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Diskutiere im Thema ADHS und Verbeamtung - Kosten als Selbstzahler - Erfahrungen? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #11
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: ADHS und Verbeamtung - Kosten als Selbstzahler - Erfahrungen?

    Bezüglich der Verbeamtung unter "falschen" Voraussetzungen befürchte ich eben, dass es möglich wäre, Dir einen Strick zu drehen - was natürlich nicht sein muss! Klar ist auch, dass es erheblich Unterschiede gibt, welche Bedingungen in welchen Bereichen zu bedenken sind. Handelt es sich um eine Aufgabe, die vor allem im administrativen Bereich angesiedelt ist, gelten natürlich andere Regeln. Ich kann mir eigentlich kaum vorstellen, dass ein ADHS in den Organen der Judikative besonders in's Gewicht fällt!

    In Sachen Kosten empfehle ich Dir mal ein bisschen zu suchen, da wir in Deutschland für die Medikamente ja Fixpreise haben kannst Du die Kosten durchaus per Mausklick ermitteln. Der Rest ist dann ein Dreisatz !

    Da Du noch nicht wissen kannst, welches Medikament er Dir aufschreibt und welche Dosierung für Dich richtig ist kannste natürlich nur vorsichtige Schätzungen durchführen! Die Fähigkeit zu Überschlagsrechnungen und das Überdenken und Abwägen traue ich Dir schon zu! Auch den Umgang mit einem möglichen "worst-case".

    Zu den Arztrechnungen: Als Selbstzahler (ohne Kostenträger) steht es Dir und dem Arzt völlig frei, welchen Honorarsatz Ihr miteinander vereinbart. Zwar beziehen sich die Ärzte auch in diesen Fällen auf die GOÄ, da gibt es aber reichlich Möglichkeiten!

    Wenn Du Dir die GOÄ genauer anschaust, wirst Du schnell feststellen, dass der sogenannte "Faktor" der eigentliche Kostentreiber ist. Von daher ist es schon kulant, wenn Dein Arzt Dir verspricht, dass er nur den geringsten Faktor ansetzen will.

    Kannst Dich dann auch noch mit dem Steuerrecht beschäftigen , als reiner Selbstzahler kannst Du natürlich die Kosten als "außergewöhnliche Ausgaben" bei der Steuererklärung geltend machen - ist alles nur ne endlose Rechnerei mit geschätzten hundert Unbekannten!

    Am Anfang war ich noch alle vier Wochen beim Shrink, mittlerweile gehe ich nur hin, wenn ich wirklich was mit ihm besprechen will. In der Zwischenzeit hole ich mir nur noch die Rezepte ab. Die kurzen Besuchsintervalle zu Beginn rechtfertigte er mit dem Hinweis, dass besonders in der Einstellungsphase eine strenge Überwachung notwendig ist - die Wahrheit liegt wohl irgendwo zwischen medizinischer Notwendigkeit, gesetzlichen Vorgaben und Geschäftsinteressen .

    Für meine Arztbesuche kriege ich rd. 100 Euro berechnet - pro Besuch! Ist ein bisschen mehr, manchmal auch weniger - mit anderen Worten: Es ist ein Durchschnittswert!
    Mitunter war es schon erheblich mehr, da hab ich dann auch mal mit Widerspruch reagiert!

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 190

    AW: ADHS und Verbeamtung - Kosten als Selbstzahler - Erfahrungen?

    Ich sehe noch ein anderes Problem:
    Du mussr dich als Beamter privat oder freiwillig in der GKV versichern. Zweiteres ist eigentlich keine Alternative, weil du 100% bezahlst, dein Dienstherr keine 50% übernimmt.
    Also bleibt eigentlich nur privat. Und die Private stellt vor Aufnahme Gesundheitsfragen, die du wahrheitsgemäß beantworten musst. Mit der Diagnose ADHS könnte es sein, dass die Beiträge wesentlich höher werden, dies Behandlung ausgeschlossen oder du gar nicht erst aufgenommen wirst. Sie müssen dich zwar im Basistarif aufnehmen, aber der ist teuer (um die 500 € im Monat) und du bist beim Arzt der Unbeliebteste.

