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Diskutiere im Thema MPH nach positivem Drogentest im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #11
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: MPH nach positivem Drogentest

    Die Selbstmedikation mit Cannabis ist natürlich bei ADHS häufig. Rechtlich ist es zumindst für den verschreibenden Arzt problematisch, wenn er vom Cannabis-Konsum weiss und BTM-pflichtige Medikamente verschreibt.

    Ich finde es ehrlich gesagt, suboptimal (ich wollt erst schreiben : schön doof), wenn man bekifft zur Diagnostik geht. Selbstmedikation hin oder her.

    Ich würde dann 3 Monate Cannabis-Abstinenz fordern und (auf Kosten des Patienten selber) auch laborchemisch nachweisen lassen. Und dann im Verlauf der späteren Stimulantienbehandlung natürlich überprüfen.

    Ich weiss, dass es zahlreiche Ärzte gar nicht überprüfen oder Ihnen es gleich ist. Mir persönlich nicht.

    Das hat nichts damit zu tun, ob ich Cannabis gefährlicher oder harmloser als andere Gesellschaftsdrogen finde. Es hat etwas damit zu tun , dass die Selbstmedikation genau in die Hirnbereiche eines hoch vulnerablen Gehirns eingreift, die man ja durch die ADHS-Behandlung erfassen will.

    Wie sollte ich den Effekt von Medikamenten und / oder Therapie erfassen, wenn Jemand kifft ?

  2. #12
    Lou


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 254

    AW: MPH nach positivem Drogentest

    Zunächst einmal ist es auch die Frage, ob jemand weiterhin Dauerkonsum betreibt oder den Konsum, in Aussicht passender Medikamente - inzwischen eingestellt hat.
    Die Konzentration lässt sich messen.

    Nur: Geht jemand vom Dauerkonsum zum Gelegenheitskonsum über (auch für den Termin), ist der Wert immer noch so hoch, dass er sich nicht klar bestimmen lässt -
    es sei denn, es liegt eine halbe Ewigkeit dazwischen.

    Ja, CH LIE etc. sind deutlich liberaler, aber v.a. mehr wissentschaftlich denn ideologisch orientiert, aber wer in DE lebt, muss mit den deutschen Eigenheiten und Maßstäben leben.

    Bei dem von mir erwähnten Arzt war es z.B. so, dass Kokain-Dauerkonsum die Wahrscheinlichkeit einer MPH-Verschreibung erhöht hat, Tests folgten natürlich trotzdem.
    Wissentschaftlich der bessere Ansatz.

    Nur eines sollte klar sein: Selbstmedikation - auch und gerade bei Dauerkonsum - darf niemals bedeuten, sich im 24/7-Vollrausch zu befinden und entsprechend angeschlagen beim Arzt vorstellig zu werden, denn dann ist eine ablehnende Haltung sogar vernünftig.

    Aber auch hier: Wie vorher in diesem Thread schon erwähnt: Konsum-Einstellung fordern und für eine Übergangszeit "überwachen", danach muss - bei entsprechender Kooperation - Schluss sein mit negativer Sonderbehandlung.

    Du machst das schon, ganz sicher!


    EDIT: ***wissenschaftlich***

  3. #13
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 23

    AW: MPH nach positivem Drogentest

    web4health schreibt:

    Ich finde es ehrlich gesagt, suboptimal (ich wollt erst schreiben : schön doof), wenn man bekifft zur Diagnostik geht. Selbstmedikation hin oder her.
    Finde es ein bisschen dramatisch dargestellt wen ich einen Tag vorher wieder mal einen gekifft habe, davon auszugehen das ich ~13 Stunden später bekifft bei der Diagnose sitze.


    Heute kam ein Anruf vom Psychologen, dass mein Hämoglobin-wert (rote Blutkörperchen) erhöht ist und das mal checken sollte, auf die Urinprobe ist er in keinster Weise eingegangen. Ich dachte mir eigentlich das wenn überhaupt die Laboruntersuchung der Blutprobe länger dauert als die Untersuchung des Urins, oder darf er so etwas nicht am Telefon besprechen?

