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Diskutiere im Thema Unsicherheit und Zweifel wegen der Diagnose im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 21
    Forum-Beiträge: 47

    Unsicherheit und Zweifel wegen der Diagnose

    Hallo. Ich hatte schon vor einiger Zeit hier geschrieben, da ich (eigentlich schon vorher aber so wirklich Bewusst erst vor einem Jahr) den Verdacht habe, AD(H)S zu haben. Kurz zu mir: Ich bin zurzeit 19 Jahre alt und bin bei einem normalen Psychiater seit etwa ebenfalls einem Jahr. Davor war ich schon bei einigen, doch nie konnte mir jemand sagen, was ich habe.

    Nun, ich wurde seitdem ich 14 oder 15 bin auf die typischen Arten psychischer Störungen behandelt. Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Bipolarität/Manie, Depression und viele weitere, bekam viele verschiedene Antidepressiva Sorten und nie hat es so gewirkt, wie es wirken sollte.

    Nachdem auch mein aktueller Psychiater erfolglos Antidepressiva verordnet hatte, habe ich mich selbstständig schlau gemacht und traf auf ADHS. Schon oft dachte ich daran, doch mir war nie bewusst, dass so "übliche Eigenschaften, die einen im Leben hindern" tatsächlich eine Krankheit sein können, da man aus Medien ja oft hört, diese Krankheit existiert nicht einmal.

    Meine eigentliche Frage ist nun folgende:
    Ich rief also letztes Jahr im August.. oder so.. bei einem ADHS Spezialisten in meiner Gegend an, doch leider waren sie überfüllt und ich sollte mich ende des Jahres nochmal melden. Das tat ich, doch auch da waren keine Termine frei - doch dann im März 2015 bekam ich endlich einen Termin.

    Der Termin ist am 21.07. und bereitet mir große Sorgen, Zweifel und Ängste.

    Es ist schwer überhaupt Hoffnung zu haben, wenn man so viele Jahre falsch behandelt wurde, von den Ärzten. Und mir wird ständig gesagt, dass ich kein ADHS haben könnte, da ich eher ein Mensch bin der viel am PC ist und eher zurückgezogen ist und nicht typisch aufgedreht - wie es sich wohl alle Menschen vorstellen - draußen rumrennt und was weiß ich, was die für ein Fantasiebild im Kopf haben.

    Dabei merke ich selbst, dass ich leicht Hyperaktiv bin. Manchmal auch nur Phasenweise, wo es wirklich stark wird. Da kann ich dann gar nicht mehr aufhören zu reden und die Themen werden auch nicht beendet und so weiter. Eigentlich könnte man sagen, dass bei mir die ganze Symptomliste stimmt. Mein Psychiater selbst hat den Verdacht auch schon geäußert, aber er hält wohl nichts davon und meint, es sei nicht sein Gebiet.

    Ich habe einfach Angst, dass der Termin mir erneut nichts bringt und nach dieser langen Zeit rauskommt, dass ich mich mit meinem ADHS Verdacht irre. Diese ständige innere Unruhe, das ständig nachdenkende Gehirn. Die Vergesslichkeit, die Impulsivität. Meine absolut unstabile Stimmung und meine Prokrastination, die mich so oft an Dingen hindert. Aber am meisten dieses unorganisierte und diese Überwindung, den Überblick im Alltag zu behalten und einem Rhythmus nachzugehen.

    Ich könnte nicht mal alles aufzählen, weil einfach so viel bei mir passt und es wäre so enttäuschend, wenn es wieder ein Fehlschlag wird.

    Was mir noch große Sorgen macht sind meine Zeugnisse. Meine Grundschullehrer wollten mir anscheinend das Leben nicht verbauen. Meine Eltern hatten ständig Kontakt zu den Lehrern, aber anscheinend haben die Lehrer einiges nicht erzählt?