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  3. #13
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 218

    AW: ADHS und Verbeamtung - Kosten als Selbstzahler - Erfahrungen?

    sunny1965 schreibt:
    Ich sehe noch ein anderes Problem:
    Du mussr dich als Beamter privat oder freiwillig in der GKV versichern. Zweiteres ist eigentlich keine Alternative, weil du 100% bezahlst, dein Dienstherr keine 50% übernimmt.
    Also bleibt eigentlich nur privat. Und die Private stellt vor Aufnahme Gesundheitsfragen, die du wahrheitsgemäß beantworten musst. Mit der Diagnose ADHS könnte es sein, dass die Beiträge wesentlich höher werden, dies Behandlung ausgeschlossen oder du gar nicht erst aufgenommen wirst. Sie müssen dich zwar im Basistarif aufnehmen, aber der ist teuer (um die 500 € im Monat) und du bist beim Arzt der Unbeliebteste.

    Gesendet von meinem SM-N9005 mit Tapatalk
    Steintor schreibt:
    Nicht ganz. Es gibt ein neues Gesetz bzw. Gesetz zur Gesetzesnovelle.


    In diesem Forum haben wir erst kürzlich gemerkt, dass dieses Thema noch gar nicht diskutiert wurde.

    https://adhs-chaoten.net/ads-adhs-st...tml#post626140

    Im Einzelnen:

    Amtsarzt

    In Niedersachsen entscheidet der Amtsarzt über die Eignung des Anwärters:



    Quelle: Niedersächsisches Beamtengesetz mit Verwaltungsvorschriften: § ..8 Auslese

    Ich nehme an, dass es in anderen Bundesländern ähnliche Gesetze gibt.

    Die Frage ist nun, ob ADHS ein Ausschlusskriterium ist. Die Diskussion in dem o.g. Gesprächsfaden kam zur Mutmaßung, dass bei Beamten mit Schusswaffengebrauch (Polizei, Bundeswehr) und Beamten der Feuerwehr kein ADHS-Diagnose vorliegen darf. Bei den Beamten Bundeswehr hat das Verteidigungsministerium Stellung bezogen.

    Ruhestand

    Dann heißt es im Bundesbeamtengesetz:



    Quelle: BBG - Einzelnorm



    Quelle= BBG - Einzelnorm

    Staatsausgaben reduzieren

    Zudem wurde 2009 das Dienstrechtsneuordnungsgesetz geschaffen, um Geld zu sparen. In diesem heiße es:



    Quelle: Das Dienstrechtsneuordnungsgesetz im Überblick

    Dann heißt es in der Präambel zum Dienstrechtsneuordnungsgesetz:



    Somit hat der Amtsarzt zu entscheiden, ob der Anwärter diese Voraussetzungen erfüllt. Kommt später zutage, dass ein Beamter ADHS hat, kann er herunter gestuft werden. Ein Beamter muss den Dienst erfüllen, der ihm zu Beginn zugetragen wurde. Falls er den Dienst nicht versehen kann, wird er weiterhin beschäftigt, aber bekommt weniger Geld. In den Ruhestand kommt er nicht mehr.
    pau schreibt:
    Danke für die ausführlichen Hinweise. Auf die Idee, im Beamtenrecht und den dazugehörigen Kommentierungen nachzuschauen, bin ich Leuchte noch gar nicht gekommen

    Hier mal - für die, die es interessiert - ein paar "law facts" aus Hamburg:



    Und weiter:



    Das Gesetz legt (wie auch in anderen Bundesländern) schon auf abstrakter Ebene fest, dass bei der Bewertung auch auf die künftige "Verwendung" zu achten ist. Und ein Verschweigen von Vorerkrankungen kann auch - so die Rspr. - die Rücknahme der Verbeamtung rechtfertigen, allerdings in der Tat nur, wenn gefragt wurde; ich bin nicht verpflichtet, von mir auch Vorerkrankungen zu nennen. Grund: das beißt sich mit meinem Persönlichkeitsrecht (konkret: Recht auf informationelle Selbstbestimmung). Ich müsste ja sonst als unwissender Laie einen "Seelenstriptease" hinlegen, weil ich gar nicht weiß, was wichtig und was unwichtig ist. Stattdessen muss ich nur auf Fragen antworten und bin sogar berechtigt, Nachfragen zu stellen, damit fragende Amtsarzt konkretere Fragen stellt. Zu alledem lehrreich: VG Hannover, Beschluss vom 26. Juni 2013, Az. 2 B 2658/13 –, juris.

