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Diskutiere im Thema Kann ich der Diagnose vertrauen? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 8

    Kann ich der Diagnose vertrauen?

    Hey ihr lieben Chaoten,

    dies ist mein erster Beitrag, also erstmal ein liebes "Hallo" und ein großes "Danke" an Euch. Allein durch das Mitlesen hab ich schon eine Menge gelernt. Ich habe allerdings auf eine Frage keine eindeutige Antwort finden können. Da ich mich noch nicht vorstellen kann, muss ich dafür etwas ausholen Aaaaalso:

    Ich bin männlich, 31, Jura-Student und schon seit langer Zeit steht bei mir der Verdacht auf ADHS im Raum. Schon in der Schule haben meine Lehrer immer wieder den verdacht geäußert, aber da ich immer relativ geschmeidig durchgekommen bin ohne Hausaufgaben, Lernen usw und meine Eltern mit anderen Dingen beschäftigt waren, kam es nie zu einem Diagnose-Verfahren. Bin dann an die Uni und hab mich erstmal mit allem beschäftigt, aber nicht mit Jura...Feiern, Partys, Drogen, Sex...sowas halt.

    Aber auch als ich diese wilde Phase hinter mir hatte und regelmäßig an Vorlesungen etc. teilgenommen habe, bin ich wieder ohne Lernen o.ä. durchgekommen. Hab mir maximal vor Klausuren mal die Vorlesungsunterlagen durchgelesen, mehr aber nicht. Trotzdem hab ich die Schwerpunktbereichsprüfung (sowas wie die Abschlussprüfung an der Uni vor dem großen Staatsexamen) so gut abgeschlossen wie niemand zuvor in diesem Bereich (will nix heißen - diese Prüfung gibt es erst ein paar Jahre).

    Als danach aber die Vorbereitung auf das Examen anstand, war ich völlig aufgeschmissen. Es ist einfach viel zu viel Kram, den man wissen muss, als dass ich mich weiter hätte durchmogeln können. Ich musste also lernen, aber erstens wusste und weiß ich nicht wie und zweitens war dauernd die Konzntration weg. Mir ging es immer schlechter, ich konnte mich nicht mehr aufraffen irgendwas zu machen und so kam ich irgendwann dazu, mir mal nen Psychologen zu suchen, allerdings nicht wegen ADHS, sondern weil ich dauernd Panikattacken hatte und auch akut depressionsverdächtig war. Bei dem bin ich seitdem und dieser Psychologe hat immer mal wieder anklingen lassen, dass er sich durchaus vorstellen könnte, dass ich ADHS habe. Er kenne sich da aber nicht so aus. Nach Ewigkeiten (ca. 1,5 Jahre) hab ich den Wink dann mal ernst genommen und hab mich im Frühling in Bielefeld auf ADHS testen lassen. Die Frau die das macht soll DIE Expertin hier in Bielefeld sein und nach allem was ich hier im Forum so gelesen habe, lief die testung auch vorschriftsmäßig...also Schulzeugnisse, Angehörigengespräch, diverse Fragebögen, Computertests, Spiele mit Bauklötzen (wtf?), EEG, Bluttests und weiß der Geier was noch.

    Das Problem ist: Das Ergebnis ist nicht eindeutig.Nach den Kriterien von ICD-10 und DSM-V habe ich ADS (ohne Hyperaktivität, was auch stimmt, ich bin sowas von hypoaktiv), nach den Utah-Kriterien aber nicht, eben weil weder früher noch heute körperliche Hyperaktivität vorliegt. Außerdem sei laut der Testung die Beurteilung aufgrund der vorliegenden Depression und hypochondrischen Störung schwierig.

    Mein Psychiater will nun trotzdem eine Therapie mit Methylphenidat starten, "versuchsweise" wie er sagt. Auch, weil alle Arten von Antidepressiva nix gebracht haben. Ich bin mir da aber nicht sicher, eben wegen dem nicht eindeutigen Ergebnis. Ich finde mich zwar bei sehr sehr vielen Dingen, die hier berichtet werden, sehr gut wieder, aber als Hypochonder ist das nicht besonders aussagekräftig. Lese ich was über Diabetes, hab ich wahrscheinlich Diabetes...

    Die Frage an Euch alle ist also: Inwiefern kann ich der Diagnose vertrauen und macht es Sinn, "versuchsweise" MPH zu nehmen? Danke schon mal für Eure Antworten und sorry für den Roman

  2. #2
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.214

    AW: Kann ich der Diagnose vertrauen?

    Hallo jollybotch,

    danke für deinen langen Beitrag.

    Also hypochondrisch bin ich auch.

    Sag mal, was hast du eigentlich für eine Handschrift?
    Flüssig oder ermüdet deine Hand schnell?

    Ich frag das nur mal so, weil ich viel Erfahrung habe mit Kindern,
    und die mit Sauklaue haben häufig ADHS, aber es gibt auch
    welche, die wie gemalt schreiben (eher Mädchen).