    Ich weiß sehr wohl, dass ich ständig dazwischen geredet habe und die Lehrer mich ermahnten, dass ich nun bitte leise sein soll, da ich immer meine Geschichten erzählt hab. Dass ich nicht aufpassen konnte und mich nicht konzentrieren konnte. Und dass ich die meiste Zeit - eigentlich in meiner ganzen Schullaufbahn - verträumt rumsaß und auf meinem Schulblock rumgekritzelt habe, weil ich es nicht ausgehalten habe, zuzuhören.

    Lustigerweise zeigt sich das dann auch direkt in den Zeugnissen der 5. Klasse - also auf einer anderen Schule. Da fiel mein Arbeits- und Sozialverhalten plötzlich runter auf "entspricht nicht den Erwartungen". Hausaufgaben? Mappenführung? Fremdwörter.

    Genau aus diesen Gründen macht mir meine Diagnose Angst. Was ist, wenn man mir nicht glaubt? Nur weil meine Grundschullehrer so einen unwahren Mist in meinen Zeugnis schrieben. Ja, war wohl vielleicht einfach nur gut gemeint, aber was ist, wenn es mir nun schadet?

    Uff, ich hoffe das ist nun nicht zu lang und ich hoffe, ich hab nicht allzuviele Wörter vergessen. Das passiert mir ständig.

    Vielen Dank im Voraus für die Antworten!

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 2

    AW: Unsicherheit und Zweifel wegen der Diagnose

    Ich stehe gerade in der gleichen Situation, kurz vor dem Termin, Angaben in den Zeugnissen fehlen. Ich hoffe die Diagnose und Behandlung passt

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 21
    Forum-Beiträge: 47

    AW: Unsicherheit und Zweifel wegen der Diagnose

    Das hoffe ich auch. Viel Glück dir! Echt doofe Situation.

  4. #4
    Zappelphillipp!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 459

    AW: Unsicherheit und Zweifel wegen der Diagnose

    Die Sorgen, die du dir machst kann ich total gut nachvollziehen, kenne ich selbst alles, is noch nicht lange her..... In vielem was du beschreiben hast, erkenne ich mich wieder. Ich war damals während der langen Diagnostic so angspannt, das ich nachts Panik Attacken bekommen habe, die voll reingehauen haben (habe seit Entzug etwas mit Angststörungen zu tun), das war schon hart und #aufreibend. Damals als ich fasst verrrückt wurde und ebenfalls Angst hatte ich hätte mich geirrt mit der Diagnose und hätte umsonst Hoffnungen und es gäbe keine Hoffnung für meinen Fall, da habe ich mein erstes ADS Buch gelesen. Es hies ADS- das kreative Chaos, ich musste einfach was tun, ich wollte es wissen..... Als ich es gelesen hatte, war mir so klar, das ich ADHS haben muss, ich hatte plötzlich praktisch keine Angst mehr und konnte wieder aufatmen.... Und beim nächsten Termin wurde die Diagnose auch dann tatsächlich gestellt. Jetzt bi nich grade in de r Einstellungsphase auf mph. Und sobald man die positiven Effekte davon spürt, umso klarer sieht man sein ADS und merkt was alles anders ist an einem. Man wird sehr klar darüber und das ist dann nochmal so die Rückversicherung, das die Diagnose auch wirklich stimmt.

    Das du da jetzt Ängste hast ist völlig normal, das macht jeder mitdurch, schlimm ist es, das die meisten genau wie du auch so viel Mist mit Therapeuten und Medikamenten von davor schon mit sich rumtragen, was es nicht grad leichter macht.