  4. #14
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: MPH nach positivem Drogentest

    Na ja... Dramatisch wollte ich es nicht darstellen.

    Aber mal ganz ehrlich : Entweder man ist strohdämlich, wenn man vor einer häufig Wochen bis Monate vorher feststehenden Diagnostik beim Therapeuten noch seinen Joint raucht. Oder das Suchtproblem ist doch stärker, als Du es wahrhaben willst.

    Sorry, wenn ich das jetzt so dramatisierend oder besserwisserisch darstelle.

    Aber ein solches Verhalten geht mir auch nach ca 15 Jahren Erfahrung im ADHS-Bereich nicht in den Kopf. Ich verstehe es einfach nicht....

    Die Urindiagnostik dauert meist länger, da es in einem anderen Labor gemacht wird und eingeschickt wird. Aber wenn der Psychologe es weiss, ist es ja eh bekannt.

  5. #15
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 23

    AW: MPH nach positivem Drogentest

    Das es nicht gerade der intelligenteste Schachzug war ist mir auch klar, auch wenn die Einsicht etwas spät kommt (ok es war strunzdumm). Der Psychologe weiß vom Cannabiskonsum allerdings nicht das ich einen Tag vor der Diagnostik noch einen geraucht habe.

    War leider so naiv zu glauben das ich nicht direkt an dem Tag an dem ich die Fragebögen ausgefüllt habe und ans EEG angeschlossen wurde noch einen Drogentest machen muss, da er es vorher in keinster Weiße erwähnt hat.

  6. #16
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: MPH nach positivem Drogentest

    Wir sollten uns aber alle klar darüber sein, dass der Besitz von illegalen Betäubungsmitteln verboten ist. Das Kiffen setzt somit eine Straftat voraus und wir wollen hier nicht positiv über Straftaten reden.

    Es ist auch nicht erlaubt, dass der Arzt BtM-Medikamente verschreibt, wenn der Patient ein kriminelles Verhältnis zu BtMs hat. Ich sehe in diesem Fall keinen medizinischen Nutzen.

    Gesendet von meinem GT-I9300 mit Tapatalk

  7. #17
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 8

    AW: MPH nach positivem Drogentest

    Steintor schreibt:
    Es ist auch nicht erlaubt, dass der Arzt BtM-Medikamente verschreibt, wenn der Patient ein kriminelles Verhältnis zu BtMs hat. Ich sehe in diesem Fall keinen medizinischen Nutzen.
    Entschuldigung, ich bin zwar neu hier und möchte ungern "alten Hasen" widersprechen, aber die obige Aussage ist totaler Quatsch. Es ist durchaus erlaubt (manchmal sogar erwünscht; Stichwort Opiatsubstitution), dass ein Arzt BTM-Medikamente an Personen verschreibt (oder ausgibt), die ein "Kriminelles Verhältnis" zu BTM-Substanzen haben. Auch wird einer unter starken Schmerzen leidenden Person selbstverständlich ein BTM-Medikament verschrieben, wenn dies medizinisch angezeigt ist. Völlig unabhängig davon, ob diese Person kifft. Alles andere wäre unterlassene Hilfeleistung.

    Richtig ist, dass es für Menschen die unerlaubt BTM-Substanzen konsumieren, bestimmte zusätzliche Sorgfaltsanforderungen bei der Verschreibung gibt. Sei es im Hinblick auf das zu verwendende Rezept oder im Hinblick auf die Abgabeform. Dennoch kann der Arzt, wenn er dies für angezeigt hält, auch schwerst Drogenabhängigen Betäubungsmittel verschreiben. Ein gesetzliches Verbot existiert nicht.

    Und letztlich: Ob eine Medikation einen medizinischen Nutzen hat, können wir alle hier nicht beurteilen. Das kann nur der Arzt im Ausgangsfall.

  8. #18
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: MPH nach positivem Drogentest

    Es gibt die klaren Leitlinienempfehlungen, dass man bei Drogenabhängigkeit des Patienten oder aber Kontakt zur Szene auf die Verschreibung von Psychostimulanzien bei ADHS verzichtet und dann eher Strattera, Elontril oder zukünftig viellicht Guanfacin verordnet. Der Arzt muss also vor der Verordnung die Zuverlässigkeit des Patienten und seines Umfeldes prüfen.

