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Diskutiere im Thema Medikation in der Kindheit. Auswirkung? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 10

    Medikation in der Kindheit. Auswirkung?

    Hallo zusammen,

    ich bin neu hier im Forum und wollte hier mal ein Thema beginnen das ich so nicht gefunden habe.

    Hier meine Geschichte:

    Ich bin momentan 18 Jahre alt und habe meine Diagnose (ADS) seit ich in der 2. Klasse war. Schätze ich war damals ungefähr 8.

    Wie man darauf gekommen ist? Zurückblickend kann ich das nur schwer sagen, weil ich wenig Erinnerungen an meine Kindheit habe, speziell an diese Zeit (Habe eventuell auch ein Kindheitstrauma). Alles hat eigentlich mit meinem 3 Jahre älteren Bruder angefangen. Da dieser mit seinem stärker ausgeprägtem ADHS in unserer Familie sehr früh angeeckt ist und angeblich massive Probleme hatte. Laut meiner Mutter zumindest. Dazu muss man auch sagen, dass mein Vater ebenfalls AD(H)S hat. Beide in einem Raum ist bis heute keine einfache Sache.

    Und dann fing meine Mutter irgendwann an, nach einer Lösung zu suchen. Nach zahlreichen Tests etc. kam dann letztendlich die Diagnose ADHS für meinen Bruder raus. Dass die ständig angespannte Situation in unserer Familie eventuell damit zu tun haben könnte stand dabei außer Frage. Meine Eltern hatten ebenfalls viel krach und haben sich dann kurz danach scheiden lassen.

    Als nächstes kam natürlich die Medikation. Was für noch mehr Spannung in der Familie gesorgt hatte da mein Vater das ganze nicht wirklich gut fand (zu dem Zeitpunkt waren mein Eltern noch verheiratet). Nachdem das ganze mit meinem Bruder durch war kam ich als nächstes dran. Erst die Diagnose und letztendlich auch die Medikation. Obwohl ich mich nicht daran erinnern kann, zu dem Zeitpunkt irgendwelche Probleme im Punkto ADS zu haben. Mein Vater meint heute auch ich hätte das ganze eher prophylaktisch bekommen. Meine Mutter hatte einen guten Draht zu unserem Psychiater und muss das wohl irgendwie durchgeboxt haben.

    Also kam zu den ganzen familiären Problemen und den ganzen Sitzungen zu denen ich geschleift wurde, noch die Tatsache, dass man mir Psychopharmaka gegeben hat und ich nicht mal wusste warum und wieso. Man hat mir natürlich versucht das ganze zu erklären. Aber alles was bei mir damals ankam war: Du bist anders, mit dir stimmt etwas nicht und du musst jetzt Tabletten nehmen damit du normal bist. Das hat natürlich mein ohnehin schon kaum vorhandenes Selbstwertgefühl völlig untergraben. Hinzu kam, dass meine Mutter mir sagte ich solle bloß mit niemandem darüber reden weil es ja in der Gesellschaft nicht anerkannt werde. War ja wirklich so und da hat sich auch mittlerweile viel geändert.

    Finde es echt erschreckend, wie leichtfertig mit Psychopharmaka bei Kindern umgegangen wird.

    Das ganze lief dann 5 Jahre so weiter, in denen ich langsam aber sicher richtig heftige Ticks und Zwänge entwickelte. Und so meine ganze Psyche einen weiteren Schaden abbekommen hat. Ist mir bis heute unklar wie das keiner merken konnte. Hatte teilweise richtig gesteuerte Gedankengänge, die einfach so abliefen ohne das ich was ändern konnte (kA wie da die genaue Bezeichnung ist). Vor allem war mir damals nicht mal bewusst, dass das nicht normal ist. Bzw. das es von den Medikamenten kommt. Konnte eh nie sagen wie die Medis bei mir wirken. Ich bin so Gott froh das diese Nebenwirkung mit dem Absetzten wieder verschwunden sind.

    Wieso ich das ganze absetzten wollte weiß ich überhaupt nicht mehr. Meine Mutter behauptete ja mein Vater hätte mir das eingeredet - wenn ja bin ich ihm unglaublich dankbar. Auf jeden Fall fing jetzt natürlich das nächste Problem an. Ich war bis dato natürlich ein absoluter Musterschüler. Immer alle Hausaufgaben gemacht, kaum lernen müssen und trotzdem nur gute Noten. Aber wen wundert das? So würde es vermutlich jedem Kind auf mph gehen. Na jedenfalls war ich zu dem Zeitpunkt auf dem Gymnasium.