    Und das mit den Zeugnissen, das gibt es imme wieder, das Leherer ihren Schülern nix verbauen wollen, bei mir, dachte ich stand auch nicht groß was drinnen, abe rein guter ADHS Spezialist wird auch zwischen den Zeilen lesen können. Es dürfte auch nicht alles nur von Zeugnissen abhängig sein, das finde cih gehört zu einem kompetetnten ADHS Spezialisten dazu

    Und nicht jeder ist Hyperaktiv! Es gibt auch Hypoaktive (also sehr ruhige ADSler, die irgendwie ein Gegenpol zum altbekannten Zappelphillipp sind). Spezialisten sollten das längst wissen, das es ein Hypoaktives ADS gibt. Und auch nicht jeder ist gleich hyperaktiv. Manche sind es nur wenig ausgeprägt, es kann auch wie du schon sagtes schwanken (kommt vieleicht auch drauf an, ob man zum Beispiel unter Depressionen leidet, die lassen einen Hyperaktiven schon mal ruhig aussehen), So weit ich weis kann man sogar beide EXTREME (hypo und hyperaktiv in sich vereinen).... Es liegt auch viel daran das die meisten Menshc und leider auch die meisten Ärtze und THeras ein völlig falsches Bild vom ADHS haben. Aber daran muss man sich gewöhnen. Die Medien tun ihren TEIL zum verzerrten unrealistischen Bild dazu....

    Allles gute Und tapfer bleiben!!!!
    CANARY

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 21
    Forum-Beiträge: 47

    AW: Unsicherheit und Zweifel wegen der Diagnose

    @Canary
    ohje ich bin dir so dankbar für die Antwort! Ehrlich. das gab mir jetzt einiges an Mut und es tut gut so etwas zu lesen. Dankeschön. Besonders für die vielen Erklärungen. Mit hypo und so weiter habe ich mich noch nicht beschäftigt, sondern es nur nebenbei mitbekommen.

  6. #6
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 45

    AW: Unsicherheit und Zweifel wegen der Diagnose

    Ha wir haben unseren Diagnose Termin am selben Tag Hyperaktivität "verwächst" sich mit dem Alter sowieso ein Stückweit. Ein Experte (ugh dieses Wort) der sich nur auf dieses Detail bei der Diagnose stützt sollte sich sowieso nicht als solcher bezeichnen. Also mach dir nicht zu viele Sorgen und lass es einfach auf dich zu kommen

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 21
    Forum-Beiträge: 47

    AW: Unsicherheit und Zweifel wegen der Diagnose

    So. Den Termin habe ich hinter mir und der Arzt ist genial. Das erste mal habe ich mich von einem Psychiater so richtig verstanden gefühlt. Teilweise, wenn ich einfach nicht so schnell wusste, was ich auf die Fragen antworten soll hat er sie mir teilweise beantwortet und es stimmte einfach.

    Er hat nicht so, wie ich es gewohnt bin von Ärzten, gewartet bis ich erzähle sondern mir spezifische Fragen gestellt. Wie meine Kindheit war, wie meine Schulzeit war, wie meine Schulzeit später wurde, wie meine Eltern sind, wie meine Familie an sich ist und so weiter.

    Da ich mich im Voraus schon schlau gemacht habe und wusste, dass meistens die Zeugnisse gesehen werden wollen habe ich auch diese schon vorbereitet und abgegeben und lustigerweise habe ich wohl die ganze Zeit mit den Händen an den Fingern rumgespielt und mit dem Bein rumgewackelt... Daraufhin meinte er nur "Ob Sie Schwierigkeiten haben still zu sitzen brauche ich nicht fragen?"

    Auf jeden Fall sieht es wohl ALLES sehr danach aus, dass ich tatsächlich mit meinem Verdacht auf ADHS richtig liege. Später hat er dann auch noch meine Mutter mit einbezogen und ihr Fragen gestellt und sie einfach gefragt, wie sie mich und meine Geschwister im Kopf hat. Und auch dort sah er einige Auffälligkeiten, also bin ich anscheinend nicht mal der einzige in der Familie.

    Ohje, da war meine riesige Aufregung vor dem Termin so unnötig. Es lief jedenfalls alles gut und ich freu mich schon auf den nächsten Termin. Ich bekam ein haufen Fragebögen, auch, wenn er meinte dass es schon ziemlich offensichtlich sei und die werden beim nächsten Mal besprochen.

    Ich frage mich, ob da noch irgendwelche Blutuntersuchungen, EEG oder sonstiges auf mich zukommt?

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