    Letztlich leiden aber dann alle ADHSler darunter, wenn einzelne ADHSler es besser wissen und trotz der Regelungen der BTM-Therapie kiffen. Weil damit nur alle Vorurteile zu ADHS bestätigt werden.

    Und für den verordnenden Arzt kann es sehr wohl zu rechtlichen und kassenrechtlichen Problemen kommen, wenn er zu leichtfertig BTM verordnet. Die SUBSTITUTION ist eine Form der Behandlung. Bisher wird kein Mensch behaupten, dass man ADHS mit Cannabis substitutieren sollte oder gar muss. Dann gibt es noch genug nicht-medikamentöse Behandlungsstrategien.

    Und ich finde auch, dass man durchaus erwarten kann und muss, dass ein ADHSler auf Cannabis und andere Drogen verzichtet, wenn er denn medikamentös mit einem BTM-Mittel behandelt werden will.

  9. #19
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.932

    AW: MPH nach positivem Drogentest

    Wenn man jetzt wegen Schmerzen vielleicht einmal im Vierteljahr oder einmal im Halbjahr kifft, weil es einfach Linderung bringt und man es nicht mehr aushält - also nicht AD(H)S bedingt - und die Ärzte es einfach nicht über Jahre geregelt bekommen wirksame Schmerzmittel, die einen nicht im Nebenwirkungssumpf versacken lassen, zu finden, dies dann aber bei der Medi-Einstellung erwähnt, bekommt man deswegen Probleme? Find ich ehrlich gesagt ziemlich heftig ...

    Sollte nicht eher geklärt werden, ob nun bereits wirksame Medis gefunden worden sind und ob das Kiffen überhaupt noch im Raum steht und darauf das Augenmerk legen?

  10. #20
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 8

    AW: MPH nach positivem Drogentest

    web4health schreibt:
    Es gibt die klaren Leitlinienempfehlungen, dass man bei Drogenabhängigkeit des Patienten oder aber Kontakt zur Szene auf die Verschreibung von Psychostimulanzien bei ADHS verzichtet und dann eher Strattera, Elontril oder zukünftig viellicht Guanfacin verordnet. Der Arzt muss also vor der Verordnung die Zuverlässigkeit des Patienten und seines Umfeldes prüfen.
    Aus den Leitlinien: "Bei komorbider Suchterkrankung wird eher zum Einsatz von Pharmaka vom Nicht-Stimulanzien-Typ geraten."

    Diese Formulierung ist keineswegs "klar", sie spricht vielmehr dafür, dass bei den Autor*innen der Leitlinie eher keine Einigkeit über das Vorgehen herrscht. Hinzu kommt noch, dass eine wirkliche Prüfung des Umfeldes eines jeden Patienten doch völlig fern jeder realistischen Möglichkeit ist. Was ist denn das genaue Umfeld? Und was ist "Kontakt zur Szene"? Man zeige mir einen Studenten, der niemanden kennt, der kifft. Ein völlig abwegiges Kriterium. Und eine Freude für jeden Juristen.

    Darüberhinaus handelt es sich auch lediglich um eine Leitlinie mit keinerlei verbindlichem Charakter und ohne jegliche haftungsrechtliche Bedeutung für den Arzt.


    Ich will hier gar nicht darüber streiten, dass es natürlich klüger ist, nicht zu kiffen, gerade wenn man an ADHS erkrankt ist. Das steht außer Frage. Grundsätzlich empfiehlt es sich bei neurologischen Erkrankungen immer, möglichst keine psychoaktiven Substanzen zu konsumieren, die nicht ärztlich verordnet sind. Der Punkt ist also geschenkt.

    Die Ausgangsfrage des Threaderstellers war es jedoch, ob trotz Kifferei eine Verschreibung von MPH möglich ist. Und die Antwort auf die Frage ist Ja, es ist möglich. Ob es sinnvoll ist muss der behandelnde Arzt entscheiden. Aber das war auch gar nicht gefragt.

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