    Also was passiert wenn man 5 Jahre lang auf Medikinet in die Schule geht und nie gelernt hat ohne zu lernen? - Natürlich es funktioniert erstmal gar nix mehr! Dazu kam Latein und die Pubertät. Nun war ich auf einen Schlag die absolute Niete in der Schule. Gott mein Lateinbuch ist vielleicht oft durchs Zimmer geflogen. Innerhalb kürzester Zeit war ich natürlich total gefrustet. Kein bock auf irgendwas mit Schule. Dazu noch Mobbing aber das ist wieder ein anderes Thema. Also flog ich glaube ich nach dem Halbjahr in der 8. Klasse mit einer 6.0 in Latein.

    Dann kam ich auf die Realschule. Hier hatte ich eine nette klasse und es lief Anfangs alles richtig gut. Schule langweilte mich eher als dass ich lernen müsste. Nur verpasste ich genau deshalb irgendwann den Anschluss. Außerdem hatte ich natürlich immer noch meine ganzen ADS Probleme. Nebenbei eskalierte es bei uns zu Hause immer mehr (Mutter und Bruder hatte nur Streitereien). Was dann letztendlich zum Rausschmiss meines Bruders führte.

    Dadurch stand ich auf einmal im kompletten Fokus meiner Mutter, da ich bis dahin immer im Schatten meines Bruders stand. Man muss dazu sagen, meine Mutter scheint wohl auch irgend ein Psychisches Problem (entwickelt) zu haben und so führte es zum Auszug meinerseits. Konnte es nicht mehr aushalten die ganzen Kontrollen etc. Dann bei meinem Vater, der mir den nötigen Freiraum gelassen hat konnte ich erfolgreich meine Mittlere Reife ohne Mph im zweiten Anlauf mit 2,8 abschließen.



    Heute habe ich aber trotzdem immer noch massive Probleme. Habe eine Therapie schon seit 2 Jahren am laufen und habe immer wieder depressive Episoden.



    -Worauf ich eigentlich Anfangs hinaus wollte ist, ob es noch jemandem so ähnlich ergangen ist. Das mit der Diagnose und falscher Medikation. Das ganze sind schon sehr einschneidende Erlebnisse gewesen.

    -Außerdem möchte ich auch Eltern die vielleicht über eine Therapie ihres Kindes nachdenken, ganz eindeutig auf mögliche Folgen hinweisen. Und wie das ganze nach hinten losgehen kann. Bzw das es vielleicht wichtigere Faktoren innerhalb der Familie gibt.

    -Aber ich möchte ganz klar weder eine Diagnose, noch die Medikation verteufeln. Es hat auf jeden Fall seinen Sinn. Nur sollte man sich wirklich Sicher sein, dass es nötig ist. Mir ist schon klar das ein Großteil meiner Probleme nicht von den Medis und so kommen, aber dennoch frage ich mich wie mein Leben ohne verlaufen wäre.

    -Vor allem interessiert mich auch wann ihr mit einer Medikation begonnen habt und ab wann ihr das für sinnvoll haltet

    Eigentlich bin ich ein echt fröhlicher Mensch und der ganze Text macht so wie ich mir den gerade durchlese einen sehr negativen Eindruck von mir. Bin auf jeden Fall mal gespannt auf die Rückmeldungen. Und sorry, dass es so viel geworden ist. Wollte alles genau erklären um Missverständnisse zu vermeiden.

  2. #2
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Medikation in der Kindheit. Auswirkung?

    Worauf ich eigentlich Anfangs hinaus wollte ist, ob es noch jemandem so ähnlich ergangen ist. Das mit der Diagnose und falscher Medikation. Das ganze sind schon sehr einschneidende Erlebnisse gewesen.
    Deine Story zeigt mal wieder, dass nicht du ein Problem hattest, sondern deine Mitmenschen. Ich habe vergessen oder überlesen, warum du die Medikamente bekommen hast. Bei Kindern sind Medikamente nur dann zu geben, wenn die sich selbst im behindern, z.B. nicht die Zeugnisse bekommen, die ihnen gemäß ihrer geistigen Qualitäten zustehen oder sie massive Probleme in ihrem sozialen Umfeld haben. Das Argument, das Kind solle normal werden, lehne ich ab. Bei Kindern kann man noch sehr viel nichtmedikamentös erreichen, zumindest, was die Erfüllung der Erwartungen betrifft.

