nur,das man gar nicht wahrgenommen hat,anders zu sein(besonders so ab der Pubertät )wäre dann doch eher ungewöhnlich.

    Vielleicht w√§re den √Ąlteren eher geholfen,wenn der Nachweis durch Zeugnisse und Aussagen Dritter ab dem dritten Lebensjahrzent nicht mehr ganz so stark gewichtet w√ľrde?

    Kinder m√ľssen keine entsprechende Biographie vorweisen,da die Symptome im Kindesalter noch nicht durch evtl.andere Erkrankungen verf√§lscht sind. Beachtet werden m√ľssen nat√ľrlich evtl.problematische famili√§re Strukturen,die Verhaltensst√∂rungen ausl√∂sen k√∂nnen,die manchmal f√ľr ADHS gehalten werden.

    Die Lebensgeschichte ist,u.a.wg.der möglichen Komorbiditäten und deren Einfluss auf die aktuelle Symptomatik,nur bei Erwachsenen von Bedeutung.

    Dies ist nur mein kleiner Einwurf-Du darfst nat√ľrlich bei Deiner Meinung bleiben.
    Geändert von luftkopf33 (10.09.2015 um 20:34 Uhr)

  7. #27
    seit 01.12.2012

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 113

    AW: Wie seid ihr zu einer Diagnose gekommen? (Erwachsene)

    luftkopf33 schreibt:
    Nat√ľrlich ist das Fehlen solcher direkter "Zeitzeugen" f√ľr √Ąltere ein Problem. Keine Frage.
    Nur,das man gar nicht wahrgenommen hat,anders zu sein(besonders so ab der Pubertät )wäre dann doch eher ungewöhnlich.
    Vielleicht w√§re den √Ąlteren eher geholfen,wenn der Nachweis durch Zeugnisse und Aussagen Dritter ab dem dritten Lebensjahrzent nicht mehr ganz so stark gewichtet w√ľrde?

    Kinder m√ľssen keine entsprechende Biographie vorweisen,da die Symptome im Kindesalter noch nicht durch evtl.andere Erkrankungen verf√§lscht sind. Beachtet werden m√ľssen nat√ľrlich evtl.problematische famili√§re Strukturen,die Verhaltensst√∂rungen ausl√∂sen k√∂nnen,die manchmal f√ľr ADHS gehalten werden.
    Die Lebensgeschichte ist,u.a.wg.der möglichen Komorbiditäten und deren Einfluss auf die aktuelle Symptomatik,nur bei Erwachsenen von Bedeutung.
    Dies ist nur mein kleiner Einwurf-Du darfst nat√ľrlich bei Deiner Meinung bleiben.
    OK, - ich will mal zum besseren Verst√§ndnis erz√§hlen, wie das bei mir war. Nat√ľrlich spiegelt meine Meinung, die ich zuvor dar√ľber geschrieben hatte, meine pers√∂nliche Erfahrung wieder.

    Ich bin zur Welt gekommen, da waren meine Eltern nicht mehr ganz so jung. Ich habe noch eine 4 Jahre ältere Schwester (das nur am Rande).

    Ich wurde vor gute 2 Jahren auf ADHS diagnostiziert. Bei meinen Eltern wurden Krankheiten Tabuisiert. Es "... ging einen doch immer gut", geschwächelt wurde nie. Meine Muter habe ich bis heute vielleicht erst 3-4 mal zum Arzt gehen sehen.

    Und zu Hause, da lief alles glatt mit der Erziehung, - das sagt sie jedenfalls immer, - auch wenn das nicht stimmt. Der Vater meost auf der Arbeit, die Mutter Hausfrau. Ich war niemals im Kindergarten. Nie in einem Sportverein oder sonstigem. Auch meine Schwester nicht.

    Als ich auf ADHS untersucht werden sollte und ich dazu nahe Verwandte Personen mit in die Praxis bringen sollten, gab es da keinen. Meine Mutter h√§tte niemals zugegeben, das ich schwierig war, oder das ich Sie als Kind oft zum weinen brachte. "War doch alles ok. Wie nun mal Kinder so sind ...", sagt sie immer. Sie gab Schwierigkeiten niemals zu. Auch nicht mir gegen√ľber. Erst Recht nicht vor fremden, - wie etwa einem Arzt.

