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Diskutiere im Thema Würde man mich überhaupt zu einer Diagnose zulassen? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 1

    Würde man mich überhaupt zu einer Diagnose zulassen?

    Hallo,

    ich bin zwar neu hier im Forum, kenne dieses aber schon länger von meinen Streifzügen im Internet, wenn mich mal wieder der Gedanke nicht loslässt, ADS haben zu können.
    Habe hier schon viel gelesen und mich oft wieder gefunden, vorallem in Beschreibungen von Leuten die ADS ohne hyperaktive Ausrägungen haben.

    Zu meiner Person:

    Ich bin weiblich, 25 Jahre und seit ca. 10 Jahren, also seit ich mich mit dem Thema ADS auseinander gesetzt habe, vermute ich auch bei mir diese "Problematik".

    Zu dieser Zeit begann mich meine Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit auch immer mehr zu stören. Und um gleich auf den Titel zu kommen: ich hatte in der Grundschule keine Probleme mit dem Unterrichtsstoff. Ich stand nur in einzelnen Fächern auf 3, alles andere war besser.
    Was sicher jedem der mich als Grundschulkind kannte, aufgefallen ist, ist die Träumerei. Ich wurde insgesamt unzählige Male von Lehrern oder auch privat aus meiner Abwesenheit herausgerissen, mit der Aussage, ich würde wieder träumen.

    Aber, weil ich auch öfters schon gelesen habe, dass AD(H)S im Kindesalter beginnt oder man auch zB Grundschulzeugnisse zu seinem Diagnosetermin mitnehmen soll, sehe ich hier auch schon den ersten Knackpunkt. In der Grundschule war ich eine Musterschülerin, die immer mit dem Schulstoff mitkam. In meinen Zeugnissen steht höchstens, dass ich mega schüchtern war.

    Das alles änderte sich auf der Realschule, auf die ich nur ging, weil ich es unbedingt wollte. Ich wurde sofort zum Mittelmaß, in vielen Fächern endete mein Wissenstand gefühlt in der 7. Klasse. Mir fehlen auch heute noch soviele Grundlagen, soviel Allgemeinwissen- weil ich es mir einfach nicht merken konnte.
    Sprachen blieben davon unberührt, Englisch und Deutsch erschien mir immer so logisch. Vokabeln oder Grammatik zu lernen war oft nicht nötig. Aber in den anderen Fächern fiel es mir sehr schwer auswendig zu lernen, Texte zu lesen, dem Unterricht zu folgen.

    Im Jugendalter fing es auch erst an, dass ich nur noch sehr schwer lesen konnte. Früher war es noch eines meiner Hobbies, doch nun fehlte mir die Konzentration: ständiges Abschweifen, Nebengeräusche führten direkt dazu nicht weiter lesen zu können, oftmals las ich Texte und merkte erst hinterher, dass ich nicht mehr wusste was ich las.

    Das ständige Denken störte mich aber ich konnte nicht aufhören. Ich lag oft stundenlang wach und dachte an alles mögliche, oft ohne zu merken, dass ich schon wieder nur dachte und eigentlich schon schlafen wollte. Bei dieser Problematik, half ich mir auch ne zeitlang mit Alkohol.

    Ich dachte oft bei jeder noch so simplen Aktivität über diese nach, als ob ich mir jeden Schritt bewusst machen müsste, um handlungsfähig zu sein.

    Ich habe viel weniger Erinnerungen an die Vergangenheit als andere. Freunde erzählen mir so oft von Erlebnissen, an die ich mich nur noch ganz vage oder gar nicht erinnern kann.

    In Gesprächen merke ich auch oft, wie ich nicht mehr folgen konnte und hoffte, dass es das Gegenüber nicht merkt. Mein Freund ist oft wütend auf mich, wenn ich wieder etwas nicht bekommen habe. Dabei ist es eine Kombination aus "nicht zuhören" und "zuhören (und sogar antworten) und wieder vergessen".

    Naja, diese mir endlos erscheinende Liste kann ich ja an andere Stelle nochmal weiter führen. Jetzt zu dem was mich zweifeln lässt:

    -wie gesagt, der nichtvorhandene Leidensdruck im Grundschulalter
    -sehr geradliniger Lebenslauf mit Studium und ohne Abbrüche
    -andere Erklärungsmöglichkeiten da in meiner Famile viele psychische Krankheiten haben

    Ich war einmal in einer psychotherapeutischen Praxis zu einem Beratungsgespräch und dort wurde gar nicht darauf eingegangen, dass ich vermute ADS haben zu können. Generell hält das keiner für möglich, dem ich davon erzähle.
    Es stört mich, dass keiner meine Konzentrationsproblematik für voll nimmt.

    So, das wars jetzt erstmal.

    Ich weiß nicht, ob es Sinn macht eine Diagnose einzufordern, weil ich befürchte, dass ich nicht ernst genommen werde. Und natürlich zweifle ich selber auch, ob ich mich nicht in irgendwas verenne. Deswegen hätte ich ja gerne "Gewissheit".

    Danke fürs Lesen

    Krissi

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 258

    AW: Würde man mich überhaupt zu einer Diagnose zulassen?