    Ich bin dafür, dass ein Kind mit ADHS eben nicht normal sein braucht. Aber es soll gute Zeugnisse bekommen und viele Freunde haben. Ich habe als Kind keine Medikamente bekommen und ich finde das Schade. Ich lag so massiv unter meinen Möglichkeiten. Ich gehe nicht davon aus, dass sich meine Weltanschauung durch Medikamente anders entwickelt hätte. Aber ich hatte vielleicht mehr Mut gefunden, das zu machen, was ich gut gefunden hätte. So bin ich ohne Medikamente den Weg gegangen, den ich gehen sollte und der fuhrte in eine Sackgasse.

    Ich begann mit einem Alter von 48 Jahren, Medikamente zu nehmen, weil ich als Kind normal ohne Medikamente sein musste. Meinem Sohn will ich die Medikamente ersparen. Der soll nicht normal werden.

    Ich muss dabei aufpassen, dass ich nicht zu sehr in meinen Sohn die Sehnsucht hinein projiziere, dessen,was ich als Kind nicht hatte: Verständnis und Mutzuspruch seitens der Eltern.

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  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Medikation in der Kindheit. Auswirkung?

    Vielen Dank erstmal für die schnelle Antwort über Nacht


    Steintor schreibt:
    Deine Story zeigt mal wieder, dass nicht du ein Problem hattest, sondern deine Mitmenschen. Ich habe vergessen oder überlesen, warum du die Medikamente bekommen hast.
    Ich kann mich nicht daran erinnern damals irgendwelche Probleme gehabt zu haben. Meine Mutter muss wohl meinen Bruder gesehen haben und wie schwer er sich tut. Dann wollte sie mir das vermutlich ersparen. Was in meinen Augen ein fataler Fehler war. Genau kann ich das aber nicht sagen, da müsste ich nachfragen. Habe aber keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter.

    Ich finde es gut, dass du deinem Sohn die Medikamente ersparen willst und wünsche euch viel Glück dabei. Ich denke mph sollte das letzte Mittel darstellen, wenn wirklich alles andere nicht funktioniert.

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 197

    AW: Medikation in der Kindheit. Auswirkung?

    Ich bekam zwischen 12 und 13 kurzzeitig Ritalin. Hat nicht geschadet, dafür hat sich der Nutzen voll entfaltet. Ich dachte damals meine Klassenkameraden würden mich für meine markigen Sprüche bewundern, aber ich kam sehr viel besser an, als ich die Klappe gehalten habe. Und abgenommen habe ich dabei auch noch. Ich war kurzzeitig ein normales Kind, bevor die Pupertät einsetzte und alles wieder ordentlich durcheinander wirbelte.

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Medikation in der Kindheit. Auswirkung?

    Linus78 schreibt:
    Ich bekam zwischen 12 und 13 kurzzeitig Ritalin. Hat nicht geschadet, dafür hat sich der Nutzen voll entfaltet.
    Wenn es dir nicht geschadet hat, warum hast du es dann wieder abgesetzt? Ach ja die Pubertät ändert so einiges

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 197

    AW: Medikation in der Kindheit. Auswirkung?

    War nicht meine Entscheidung. Der behandelte Arzt war der Ansicht, dass Pupertät und Ritalin sich nicht vertragen und hat wohl mit meiner Mutter zusammen entschieden das Medikament nicht mehr zu geben. Ich kann mich gar nicht mehr genau erinnern wie das damals gelaufen ist.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Medikation in der Kindheit. Auswirkung?

    Ich habe, ähnlich wie du, im zweiten Schuljahr (8-9 Jahre alt) die Diagnose gestellt bekommen.

    ADSler mit Diagnose in meiner Familie gibt es nur einen meiner großen Brüder. Deshalb kam man bei mir wohl darauf, dass die Probleme in der Schule (unkonzentriert, ewiges Plappermaul, unordentlich) daher kommen

    Tabletten habe ich dann relativ schnell bekommen. Medikinet, genau wie mein Bruder.
    Hat alles sehr gut funktioniert und in der Schule haben sich immer alle darum geprügelt, wer denn meinen Tabletten-Timer ausmachen darf Habe Medikinet bis zu meinem 18. Geburtstag genommen, dann durfte der Arzt mich nicht mehr behandeln, da er nur Kinderarzt war...

    Bei mir hat die Diagnose immer Sinn ergeben und es war für mich sehr gut, dass ich die Tabletten bekam

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.726

    AW: Medikation in der Kindheit. Auswirkung?

    Lieber Segalo,

    deine Wahrnehmung ist sehr subjektiv.