    Meine Schwester tendiert mit zunehmenden Alter in etwa die gleiche Richtung wie meine Mutter. Mein Vater war fast immer auf Arbeit und hat von der Situation zu Hause nicht viel mit bekommen. Zu sonstigen Verwandten war der Kontakt nie so intensiv, das man mit Ihnen √ľber solche Themen gesprochen h√§tte. Somit fand sich f√ľr mich niemals jemand, den ich h√§tte f√ľr eine Fremdanamnese h√§tte gebrauchen k√∂nnen.

    Ich wurde schon damals so mit etwa 6 oder 7 Jahren von einem Kinderpsychologen untersucht. Ich habe bis heute noch nicht von meinen Eltern erfahren, was der Anlass war, weshalb Sie mich solch einer Untersuchung unterzogen. Der damalige Arzt stellte mir Fragen und ich musste Geschicklichkeitsaufgaben und Denkaufgaben lösen. Angeblich gab es im Ergebnis keine besonderen Auffälligkeiten, sagte mir meine Mutter. Ich denke, sie wird die Wahrheit irgendwann mal mit ins Grab nehmen.

    Ich habe oft versucht, etwas aus Ihr heraus zu bekommen. Keine Chance. Ich gab Ihr sogar ein dickes Buch √ľber ADHS zum lesen. Ich bekam es nach einer Weile ohne Worte zur√ľck, ohne feedback, wie sie es fand. Ich weis nicht einmal, ob sie es √ľberhaupt gelesen hatte.

    Sie kann mit ADHS rein gar nichts anfangen. Meine Schwester hatte mit mir fr√ľher, in der Grundschule, bis sp√§t in die Nacht Hausaufgaben gemacht, die mir im Bett immer einfielen und vergessen hatte, am Tage zu machen. Heimlich, damit meine Eltern nichts merkten, kam sie dann zu mir ins Zimmer und wir gingen dann meine Aufgabenhefte durch. Ich Meist unter Tr√§nen bis zur Verzweiflung, da ich ich trotz aller Anstrengungen nichts davon verstand und behalten konnte.

    Ich bin oft schlafgewandelt, n√§sste mich noch bis ca. 8 Jahren nachts und manchmal tags√ľber ein, hatte Albtr√§ume und auch sonst ein- und Durchschlafprobleme. Meine Mutter hatte aus heutiger Sicht sehr unp√§dagogische Methoden, mir die Hausaufgaben einzutrichtern. Ohne Pausen und eigentlich immer mit Geheule. Ohne Frust, √Ąngsten und Geschrei lief das nie ab.

    Später in der Grundschule ging ich noch bis in der 4. Klasse zur Hausaufgabenhilfe nach der eigentlichen Schule nochmals in die Schule. Die 3. Klasse wiederholte ich auf Anraten der Lehrer. Ich war sehr wissbegierig und suchte immer eine Antwort auf ein "warum". 'Dumm bin ich entgegen meiner lebenslanger Zweifel bis vor 2 Jahren in der Psychiatrie nach erfolgtem IQ-Test, nachweisbar nicht.

    Ich hatte schon zu Beginn der Schulzeit viele Zwangshandlungen. ( wie z√§hlen, alles musste im Winkel und paralell liegen, sammeln, Kontroll- und Waschzw√§nge, etc. und leichte motorische Ticks wie Augenzwinkern. Nicht immer durchgehend gleich ausgepr√§gt, aber eines war immer pr√§sent und es wiederholte sich irgendwann wieder). Ich bin immer schon sehr angespannt und verspannt. F√ľhle mich meist immer schon stark unter Strom.

    Ich war sehr depressiv als Kind oder vielmehr melancholisch. Das Gef√ľhl, allzeit anders zu sein im Handeln und dem, was ich dachte, war allgegenw√§rtig. Ich f√ľhlte mich zu anderen Kindern /Menschen einfach nicht 'kompatibel'.

    Und das weis ich noch ganz genau; ich war sehr j√§hzornig und oft sehr frustriert. Ich malte mir als Kind immer aus, wie ich an anderen Rache nehmen k√∂nnte, wenn ich mal gro√ü bin. Ich war sehr naturverbunden als Kind und wie auch heute noch, - sehr Tierlieb. Es tut mir mehr Leid Tiere leiden zu sehen, als Menschen, - irgendwie verr√ľckt.