    Also, ich will heute endlich nicht so spät ins Bett, deshalb mache ich
    es kurz: Mit deinem Hintergrund würde ich das Angebot,
    "versuchsweise" Methylphenidat zu nehmen aufgreifen.

    Allerdings bin ich der Meinung, dass man mit sehr kleinen Dosen
    und sehr langsam starten sollte. Natürlich bin ich keine Ärztin, aber
    von Experten habe ich es immer wieder gehört. Wenn es nichts bringt,
    kannst du jederzeit aufhören.

    Vor allem kannst du dich mal auf eine andere Säule der Behandlung von ADHS
    stürzen, die Psychoedukation. Klick mal auf den Link in meiner Signatur.
    Dann musst du aber Punkt 1 erst mal ausklammern.

    Alles Gute!
    Gretchen

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 718

    AW: Kann ich der Diagnose vertrauen?

    Hi, Hi, jollybotch, ADHS gibt´s auch als ADS ohne Hyperaktivität. Da muss auch nicht unbedingt in der Kindheit Hyperaktivität vorhanden gewesen sein. Auch wenn diese Aussage hier wieder als Gotteslästerung gewertet wird: Ich würde die Diagnose-Klassifikationssysteme nicht als Gott anbeten. Diese Klassifikationssysteme kamen und kommen zu nicht irrelevanten Teilen durch politische Kriterien mit zustande in den kriterien für die Diagnose. Methylphenidat: Wieso sollte man dir davon abraten? Dazu außerdem: die Dosis und das Präparat müssen stimmen, das ist mitunter Feintuning hoch 3. Lies dich um hier im Forum ansonsten und mach dich weiter schlau. Über 600.000 Beiträge bieten theoretisch Lesestoff bis zum Lebensende

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 8

    AW: Kann ich der Diagnose vertrauen?

    Hallo Gretchen, Hallo ChaotSchland,

    vielen Dank für Eure Antworten. Besonders für den Link, Gretchen. Auch wenn es mich gerade etwas "erdrückt", dass so viel Arbeit und Umgewöhnung auf mich zukommt, finde ich es doch sehr motivierend, dass es einen "Plan" gibt, wie man mit der Krankheit umgehen kann. Auch dieses Forum ist super und voller toller Informationen, die mir bestimmt helfen werden (auch wenn ich wahrscheinlich nicht alle 600.000 Beiträge schaffen werde).

    @Gretchen: Meine Handschrift ist lesbar, wenn ich mir Mühe gebe. Wenn ich unter Zeitdruck schreibe, tendiert sie eher Richtung Hieroglyphen Das hat aber nichts mit Ermüdung zu tun, sondern wohl eher damit, dass ich mich entweder darauf konzentriere WIE ich schreibe, oder Darauf WAS ich schreibe.

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.731

    AW: Kann ich der Diagnose vertrauen?

    jollybotch schreibt:
    Das Problem ist: Das Ergebnis ist nicht eindeutig.Nach den Kriterien von ICD-10 und DSM-V habe ich ADS (ohne Hyperaktivität, was auch stimmt, ich bin sowas von hypoaktiv), nach den Utah-Kriterien aber nicht, eben weil weder früher noch heute körperliche Hyperaktivität vorliegt. Außerdem sei laut der Testung die Beurteilung aufgrund der vorliegenden Depression und hypochondrischen Störung schwierig.

    Mein Psychiater will nun trotzdem eine Therapie mit Methylphenidat starten, "versuchsweise" wie er sagt. Auch, weil alle Arten von Antidepressiva nix gebracht haben. Ich bin mir da aber nicht sicher, eben wegen dem nicht eindeutigen Ergebnis.

    (...)

    Die Frage an Euch alle ist also: Inwiefern kann ich der Diagnose vertrauen und macht es Sinn, "versuchsweise" MPH zu nehmen?
    Hallo Jollybotch,

    jede ADHS-Diagnose (und übrigens auch jede andere Diagnose) ist "nicht eindeutig" und somit vorläufig. Mit dieser Vorläufigkeit muss und kann man leben.

    Dass du nicht hyperaktiv bist oder warst wusstest du vorher, von daher ist es kein Wunder, dass die Kriterien dafür nicht erfüllt wurden.

    Ob du Medis nimmst oder nicht musst du selbst entscheiden. Dass MPH für Nicht-ADHS-ler viel gefährlicher sei als für ADHS-ler, wie mancherorts behauptet wird, stimmt nicht. Im Gegenteil müssen leider auch manche ADHS-ler MPH wegen der Nebenwirkungen wieder absetzen.

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 12

    AW: Kann ich der Diagnose vertrauen?

    Es besteht auch immernoch die Möglichkeit dazu, sich die Meinung eines anderen Arztes einzuholen. Eventuell währe is in deinem Falle sogar sehr gut zwei unabhängige Diagnosen einzuholen und dann eine entscheidung zu treffen. Leider ist dies natürlich sehr zeitintensiv.

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