    Hallo Krissi, willkommen im Forum, ich bin hier auch noch ganz neu.

    Deine Geschichte liest sich wie meine im großen und ganzen.

    Die Angst nicht ernst genommen zu werden kenne ich schon lange und viel zu gut.

    Sie ist aber nur darin begründet weil ich manchmal zu viel denke.

    Im Grunde kann ich sagen das sich wohl viele Ärzte solche Patienten am liebsten wünschen, Diagnosen sind oft unmöglich wenn der Patient nicht selbst drauf kommt und oft gibt es nur genau diesen Weg weil die eigene Sicht ausschlaggebend ist.

    Ich hätte eine Fremddiagnose sowieso nicht für mich annehmen können, es hätte mir sicher so gar geschadet wenn ich da nicht selbst drauf gekommen wäre.

    Du bist dir sicher, jeder Arzt der sich damit auskennt wird dir das auch bescheinigen können, da bin ich mir sicher und das heißt schon was.
    Es gibt bestimmt einige Ärzte die selbst betroffene sind.

    Ich habe auch noch keine gesicherte Diagnose, werde sie mir aber besorgen für den Fall das mir irgendeiner mal nicht glauben will, viel wichtiger ist es mir aber das man mir hilft

    Liebe Grüße, Alex

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 231

    AW: Würde man mich überhaupt zu einer Diagnose zulassen?

    Atención schreibt:

    Ich war einmal in einer psychotherapeutischen Praxis zu einem Beratungsgespräch und dort wurde gar nicht darauf eingegangen, dass ich vermute ADS haben zu können. Generell hält das keiner für möglich, dem ich davon erzähle.
    Es stört mich, dass keiner meine Konzentrationsproblematik für voll nimmt.

    So, das wars jetzt erstmal.

    Ich weiß nicht, ob es Sinn macht eine Diagnose einzufordern, weil ich befürchte, dass ich nicht ernst genommen werde. Und natürlich zweifle ich selber auch, ob ich mich nicht in irgendwas verenne. Deswegen hätte ich ja gerne "Gewissheit".

    Danke fürs Lesen

    Krissi
    Hallo Krissi,

    ich kann Deine Verunsicherung gut verstehen. Ich habe mich erst mit 43 testen lassen.
    Nun ja vor 20 - 25 Jahren waren die Tests nicht gut genug oder man hatte keine Erfahrung. Es hieß ADS "wächst sich eh aus" usw. Mph. (Ritalin) habe zu viele Nebenwirkungen etc..

    Konzentrationsstörungen können viele Ursachen haben, dann lass das doch mal in einer Ambulanz oder psychiatrischen Klinik abklären.

    Die niedergelassenen Therapeuten, haben nicht alle Testbögen und Inventare, auch nicht den speziellen Computertest zur Erfassung der Aufmerksamkeit, der geteilten Aufmerksamkeit, (Wo man zwei Dinge gleichzeitig können muss.) und der Arbeitsaufmerksamkeit.

    Und wenn es keine ADS sein sollte.

    Die anderen Diagnosen, sind auch nicht viel besser.

    - larvierte Depressionen
    - Traumafolgestörungen (dissoziative Störungen, PTBS), die sich nach einer Latenzperiode melden aber heute gut behandelbar sind.
    - Anpassungsstörungen, die auch behandlungswürdig sind.
    - Persönlichkeitsstörungen

    - organische Veränderungen im Schädelraum
    - sowie MS

    und andere Enzephalopathieen müssen mittels MRT ausgeschlossen werden.

    Wenn Alkohol mal ein Problem war, und Du nicht mehr trinkst sind noch lange nicht die Ursachen geklärt. Ein psychisch halbwegs gesunder Mensch braucht keine Drogen, macht villt Sport oder Entspannungsverfahren und hat die nötige Ausdauer. Villt bist Du auch Hochbegabt oder Hypersensibel? All das müsste geklärt werden.

    Viele Therapeuten haben auch nur bestimmte Patienten "gesehen" und manche meinen ein Borderliner könne niemals studieren usw. auch das stimmt nicht. Es gibt Borderliner, die sich rit**n und sogar Psychologen geworden sind. ADHSler die Psychiater geworden sind usw. Habe ich alles schon kennengelernt. Es gibt alles!! Auf dieser Welt.


    Also wenn Du Probleme hast lass Dich testen. Nur Mut Wenn man bei kalten Getränken Zahnschmerzen bekommt, gehst Du dann nicht zum Zahnarzt?


    LG
    Timo

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Würde man mich überhaupt zu einer Diagnose zulassen?

    Hi Krissi,

    Ich kann mich meinen Vorrednern auch nur anschließen. Meiner Erfahrung nach haben Therapeuten selten Ahnung was ADHS ist bzw. wie man es diagnostiziert oder behandelt. Das hat bei mir damals ein Psychiater gemacht. Bin seit 2 Jahren bei einer Therapeutin und als ich ihr sagte das ich ADS habe und sie es kaum interessiert hat, war das nie wieder Thema.