    Ich war immer sehr vorsichtig und alles andere als draufgängerisch. Stand aber gerne im Mittelpunkt, wozu es dennoch Letzt endlich nie kam. Ich nahm meist die Außenseiterrolle ein, da ich in der Gemeinschaft eher unter ging. Ich hasste damals wie heute Teamarbeit und Teamsport.

    Fu√üball mochte ich aus diesen Gr√ľnden nie, was mich auch wiederum zum Au√üenseiter machte, - da es ja alle m√∂gen. P√§sse spielen, schnell Entscheidungen treffen, f√ľr andere die Verantwortung √ľbernehmen und dann der Buhmann zu sein, wenn ich ne Torchance versemmelt habe.. Mit all dem konnte ich im Teamsport nicht umgehen. Selbstwertgef√ľhl hatte ich nie. Ein Held war ich auch nie. Ich spiele gerne und gut Tischtennis, wo ich auf mich alleine gestellt bin und f√ľr mich alleine √ľber Sieg oder Niederlage verantwortlich bin.

    Es gab so viele Anhaltspunkte, die als Kind n√ľtzlich gewesen w√§ren, von anderen zu erfahren. Und wenn auch nur zur Best√§tigung und Best√§tigung meiner Aussagen.

    Es wird einfach von den √Ąrzten gefordert, die "Fremdanamnese", um eine m√∂gliche ADHS mit Beginn vor dem 6./7. Lebensjahr zu belege.

    Was, wenn jemand keine Beweise mehr daf√ľr liefern kann? Soll er dass keine ADHS- Diagnose bekommen, keine ADHD-Therapie und keine ADHS-Medikamente?

    Daher bin ich der Meinung, das solches 'Beweismaterial dritter' mit dem Hintetgrund, eine ADHS zu rechtfertigen, die das KO-Kriterium etf√ľllt und besagt, dad das Kind bereits mit dem 6./7. Lebensjahr die entsprechenden Kriterien einer ADHS erf√ľllt haben soll, √úberbewertet wird.

    Ich finde es gut, das sie unterst√ľtzend heran gezogen wird, aber nicht wie oft zu einer Bedingung f√ľr eine ADHS-Diagnose gemacht wird.

    Ich hatte gro√ües Gl√ľck, das meine Grundschulzeugnisse noch von der Schule archiviert waren, so das ich sie mir nochmals einholen konnte. Alle Schreibhefte von fr√ľher. Alle Unterlagen der Grundschule wurden von meinen Eltern aus f√ľr mich unerkl√§rlichen Gr√ľnden entsorgt worden. Sicher wieder mal in einem Ihrer Aufr√§umwahn's. Ich katte nichts mehr, mit dem ich eine Handschrift r√ľckwirkend auf ADHS h√§tte analysiere lassen k√∂nnen. Nicht einmal ein einziges Bild, das ich als Kind gemalt hatte, existiert noch.

    Auf meine Grundschulzeugnisse gehe ich hier nicht mehr ein, aber ich hatte sie hier schon mal beschrieben: https://adhs-chaoten.net/ads-adhs-er...tml#post363961

    Die Grundschulzeugnisse sind die einzigste Bestätigung auf meine Beschreibung meiner Kindheit. Keine Eltern oder sonstige Verwandte!

    Aus dem Grund denke ich, das eine Lebensgeschichte aussagekr√§ftiger f√ľr eine ADHS-Diagnose sein k√∂nnte. Das muss nat√ľrlich nicht richtig sein, bin aber auf Grund meiner ganz pers√∂nlichen Erfahrung in meinem Fall zu dieser Meinung gekommen.

    Sorry f√ľr den ewig langen Text. Ich muss mich wieder bremsen, k√∂nnte noch immer weiter schreiben. Aber wenn ich mich erst mal in Rage schreibe und mir viel zu etwas einf√§llt, kann ich nicht mehr aufh√∂ren zu schreiben. Ich denke immer, alles w√§re relevant und zum besseren Verst√§ndnis, mich zu erkl√§ren und erw√§hnenswert. Daher der lange Text.
    Geändert von nando (11.09.2015 um 11:29 Uhr) Grund: Schreibfehler korrigiert in Text ergenzt

  8. #28
    F√ľhlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 304

    AW: Wie seid ihr zu einer Diagnose gekommen? (Erwachsene)

    nando schreibt:
    Meine Mutter hätte niemals zugegeben, das ich schwierig war, oder das ich sie als Kind oft zum weinen brachte. "War doch alles ok. Wie nun mal Kinder so sind ...", sagt sie immer. Sie gab Schwierigkeiten niemals vor mir zu. Erst Rech nicht vor fremden, - wie etwa einem Arzt.