    Ich habe den Eindruck, dass du eher Opfer des Rosenkriegs deiner Eltern warst als Opfer des Medikamentes.

    Selbstverständlich haben Medikamente, wenn man keine oder fast keine Beschwerden hat, keinen Sinn. Und selbstverständlich sollte ein Medikament, das Tics und Zwänge verursacht, in der Dosis angepasst, gewechselt oder ganz abgesetzt werden, so dass das Verhältnis zwischen Wirkung und Nebenwirkung wirklich hilfreich ist.

    Ich kann kaum glauben, dass deine Mutter und dein Arzt dir Medikamente gegeben haben, obwohl du gar nicht auffällig warst. Jedenfalls das was du beschreibst wie sich deine Leistungen verschlechterten nach dem Absetzen, zeigt dass sie nicht ganz unangemessen waren.

    Denn es ist wirklich absoluter Quatsch wenn du sagst, dein Leistungsabfall kam daher weil du nie gelernt hast ohne zu lernen.

    Wer Methylphenidat absetzt, der hat danach ADHS-Symptome die er genauso hätte wie wenn er nie Methylphenidat genommen hätte! Mit Glück geringere, aber keinesfalls schlimmere!

    Ganz ohne Methylphenidat hättest du nur früher dein Lateinbuch in die Ecke geschmissen! Dass es dir ohne Medikament besser möglich gewesen wäre, das Lernen ohne Medikament zu trainieren, ist völlig unlogisch. Eher könnte man sich mit Medikament Lerntechniken besser aneignen, die einem günstigenfalls noch helfen wenn man kein Medikament mehr nimmt. Es bist immer noch du selbst der lernt, nicht das Medikament.

    Das zeigt auch eindrucksvoll, dass du sehr wohl große ADHS-mäßige Schwierigkeiten hattest oder jedenfalls gehabt hättest und diese durch das Medikament besser wurden. Du hast es nur eben nach dem Absetzen eindrucksvoller gesehen als vor dem Ansetzen.

    Deine Eltern haben die ADHS-und-Medikamenten-Frage als Gegenstand ihres Ehekrieges benutzt und das ist nicht in Ordnung. Sie haben beide versucht dich in diesem Krieg auf ihre Seite zu ziehen, und zzt. hat die Sicht deines Vaters gewonnen. Deine Mutter hat schon recht, dein Vater hat dir das eingeredet. Allerdings wäre es nicht besser wenn deine Mutter dir etwas eingeredet hätte. Du musst schon deine eigene Meinung finden.

    Einige Argumente, die du benutzt, sind übernommen aus dem Katalog der Ritalingegner. Die hat dein Vater nicht erfunden, sondern von diesen übernommen. Z. B. das mit dem Selbstbewusstsein, das angeblich durch die Medikamentengabe erschüttert wird. Oder dass vermutlich alle Kinder mit MPH gute Noten kriegen.

    Vielleicht hat dein Vater seine eigene ADHS nicht richtig akzeptiert? Und, klar, er ist es zu dem du kommen konntest und der dir mehr Freiraum gegeben hat. Du hast dann deine Mittlere Reife mit 2,8 nachholen können? Das ist durchaus beachtlich ohne medikamentöse Unterstützung, aber berauschend ist es nicht gerade.

    Mit Medikament kamst du immerhin noch auf dem Gymnasium zurecht. Nach dem Absetzen ging es dann zur Realschule und hier kommt plötzlich der Satz Außerdem hatte ich natürlich immer noch meine ganzen ADS Probleme.

    Wieso denn immer noch? Ich dachte, du hättest keine gehabt? Ich glaube dein Vater hat dir ganz schön das Gehirn gewaschen. Tut mir leid dass ich das so provozierend schreibe.

    Viele Grüße
    4. Klavierkonzert
    Geändert von 4.Kl.konzert (15.07.2015 um 23:45 Uhr)

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Medikation in der Kindheit. Auswirkung?

    Oh man jetzt bin ich auf die falsche Taste gekommen und weg war der Text. Also auf ein Neues.

    Danke erstmal für deine Antwort
    4. Klavierkonzert


    Zum einen ist mir mittlerweile aufgefallen, dass ich den Titel wohl falsch gewählt habe. Finde ihn nicht mehr passend, kann man den nachträglich ändern? Zum anderen hast du wohl ein paar Dinge falsch verstanden. Was vielleicht auch an meiner Formulierung liegen könnte. Werde das bei Gelegenheit überarbeiten. Außerdem hat sich meine Sichtweise über das ganze während dem Schreiben etwas geändert.