    Als ich damals meinem Psychiater in der letzten Sitzung erzählt habe, dass mein Bruder ohne Medikation studiert, hat dieser mich nur fassunglos angeschaut. Sowas gab´s in dem seiner Welt wohl nicht und mein Bruder hat definitiv/diagnostiziertes hochgradiges ADHS. Also lass dich davon nicht beirren.

    Warum möchtest du eine Diagnose? Wegen der Bestätigung oder wegen einer Behandlung?


    Gruß Segalo

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 258

    AW: Würde man mich überhaupt zu einer Diagnose zulassen?

    Hallo Krissi, ich nochmal, ich glaube ich habe jetzt erst deine eigentliche Frage verstanden, obwohl du sie doch klar und deutlich gestellt hast.

    Deine Frage kann ich nun ganz klar mit JA beantworten.

    Aus meiner Sicht kannst du dich sehr glücklich schätzen das du in deinen jungen Jahren schon so weit gekommen bist.
    In dem Alter war ich noch meilenweit entfernt von der Einsicht das ich nicht alleine bin.

    Das liest sich vielleicht blöd ich weis, aber ich kann es sowieso nur auf mich beziehen und habe selbst leider auch noch keine gesicherte Diagnose.
    Aber wenn ich mich jetzt mal mit dir vergleiche, dann wäre ich froh gewesen, weil ich dann hätte viel weniger leiden müssen.

    Erst jetzt habe ich die Chance bekommen mein Leben zu leben, dafür bin ich so dankbar und ich denke, ohne mich in dein Leben einmischen zu wollen, dafür wirst du sicher auch noch viel dankbarer sein als du es vielleicht jetzt schon bist.

    Du lässt für dich ja gedanklich schon die Diagnose zu und hast nur noch kleine Zweifel die mehr als verständlich sind, also wenn du es zulässt dann wird man dir ganz sicher auch eine Diagnose stellen und dabei ist erstmal egal was am Ende dabei herauskommen wird, jedenfalls sehe ich das jetzt so, auch erst durch deinen Beitrag hier und die der anderen, also danke nochmal.

    Theoretisch hätte ich auch kurz schreiben können, nur wenn ich es zulasse wird alles andere möglich sein, nur wenn ich Hilfe zulasse, dann kann mir auch wirklich geholfen werden, so und nun hast du eben beide Versionen hier stehen, die aus meiner Sicht ein und das selbe sind.

    Liebe Grüße, Alex

    (der gerade recht ungeduldig auf seinen Termin im September wartet, nachdem er beim Hausarzt erstmal nur eine Überweisung bekommen hat)

  6. #6
    Auf neuen Wegen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 186

    AW: Würde man mich überhaupt zu einer Diagnose zulassen?

    Hallo Krissi , habe meine Diagnose auch noch nicht so lange (Ca. 3/4 Jahr ) als ich den Verdacht hatte , wurde ich zB von Tochter und Ehemann gewarnt , dass ich enttäuscht sein könnte , wenn die Diagnose nicht bestätigt würde , ,,,,,,, das kam mir ein wenig so vor als würde ich nach all meinen Fehldiagnosen mir nun nur eine Rechtfertigung suchen wollen für mein " Fehlverhalten" .... Das war mir egal , je mehr ich über ad(h)s im Erwachsenenalter erfuhr , desto sicherer war ich mir , dass diese meine eigentliche ist und habe mir mehr und mehr puzzlestücke zusammengesucht und da ich zu dieser Zeit keinen Kontakt zu meiner Herkunftsfsmilie hatte und schon 55 Jahre alt , ,,,, war das reichlich Info und doch vieles vergraben ..... Ich habe alte Diagnosen , Zeugnisse , Arbeitgeberbeurteilungen und jegliche schriftliche fremdeinschätzungen nun mit diesem Verdacht quergelesen und stichpunkte notiert ....... Natürlich war da eine gewisse Unruhe , ich könnte mal wieder einem Arzt gegenüber sitzen , der nicht recht zuhört und mit einem Pauschalurteil aufwartet ...... Fast hätte ich gesagt egal in meinem Alter noch die Diagnose ??? Was soll das ??? ........... Aber ich wollte es wissen .... Schon auch , weil ich Mutter und Großmutter bin und es mir nichtig war / ist immer mehr Klarheit in mein / unser Leben zu bringen ...... An eine medikamentöse Behandlung dachte ich erstmal nicht ......... Inzwischen ist die Diagnose nach zahlreichen Tests und Interviews gestellt ... Auch wenn der Rest meiner Familie offenbar kaum etwas damit anfangen kann und meistens immernoch mit bestimmten störenden Verhaltensmustern so umgeht , als brauche ich sie nur mal endlich abzulegen ...... Egal inzwischen weiß ich längst , dass die Diagnose für mich wichtig ist und ich mich endlich als richtig und stimmig betrachte auch wenn mir der Alltag nun nicht plötzlich nur easy erscheint ....... Doch täglich voller neuer "AHA Momente " ....... Ich bin immer wieder froh , dass ich den Schritt gewagt habe .......... Vielleicht können dir diese Zeilen auf deinem Weg zur Entscheidung weiterhelfen ..... LG ZaMau

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