    ....
    Sie kann mit ADHS rein gar nichts anfangen..
    Genau sowas meine ich mit "Symptome ignorieren".

    Meine Mutter fand fr√ľher auch so die typischen Dinge, wie "wenn du willst, kannst du doch", aber auch, "du bist so labil, du l√§√üt dich nur gehen" usw und heute wei√ü sie nichts mehr davon. Na ein bi√üchen schusselig ist jeder mal, aber heute ist das gleich ne Krankheit, na sowas hast du doch nicht.
    Ich denke, sie kommt nicht damit klar, dass die ganzen Sorgen, die ihr Leben bestimmt haben (und sie viel Kraft gekostet haben), am Ende "nur" an ein paar fehlgeleiteten Botenstoffen hängen sollen.
    Und ich kenne noch einige, die so oder √§hnlich denken, weil sie schon allein die Vermutung einer St√∂rung als Stigma empfinden. Da werden lieber 1000 Entschuldigungen f√ľr das Fehlverhalten gefunden, es wird von der "kranken" Gesellschaft geredet, Scherben aufgesammelt und vertuscht was das Zeug h√§lt.
    Also, der Nachweis, dass die Symptome schon in der Kindheit da waren, wird f√ľr einige immer schwierig bleiben.

  9. #29
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.977

    AW: Wie seid ihr zu einer Diagnose gekommen? (Erwachsene)

    OT an

    Hey nando,
    genau wegen solcher Sachen schrieb ich ja,die Fremdanamnese könnte weniger stark gewichtet werden. Das meinte ich damit.
    Es tut mir leid,da einen wunden Punkt getroffen zu haben,das war selbstverständlich nicht meine Absicht.

    Dennoch ist die Diagnose bei Kindern auch so korrekt möglich und nötig. Das bleibt Fakt.

    OT aus.

    Ich selbst habe-nur nebenbei-eine nicht unähnliche Odyssee hinter mir,wie Du meinem Profil entnehmen kannst.

    LG
    Geändert von luftkopf33 (11.09.2015 um 11:56 Uhr)

  10. #30
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 33

    AW: Wie seid ihr zu einer Diagnose gekommen? (Erwachsene)

    Moin Moin,

    ich wurde jahrelang wegen "Depressionen" behandelt aber weder die Medikamente, noch die Klinikaufenhalte bewirkten eine Verbesserung. Immer wieder auf und ab, immer wieder neue Jobs und Katastrophen.

    Vor 2 Jahren galt ich als austherapiert und mir wurde gesagt "Dann m√ľssen sie halt jeden Tag Beruhigungstabletten nehmen (Tavor)!".

    Soweit so gut, fing ich wieder eine Ausbildung an und halb mich mit einer Selbstmedikamentation √ľber Wasser gehalten aber es erfolgte nat√ľrlich wieder der Zusammenbruch aufgrund von mangelnder Konzentration, Frust, Depression, Hoffnungslosigkeit und Angst.

    Meine Psychiaterin sprach mal ADHS an, ich meldete mich auch in einer Klinik an und sagte dann kurz vorher ab, ich weiß nicht warum...ich konnte mir ADHS nicht vorstellen ? Hatte Angst ?

    Nachdem ich wieder kurz davor war, die Ausbildung abzubrechen traf ich eine Person mit ADHS und wir haben viel und lange geredet, zusammen einen Selbsttest im Internet gemacht und es war erschreckend. Ab zum Facharzt, der hat mit mir einen kurzen Test gemacht und dann direkt beschlossen das ich wieder kommen soll, mehr Zeit mitbringen soll etc.

    Bei den Fragebögen mußte ich erschreckend oft zustimmen, meine Zeugnisse sprachen Bände und die Aussagen von Lehrern (Grundschule und danach) ebenfalls.

    Jetzt habe ich seit knapp 2 Wochen die Diagnose und bekomme Medikinet.


    (Eine Lehrerin meinte, als ich 8 Jahren alt war, ich hätte eine Verhaltensauffälligkeit. Ich wurde dann zum reiten statt zum Arzt geschickt... ich will mir nicht ausmalen, wie mein Leben hätte verlaufen können!)

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