    Ich habe den Eindruck, dass du eher Opfer des Rosenkriegs deiner Eltern warst als Opfer des Medikamentes. Damit hast du absolut Recht und den Eindruck wollte ich nicht vermitteln.

    Was die Auffälligkeit vor dem Beginn der Medikation betrifft, kann ich nur schwer sagen. Deshalb habe ich mal vorhin in meinem Grundschulzeugnis nachgelesen. Darin standen z.B. auch keinerlei Dinge die auf ADHS hinweisen. Werde da als konzentriert und engagiert beschrieben.

    Mein Leistungsabfall kam nicht nur davon, dass ich nie gelernt habe ohne zu lernen. Das ist richtig. Aber es hat mich auf jeden Fall zusätzlich behindert. Schließlich habe ich ja im nachhinein gelernt damit um zu gehen. Mehr oder weniger jedenfalls. Davor existierte das Problem für mich ja praktisch kaum.

    Das zeigt auch eindrucksvoll, dass du sehr wohl große ADHS-mäßige Schwierigkeiten hattest oder jedenfalls gehabt hättest und diese durch das Medikament besser wurden. Ebenfalls korrekt. Habe ja nicht behauptet kein ADHS zu haben. Nur hat sich dies erst nach der Medikation ausgeprägt. Und nein damit mein ich jetzt nicht, dass es der Verursacher gewesen ist. Denke das hatte mit den steigenden Problemen in unserer Familie zu tun. Es gibt dazu so weit ich weiß ja schon Theorien. Aber das sei dahingestellt. Werde ich nie erfahren.

    Du musst schon deine eigene Meinung finden. Die habe ich. Mittlerweile hab ich die Medikamente auch nochmal probiert. Allerdings waren die Nebenwirkungen so enorm, dass ich es sofort wieder gelassen habe. Da ich auch bald wieder in die Schule gehe und ich nicht weiß wie das laufen wird, habe ich mir die frage auch hin und wieder nochmal gestellt. Aber das wird sich zeigen, die Nebenwirkung schrecken mich halt ab.

    Einige Argumente, die du benutzt, sind übernommen aus dem Katalog der Ritalingegner. Eine Zeit lang war ich das vielleicht auch. Heute nicht mehr. MPH hat damals nicht mein Selbstvertrauen zerstört. Das hast du missverstanden. Es war die Tatsache, dass es auf einmal hieß, ich hätte Probleme, wäre anders und müsse jetzt Tabletten nehmen um normal zu werden/sein. Hat man natürlich nicht so formuliert, aber so kam es bei mir an. Zu dem hatte ich ja überhaupt kein Problem. Es wurde einfach falsch an die Sache herangegangen. Ich hätte selber zu der Erkenntnis kommen müssen, dass ich ein Problem habe. Ich denke schon das Kinder generell bessere Noten schreiben wenn man ihnen Ritalin gibt. Schließlich können sie sich besser konzentrieren. Deshalb gibt es ja auch den Missbrauch von MPH. War aber nicht in der Hinsicht gemeint, dass es deshalb keine richtige Medikation sei etc. Ich kenne die Vorurteile.

    Mein Vater hat denke ich seine Diagnose schon akzeptiert. Aber weitergeholfen hat es ihm glaub ich nie. Ich könnte mir gut vorstellen, dass er es nicht wirklich wissen wollte.

    Berauschend sind 2,8 natürlich nicht. Aber es wird sich zeigen, wie es in der Schule laufen wird. Zu der Zeit hatte ich trotz allem kaum Motivation und habe auch nie wirklich gelernt. Das wird sich aber ändern. Ich bin gespannt.

    Mit Medikament kamst du immerhin noch auf dem Gymnasium zurecht. Nach dem Absetzen ging es dann zur Realschule und hier kommt plötzlich der Satz Außerdem hatte ich natürlich immer noch meine ganzen ADS Probleme. Ich finde vor allem den ersten Satz sehr krass. Weiß nicht genau was ich dazu sagen soll. Ja natürlich hatte ich meine ADS Probleme noch. Habe nicht geleugnet keine zu haben. Vielleicht falsch formuliert ok. Aber ich sagte ich hatte bei Beginn der Medikation keine. Nicht generell. Wie gesagt ich werde das ganze mal überarbeiten.

    Ich glaube dein Vater hat dir ganz schön das Gehirn gewaschen. Das stimmt schlicht weg einfach nicht. Ich weiß auch nicht wie du zu der Schlussfolgerung kommst. Ich hoffe ich konnte die Missverständnisse beseitigen.


    Gruß Segalo

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