    Wer einen Juris-Zugang hat (oder sonstwie an jur. Material kommt) kann ich auch den zweiteiligen Aufsatz von Hausotter in der MedR empfehlen (MedR 2012, 186 ff.; MedR 2013, 20 ff.). Hab ich gerade mal überflogen. Dort heißt es u.a.:


    Da das ein zweiteiliger Artikel ist, dürfte dieser Schnipsel vom Zitatrecht gedeckt sein ;-)

    Im Prinzip bestätigt das alles. Um es zusammen zu fassen:
    - AD(H)S ist halb so wild, die Anforderung sind schon recht hoch, damit man deswegen nicht verbeamtet wird
    - Es kommt immer auf die konkrete Verwendung an
    - Bei "gefahrgeneigten" Berufen ist die Schwelle schon geringer
    - Wenn erst nach der Verbeamtung die Diagnose gestellt wird (und man vorher auf Nachfrage nichts verschwiegen hat) erfolgt sogar bei "gefahrgeneigten" Berufen grundsätzlich kein Ausschluss.
    Waldsteinie schreibt:
    Bezüglich der Verbeamtung unter "falschen" Voraussetzungen befürchte ich eben, dass es möglich wäre, Dir einen Strick zu drehen - was natürlich nicht sein muss! Klar ist auch, dass es erheblich Unterschiede gibt, welche Bedingungen in welchen Bereichen zu bedenken sind. Handelt es sich um eine Aufgabe, die vor allem im administrativen Bereich angesiedelt ist, gelten natürlich andere Regeln. Ich kann mir eigentlich kaum vorstellen, dass ein ADHS in den Organen der Judikative besonders in's Gewicht fällt!

    In Sachen Kosten empfehle ich Dir mal ein bisschen zu suchen, da wir in Deutschland für die Medikamente ja Fixpreise haben kannst Du die Kosten durchaus per Mausklick ermitteln. Der Rest ist dann ein Dreisatz !

    Da Du noch nicht wissen kannst, welches Medikament er Dir aufschreibt und welche Dosierung für Dich richtig ist kannste natürlich nur vorsichtige Schätzungen durchführen! Die Fähigkeit zu Überschlagsrechnungen und das Überdenken und Abwägen traue ich Dir schon zu! Auch den Umgang mit einem möglichen "worst-case".

    Zu den Arztrechnungen: Als Selbstzahler (ohne Kostenträger) steht es Dir und dem Arzt völlig frei, welchen Honorarsatz Ihr miteinander vereinbart. Zwar beziehen sich die Ärzte auch in diesen Fällen auf die GOÄ, da gibt es aber reichlich Möglichkeiten!

    Wenn Du Dir die GOÄ genauer anschaust, wirst Du schnell feststellen, dass der sogenannte "Faktor" der eigentliche Kostentreiber ist. Von daher ist es schon kulant, wenn Dein Arzt Dir verspricht, dass er nur den geringsten Faktor ansetzen will.

    Kannst Dich dann auch noch mit dem Steuerrecht beschäftigen , als reiner Selbstzahler kannst Du natürlich die Kosten als "außergewöhnliche Ausgaben" bei der Steuererklärung geltend machen - ist alles nur ne endlose Rechnerei mit geschätzten hundert Unbekannten!

    Am Anfang war ich noch alle vier Wochen beim Shrink, mittlerweile gehe ich nur hin, wenn ich wirklich was mit ihm besprechen will. In der Zwischenzeit hole ich mir nur noch die Rezepte ab. Die kurzen Besuchsintervalle zu Beginn rechtfertigte er mit dem Hinweis, dass besonders in der Einstellungsphase eine strenge Überwachung notwendig ist - die Wahrheit liegt wohl irgendwo zwischen medizinischer Notwendigkeit, gesetzlichen Vorgaben und Geschäftsinteressen .

    Für meine Arztbesuche kriege ich rd. 100 Euro berechnet - pro Besuch! Ist ein bisschen mehr, manchmal auch weniger - mit anderen Worten: Es ist ein Durchschnittswert!
    Mitunter war es schon erheblich mehr, da hab ich dann auch mal mit Widerspruch reagiert!

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